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Nato-Luftmanöver in Deutschland beginnt: Eine Machtdemonstration mit Nebenwirkungen

Einige der rund 2000 geplanten Flüge werden auch von Spangdahlem in Rheinland-Pfalz sowie von Volkel in den Niederlanden und Čáslav in Tschechien aus starten.Zwar findet ein größerer Teil der Flugbewegungen über Nord- und Ostsee statt. Wie die Bundeswehr im Vorfeld mitgeteilt hat, werden der „Übungsraum Ost“, womit weite Teile der neuen Bundesländer und Berlin gemeint sind, jeweils zwischen 10 und 14 Uhr „für die militärische Nutzung zeitweise reserviert sein“. Das ist auch der Grund, warum die deutschen Fluglotsen mit Verspätungen im zivilen Luftverkehr rechnen, die sich laut Ingo Gerhartz, dem Inspekteur der Luftwaffe, aber angeblich nur „im Minutenbereich“ bewegen sollen. Zum einen militärisch, weil sich frühere „Defender“-Übungen auf die teils monatelange Verlegung von US-Landstreitkräften konzentrierten, nun aber eine viel schnellere Reaktion aus der Luft geprobt wird, was die „transatlantische Verbindung im Krisenfall“ stärke, wie Gerhartz kürzlich dem Tagesspiegel sagte. Zum anderen ist es gegenüber Russland eine politische Machtdemonstration, die signalisieren soll, dass Europa im Falle eines Angriffs nicht alleine steht. Da passte es ins Bild, dass Amy Gutmann als US-Botschafterin in Deutschland die Übung vergangene Woche zum Anlass für einen gemeinsamen Presseauftritt mit Luftwaffeninspekteur Gerhartz nahm und darin auch Kremlchef Wladimir Putin adressierte: „Es würde mich sehr wundern, wenn irgendein Staatsoberhaupt der Welt nicht zur Kenntnis nehmen würde, was das Manöver in Bezug auf die Stärke dieses Bündnisses, zeigt - und das schließt Herrn Putin ein“. Mit so vielen Flugzeugen ist die Bundeswehr bei „Air Defender“ vertreten. Die politische Bedeutung des Großmanövers, das bereits 2018 ersonnen wurde, nun aber in einer ganz neuen Sicherheitslage stattfindet, wird allein schon durch die Gästeliste deutlich, die längst nicht nur Verteidigungsminister Boris Pistorius umfasst. In der Woche darauf wird Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Übung in Augenschein nehmen. So wird etwa „ein Luftkampf in bis zu 20 Kilometer Höhe“ simuliert, bei dem „Jagdbomber ein bestimmtes Ziel angreifen und andere das verhindern sollen“. Aus dem Militärtransporter A400 M der Bundeswehr, die auch mit Eurofightern wie Tornados und insgesamt mit 64 Flugzeugen vertreten ist, werden auch Fallschirmjäger abgesetzt. Geübt werden soll auch eine Evakuierungsoperation, der Schutz von Häfen und anderer kritischer Infrastruktur sowie die Abwehr feindlicher Raketen und Marschflugkörper. Obwohl aus Sicht der Bundeswehr rein defensiv geprobt wird, teilen längst nicht alle diese Einschätzung. „Die Inszenierung von Kriegsspielen gegen eine sich im Krieg befindende Atommacht ist eine brandgefährliche Provokation“, die „die Gefahr eines dritten Weltkriegs erheblich erhöht“, teilte Zaklin Nastic, die Obfrau der Linken im Verteidigungsausschuss des Bundestags, zum Start des Manövers mit.

 
 
 

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