Lehrerin in Berufsschule getötet – Tatverdächtiger bekam Schulverweis
- tim-news

- 12. Jan. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Ein 17-jähriger Student im Münsterland soll seinen 55-jährigen Lehrer gehackt haben. Danach rief er selbst den Notruf an, der junge Mann hatte offenbar mehrere Konflikte mit Lehrern, und kurz vor dem blutigen Verbrechen wurde er für einen Tag von der Schule verwiesen.
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Ein paar Kerzen, Blumen und Absperrband: Es ist ein verregneter und grauer Mittwochmorgen im Schulzentrum Ibbenbüren nördlich von Münster. Der Unterricht an einer Business School wurde abgesagt, nachdem am Dienstag ein 55-jähriger Lehrer in einem Klassenzimmer erstochen worden war. Der mutmaßliche Täter war einer seiner Schüler.
Tage später wird klar, was die schreckliche Tat verursacht haben könnte: Laut den Zeugen des Mordkommandos hatte der Schüler eine Reihe von Konflikten mit seinen Lehrern. Nur wenige Stunden vor der Tat suspendierte ihn die Schulleitung für einen Tag.
Trotzdem erreicht er am Nachmittag den Schulhof und trifft seinen Klassenlehrer im Unterricht. Am Mittwoch war unklar, ob sie vereinbart hatten, sich dort zu treffen, um die Angelegenheit zu besprechen. Ein 55-jähriger Mann ist allein, sein Schüler ist mit einem Messer bewaffnet.
Staatliches Berufskolleg Tecklenburg trauert um Schüler ersticht Lehrer
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Quelle: dpa/Friso Gentsch
Der Lehrer überlebt die Begegnung nicht. Danach ruft der junge Mann selbst den Notruf an und lässt sich widerstandslos festnehmen. Die Tatwaffe wurde beschlagnahmt. Alakainen äußerte sich zunächst nicht zu der Angelegenheit. Ihm wird ein Pflichtverteidiger zugeteilt.
Er wurde am Mittwoch einem Richter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe, um ihn zu töten. Das Amt wollte den Richter erst am Donnerstag über die Ergebnisse der Obduktion und der Demonstration informieren.
„Der Unterricht fällt aus, aber die Schule hat noch geöffnet“, sagt ein Sprecher der Kreisverwaltung Münster. Dieser bietet eine Anlaufstelle für Studierende. Ein Krisenstab, Schulpsychologen und Krisenberater stehen bereit, um Schulleitungen und Lehrkräfte über das weitere Vorgehen zu beraten.
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Nach der Tat vom Dienstag rückte ein größeres Polizeiaufgebot an der Schule an. . Neben mehreren Streifenwagen waren auch ein Rettungshubschrauber, ein Krankenwagen und ein Sanitäter vor Ort. Ibbenbüren ist eine ehemalige Bergbaustadt mit ca. 52.000 Einwohnern und liegt westlich von Osnabrück und nördlich von Münster an der Grenze zu Niedersachsen im Kreis Steinfurt.
Schulpsychologen bieten nachhaltige Unterstützung
„Herzliches Beileid den Angehörigen, Kollegen und Schülern. Wir wünschen allen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit“, sagte der Ibbenbürener Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) am Mittwoch. „Unser Respekt und unsere Bewunderung gilt allen beteiligten Einsatzkräften, die mit großer Umsicht eine sehr schwierige Situation gemeistert haben.“
Die Ministerin NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) besuchte am Mittwoch die Schule und zeigte sich „zutiefst gerührt und erschüttert“ über die Bitte: „Wir werden die Schulgemeinschaft in ihrer Trauer nicht allein lassen“, sagte er. Das Notfallteam der Schulpsychologen begleitet Sie langfristig. Diesen Donnerstag um 11 Uhr gibt es im Schulzentrum eine Schweigeminute für den getöteten Lehrer
Hilfe kam zu spät für Lehrer: Retter Dienstagnachmittag
Hilfe kam zu spät für Lehrer: Rettungskräfte Dienstagnachmittag
Quelle: dpa/ -
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Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) reagierte empört. „Der gewaltsame Tod eines Lehrers ist schockierend. Wir müssen alles tun, um Lehrer besser vor Gewalt zu schützen“, sagte er dem Nachrichtenportal „t-online“. Es ist nicht hinnehmbar, dass Lehrer regelmäßig beleidigt, bedroht und angegriffen werden.
In den kommenden Tagen werden die Schüler schrittweise wieder in die Schule zurückkehren. Trauertage sind möglich. In der Schulaula wird eine Trauerstätte eingerichtet und ein Kondolenzbuch für die ermordete Lehrerin hinterlegt.
Das Klassenzimmer als Tatort und das dazugehörige Stockwerk sind während der Ermittlungen noch gesperrt und werden vorerst nicht genutzt. Eine zentrale Beerdigung für den ermordeten Lehrer findet später statt.
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Nach vorläufigen Ermittlungen des Bildungsministeriums ein Schüler des Bundesstaates Nordrhein-Westfalen hat bekanntermaßen einen Lehrer bei einem beispiellosen Vorfall getötet. Ähnliche Fälle sind aus Bayern (2000) und Sachsen (1999) bekannt. Vor vier Jahren wurde der Mordplan eines Lehrers in Nordrhein-Westfalen aufgedeckt. Die später verurteilten Studenten setzten ihren Plan nicht um.
Gleichzeitig geht der Unterricht mittwochs im benachbarten Berufskolleg weiter. „Das hat mich zutiefst erschüttert. Das kennt man nur in Großstädten“, sagt Schüler Lukas am Rande des Schulgeländes. Er habe am Dienstagabend über Smartphone und Fernseher von der Tat erfahren, als seine Freundin es ihm gezeigt habe , aber: „Das tägliche Leben muss weitergehen.“
AFP/ dpa/ll/cvb/saw

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