top of page

„Und dann auch noch so erfolgreich!“ – Steinmeier lobt Merkel als „beispiellos“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der früheren Kanzlerin Angela Merkel dafür gedankt, in Krisenzeiten Deutschland und Europa zusammengehalten zu haben. „Durchaus gegen Widerstand in Teilen der deutschen Öffentlichkeit, im Parlament, selbst in der eigenen Partei haben Sie dazu beigetragen, dass der Euroraum weiter besteht, dass kein Land aus unserer gemeinsamen Währung ausscheiden musste“, sagte Steinmeier am Montag in seiner Laudatio bei der Verleihung des sogenannten „Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Ausführung“ in Berlin. Merkel habe immer gewusst, wie wichtig es ist, Gesprächskanäle auch zu schwierigen Partnern offenzuhalten und nicht auf den Gesichtsverlust des Gegenübers zu setzen, fügte er hinzu. „In einer Zeit, in der unser Kontinent auseinanderzubrechen drohte, haben Sie Zentrum und Peripherie zusammengehalten, den Norden und Süden, den Osten und den Westen.“ Das habe sie auch in der Corona-Pandemie geschafft. Steinmeier, der in der 16-jährigen Amtszeit Merkels als Kanzlerin auch für die SPD Außenminister war, würdigte zudem das Durchhaltevermögen, ihre Fähigkeit zum Kompromiss, aber auch den Humor Merkels. Damals habe man die Ausweitung des Krieges zum Flächenbrand in der gesamten Ukraine verhindern müssen. „Eine beispiellose Politikerin“, die „selbstbestimmt Abschied von der politischen Bühne“ genommen habe Es sei weiter richtig, dass Deutschland damals auf Wunsch der Ukraine für ein Waffenstillstandsabkommen mit nachfolgenden Verhandlungen zur Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine gekämpft habe. „Heute müssen wir anders denken, anders handeln – und das tut unser Land seit dem vergangenen Jahr mit großer Entschlossenheit, als größter Unterstützer der Ukraine innerhalb der EU“, fügte er mit Blick auf den russischen Angriff auf die Ukraine 2022 hinzu. Steinmeier erinnerte auch an die Hürden, die Merkel zu Beginn ihrer Karriere als Frau aus der ehemaligen DDR im Weg gestanden hätten – etwa fehlenden Respekt alteingesessener Politiker ihr gegenüber: „Für manch einen, der an die bundesrepublikanischen und sehr männlich geprägten Regeln der politischen Karriere gewöhnt war, war das ein bisschen viel: eine Naturwissenschaftlerin aus dem Osten, eine Frau, ohne etablierte Netzwerke, ohne die sogenannte Ochsentour, ohne Hausmacht in ihrer sehr westdeutsch geprägten Partei. Sie sei „eine beispiellose Politikerin“, die „selbstbestimmt Abschied von der politischen Bühne“ genommen habe. Noch bis zuletzt habe sie dienstliche Termine wahrgenommen – „als der Zapfenstreich begann, waren Sie gerade als geschäftsführende Bundeskanzlerin von einer Konferenz mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten gekommen.“ Zu dieser Zeit schwappte gerade eine erneute Corona-Welle durchs Land.


 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


Abo-Formular

Vielen Dank!

©2024 T-News. 

melden sie sich bitte unter: t-news@outlook.de 
Danke

Impressum

bottom of page