Russische Hacker attackieren Webseiten deutscher Behörden, Ministerien und Politiker
- tim-news

- 7. Mai 2022
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Laut einem internen Behördenbericht hat die regierungstreue russische Aktivistengruppe „Killnet“ mit Hackerangriffen für Störungen auf den Webseiten deutscher Behörden und Ministerien gesorgt. Sicherheitsbehörden bewerten die Attacken als Vergeltungsaktionen für deutsche Waffenlieferungen.
Anzeige Regimetreue russische Hacker haben Cyberangriffe auf die Webseiten deutscher Sicherheitsbehörden, Ministerien und Politiker verübt und diese zeitweilig lahmgelegt. Wie aus Recherchen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ hervorgeht, waren unter anderem die Bundespolizei sowie mehrere Landespolizeibehörden betroffen. Auch der Bundestag, das Bundesverteidigungsministerium und die SPD-Website von Bundeskanzler Olaf Scholz zählten laut einem internen Behördenbericht zu den Zielen der Hacker-Kampagne. Einige der Internetauftritte waren wegen der Überlastangriffe vorübergehend nicht aufrufbar. Regimetreue russische Hacker haben als Vergeltung für deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine Cyberattacken gestartet (Symbolbild) Quelle: dpa/Nicolas Armer Nach Bewertung der Sicherheitsbehörden handelt es sich bei den sogenannten „Distributed Denial of Service“-Attacken (DDoS) um Vergeltungsaktionen für deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine. Verantwortlich für diese technisch relativ simplen Angriffe soll die prorussische Aktivistengruppe „Killnet“ sein. Sie bekannte sich im Messengerdienst Telegram zu den Attacken auf die deutschen Internetauftritte. LESEN SIE AUCH MEINUNGVORBEREITUNG AUF DEN NOTFALL Panik-Hamstern oder Schulterzucken – im Notfall stehen wir uns selbst im Weg Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Ermittlungen zu den Angriffen von „Killnet“ aufgenommen. Die Behörde geht davon aus, dass auch eine Attacke auf die Webseite der hessischen Landespolizei im Zusammenhang mit der Aktivistengruppe steht. Ministerien bestätigen die Störungen Das baden-württembergische Innenministerium bestätigte gegenüber dem „Spiegel“, dass es Anfang der Woche einen Angriff auf die Webseite der dortigen Landespolizei gegeben habe und die Seite kurze Zeit offline war. Auch das Bundesverteidigungsministerium räumte ein, dass „unsere Internetauftritte bundeswehr.de und bmvg.de in den letzten Tagen mehrmals kurzzeitig nicht erreichbar waren“. Das bayerische Innenministerium bestätigte ebenfalls eine Attacke auf den Internetauftritt der Landespolizei. Die Folge seien jedoch nur längere Ladezeiten gewesen. MEHR VON UNS Jetzt anmelden und jede Woche 3 WELTplus-Artikel von der Redaktion erhalten – ganz ohne Abo.E-MAIL ADRESSE JETZT ANMELDEN Ein Sprecher des Bundestags sprach von einem „erfolglosen Angriffsversuch“. Die Bundespolizei berichtete von einer „kurzzeitigen Störung ohne wesentliche Auswirkungen“. Die SPD wollte einen Angriff auf die Website von Olaf Scholz weder bestätigen noch dementieren. Mitte April hatte „Killnet“ bereits die Website der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) attackiert, die dadurch mehrere Stunden lang kaum erreichbar war. Auch die Internetauftritte der Flughäfen in Hamburg und Bremen konnten Mitte April zwischenzeitlich nicht aufgerufen werden.


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