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Nord Stream 1 und 2 mit Druckabfall – War es Sabotage?

Innerhalb von 24 Stunden kam es in den beiden deutsch-russischen Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 zu Druckproblemen. Ursache sind offenbar Lecks - am Meeresboden. Aus Sicherheitskreisen heißt es, eine Sabotage sei als Grund möglich. Anzeige Die Bundesbehörden halten offenbar gezielte Anschläge als Ursache für die Lecks in den beiden Nord-Stream-Pipelines für möglich. Das erfuhr der „Tagesspiegel“ aus Sicherheitskreisen, ebenso laut eines Insiders hält das die Bundesregierung für möglich, schreibt der „Spiegel“. Demnach wird aufgrund des zeitlichen Ablaufs, der drei betroffenen Leitungen und der starken Druckverluste in Nord Stream 1, die ebenfalls auf ein großes Leck schließen lassen, mit Sabotage gerechnet. „Unsere Fantasie gibt kein Szenario mehr her, dass das kein gezielter Anschlag ist“, sagte eine in die Bewertung durch die Bundesregierung und die Bundesbehörden eingeweihte Person dem „Tagesspiegel“. Weiter hieß es: „Alles spricht gegen einen Zufall.“ Ein derartiger mutmaßlicher Anschlag auf dem Meeresboden sei alles andere als trivial, er müsse mit Spezialkräften, zum Beispiel Marinetauchern, oder einem U-Boot ausgeführt werden, hieß es weiter aus den über die erste Lagebewertung informierten Kreisen. Mit dem vorübergehenden Ausschalten der Nord-Stream-Pipelines wären Gaslieferungen von Russland nach Deutschland und Zentraleuropa nur noch über die über Polen laufende Verbindung Jamal oder das ukrainische Pipeline-Netz möglich. Von dänischen Behörden veröffentlichte Fotos zeigen ein Gasleck aus der Luft Quelle: via REUTERS LESEN SIE AUCH ADVERTORIALEUROJACKPOT ONLINE Mit diesem Online-Deal sparen Sie beim Tippen! Somit könnten mit der Ukraine verbundene Kräfte dafür infrage kommen. Möglich wäre aber auch eine „False-Flag“-Operation Russlands, um die Gaspreise weiter nach oben zu treiben. Es könnte sich um einen Anschlag handeln, um Verunsicherung auf den europäischen Gasmärkten zu provozieren, sagte ein Insider dem „Spiegel“. Die Ukraine macht Russland für die Lecks an den beiden Nord-Stream-Pipelines verantwortlich. „Das ist nichts anderes als ein von Russland geplanter Terrorakt und ein Aggressionsakt gegen die EU“, schrieb der externe Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, beim Kurznachrichtendienst Twitter am Dienstag. Moskau wolle damit die wirtschaftliche Situation in Europa destabilisieren und „Panik vor dem Winter“ erzeugen. Anzeige Die dänische Marine und deutsche Spezialisten bemühten sich um Aufklärung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Es spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen, hieß es aus den Kreisen. Auch die Nato hat ein Auge auf die Lage in der Ostsee geworfen. „Das ist etwas, das wir sehr genau beobachten“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu den Berichten über die Lecks am Dienstag. Man sei in engem Kontakt mit den Nato-Alliierten sowie Schweden, das Nato-Mitglied werden will. Es sei wichtig, dass alle Fakten auf den Tisch kämen, sagte der norwegische Politiker bei einem Treffen mit der Sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament. Anzeige Polen hält es für nicht ausgeschlossen, dass hinter den Gaslecks eine russische Provokation steckt. Man befinde sich in einer Situation hoher internationaler Spannung, sagte Vize-Außenminister Marcin Przydacz am Dienstag. „Leider verfolgt unser östlicher Nachbar ständig eine aggressive Politik. Wenn er zu einer aggressiven militärischen Politik in der Ukraine fähig ist, ist es offensichtlich, dass keine Provokationen ausgeschlossen werden können, auch nicht in den Abschnitten, die in Westeuropa liegen.