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Für Privathaushalte - Netzagentur plädiert für höhere Gasabschläge

Die Bundesnetzagentur befürchtet, dass viele Menschen unvorbereitet von den steigenden Gaspreisen getroffen werden. Sie plädiert dafür, Abschläge rechtzeitig zu erhöhen.

In den Niederlanden wird empfohlen, die Heizung auf maximal 19 Grad einzustellen. Quelle: picture alliance / CHROMORANGE

Die Bundesnetzagentur hat sich im Umgang mit der Gaskrise dafür ausgesprochen, Privathaushalte nicht zu spät mit steigenden Kosten zu konfrontieren. "Viele Haushalte werden erst bei der Heizabrechnung im nächsten Jahr bemerken, wie stark der Preis gestiegen ist, und die Nachzahlungen nicht stemmen können", sagte Behördenchef Klaus Müller der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Wenn die Abschläge erst nächstes Jahr erhöht werden, trifft es viele Menschen unvorbereitet. Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur

Gas-Notfallplan: Derzeit keine Reihenfolge möglich

Zugleich kritisierte er Forderungen, dass die Netzagentur bereits jetzt festlegen soll, in welcher Reihenfolge Industriebetriebe im Ernstfall von der Gasversorgung abgeschaltet würden. "Das wird nicht gehen", sagte Müller der Zeitung. Solche Entscheidungen seien von "zu vielen Randbedingungen abhängig". Die Netzagentur werde nun Positiv-Kriterien definieren. Aber auch das sei wegen der Verflechtung der Wirtschaft komplex.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Mittwoch angesichts des Gasstreits mit Russland die sogenannte Frühwarnstufe des Gas-Notfallplans ausgerufen. Es gibt noch eine Alarmstufe und schließlich eine Notfallstufe, in der aktiv eingegriffen wird. Die Bundesnetzagentur entscheidet dann, wer noch wie viel Gas geliefert bekommt. Besonderen Schutz genießen etwa private Verbraucher und soziale Einrichtungen.











Wirtschaftsminister Habeck rechnet wegen des Ukraine-Kriegs mit einer Verschlechterung der Gasversorgung aus Russland. Habeck rief daher die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus. Beitragslänge:3 minDatum:30.03.2022

Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegen Bevorzugung privater Haushalte

Derzeit arbeitet die Bundesnetzagentur an Kriterien, wie im Fall einer weiteren Verschärfung Gas verteilt wird. Dazu führt sie Gespräche mit der Industrie, um den genauen Gasbedarf zu erfahren. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sprach sich unterdessen gegen eine Bevorzugung privater Haushalte bei einem Notstand aus.

Niemandem wäre damit gedient, wenn die Menschen bei 24 Grad zu Hause in der Wohnung sitzen, aber die Unternehmen, in denen sie arbeiten, zusammenbrechen. Stefan Wolf, Gesamtmetall-Präsident zur "Augsburger Allgemeinen"

Die Netzagentur müsse daher ihre Reihenfolge der Gasabschaltung im Notfall überdenken, sagte Wolf zur "Augsburger Allgemeinen". Er warnte vor dem "größten wirtschaftlichen Einbruch in der Nachkriegszeit", sollte die Industrie gezwungen sein, wegen mangelnder Gaslieferungen in hohem Maße herunterzufahren. Er rechne dann damit, dass die Kurzarbeit sprunghaft ansteige und Firmen zum Teil Beschäftigte entlassen müssten.


Nachrichten | Panorama - Energiesparen im Haushalt Die Preise für Energie sind aktuell enorm hoch. Wie man zu Hause sparen kann, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Niederländische Regierung handelt bereits beim Energiesparen

In niederländischen Behörden werden als Beitrag zur Reduzierung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen die Thermostate um zwei Grad Celsius nach unten geregelt. Die Regierung wolle auf diese Weise mit gutem Beispiel vorangehen, berichtete die Nachrichtenagentur ANP am Samstag. "Unsere Energierechnung steigt, wir müssen weniger abhängig von Gas aus Russland werden, und wir wollen gegen den Klimawandel angehen", heißt es in einem am selben Tag landesweit verbreiteten Energiespar-Appell der Regierung.










Wie sich die deutsche Wirtschaft im Zuge dieser Krise verändern wird Beitragslänge:16 minDatum:04.04.2022

In Zeitungsanzeigen und mittels einer Online-Kampagne werden die Bürger aufgerufen, die Heizung bei sich zu Hause höchstens auf 19 Grad einzustellen. "Ziehen Sie eine warme Jacke oder einen warmen Pullover, Socken und Hausschuhe an", wird den Niederländern geraten. Und: "Wenn Sie zu Hause aktiv sind, kann der Thermostat vielleicht auch noch ein Grad niedriger gedreht werden."

 
 
 

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