Tödlicher Raketeneinschlag: Russland reagiert empört auf Polens Vorstoß
- tim-news

- 20. Nov. 2022
- 4 Min. Lesezeit
18.01 Uhr: Russland hat empört auf die Entscheidung von Gastgeber Polen reagiert, dem russischen Außenminister Sergej Lawrow die Teilnahme am bevorstehenden OSZE-Gipfel zu verweigern. Polen hatte nach dem Raketeneinschlag im eigenen Land Lawrow die Einreise zum OSZE-Gipfel verwehrt (siehe Meldung um 14 Uhr). 15.46 Uhr: In Polen ist eines der beiden Todesopfer des Raketeneinschlags im Grenzgebiet zur Ukraine mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden. Die Beerdigung des 62-jährigen Lagerverwalters fand am Samstag in dem kleinen Dorf Przewodow mit einer militärischen Zeremonie statt, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. In Polen wurde eins der Opfer beigesetzt, das bei dem Raketeneinschlag am Dienstag gestorben ist. Das Jahrestreffen der 57 Außenminister der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, bei dem Polen die Präsidentschaft innehat, soll am 1. Aufgrund der blutigen Vorgeschichte zwischen Polen und Russland ist der ukrainische Nachbarstaat besonders kritisch gegenüber dem Angreifer. 11.30 Uhr: Der polnische Innenminister, Mariusz Kamiński, hat bekräftigt, dass es sich bei der Rakete, die in Polen zwei Menschen getötet hat, aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Geschoss aus der Ukraine handelte. Er legte allerdings den Fokus auf die Angriffe aus Russland, die letztendlich zu dem Einschlag in Polen geführt haben sollen. 9.09 Uhr: Nachdem mindestens eine Rakete in Polen zwei Menschen getötet hat, fordert Donald Trump Jr. die Reduzierung von Zahlungen an die Ukraine. Auf Twitter schrieb der Sohn des ehemaligen Präsidenten „da es eine Rakete der Ukraine war, die unseren NATO-Partner Polen getroffen hat, können wir wenigstens aufhören Milliarden auszugeben, um sie zu bewaffnen?“ Tatsächlich laufen die Untersuchungen über den Ursprung des Geschosses noch. 22.50 Uhr: Auch wenn die Klärung der genauen Umstände des Raketeneinschlags im ostpolnischen Dorf Przewodów noch nicht abgeschlossen sei: Der eigentliche Grund des Unglücks, das zwei Menschen das Leben kostete, sei die russische Aggression gegenüber der Ukraine. Für die schnellstmögliche Klärung des Vorfalls arbeiteten die polnischen Teams auch mit internationalen Fachleuten, etwa aus den USA zusammen. Auch mit der ukrainischen Seite wolle man so eng wie möglich zusammenarbeiten, „denn vergessen wir nicht, dass sie heute für Frieden, für Sicherheit, für Frieden in Europa kämpfen, auch in Polen.“ 17.32 Uhr: Nach dem tödlichen Raketeneinschlag in Polen überschlugen sich die Ereignisse. Nur wenige Stunden nachdem er Einschlag bekannt wurde, betonte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache bereits, dass es sich um eine russische Rakete und einen Angriff handele. Das Festhalten des ukrainischen Präsidenten soll auch in der polnischen Politik für Verwunderung gesorgt haben, berichtet der Nachrichtensender. 15.00 Uhr: Nach dem tödlichen Raketeneinschlag auf polnischem Staatsgebiet rechnet Polens Präsident Andrzej Duda mit weiteren Vorfällen dieser Art. „Leider müssen wir in gewissem Sinne darauf vorbereitet sein, dass sich Unfälle als Folge des Krieges an unserer Grenze wiederholen können“, sagte Duda am Freitag in der ostpolnischen Stadt Rzeszow. Militärexpertinnen und Militärexperten hätten ihm erklärt, dass kein Raketenabwehrsystem in der Lage gewesen wäre, dieses Geschoss auf polnischem Hoheitsgebiet abzufangen, da dafür die Zeit nicht ausgereicht hätte. 12.50 Uhr: Nach dem Raketeneinschlag auf polnischem Staatsgebiet beraten Polen und die Ukraine derzeit nach Angaben aus Warschau über die Einsetzung einer internationalen Ermittlergruppe. Dies sei eine von zwei Möglichkeiten, ukrainische Spezialisten an den Untersuchungen am Absturzort zu beteiligen, sagte der Chef des Büros für Nationale Sicherheit beim polnischen Präsidenten, Jacek Siewiera, dem Sender TVN24. Der Ukraine sei bereits am Mittwoch in einem Schreiben mitgeteilt worden, dass die polnische Seite die Anwesenheit von Vertretern der ukrainischen Verwaltung an der Einschlagsstelle gestatte, sagte Siewiera. November, 8.30 Uhr: Nachdem die Nato neue Details zu den Ermittlungen des Raketeneinschlags in der südostpolnischen Ortschaft Przewodow bekannt gegeben hat (s. Laut Angaben der Zeitung Gazeta Wyborcza soll es eindeutige Hinweise darauf geben, dass das Geschoss aus dem Arsenal der ukrainischen Armee stammt. Der Bericht steht zudem teils in Widerspruch zu den Angaben der Nato: Das Militärbündnis hatte laut einem Bericht des Magazins Business Insider erklärt, dass ein technischer Fehler die Selbstzerstörung der Rakete vom Typ „S-300“ verhindert habe. Die Gazeta Wyborcza berichtete nun allerdings, die Rakete sei in der Luft explodiert, nachdem sie das Ziel verfehlte. Dem Bericht der Gazeta Wyborcza nach sollen polnische Behörden zudem relativ früh davon gewusst und die Informationen zurückgehalten haben. Dies wurde unter anderem dadurch verstärkt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Polen kommunizierte, dass es sich definitiv um eine russische Rakete handle. Dass Selenskyjs Äußerungen auch in Polen für Verunsicherung sorgten, zeigt auch, dass sich der polnische Präsident laut dem Bericht der Gazeta Wyborcza zurückhielt. Weiterhin heißt es von den Sicherheitsbehörden, dass die Ermittlungen zum tödlichen Raketeneinschlag in Polen noch laufen. November, 16.00 Uhr: Warschau – Weiterhin herrscht Unklarheit, was und wer tatsächlich hinter dem Raketeneinschlag in Polen steckt. Statt die Flugabwehrrakete in der Luft per Fernsteuerung zu zerstören, sei die Rakete weitergeflogen – und auf polnischem Gelände eingeschlagen. Laut Oberstleutnant Tanel Lelov, Inspekteur der Luftverteidigung von Nato-Mitglied Estland, ist eine Zerstörung der Rakete möglich: „Wenn die abgefeuerte Rakete ihr Ziel verfehlt oder innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nicht trifft, zerstört sie sich in der Luft selbst“, sagte er dem estnischen TV-Sender ERR. Präsident Wolodymyr Selenskyj revidierte jüngst lediglich seine Einschätzung, dass definitiv Russland hinter dem Raketeneinschlag in Polen stecke. Bei dem Raketeneinschlag in der südostpolnischen Ortschaft Przewodow nahe der Grenze zur Ukraine waren am Dienstag zwei Menschen getötet worden.
Quelle: FR

Kommentare