“ Das russische Präsidialamt bringt ebenfalls Sabotage als einen möglichen Grund ins Spiel. Dies könne nicht ausgeschlossen werden, ebenso wie keine andere Option, sagt sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Lage sei sehr besorgniserregend und erfordere eine sofortige Untersuchung, da sie ein Problem für die Energiesicherheit des gesamten Kontinents darstelle. Die drei Lecks befänden sich in einigem Abstand zueinander, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Stettin, wo sie der Einweihung der Gaspipeline Baltic Pipe beiwohnte. Es sei daher schwer vorstellbar, dass es sich um Zufall handle. Der Schaden nach Aussage des Betreibers „beispiellos” Innerhalb von 24 Stunden hatten beide derzeit ohnehin ungenutzten deutsch-russischen Ostsee-Gaspipelines – Nord Stream 1 und 2 – Druckprobleme gemeldet. Das Kontrollzentrum habe einen Druckabfall in beiden Röhren festgestellt, teilte der Betreiber mit. Demnach sank die Kapazität der Pipeline ungeplant auf null. Die dänischen Behörden haben anschließend an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 insgesamt drei Lecks entdeckt. Es sei die Rede von zwei Lecks an Nord Stream 1 nordöstlich der Ostsee-Insel Bornholm sowie einem an Nord Stream 2 südöstlich der Insel, teilte die dänische Energiebehörde mit. Im Falle von Nord Stream 1 befinde sich das eine Leck in dänischen und das andere in schwedischen Gewässern, bei dem von Nord Stream 2 in dänischen. Der Schaden ist nach Aussage ihres Betreibers „beispiellos” und es ist unmöglich zu sagen, wann die Schäden behoben werden können. Damit wird das Ende der russischen Gaslieferungen über die einstige Hauptverbindung nach Deutschland für diesen Winter wohl unausweichlich. Die deutschen Behörden untersuchen die Vorfälle an den beiden Strängen des Pipelinesystems, während Dänemark die Sicherheitsvorkehrungen für seine Energieinfrastruktur erhöht. Quelle: Infografik WELT Anzeige Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) und Bundesnetzagentur teilten übereinstimmend mit, man stehe miteinander und mit den betroffenen Behörden im Austausch, um den Sachverhalt aufzuklären. Die Gaslecks seinen gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Trotz des zweiten Vorfalls innerhalb kurzer Zeit sahen BMWK und Netzagentur am Abend keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland: „Es fließt seit dem russischen Stopp der Lieferungen Anfang September kein Gas mehr durch Nord Stream 1. Die Speicherstände steigen dennoch weiter kontinuierlich an. Sie liegen aktuell bei rund 91 Prozent.“ LESEN SIE AUCH PIPELINE-LECK Massiver Druckabfall – Pipeline Nord Stream 2 offenbar teilweise zerstört Auch Umweltgefahren wegen des Lecks bei Bornholm drohen aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht. Der Organisation zufolge entspreche Erdgas dem Treibhausgas Methan, welches sich teilweise im Wasser löse und nicht giftig sei. Selbst im Falle einer Explosion unter Wasser gäbe es nur lokale Effekte, so ein Sprecher. Schädlich ist Methan vor allem für das Klima. Der Preis für europäisches Erdgas ist am Dienstag deutlich gestiegen. Am Vormittag stieg der Terminkontrakt TTF für niederländisches Erdgas bis auf rund 194 Euro je Megawattstunde. Das waren etwa 12 Prozent mehr als am Vortag. Große Menge Gasaustritt wäre schlimmster Fall Im schlimmsten Fall könnte eine große Menge an Gas austreten. Nord Stream 2-Sprecher Ulrich Lissek befürchtet bereits, dass die mit 177 Millionen Kubikmeter Gas gefüllte Pipeline in den kommenden Tagen leerlaufen könnte. Während die Nord Stream 2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung in der Ukraine nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas befüllt wurde, floss durch die Nord Stream 1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom seine Lieferungen durch die Röhre bereits zuvor reduziert hatte, stoppte er diese mit dem Verweis auf einen Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja komplett. Wegen der Sanktionen gegen Russland sieht die Nord Stream 2 AG ihre Fähigkeiten zur Ursachenforschung eingeschränkt: Man stehe unter Sanktionen, verfüge kaum noch über Personal, und Gelder seien eingefroren, sagte der Sprecher. Quelle: welt.de

coh/dpa

 
 
 

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