Strafverfahren gegen Prigoschin eingestellt
- tim-news

- 27. Juni 2023
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Die Straffreiheit für Prigoschin und seine Söldner war Teil der Vereinbarung, die den Aufstand stoppte: Nun stellte der Inlandsgeheimdienst die Ermittlungen ein. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat das Strafverfahren gegen Jewgeni Prigoschin und seine Wagner-Privatarmee wie von Präsident Wladimir Putin angekündigt eingestellt. Der Kreml hatte am Samstag mitgeteilt, als Teil einer Vereinbarung, die den Wagner-Aufstand beendete, sollten die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Prigoschin beendet werden. Zum ersten Mal seit dem Ende des Wagner-Aufstands hat sich deren Chef Prigoschin zu Wort gemeldet. Weiterer Teil der Einigung war, dass Prigoschin nach Belarus ins Exil gehen sollte. Bei dem bewaffneten Aufstand am Samstag waren nach Angaben von Putin auch Piloten getötet worden, die die Wagner-Kolonne bei ihrem Marsch Richtung Moskau angegriffen hatten. Bei einer Ansprache am Montagabend bezeichnete Russlands Präsident die Drahtzieher des Aufstands als "Verräter". Er stellte die Söldner vor die Wahl, entweder nach Belarus zu gehen, zu ihren Familien zurückzukehren oder der russischen Armee beizutreten. Player: audioDer Machtkampf in Moskau und die möglichen Folgen für Europa Der Wagner-Aufstand könnte auch Folgen für die EU haben. Gleichzeitig dankte Putin in der Ansprache Belarus' Machthaber Alexander Lukaschenko für die Vermittlung in dem Konflikt. Dieser äußerte sich nun ebenfalls zu den Ereignissen vom Wochenende, die ihn - und das ganze belarusische Volk - "mit Schmerzen erfüllten", zitiert die staatliche belarusische Nachrichtenagentur Belta Lukaschenko. Der Machthaber räumte nun laut belarusischen Nachrichtenagenturen aber ein, dass die Spannungen aus seiner Sicht schlecht gemanagt worden waren. "Die Situation ist uns entglitten und wir dachten dann, sie würde sich von alleine lösen, aber das hat sie nicht", zitierten die Agenturen Lukaschenko. Lukaschenko warnte vor der Gefahr eines Zusammenbruchs Russlands. Er habe während des Wagner-Aufstandes die Streitkräfte seines Landes sofort in Kampfbereitschaft versetzt. Die Armee sowie auch Polizei und Spezialeinheiten seien innerhalb eines Tages "in volle Gefechtsbereitschaft" gebracht worden. Wagner-Kämpfer marschierten von der Ukraine aus nach Russland ein - als Ziel gab Prigoschin an, die Militärführung in Moskau zu stürzen. Im südrussischen Rostow am Don übernahm die Truppe das dortige Hauptquartier der russischen Armee. Nach rund 24 Stunden Aufstand vollzog er dann am Samstagabend überraschend eine Wende und beorderte seine Söldner zurück in ihre Lager. Player: video"Hat Menschen vor Augen geführt, wie unberechenbar Putin ist", Darko Jakovljevic, ARD Kiew, zu Reaktionen aus Ukraine auf Wagner/Kreml-Konflikt Folgen für das System Putin Vier Erkenntnisse aus dem Wagner-Aufstand Der Aufstand der Wagner-Truppe wirft ein Schlaglicht auf die Schwächen von Putins Herrschaftsystem. Nun soll die "schwere" Militärausrüstung der Wagner-Truppe laut dem russischen Verteidigungsministerium der russischen Armee übergeben werden. "Vorbereitungen sind im Gange, um das schwere Militärgerät von Wagner an die aktiven Einheiten der Streitkräfte der Russischen Föderation zu übergeben", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

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