"... und werde deshalb mich auch nicht entschuldigen
- tim-news

- 8. Juni 2022
- 2 Min. Lesezeit
Sechs Monate hat sie geschwiegen – jetzt kehrt Bundeskanzlerin a.D. (so der korrekte Titel) Angela Merkel (67, CDU) von der politischen auf die Theaterbühne zurück.
Unter dem Titel „Was also ist mein Land?“, stellte sich Merkel am Dienstagabend anderthalb Stunden im „Berliner Ensemble“ den Fragen von Spiegel-Journalist Alexander Osang (60).
Der bekannte noch vor dem Gespräch: „Meine Kanzlerin wird sie sowieso immer bleiben!“ Der Journalist als Fan...
Persönlich gehe es ihr gut, sagte Merkel zum Auftakt. Aber: „Insgesamt habe ich mir die Zeit nach meiner Amtszeit natürlich anders vorgestellt.“ Sie sei „manchmal bedrückt“ seit der Zäsur des 24. Februar – dem Tag, als Russland die Ukraine überfallen hat.
Foto: Getty Images
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Fast schon über Nacht war Merkel am 8. Dezember nach der Vereidigung ihres Nachfolgers Olaf Scholz (63, SPD) von der öffentlichen Bildfläche verschwunden. Parteifreunde begegneten ihr im Bundestagsgebäude Unter den Linden, wo ihr Büro inzwischen seine Arbeit aufgenommen hat.
Und die politische Bilanz?
Mehrfach fragt Osang nach, welche Verantwortung sie an der Lage in der Ukraine treffe. „Ich war mit mir im Reinen, dass der Regierungsübergang gut lief“, sagt Merkel. Ein Klassiker: Fragen beantworten, die nicht gestellt waren, es aber nach Antwort klingen zu lassen.
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Sie selbst frage sich auch: „Was hat man versäumt? Hätte man das verhindern können?“ Verräterischer Wechsel zum unpersönlichen „man“ und keine Antwort.
Und: „Ich muss mir nicht vorwerfen, es nicht genug versucht zu haben.“ Ok. Aber warum hat es nicht funktioniert? Für diesen Teil ihrer Politik wolle sie sich ausdrücklich nicht entschuldigen. „Diplomatie ist ja nicht falsch, wenn sie nicht gelingt. Deshalb werde ich mich nicht entschuldigen.“
Und auch, was die marode Bundeswehr betrifft, „müssen sich viele Leute an die Nase fassen, dann mache ich das auch.“
Immerhin einer kann sich an diesem Abend freuen: „Ich wünsche Friedrich Merz viel Glück“, sagt sie auf die Frage nach ihrem Nachfolger im CDU-Vorsitz
quelle: bild.de

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