Messerattacke in Zug von Kiel nach Hamburg: Zwei Tote in Brokstedt
- tim-news

- 26. Jan. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Bei einem Messerangriff auf Fahrgäste in einem Schnellzug von Kiel nach Hamburg sind am Mittwoch zwei Menschen getötet worden. Drei weitere Menschen seien schwer verletzt worden, teilte die Polizei Itzehoe am Mittwochabend mit. Vier Personen wurden leicht verletzt. Den Angaben zufolge griff der Mann kurz vor 15 Uhr vor Ankunft am Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg) die Fahrgäste mit einem Messer an.
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Tatverdächtiger festgenommen
Nach Angaben der Behörden hat die Polizei einen 33-jährigen Mann festgenommen. Auch er wurde bei dem Angriff verletzt – er liegt derzeit im Krankenhaus in Neumünster und soll schnellstmöglich vernommen werden. Berichten zufolge halfen Ersthelfer, ihn festzunehmen. Wie sich aus NDR-Recherchekreisen herausstellte, kam vor rund acht Jahren ein Mann unklarer Nationalität aus Gaza nach Deutschland. Seitdem war er mehrfach in Strafverfahren, aber offenbar hatte das nichts mit politischen Motiven zu tun. Nach Angaben von Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) saß er bis vor wenigen Tagen in Haft und kam nach seiner Haftstrafe wieder frei.
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). © NDR 2 min
Messerattacke: Günther verspricht schnelle Ermittlungen
Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). © NDR 1 min
Messerattacke: Die erste Reaktion von Innenministerin Sütterlin-Waack
„Zum Hinterland der Tat können wir bisher noch nichts sagen, wir verschaffen uns derzeit einen Überblick über den gesamten Einsatz in der Region “, sagte Astrid Heidorn, Polizeibeauftragte der Polizeiinspektion Itzehoe am Tatort. „Wir haben um 1
:55 Uhr einen Notruf erhalten – es gab mehrere Notrufe von Passagieren, weil dieser Typ Passagiere mit einem Messer angegriffen hat.“ Die Polizei fuhr daraufhin los und der Zug hielt im Bahnhofsbereich Brokstedt. „Wir wissen immer noch nicht, wie viele Passagiere im Zug waren, sie werden derzeit versorgt“, so der Sprecher weiter. "Wir haben immer noch keine Identität der Verletzten und Toten. Alles muss geklärt werden." Auch ein Rettungshubschrauber kam zum Einsatz. Der Bahnhof wurde aufgrund polizeilicher Maßnahmen geschlossen, wie die Bahn mitteilte, Fernzüge zwischen Hamburg und Kiel oder Neumünster seien ausgefallen. Kurz vor 20 Uhr verließ der Zug den Bahnhof Brokstedt.
Der Innenminister ist schockiert über die Tat
Ein Spurensicherungsteam untersucht den Tatort am Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg) nach einer Messerattacke in einem Nahverkehrszug. © NDR Foto: Laske, Kevin
Spurensicherungsteams untersuchen den Tatort am Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg) nach einer Messerattacke in einem Regionalzug von Kiel nach Hamburg.
"Es ist sehr erschreckend", sagte Innenministerin Sütterlin-Waack heute Nachmittag, als sie sich erstmals zu der Tat äußerte, "wir sind sehr schockiert und entsetzt, dass so etwas passiert ist." Landespolizei und Bundespolizei sind vor Ort, die Generalbundesanwaltschaft ermittelt. Inzwischen ist der Innenminister in Brokstedt eingetroffen. Er dankte der Polizei, die den Täter festgenommen hatte, und den Rettern, die alle Verletzten versorgten. „Mir ist klar, dass diese schreckliche Tat gegen die gesamte Menschlichkeit ist“, sagte Sütterlin-Waack am Tatort. Auch
Daniel Günther (CDU) äußerte sich am Abend zu dieser Tat. „Mit tiefer Trauer und Entsetzen habe ich diese Nachricht aufgenommen – diese sinnlose Tat, die zwei Menschen das Leben gekostet und viele weitere verletzt hat“, sagte der Ministerpräsident, „meine Gedanken und Gebete sind bei den Menschen, den Familien in dieser wirklich schwierigen Situation. „Vor Ort bedankte sich Günther bei den Rettungskräften, der Polizei und allen, die sich um die Insassen und Verletzten gekümmert haben. „Wir tun alles, was wir können – die Polizei, die Staatsanwaltschaft –, um die Hintergründe dieser schrecklichen Tat schnell herauszufinden“, sagte Günther und fügte hinzu, dass er sich ausführlich äußern würde, wenn es Neuigkeiten gäbe. „Schleswig-Holstein trauert, es ist ein schrecklicher Tag, schrecklich, was da jetzt passiert ist“, schloss er.

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