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Außenministerin in China, Südkorea und Japan: Baerbocks asiatisches Experiment

die sanften Töne seines Kinderorchesters kontrastieren scharf mit der Ordnung der Welt. Die japanischen Gastgeber der G7 organisierten einen musikalischen Empfang für die Außenminister der wirtschaftlich stärksten Demokratien im Erholungsdorf Karuizawa. Sie stellen sich auf und hören zu.

Als die Musik endet, bekommt auch Annalena Baerbock einen Blumenstrauß überreicht. Der deutsche Außenminister geht zu jungen Musikern, vielleicht 5-12 Jahre alt, und versucht, ins Gespräch zu kommen. Dating-Typen sind sowieso grüne Politiker. Tagesspiegel-App Aktuelle News, Hintergründe und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Plus, ein digitales Magazin. Hier kostenlos herunterladen.

In der Kurstadt, eine Zugstunde von Tokio entfernt, planen G7-Vertreter, ihr Bündnis gegen ein kriegerisches Russland bis Dienstagmorgen Ortszeit zu stärken und gleichzeitig einem Großteil der übrigen Welt zu zeigen, dass sie ihre Probleme nicht vergessen. Externe Inhalte

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Es geht also nicht nur um das Atomprogramm der Ukraine und des Iran, sondern auch um den Kampf gegen den Hunger und die Klimakrise. China und Südkorea als erste Stationen

Japan ist nach China und Südkorea die dritte Station der Asien-Tournee von Baerbock. Einen Tag zuvor hatte er Panmunjom an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea am 38. Breitengrad besucht, wo sich mehr als eine Million Soldaten gegenüberstehen.

Die Straße zum Hauptquartier der Friedenskommission führte an Bunkern, Stacheldrahtzäunen und schwarzen Betonblöcken vorbei, die im Ernstfall die Straße blockieren sollten. Auf der anderen Seite steht der Feind, ein brutales kommunistisches Regime, das seine Nachbarn und die Welt mit Atomraketen bedroht. Pjöngjang hat gerade unter Verstoß gegen alle UN-Resolutionen eine weitere ballistische Langstreckenrakete gestartet.

Baerbocks Ministerium verurteilte die Schießerei sofort als Bedrohung des Weltfriedens, und er selbst wiederholte dies später mit starken Worten, als er seinen südkoreanischen Amtskollegen Park Jin in Seoul traf und seinem Partner seine Unterstützung zusagte. Klima, Wirtschaft, Sicherheit Baerbock will die Zusammenarbeit mit Südkorea verstärken

Der grüne Politiker blickt nun an den drei blauen Kasernen vorbei, die die Militärdelegation nur wenige Meter entfernt an der Grenze des bösen Imperiums errichtet hat. Einer ihrer Leitsätze ist, dass Demokratien im "Systemwettbewerb mit autokratischen Mächten" gewinnen können, wenn sie zusammenarbeiten. An diesem Punkt in der Geschichte der eingefrorenen Welt scheint dieser Ansatz wenig hilfreich zu sein. Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) besucht die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea. Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) besucht die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea. © dpa/Soeren Stache

In dieser Kampfumgebung trägt Baerbock einen dunklen Hosenanzug und flache, feste Schuhe mit schwarzen Profilen statt der üblichen High Heels. Es passt, wo der uniformierte Beamte, der sie vorstellt, viele ihrer Fragen lapidar beantwortet: "Ja, Mama!"

Angriffe auf die Glaubwürdigkeit tun immer noch weh

Die 42-Jährige weiß, wie verachtet die langjährige scheidende Verteidigungsministerin Christine Lambrecht war, als sie auf Stöckelschuhen durch die Wüste lief und deutsche Soldaten in Mali besuchte. Politik kann ein grausames Geschäft sein.

Baerbock selbst hat das bei den Angriffen auf seinen Lebenslauf und dem Plagiat seines Buches erlebt. Nicht nur die Sache der Frauen hat sie nach der Veröffentlichung der Feministischen Außenpolitischen Leitlinien bewegt, sondern sie beobachtet sehr genau, wie und wo Männer ihre Regeln durchsetzen wollen und Frauen dies verhindern.

