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Nord-Stream-Pipelines: Bomben mit großer Sprengkraft - Forschende melden mögliche dritte Explosion

Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines: Die Küstenwache entdeckt ein viertes Leck. An einen Unfall glaubt niemand: die Lage im News-Ticker.

+++ 19.10 Uhr: Forschende haben offenbar noch eine dritte Explosion im Zusammenhang mit den Lecks der Nord-Stream-Pipeline registriert. Die Explosion ereignete sich möglicherweise zur gleichen Zeit wie die zweite Explosion, die am Montag aufgezeichnet wurde, teilte der geologische Dienst von Dänemark und Grönland (GEUS) in einer Erklärung am Donnerstag mit.


Allerdings könnte es sich dabei auch um „Reflexionen der zweiten Explosion“ handeln, die sich am Montag (29. September) gegen sieben Uhr ereignete. Weitere Studien könnten künftig mehr Aufklärung bieten. Das Institut hatte am Montag zwei Erschütterungen in der Ostsee aufgezeichnet. Diese würden nicht denen von Erdbeben ähneln, sondern „den Signalen, die typischerweise von Explosionen aufgezeichnet werden“, zitierte CNN die Behörde.


Das Nord Stream 1-Gasleck in der Ostsee, fotografiert aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache. © Swedish Coast Guard/dpa


Nord-Stream-Pipelines: Bomben mit großer Sprengkraft im Einsatz

+++ 16.00 Uhr: Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel davon aus, dass die Schäden an den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 nur durch Bomben mit gewaltiger Sprengkraft verursacht worden sein können. Die Berechnungen der Fachleute deuten darauf hin, dass Sprengsätze zum Einsatz kamen, deren Wirkung mit der von 500 Kilogramm TNT vergleichbar ist. Auch diese Schätzung deutet darauf hin, dass nur ein staatlicher Akteur dafür verantwortlich sein kann.



Nord-Stream-Pipelines: Russland spricht von „Terrorakt“

+++ 14.15 Uhr: Kremlsprecher Dmitri Peskow hat die Anschläge auf die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee als „Terrorakte“ bezeichnet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sagte Peskow, man müsse nun in Kooperation mit anderen Ländern Nachforschungen anstellen. Welche Länder er damit meinte, nannte der Sprecher nicht. Angesprochen auf Berichte des amerikanischen Senders CNN, wonach sich Hilfsboote und U-Boote der russischen Marine nicht weit von den Lecks entfernt aufgehalten hätten, sagte Peskow, die Nato-Präsenz in der Ostsee sei viel größer.

Nord-Stream-Pipelines: Nato geht von Sabotage aus

+++ 13.15 Uhr: Die Lecks in den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 sind auch nach Überzeugung der Nato auf Sabotage zurückzuführen. „Alle derzeit verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass dies das Ergebnis vorsätzlicher, rücksichtsloser und unverantwortlicher Sabotageakte ist“, hieß es in einem Statement des Nordatlantikrats der 30 Mitgliedstaaten. Ein möglicher Verantwortlicher wird in dem Statement nicht genannt. Am Morgen hatte Russland angedeutet, dass die USA die Schuld an den Vorfällen trage (s. Update v. 11.40 Uhr). Zugleich machen die Nato-Länder deutlich, dass „jeder vorsätzliche Angriff auf die kritische Infrastruktur der Bündnispartner“ mit einer „gemeinsamen und entschlossenen Reaktion beantwortet werden“ würde.

+++ 11.40 Uhr: Angesichts der Probleme, einen Sabotageangriff auf die Nord Stream-Pipelines unentdeckt durchzuführen, stimmen die meisten Analysten darin überein, dass nur ein Staat ihn hätte ausführen können. Während ein Sicherheitsexperte eine russische Urheberschaft für wahrscheinlich hält (s. Update v. 10.25 Uhr), schiebt Moskau die Schuld in Richtung der USA. So hat das russische Außenministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Novosti am Morgen eine kurze Erklärung abgegeben, in der es heißt, dass sich der „Vorfall in einer vom US-amerikanischen Geheimdienst kontrollierten Zone ereignet hat“.


