Israel braucht jetzt kühle Köpfe
- tim-news

- 30. Jan. 2023
- 1 Min. Lesezeit
Nach zwei Anschlägen mit sieben Toten hat Israel die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Nun will die Regierung den Verwandten von Terroristen Sozialleistungen oder gar den Pass entziehen. Doch die Gleichung „noch mehr Strafe = noch mehr Abschreckung“ funktioniert nicht. Am Sonntagvormittag versuchten zwei bewaffnete Männer, über die syrische Grenze ins Land einzudringen, aber israelische Soldaten konnten den Angriff abwehren. Nach zwei Anschlägen mit sieben Toten und mehreren Verletzten am Freitag und Samstag hat die israelische Regierung die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Ein anderer Täter, er war erst 13 Jahre alt, schoss am Samstag auf Passanten in Jerusalem und verletzte zwei von ihnen schwer. Israel kündigte nach den jüngsten Anschlägen neue Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung an, darunter auch eine Lockerung des Waffenrechts. Es ist mehr als verständlich, dass nun nach wirksamen Antworten auf den Terror gesucht wird. Einige der geplanten Maßnahmen sind aber nicht wirksam, ganz im Gegenteil. Es ist bereits Praxis, dass die Familienhäuser von Terroristen abgerissen werden. Nun will die Regierung den Verwandten von Terroristen (wenn sie israelische Staatsbürger oder Einwohner Ost-Jerusalems mit speziellem Status sind) auch noch Sozialhilfe und Gesundheitsleistungen entziehen. 2005 stellte ein israelischer Militärausschuss fest, dass die Wirksamkeit der Hauszerstörungs-Politik als Abschreckung fragwürdig sei und dass sie durch das Erzeugen von Hass mehr Schaden als Nutzen anrichte. Die Gleichung „noch mehr Strafe = noch mehr Abschreckung“ funktioniert nicht.


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