Lauterbach in Hannover: Omikron-Welle wird alles übertreffen
- tim-news

- 17. Dez. 2021
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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat bei einem Besuch in Hannover vor der Gefahr der Omikron-Variante des Coronavirus gewarnt. Er gehe von einer massiven fünften Welle aus.Von Kollegen in England höre er, dass die Ausbreitung der Omikron-Variante "alles übertrifft, was in der gesamten Pandemie beobachtet wurde", sagte Lauterbach auf einer Pressekonferenz mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Er gehe davon aus, dass sich die Welle auch in Deutschland nicht verhindern lasse. Es stehe eine enorme Herausforderung für die Krankenhäuser, für die Intensivstationen und die ganze Gesellschaft bevor.
Genug Moderna-Impfstoff zum Boostern vorhanden
Ziel sei es, die Ausbreitung zu entschleunigen und die Zeit für Booster-Impfungen zu nutzen - insbesondere, um die vulnerablen Gruppen zu schützen, so Lauterbach. "Das einzige, was zuverlässig vor einem schweren Verlauf bei der Omikron-Infektion schützt, ist die Booster-Impfung", betonte er. Vor allem von Moderna sei ausreichend Impfstoff vorhanden. Der Bundesgesundheitsminister appellierte an alle Ärzte, diesen Impfstoff zu bestellen und zu verimpfen. Er stellte klar, dass das Vakzin Spikevax ebenso gut wirke wie der Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer. An der Beschaffung von weiteren Biontech-Dosen werde gearbeitet, so Lauterbach. Für Kinder bis elf Jahren sei aktuell ausreichend Biontech-Impfstoff vorhanden.2G-Regel im Einzelhandel gekippt: Anhörung vor OVG geplant
Mit Blick auf die erwartete Omikron-Welle zeigte sich Lauterbach überrascht von dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg, die 2G-Regel im Einzelhandel zu kippen. Das würde weder epidemiologisch noch gesundheitspolitisch Sinn ergeben. Ministerpräsident Weil merkte an, dass Niedersachsen nun das einzige Land sei, in dem auch Ungeimpfte wieder einkaufen können. Das Sozialministerium werde vor dem OVG eine Anhörung beantragen und anregen, führende Wissenschaftler anzuhören. Er hoffe, dass sie den Richtern "das Risiko, vor dem wir stehen" besser vermitteln können, sagte Weil. Er warnte: "Wenn wir nicht aufpassen, dann ist die Omikron-Variante schneller als wir beim Impfen sein können."Lauterbach impft zwei Kinder im Impfzentrum am Zoo
Den Kinder-Impfstoff hatte Lauterbach zuvor beim Besuch des Impfzentrums am Zoo in Hannover kurzerhand selbst verabreicht. In dem Impfzentrum werden seit Mittwoch auch Kinder ab fünf Jahren gegen Corona geimpft. Angesprochen auf die Demonstrierenden, die ihn vor dem Zoo mit Trillerpfeifen und Buh-Rufen empfangen hatten, sagte Lauterbach: Das gehöre zu seinem Job. Angesichts der Kinder, die mit ihrer Impfung ihren Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten wollten, sei es aber bestürzend, dass Menschen davor demonstrierten und Verschwörungs-Mythen verbreiteten.Treffen mit Krisenstabs-Leiter des Bundes
Am Nachmittag stand für Weil und Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) ein weiteres wichtiges Treffen an: Der Leiter des neuen Corona-Krisenstabs der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, war in der Niedersächsischen Staatskanzlei zu Gast. Die drei Gesprächsteilnehmenden wollten unter anderem über die Kooperation zwischen dem Bund und Niedersachsen sowie über das aktuelle Lagebild sprechen.


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