Nord-Stream-Pipelines: Experte nennt Gründe für mögliche russische Sabotage

+++ 10.25 Uhr: Sicherheitsexperte Johannes Peters hält es für „relativ unwahrscheinlich“, dass die Schäden an den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 durch einen Unfall entstanden sein könnten. Vielmehr vermute er Russland hinter dem mutmaßlichen Sabotageakt. „Das wirkt vordergründig natürlich etwas widersinnig, die eigenen Pipelines zu zerstören“, sagte der Experte vom Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel im ARD-Morgenmagazin. Es gebe aber durchaus gute Gründe dafür.


Ein Grund sei sicherlich, ein „starkes Signal“ an Europa zu senden, vor allem an Deutschland und Polen, dass man dasselbe auch mit Pipelines machen könnte, die für unsere Versorgungssicherheit deutlich wichtiger seien, etwa die Pipelines aus Norwegen: „Also seid euch mal nicht so sicher, dass ihr für den Winter gut aufgestellt seid und dass ihr in der Lage seid, unser Gas zu kompensieren.“ Ein weiterer möglicher Grund sei, dass man im Winter „die noch intakte Nordstream-2-Röhre dazu nutzen kann, um Druck auf Deutschland zu erhöhen, wenn beispielsweise der innenpolitische Druck auf die Regierung wachsen sollte, weil die Gaspreise hoch sind, weil wir vielleicht doch nicht genügend Gas haben für den Winter“. Dann könnte Russland anbieten, durch die intakte Leitung doch noch Gas zu liefern. Dafür müsste Deutschland aber „aus dem westlichen Sanktionsregime ausscheren“.

Nord-Stream-Pipelines: Viertes Leck entdeckt

+++ 07.30 Uhr: Die schwedische Küstenwache hat ein viertes Leck in den Nord-Stream-Pipelines entdeckt. Es befindet sich auf Schwedens Hoheitsgebiet, wie die Zeitung Svenska Dagbladet berichtet. Aus dem Leck strömt Gas an die Wasseroberfläche. Demnach wurde die Stelle an der Pipeline offenbar durch ferngesteuerte Sprengsätze beschädigt. Die Untersuchungen laufen noch.


+++ 06.00 Uhr: Ylva Johansson, EU-Innenkommissarin, hat sich am Mittwochabend zu den mutmaßlichen Sabotage-Akten an den Nord-Stream-Pipelines geäußert. Im ZDF sagte sie, dass dies ein Warnruf sei. Johansson kündigte deshalb einen Belastungstest für die kritische Infrastruktur im europäischen Energiesektor an. „Wir [Anm. d. Red.: EU-Kommission] werden uns jetzt an alle Mitgliedstaaten wenden und wir werden einen Belastungstest durchführen in Bezug auf die kritische Infrastruktur“, betonte die EU-Innenkommissarin im Interview. Johansson nannte die mutmaßliche Sabotage einen „Anschlag“. Dies sei „eine Bedrohung“ und eine „Eskalation“. Dass ein Staat dahinter stecke, lege die Organisation der Sabotage nahe, so Johansson weiter. „Wir haben natürlich einen Verdacht. Aber es ist zu früh, das abschließend zu beurteilen“, erklärte sie im „heute journal“.

Update vom Donnerstag, 29. September, 04.30 Uhr: Durch die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines könnten einige Leitungen wohl „für immer zerstört“ worden sein. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. Dabei handelt es sich um offenbar um drei Stränge der durch die Ostsee laufenden Gas-Pipelines. Um dies aufzuhalten seien nun dringen Reparaturen notwendig, hieß es. Sonst könne der Einlauf großer Mengen an Salzwasser zum „Korrodieren“ der Pipelines führen. Eine Ätzung gilt in einem solchen Fall als wahrscheinlich.

Der Betreiber der Pipeline Nord-Stream 1 schloss Reparaturmaßnahmen zuletzt nicht aus. Das erklärte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Allerdings wurden auch keine konkreten Pläne für Reparaturen vorgelegt.


+++ 22.45 Uhr: Britische Sicherheitskreise geben Russland die Schuld an dem mutmaßlichen Sabotageangriff auf die Nord Stream-Gaspipelines. Das berichtet die Times und nimmt auf eine „britische Verteidigungsquelle” Bezug. Ein Anschlag sei „wahrscheinlich vorsätzlich und geplant“ mit einem Sprengsatz durchgeführt worden, der angeblich Wochen vor seiner Detonation ins Meer geworfen wurde.

