Putins US-Botschafter bittet um Verhandlungen
- tim-news

- 6. Nov. 2022
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Der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, hat die Situation in der Ukraine in einem Interview als "extrem alarmierend" bezeichnet. Das Ziel des Westens ist es demnach, "die Säulen des russischen Staates zu untergraben und alle wirtschaftlichen und militärischen Ressourcen von Russland zu dezimieren, bis Russland keine Chance mehr hat, gleichberechtigt auf der internationalen Bühne zu verhandeln". "Unsere sogenannten Partner verfolgen eine falsche Politik, weil sie glauben, dass das Problem nur auf dem Schlachtfeld gelöst werden kann", kritisiert der russische Botschafter unter anderem neue Waffenlieferungen der USA und der Niederlande an die Ukraine. Das US-Verteidigungsministerium hatte am Freitag ein neues Hilfspaket für die Ukraine angekündigt. Dazu gehören unter anderem 90 generalüberholte T-72-Kampfpanzer sowjetischer Bauart, die von den USA und den Niederlanden bereitgestellt werden. Am Ausgang der Kampfhandlungen wird die militärische Unterstützung in den Augen von Antonow allerdings nichts ändern. "Wir haben keine andere Wahl und keinen Zweifel, dass wir für die richtige Sache kämpfen und gewinnen werden", wird der Diplomat zitiert. Antonow schließt sich mit seinen Äußerungen einer Reihe hochrangiger Vertreter aus dem Umfeld des Kreml an, die in den vergangenen Wochen offen Waffenstillstandsverhandlungen ins Spiel gebracht haben. So boten unter anderem der russische Außenminister Sergej Lawrow und Kremlsprecher Dmitri Peskow ein Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit US-Präsident Joe Biden beim G20-Gipfel (15. Aus dem Umfeld des Kreml will auch das unabhängige russische Exilmedium Meduza erfahren haben, dass Moskau mit seinen Gesprächsangeboten ein doppeltes Spiel spielt. Im Frühjahr solle die russische Armee dann eine neue Großoffensive starten, heißt es. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang Oktober nach Russlands völkerrechtswidriger Annexion von vier ukrainischen Gebieten erklärt, dass er keine Gespräche aufnehmen wird, solange Wladimir Putin russischer Präsident ist.

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