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Russlands Krieg in der Ukraine: Ist die Donbass-Offensive schon gescheitert? AFP/pal - Vor 4 Std.

Die russische Offensive im Osten der Ukraine scheint immer mehr ins Stocken zu geraten. Mit heftigem Widerstand haben die ukrainischen Truppen nach eigenen Angaben den russischen Vormarsch im Osten des Landes abgebremst. Bereits am Dienstag hatte die ukrainische Artillerie ein Bataillon der russischen Armee, bei dem Versuch einen Fluss zu überqueren, zum Großteil zerstört. Die ukrainischen Streitkräfte geben an, dass die Soldaten die Versuche des Gegners zurückschlugen. Ziel der Russen sei es gewesen, die Stadt Sewerodonezk einzukesseln, teilte der Gouverneur der ukrainischen Region Luhansk, Serhij Gajdaj, am Samstag mit. Luftaufnahmen zeigten Dutzende von zerstörten Panzerfahrzeugen am Flussufer sowie zerstörte Pontonbrücken.

© Bereitgestellt von Berliner ZeitungRusslands Krieg in der Ukraine: Ist die Donbass-Offensive schon gescheitert?

Auch das britische Verteidigungsministerium kann diese Angaben durch Geheimdienstinformationen bestätigen. Die russischen Truppen hätten schwere Verluste erlitten, nachdem die ukrainischen Streitkräfte ihren Versuch der Überquerung des Flusses zurückgeschlagen hätten, teilte das Ministerium in einem Briefing mit. Das Manöver spreche „für den Druck, unter dem die russischen Befehlshaber stehen, ihre Operationen in der Ostukraine voranzubringen“. Das Ministerium erklärte, dass die russischen Streitkräfte „trotz der Konzentration ihrer Kräfte in diesem Gebiet keine nennenswerten Fortschritte gemacht haben“.

In den vergangenen Tagen hatten die ukrainischen Streitkräfte zudem die russischen Truppen zum Teil aus Siedlungen im Norden und Osten der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw zurückgedrängt. Mitunter hätten die Russen sich, laut Angaben der ukrainischen Armee, aus einigen Siedlungen über die russische Grenze zurückgezogen. Aus anderen Orten seien sie gedrängt worden. Der Beschuss der Stadt Charkiw habe sich im Verlauf der Woche bereits merklich reduziert, wie die Stadtverwaltung von Charkiw mitteilte. In der Region Charkiw „konzentrieren sich die Bemühungen des Feindes vor allem darauf, den Rückzug seiner Einheiten sicherzustellen“, sagte ein Sprecher des ukrainischen Generalstabs.

Charkiw stellt für die russische Führung ein wichtiges strategisches Ziel dar. Der Rückzug wird von Militärexperten daher als erhebliche Niederlage eingeschätzt. Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleg Synegubow, erklärte unterdessen in einem Video im Messergerdienst Telegram, dass die ukrainischen Streitkräfte einen Gegenangriff in Richtung der nordöstlichen Stadt Isjum unternähmen. Russland hat dort in den vergangenen Wochen erhebliche Truppenverbände eingesetzt, um von Isjum aus die ukrainischen Truppen im Donbass einzukesseln. Die ukrainischen Kräfte dort zählen zu den kampferfahrensten Truppen, da sie bereits seit acht Jahren an der Front gegen russische Truppen kämpfen.

Daher gebe es vor allem in den Oblasten Donezk und Luhansk heftige Kämpfe. „An der Grenze zur Region Donezk, auf der Seite der Stadt Popasna, wird derzeit heftig gekämpft“, erklärte Gajdaj. Nach Angaben des Gouverneurs erlitten die russischen Truppen schwere Verluste an Soldaten und Ausrüstung. Aus abgehörten Telefongesprächen habe die ukrainische Seite erfahren, „dass ein ganzes russisches Bataillon sich geweigert hat, anzugreifen, weil sie gesehen haben, was passiert“.

„Die schrittweise Befreiung der Region Charkiw beweist, dass wir niemanden dem Feind überlassen werden“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Freitag. Seine Truppen würden für die Rückeroberung aller besetzten und belagerten Gebiete kämpfen. Dazu gehöre auch die südliche Hafenstadt Mariupol, wo sich die letzten ukrainischen Verteidiger in dem riesigen Werk von Asow-Stahl verschanzt haben.

Die „sehr schwierigen Verhandlungen“ über die Evakuierung von verletzten Soldaten aus der Anlage dauerten an, sagte Selenskyj. Die russische Armee griff das Werk weiterhin mit Artillerie und aus der Luft an, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kirilo Budanow, sagte unterdessen einen militärischen „Wendepunkt“ in dem Konflikt für die zweite Augusthälfte voraus. Noch vor Jahresende werde der Krieg mit einer Niederlage für Russland enden, erklärte er.

Trotz der militärischen Rückschläge für Russland konnte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach eigenen Angaben bei einem Telefonat mit Wladimir Putin am Freitag keine Änderung im Verhalten des Kreml-Chefs erkennen. Dabei sei klar, dass Russland keines seiner zu Beginn genannten Kriegsziele erreicht habe, sagte Scholz dem Nachrichtenportal t-online. Deswegen solle Putin langsam klar werden, „dass ein Ausweg aus dieser Situation nur über eine Verständigung mit der Ukraine führt“.

Bei einem Treffen der G7-Außenminister bekräftigte die Gruppe führender Industriestaaten ihre Solidarität mit der Ukraine und erklärte, von Russland durch den Angriffskrieg angestrebte neue Grenzziehungen „niemals“ zu akzeptieren. „Wir werden niemals Grenzen anerkennen, die Russland durch militärische Aggression zu verschieben versucht hat“, hieß es in einer Erklärung.

quelle: www.msn.com



 
 
 

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