Wer mit Baerbock über Lambrechts Abgang spricht, wird spüren, dass seine eigenen Erfahrungen im Wahlkampf, die Angriffe auf seine Glaubwürdigkeit als Kanzlerkandidat, auch zwei Jahre später noch schmerzlich sind.ie zarten Töne des Kinderorchesters stehen in hartem Kontrast zur Unordnung der Welt. Im Erholungsort Karuizawa haben die japanischen G7-Gastgeber eine musikalische Begrüßung der Außenministerinnen und -minister der wirtschaftsstärksten Demokratien organisiert. Die stehen nun in einer Reihe und hören zu.

Als die Musik endet, nimmt auch Annalena Baerbock einen Blumenstrauß entgegen. Die deutsche Außenministerin geht hinüber zu den jungen Musikern im Alter von vielleicht fünf bis zwölf Jahren und versucht sich in Konversation. Termine mit Kindern liegen der Grünen-Politikerin ohnehin.

In dem Erholungsort eine Zugstunde von Tokio entfernt wollen die G7-Vertreter bis Dienstagmorgen Ortszeit ihr Bündnis gegen das kriegführende Russland stärken und gleichzeitig den vielen anderen Staaten der Welt zeigen, dass sie deren Probleme nicht vergessen.

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Es geht deshalb nicht nur um die Ukraine und das iranische Atomprogramm, sondern auch um den Kampf gegen den Hunger und die Klimakrise.


China und Südkorea als erste Stationen

Für Baerbock ist Japan nach China und Südkorea die dritte Station ihrer Asienreise. Einen Tag zuvor besichtigte sie in Panmunjom am 38. Breitengrad die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea, an der sich mehr als eine Million Soldaten gegenüberstehen.


Der Weg zum Hauptquartier der Waffenstillstandskommission ging vorbei an Bunkern, Kontrollstellen mit stacheldrahtbewehrten Maschendrahtzäunen und schwarzen Betonquadern, die im Ernstfall die Straße blockieren sollen.


Auf der anderen Seite wartet der Gegner, ein brutales kommunistisches Regime, das seine Nachbarn und die Welt mit Atomraketen bedroht. Gerade erst hatte Pjöngjang wieder entgegen aller Beschlüsse der Vereinten Nationen eine ballistische Langstreckenrakete gestartet.


Baerbocks Ministerium hatte den Abschuss sofort als Gefahr für den Weltfrieden verurteilt, sie selbst wird das später beim Treffen mit ihrem südkoreanischen Amtskollegen Park Jin in Seoul mit starken Worten bekräftigen und dem Partner Beistand versprechen.

Nun schaut die Grünen-Politikerin, eingerahmt von einer Delegation von Militärs, an drei blauen Baracken vorbei auf die wenige Meter entfernte Grenze zum Reich des Bösen. Die Demokratien können den „Systemwettbewerb mit autokratischen Kräften“ gewinnen, wenn sie zusammenarbeiten, heißt einer ihrer Leitsätze. An diesem Ort eingefrorener Weltgeschichte scheint dieser Ansatz nur begrenzt zu helfen.


Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) besichtigt die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea. © dpa/Soeren Stache

Baerbock trägt in dieser martialischen Umgebung einen dunklen Hosenanzug und statt der üblichen hohen Absätze flache feste Schuhe mit schwarzer Profilsohle. Das passt zu einem Ort, an dem der Offizier in Uniform, der sie herumführt, auf viele ihrer Fragen knapp antwortet: „Yes, Mam!“


Die Angriffe auf die Glaubwürdigkeit schmerzen noch

Die 42-Jährige weiß von dem Hohn, mit dem die längst zurückgetretene Verteidigungsministerin Christine Lambrecht übergossen wurde, als sie beim Besuch deutscher Soldaten in Mali auf hohen Pumps durch die Wüste stakste. Politik kann ein brutales Geschäft sein.

Baerbock selbst hat das erfahren während der Attacken auf ihren Lebenslauf und die Plagiate in ihrem Buch. Sie ist nicht erst seit der Veröffentlichung der Leitlinien für feministische Außenpolitik von der Frauenfrage bewegt, beobachtet sehr genau, wie und wo Männer eigene Regeln durchsetzen und Frauen Steine in den Weg legen wollen.

Wer Baerbock auf Lambrechts Abschied anspricht, spürt: Die eigenen Erlebnisse im Wahlkampf, die Attacken auf ihre Glaubwürdigkeit als Kanzlerkandidatin, sie schmerzen sie auch zwei Jahre später noch.



 
 
 

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