+++ 22.20 Uhr: Fregattenkapitän und Experte für maritime Sicherheit, Göran Swistek, hat bei ZDFheute die Situation eingeschätzt. Die verwendete Menge an Explosivstoffen sei nicht frei auf dem Markt verfügbar. „Die werden wahrscheinlich militärischer Natur sein“, sagt Swistek. .Insgesamt liege der Schwerpunkt klar auf Russland. Neben Russland haben nach Angaben von Swistek Deutschland, Schweden und Polen zwar U-Boote in der Ostsee. Wegen der niedrigen Tiefe des Meeres sei es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese zum Anbringen der Explosivstoffe verwendet worden seien.

Mutmaßliche Sabotage lässt Energiepreise wieder steigen

+++ 21.20 Uhr: Europäische Unternehmen verstärken die Sicherheitsvorkehrungen, nachdem die mutmaßliche Sabotage zweier Pipelines, die Erdgas aus Russland liefern, die Verwundbarkeit der europäischen Energieinfrastruktur unterstrichen hat. In der Folge steigen die Energiepreise weiter. Die EU warnte zudem vor möglichen Sanktionen, das berichtet CBC News.


Einige europäische Beamte und Energieexperten sagten, dass Russland wahrscheinlich die Schuld an der Sabotage trägt - es profitiert direkt von den höheren Energiepreisen und der wirtschaftlichen Unruhe in Europa. Am Mittwoch erhöhte der russische Energieriese Gazprom den Druck und drohte auf Twitter, den Handel mit dem ukrainischen Gasunternehmen einzustellen.

Nord-Stream-Lecks: Russland leitet Ermittlungen wegen „Terrorismus“ ein

+++ 20.23 Uhr: Russlands Geheimdienst FSB hat nach der Beschädigung der Nord-Stream-Pipelines Ermittlungen wegen „internationalen Terrorismus‘“ eingeleitet. Die russische Generalstaatsanwaltschaft teilte am Mittwoch im Onlinedienst Telegram mit, die Vorermittlungen seien eingeleitet worden, nachdem die Gaspipelines nahe der Insel Bornholm „vorsätzlich“ beschädigt worden seien, was „erheblichen wirtschaftlichen Schaden“ für Russland verursacht habe.


+++ 19.16 Uhr: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, es sei „dumm und absurd“ zu vermuten, dass Russland hinter den Lecks stecke. Die Lecks seien für Moskau „ziemlich problematisch“, sagte er.

Das teure Gas verschwinde nun „in der Luft“. Die Sprecherin des Moskauer Außenministeriums deutete eine Verantwortung von US-Präsident Joe Biden für die Lecks an. Washington wies dies als „lächerlich“ zurück. Auf Anforderung Moskaus wird sich der UN-Sicherheitsrat am Freitag mit Nord Stream befassen, wie das schwedische Außenministerium mitteilte.

+++ 18.40 Uhr: Nach drei Lecks in den Nord-Stream-Pipelines ist bereits mehr als die Hälfte des Gases aus den betroffenen Leitungen entwichen, teilte die dänischen Energiebehörde mit. Demnach sollen die Leitungen am Sonntag (2. Oktober) leer sein, informierte Behördenchef Kristoffer Böttzauw bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.


Obwohl kein konkretes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung bestehe, geht Dänemark von schweren Umweltschäden aus. Nach Berechnungen der Behörde entspricht die Klimabelastung des Gasaustritts etwa einem Drittel der gesamten Klimabelastung Dänemarks in einem Jahr, hieß es weiter. Die EU und Nato führen die Lecks an den Ostsee-Pipelines auf Sabotage zurück.

Beschädigte Nord-Stream-Pipelines: Umweltbundesamt befürchtet schwere Klimaschäden

+++ 17.24 Uhr: Die Gaslecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 führen nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) zu schweren Klimaschäden. Sämtliches Methan in den Pipelines werde in die Atmosphäre gelangen, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Grund dafür sei, dass es keine Abschottungsmechanismen an den Pipelines gebe.


Insgesamt werden laut UBA voraussichtlich 0,3 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre gelangen. Methan sei „deutlich klimaschädlicher als CO2“. Auf hundert Jahre gesehen erwärme eine Tonne Methan die Atmosphäre genauso wie 25 Tonnen CO2. Daher müsse der Klimaeffekt der Lecks mit etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten beziffert werden, rechnete die Behörde vor.

