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Ukraine-Krieg: „Saratoga-Moment“ für Ukraine – Geheimdienst nimmt russische Agenten fest

Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu. Russland dringt im Osten weiter vor. Der News-Ticker am Montag, 4. Juli.


Agenten verhaftet: Ukrainischer Geheimdienst nennt Details

Russischer Vormarsch: Nach Einnahme von Lyssytschansk nächstes Ziel im Fokus

Hinweis der Redaktion: Alle Neuigkeiten zum Ukraine-Konflikt lesen Sie in diesem News-Ticker. Die Informationen stammen teilweise von Kriegsparteien und lassen sich nicht unmittelbar unabhängig prüfen.


+++ 17.50 Uhr: Das Vereinigte Königreich hat ein neues Sanktionspaket gegen Belarus angekündigt, das unter anderem ein Handelsverbot für Waren im Wert von rund 60 Millionen Pfund (73 Millionen Dollar) vorsieht, weil das Land den Kreml im Ukraine-Krieg unterstützt.


Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko unterstützt Wladimir Putin und Russland im Ukraine-Krieg. (Archivfoto)

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko unterstützt Wladimir Putin und Russland im Ukraine-Krieg. (Archivfoto) © Maksim Blinov/Imago


Wie das britische Außenministerium am Montag mitteilte, sollen die neuen Wirtschafts-, Handels- und Verkehrssanktionen die Einfuhr von belarussischem Eisen und Stahl verbieten, während die Ausfuhr von Erdölraffinerieprodukten, hochtechnologischen Komponenten und Luxusgütern untersagt wird. Die Sanktionen sollen bereits am Dienstag (5. Juli) in Kraft treten.


„Das belarussische Regime hat Putins Invasion aktiv unterstützt, indem es Russland erlaubte, sein Territorium zu nutzen, um die Ukraine in die Zange zu nehmen, indem es Truppen und Raketen von seiner Grenze abfeuerte und russische Jets durch seinen Luftraum fliegen ließ“, heißt es in einer Erklärung. „Auch der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat die Darstellung des Kremls offen unterstützt und behauptet, Kiew habe Russland ‚provoziert‘, um Putins blutige Invasion zu rechtfertigen“, hieß es weiter.


Der Ukraine-Krieg in Bildern - Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.

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News zum Ukraine-Krieg: „Saratoga-Moment“ für Ukraine

+++ 16.15 Uhr: Ukrainische Truppen haben in den vergangenen Tagen immer wieder Gegenoffensiven in der von Russland besetzten Region Cherson gestartet. Im Norden des Oblasts gelangen bereits erste Erfolge, dennoch werden weite Teile (rund 90 Prozent) des Gebiets noch von russischen Streitkräften kontrolliert. Der Verteidigungsexperte Franz-Stefan Gady sieht in den Gegenoffensiven auch eine Gefahr für die ukrainischen Truppen. „Scheitert die Gegenoffensive zur Rückeroberung von Teilen der Provinz Cherson, könnte das weit schwerwiegendere langfristige strategische Folgen für die Ukraine haben als der Verlust zusätzlicher Gebiete im Donbass“, erklärte er in einem Statement auf Twitter. „Die fortgesetzte westliche Unterstützung wird entscheidend sein, um das mittel- bis langfristige militärische Gleichgewicht zugunsten der Ukraine zu verschieben.“ Scheitere die Gegenoffensive, spiele dies Kritikerinnen und Kritikern, welche von militärischer Unterstützung abraten, in die Karten. „Folglich würden Forderungen nach einem Waffenstillstand in einigen westlichen Ländern, insbesondere in Deutschland, die Bemühungen um eine bessere Koordinierung und Rationalisierung der Unterstützung möglicherweise untergraben“, so Gady, der als Analyst am Institute for International Strategic Studies (IISS) in London arbeitet.


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Die Situation verglich Gady mit der Schlacht um Saratoga als Teil des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs im Jahr 1777. Damals kapitulierte die britische Armee, was als Wendepunkt in die Geschichte einging. Gady betonte im Statement deshalb: „Jedwede Offensive muss auf jeden Fall erfolgreich sein.“ Er sprach in diesem Kontext vom „Saratoga-Moment“ für die Ukraine.


+++ 15.30 Uhr: Laut Angaben des ukrainischen Innenministeriums haben russische Truppen 18 Siedlungen im Gebiet Donezk in den vergangenen 24 Stunden beschossen. Insgesamt 24 Angriffe auf die Zivilbevölkerung habe es gegeben, berichtete das Ministerium – ohne Angaben zu möglichen Opfern zu machen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.


+++ 14.45 Uhr: Russische Streitkräfte greifen am Mittag offenbar die Region Cherson mit Mehrfachraketenwerfern an. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf ukrainische Truppen. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.



