Ukraine fordert Waffen mit Reichweite bis nach Russland
- tim-news

- 25. Nov. 2022
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Nachdem der russische Raketenbeschuss auf die ukrainische Energieinfrastruktur für flächendeckende Stromausfälle gesorgt hat, blickt Kiew mit Sorge auf den Winter. Angesichts der schweren Zerstörung kritischer Infrastruktur nach den russischen Raketenangriffen auf Kiew fordert die ukrainische Regierung eine härtere Gangart des Westens gegenüber Russland. „Es müssen jetzt Waffen geliefert werden, die auch ein Bedrohungspotenzial für Putin haben“, hieß es aus ukrainischen Regierungskreisen gegenüber WELT. So benötige Kiew Raketen mit größerer Reichweite, die auch Abschussbasen und Munitionslager auf russischem Territorium ausschalten können. Das russische Militär hatte am Mittwoch nach Angaben Kiews etwa 70 Raketen und Drohnen auf die Ukraine abgeschossen. Infolge des Bombardements auf die Energieinfrastruktur gab es in der Region Kiew einen kompletten Stromausfall, drei AKWs wurden abgestellt. Das Ausmaß der Notlage werde im Westen noch nicht verstanden, ist aus ukrainischen Regierungskreisen zu hören. Die ukrainische Regierung rechnet im Dezember deshalb mit längeren Ausfällen, bei denen ein Überleben in Kiew „nicht möglich“ sein werde. „Die Russen wollen uns zu Verhandlungen zwingen, indem sie unsere Bevölkerung mürbe machen und mithilfe einer neuen Flüchtlingswelle die Europäer unter Druck setzen“, hieß es weiter aus Regierungskreisen in Kiew. Während einer Kriegspause würden dann die Vorbereitungen für einen neuen Angriff auf die Hauptstadt getroffen: „Putin hat sein Kriegsziel der kompletten Beherrschung der Ukraine noch nicht aufgegeben.“ Um sich dem widersetzen zu können, brauche das Land dringend weitere Flugabwehrsysteme. Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak schlug am Mittwoch vor, dass Deutschland das Flugabwehrsystem Patriot an die Ukraine und nicht an sein Land liefern solle. Nach einem Raketeneinschlag im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine hatte die Bundesregierung Anfang der Woche angeboten, den Nato-Partner Polen mit dem Raketenabwehrsystem des Typs Patriot zu unterstützen. „Nach neuen russischen Raketenangriffen habe ich die deutsche Seite gebeten, die Polen angebotene Patriot-Batterie der Ukraine zu übermitteln und sie an der Westgrenze aufzustellen“, erklärte Blaszczak auf Twitter. Und wenn sie außerhalb der Nato eingesetzt werden sollen, muss das vorher mit den Alliierten besprochen werden.“ Mit Blick auf ein zu erwartendes russisches Veto dagegen sagte er, es sei unsinnig, dass der Partei, die diesen Krieg führe – „diesen verbrecherischen Krieg“ – das Vetorecht eingeräumt werde.

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