Nord-Stream-Pipelines: Möglicher „Riesenriss“ nach Explosionen

+++ 16.30 Uhr: Nach den Explosionen an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 bleibt offen, ob eine Reparatur noch möglich ist. Bevor ein Vorgehen festgelegt werden könne, müssten die Schäden begutachtet werden, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe bisher keine Bilder der eigentlichen Lecks. Es sei „beispiellos“, dass innerhalb kurzer Zeit derartige Schäden an mehreren Leitungen eingetreten seien.

Auch der Nord Stream 2 AG sind die genauen Schäden an ihrer weitgehend parallel verlaufenden Pipeline noch unbekannt. Es könne „kein Mensch momentan seriös sagen, wie es da unten aussieht“, sagte Sprecher Ulrich Lissek. Das Ausmaß könne man nur anhand der umfangreichen Blasenbildung einschätzen. „Die strukturelle Integrität der Pipeline muss massiv beschädigt sein.“ Er sprach von einem möglichen „Riesenriss“.

+++ 15.40 Uhr: Nach wie vor ist völlig unklar, was die Explosionen an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 verursacht haben könnte. An zeitgleiche Unfälle glaubt im Grunde kaum jemand. Die Bundesregierung hat jedenfalls Erkenntnisse, dass es „keine natürliche Ursache für diesen Vorfall geben kann“. Auf die Frage, ob es sich um einen Anschlag handele, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin aber: „Ich würde das im Augenblick gar nicht beschreiben.“

Nord-Stream-Pipelines: Kreml weist alle Vorwürfe weit von sich

+++ 14.45 Uhr: Der Kreml hat Vorwürfe einer angeblichen Verantwortung Russlands für die Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 zurückgewiesen. Es sei „dumm und absurd, solche Annahmen zu treffen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax. In der Ukraine gab es Vorwürfe, Russland habe die Pipelines gezielt sabotiert, um die Energiekrise in Europa zu verschärfen und Panik vor dem Winter auszulösen. Die Europäische Union hält Sabotage als Ursache für wahrscheinlich und hat mit Gegenmaßnahmen gedroht. Dabei ließ sie jedoch offen, wen sie verantwortlich macht. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von Sabotage (s. Update v. 11.45 Uhr).

Peskow forderte zur Aufklärung der Vorfälle eine Beteiligung Russlands. Die Situation erfordere „einen Dialog und die operative Zusammenarbeit aller Seiten“, um die Ursache der Lecks so schnell wie möglich aufzuklären und den entstandenen Schaden zu schätzen. „Im Moment sehen wir den absoluten Mangel an einem solchen Dialog.“ Peskow erklärte, dass Russland nicht an einem Ende des Gasflusses durch die Nord-Stream-Pipelines interessiert sei. Die Schäden seien auch für Russland ein großes Problem. Beide Stränge von Nord Stream 2 seien mit Gas gefüllt. „Dieses Gas kostet viel Geld, und jetzt entweicht es in die Luft.“

+++ 13.15 Uhr: Das Gas aus den drei Nord-Stream-Lecks tritt nach Angaben der schwedischen Küstenwache mit unveränderter Kraft aus. „Leider kann das Gas nicht eingefangen oder bekämpft werden“, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Die Lecks befinden sich teils in der dänischen, teils in der schwedischen ausschließlichen Wirtschaftszone. Beide Länder hatten nach der Entdeckung Sicherheitszonen für die Schifffahrt errichtet. Schiffe dürfen das Gebiet um die Lecks in einem Radius von fünf Seemeilen (knapp 9,3 Kilometer) nicht passieren. „Wenn sich Schiffe aus dieser Zone heraushalten, besteht kein Risiko für die Besatzung“, sagte der Sprecher.

Nord-Stream-Pipelines: Nato spricht ebenfalls von Sabotage

+++ 11.45 Uhr: In Zusammenhang mit den Lecks an den Ostsee-Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 hat nun auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg von Sabotage gesprochen. In einem Gespräch mit dem dänischen Verteidigungsminister Morten Bødskov sei es um „die Sabotage“ der Pipelines gegangen, schrieb der Norweger auf Twitter. Zudem hätten sie über den Schutz der kritischen Infrastruktur in den Nato-Staaten gesprochen.