News zum Ukraine-Krieg: Geheimdienst verhaftet russische Agenten

+++ 14.00 Uhr: Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat offenbar mehrere russische Agenten verhaftet, die Standorte stationierter ukrainischer Truppen verraten haben sollen. Insgesamt soll es sich um drei Personen handeln, wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet. Hauptaufgabe der Agenten sei es gewesen, Kampfpositionen und Bewegungen der ukrainischen Streitkräfte auszuspähen. Zudem sei auch kritische Infrastruktur geortet worden, berichtete der Geheimdienst laut Bericht. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.




+++ 13.00 Uhr: Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, hat die Verbundenheit seines Landes mit Russland abermals betont. Bei einer Feier zum Jahrestag der Befreiung von Minsk, sagte er, dass beide Staaten eine enge Verbindung pflegen. Belarus sei so eng mit der Russischen Föderation verbunden, „dass wir praktisch eine gemeinsame Armee haben. Aber das wussten Sie ja alles. Wir werden weiterhin mit dem brüderlichen Russland fest vereint sein“. Lukaschenko ergänzte, dass er Putins Vorgehen gegen die Ukraine „vom ersten Tag an“ unterstützt habe. Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bewertete Lukaschenkos Äußerungen als sehr gefährlich. „Lukaschenkos Aussage über eine gemeinsame Armee mit Russland ist vor allem für das belarussische Volk gefährlich“, sagte er dazu.


News zum Ukraine-Krieg: Ukrainischer Geheimdienst mit Prognose zum Kriegsende

+++ 11.45 Uhr: Der Leiter des Geheimdienstes im ukrainischen Verteidigungsministerium, Kirill Budanov, geht von einem Ende des Krieges im Jahr 2023 aus. Das berichtet das Nachrichtenportal Nexta. Budanov betonte demnach, dass er das Ende des Krieges als „Erreichen der Grenzen von 1991“ betrachten würde. Andere Szenarien würden nicht in Betracht gezogen. Budanov bezog sich damit auf die Unabhängigkeitsabstimmung Anfang der 90er-Jahre. Damals sagte sich die Ukraine von der Sowjetunion los.



+++ 11.15 Uhr: Die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk, hat am Montag erklärt, dass Russland hunderte Leichen getöteter Ukrainer übergeben habe. Das sagte sie der staatlichen ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform. „Aber das ist definitiv nicht genug, denn wir wissen, dass es noch viel mehr Leichen gibt. Russland will seinen Bürgern keine Massentransporte von Leichen zeigen. Sie wissen, zu welcher Explosion das führen wird, also machen sie es fast heimlich“, so Wereschtschuk. Ihre Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.


News zum Ukraine-Krieg: Papst will nach Moskau und Kiew reisen

+++ 10.45 Uhr: Papst Franziskus plant nach Moskau und Kiew zu reisen. Es habe bereits Kontakt zwischen dem vatikanischen Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin und Russlands Außenminister Sergej Lawrow über einen möglichen Besuch gegeben, erklärte Papst Franziskus der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vatikan habe bereits vor einigen Monaten zum ersten Mal nach einer möglichen Reise nach Moskau gefragt. Moskau antwortete damals, dass dies nicht der geeignete Zeitpunkt sei. „Ich würde gerne [Anm. d. Red.: in die Ukraine] reisen, und ich wollte zuerst nach Moskau.“ Nach seiner Rückkehr aus Kanada Ende Juli sei ein Besuch in der Ukraine denkbar.



+++ 10.00 Uhr: Russische Truppen transportieren derzeit offenbar große Mengen an Munition von der Krim in die Region Cherson. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab. Insgesamt sollen sich 17 Zugwaggons voller Munition auf dem Weg befinden. Die Lieferung soll laut Bericht am Bahnhof in Myrne ankommen. Die Angaben sind jedoch nicht unabhängig prüfbar.


+++ 09.00 Uhr: In der Nacht auf Montag (4. Juli) haben russische Truppen offenbar eine Schule in Charkiw bombardiert. Einem Bericht des Nachrichtenportals Nexta zufolge schlugen Granaten im Bezirk Schewtschenkowski ein. Demnach ist bislang nichts über Verletzte bekannt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.


News zum Ukraine-Krieg: Nach Einnahme von Lyssytschansk nächstes Ziel im Fokus

+++ 07.30 Uhr: Nach der Einnahme der einstigen Großstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine rücken die russischen Truppen auf das nächste Ziel vor, den Ballungsraum um Slowjansk. „In Richtung Slowjansk versuchen die Russen, die Kontrolle über die Ortschaften Bohorodytschne, Dolyna und Masaniwka herzustellen“, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew am Montag mit. Die drei Ortschaften liegen weniger als 20 Kilometer im Norden und Nordosten von Slowjansk, auf der Südseite des Flusses Siwerskyj Donez.



Von Osten her bewegen sich die russischen Truppen nach diesen Angaben ebenfalls auf den Siwerskyj Donez zu, der in der Region in einem Bogen verläuft. Dort versuchten sie, die ukrainischen Kräfte auf eine neue Verteidigungslinie zwischen Siwersk, Soledar und Bachmut zurückzudrängen, hieß es in dem Lagebericht.


News im Ukraine-Krieg: Selenskyj sieht Lyssytschansk nicht verloren – werden „zurückkommen“

+++ Update vom Montag, 04. Juli, 6.25 Uhr: Trotzdem die ukrainische Armee sich aus der Stadt Lyssytschansk im Oblast Luhansk zurückgezogen hat, sei sie noch nicht verloren, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den größten Feuervorteil hat - insbesondere Lyssytschansk -, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen, zurückkommen werden“, kündigte er an. Nach wochenlangem Abwehrkampf hatte die ukrainische Armee am Sonntagabend (3. Juli) bekannt gegeben, aus Lyssytschansk abzuziehen. Der Montag ist für die Ukraine der 131. Kriegstag.


Die ukrainische Armee teilte mit, sie sei mit dem Rückzug aus Lyssytschansk einem Einkesseln zuvorgekommen. „Russland hat einen großen Vorteil in der Infanterie und in der Artillerie“, teilte das Militär in Kiew mit. Der Rückzug sei zum Schutz der Soldaten erfolgt. „Wir holen alles zurück, wir bauen alles wieder auf.“ Russland hatte zuvor gemeldet, dass es die Stadt eingenommen habe. Lyssytschansk war die letzte größere Bastion der Ukrainer im Gebiet Luhansk. Die Angaben aus den Kampfgebieten unabhängig zu prüfen, ist kaum möglich.



+++ 21.50 Uhr: Russland wirft dem Westen vor, Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu verhindern und den Krieg damit in die Länge zu ziehen. „Jetzt ist der Moment, wo die westlichen Länder alles auf eine Fortsetzung des Kriegs setzen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow im Staatsfernsehen. Unter Führung der USA erlaube der Westen den Ukrainern „weder an Frieden zu denken noch darüber zu reden oder ihn zu besprechen“. Damit reagierte Peskow auf Äußerungen westlicher Politiker, die Ukraine nicht zu Verhandlungen drängen zu wollen.


Derzeit gebe es offenbar keinen Bedarf an einer Befriedung der Lage, mutmaßte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Trotzdem werde der Moment für Verhandlungen kommen. Für einen Frieden müsse die Ukraine aber die russischen Forderungen annehmen, sagte Peskow. Als Kriegsziele hat Putin die Anerkennung der völkerrechtswidrig annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium sowie die Abtretung der Gebiete Donezk und Luhansk benannt. Zudem gehe es um „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“ der Ukraine sowie deren Verzicht auf einen Nato-Beitritt.


Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak reagierte mit den Worten, Russland kenne die Bedingungen für Verhandlungen: Waffenstillstand, Truppenabzug, die Rückkehr entführter Bürger, die Auslieferung von Kriegsverbrechern sowie ein Reparationsmechanismus und die Anerkennung der souveränen Rechte der Ukraine. „Die Zeit wird kommen, und wir werden sie auf Papier festhalten“, teilte Podoljak per Twitter mit.



Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee zieht sich aus Lyssytschansk zurück

+++ 19.15 Uhr: Nun also doch: Die ukrainische Armee verkündet ihren Rückzug aus der umkämpften Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes. „Um das Leben der ukrainischen Verteidiger zu schützen, wurde die Entscheidung getroffen, sich zurückzuziehen“, teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte in einer Erklärung mit. Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj die Angaben Russlands zur vollständigen Einnahme der Stadt noch zurückgewiesen.


Erstmeldung vom Freitag, 1, Juli 2022, 06.15 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Wohngebäude in der südukrainischen Region Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens 14 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Rettungsdienste sprachen am Freitag von 14 Toten und 30 Verletzten. Unter den Verletzten seien drei Kinder. Die Rettungsarbeiten würden andauern, sie würden aber durch ein Feuer erschwert.



Nach ukrainischen Angaben wurde das Wohngebäude durch den Angriff teilweise zerstört. Die Rettungskräfte hatten zunächst von sechs Toten und sieben Verletzten gesprochen. Später stieg die Zahl der Toten auf zehn und dann auf 14. (marv/tu/cs/tab/nak mit AFP/dpa)

Quelle: fr.de

 
 
 

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