Bødskov sagte in Brüssel, da so viel Gas in den Leitungen sei, könne es eine oder zwei Wochen dauern, bis ausreichend Ruhe in dem Gebiet eingekehrt sei, um die Lecks in etwa 80 Metern Tiefe untersuchen zu können. Er betonte, dass sich die Vorfälle in internationalen Gewässern ereignet hätten und es sich nicht um kritische Infrastruktur seines Landes handle. Die insgesamt drei Lecks befinden sich dort in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen Dänemarks und Schwedens.

Nord-Stream-Pipelines: EU hält Sabotage für wahrscheinlich

+++ 08.45 Uhr: Die Europäische Union hält Sabotage-Akte an den Nord-Stream-Pipelines für wahrscheinlich. Den Verantwortlichen drohen offenbar Sanktionen von EU-Seite, wie am Mittwochmorgen aus Brüssel zu vernehmen war. „Alle verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass diese Lecks das Ergebnis einer vorsätzlichen Handlung sind“, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell im Namen der 27 Mitgliedstaaten. Jede vorsätzliche Störung der europäischen Energieinfrastruktur werde „mit einer robusten und gemeinsamen Reaktion beantwortet werden“.

+++ 08.00 Uhr: Frank Umbach, Experte für Energiesicherheit an der Universität in Bonn, sieht eindeutige Beweise dafür, dass die Schäden an den Nord-Stream-Pipelines die Folge von Sabotage sind. „Solche Zufälle, auch das Faktum, dass diese Lecks teilweise 50 Kilometer auseinander liegen und fast gleichzeitig diese Pipelines getroffen haben, Unter-Wasser-Explosionen, die registriert worden sind, sprechen eindeutig dafür, dass das ein Sabotageakt war und nicht irgendein technischer Unfall“, sagte er dem ZDF.

Die möglichen Gefahren wegen des dort ausströmenden Gases seien jedoch gering: „Das ist normales Gas, was da ausströmt, das ist auch Methan-Gas, das ist natürlich klimapolitisch eine Katastrophe und kann auch für die Schifffahrt gefährlich sein, aber darüber hinaus ist es nicht gefährlich.“ Zudem glaubt Umbach nicht, dass die Pipelines eine Zukunft haben werden.

Nord-Stream-Pipelines: von der Leyen spricht von „Sabotageakt“

+++ 07.30 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Unterwasser-Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines ebenfalls als „Sabotageakt“ bezeichnet. Es sei nun von größter Bedeutung, die Vorfälle zu untersuchen, um „vollständige Klarheit“ über die Geschehnisse und den Hintergrund zu erhalten. „Jede absichtliche Störung von aktiver europäischer Energieinfrastruktur ist inakzeptabel und wird zu der stärksten möglichen Reaktion führen“, schrieb sie bei Twitter.

Update vom Mittwoch, 28. September, 05.30 Uhr: Auch laut einer Einschätzung der schwedischen Regierung sind die Unterwasser-Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf Sabotage zurückzuführen. Das erklärte Ministerpräsidentin Magdalena Andersson am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz. Basierend auf schwedischen und dänischen Informationen komme man zu dem Schluss, dass es sich vermutlich um eine absichtliche Tat handle. „Es ist also wahrscheinlich eine Frage der Sabotage“, sagte sie. Der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist erklärte im Nachgang, man sei bereit, militärische Ressourcen nach Bedarf abzustellen. Ministerpräsidentin Andersson verwies auf der Pressekonferenz zudem auf Absprachen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Bundeskanzler Olaf Scholz und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

Nord-Stream-Pipelines: Sabotage durch Russland?

+++ 17.46 Uhr: „Ein Leck an drei verschiedenen Orten mit so großer Entfernung dazwischen kann nur die Folge eines vorsätzlichen Akts oder von Sabotage sein“, sagte der norwegische Militärwissenschaftler und Marineoffizier Tor Ivar Strömmen am Dienstag (27. September) der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich komme einzig Russland für ihn als Verantwortlicher infrage.

+++ 15.45 Uhr: Auch die Ukraine hat die an Nord-Stream-Pipelines gefundenen Lecks als Sabotage bezeichnet. Es handle sich um einen „Terroranschlag“, erklärte Mychajlo Podoljak, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Es handele sich dabei um „nichts weiter als ein von Russland geplanter Terroranschlag und ein Akt der Aggression gegen die EU“, schrieb er auf Twitter. Russlands Ziel sei die Destabilisation Europas im Winter, insbesondere im Energiesektor. „Die beste Antwort“ auf eine derartige Provokation seien „Panzer für die Ukraine“, so Podoljak.

Nord-Stream-Pipelines sabotiert? Polen spricht von „nächster Stufe der Eskalation“

+++ 15.00 Uhr: Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat erklärt, dass die Lecks in Nord-Stream-Pipelines auf Sabotage zurückzuführen sind. „Wir kennen heute noch nicht die Details dessen, was da passiert ist, aber wir sehen deutlich, dass ein Sabotogeakt vorliegt“, sagte Morawiecki am Rande einer Gaspipeline-Eröffnung in Goleniow bei Stettin. Der Sabotageakt sei „wahrscheinlich die nächste Stufe der Eskalation, mit der wir es in der Ukraine zu tun haben“.

+++ 13.45 Uhr: In der Pipeline Nord-Stream 1 wurden offenbar zwei weitere Lecks entdeckt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Gas entweiche nun in die Ostsee, hieß es. Die Offshore-Leitungen der in russischem Besitz befindlichen Gaspipeline haben demnach "noch nie dagewesene" Schäden erlitten. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

+++ 12.30 Uhr: Russland hat eine Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines nicht ausgeschlossen. „Jetzt kann keine Variante ausgeschlossen werden“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. „Offensichtlich gibt es eine Zerstörung der Leitung. Und was der Grund dafür ist - da kann man bis zu dem Zeitpunkt, bis die Ergebnisse der Untersuchungen auftauchen, keine Variante ausschließen“, erklärte er weiter. Die russische Regierung sei „äußert beunruhigt“ angesichts des plötzlichen Druckabfalls in den Pipelines.

Update vom Dienstag, 27. September, 11.15 Uhr: An den beiden Pipelines Nord-Stream 1 und 2 sind laut dänischen Behördenangaben insgesamt drei Lecks entdeckt worden. Zuvor war von den Betreibern ein Druckabfall in den Röhren gemeldet worden. Das berichtet der NDR.

Zwei der drei gefundenen Lecks befinden an Nord-Stream 1 nordöstlich der Insel Bornholm, eins an Nord-Stream 2 südöstlich der Insel. Im Fall von Nord-Stream 1 befinde sich das eine Leck in dänischen und das andere in schwedischen Gewässern, bei dem von Nord-Stream 2 in dänischen, so die dänische Energiebehörde. Da aktuell keine der Erdgasleitungen in Betrieb ist, haben die Vorfälle derzeit keinerlei Auswirkung für die Energieversorgung in Europa.

Erstmeldung vom Dienstag, 27. September: Berlin – In den Gaspipelines Nord-Stream 1 und Nord-Stream 2 wurde in den vergangenen Tagen ein ungewöhnlicher Druckabfall gemessen. Die Kapazitäten sanken ungeplant. Dabei handelt es sich offenbar um keinen Zufall, wie die Bundesregierung vermutet.

Der Tagesspiegel berichtet, dass die Regierung von gezielten Angriffen auf die Pipelines ausgeht. „Unsere Fantasie gibt kein Szenario mehr her, in dem das kein gezielter Anschlag ist“, sagte eine anonyme Person, die in die Bewertung durch die Bundesregierung und die Bundesbehörden eingeweiht ist, der Zeitung. „Alles spricht gegen einen Zufall.“

Nord-Stream-Pipelines: Plötzlicher Druckabfall – Stecken Anschläge dahinter?

Sowohl die Bundesnetzagentur als auch das Bundeswirtschaftsministerium erklärten am Montagabend (26. September), dass man den Grund für den Druckabfall in den Nord-Stream-Pipelines noch nicht kenne. Man stehe mit den entsprechenden Behörden im Austausch, hieß es. Teil der geplanten Untersuchungen ist wohl eine Analyse des Meeresbodens rund um die Pipelines. Marinetaucher und U-Boote werden dafür eingesetzt. Dem Tagesspiegel-Bericht zufolge gibt es zwei mögliche Szenarien als Erklärung für den ungewöhnlichen Druckabfall: Demnach könnten sowohl Saboteure aus Russland als auch der Ukraine dahinter stecken. Dabei handelt es sich jedoch um Mutmaßungen. Keine der beiden zuständigen Regierungen hat sich bislang dazu geäußert. (tu/mse/cs mit dpa/AFP)

Quelle: fr.de

 
 
 

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