Unruhen nach Polizeigewalt in Frankreich: Präsident Macron sagt Staatsbesuch in Deutschland ab
- tim-news

- 2. Juli 2023
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Juli, 14.34 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat seinen für Sonntag geplanten Staatsbesuch in Deutschland ab. Grund dafür sind die Ausschreitungen in Frankreich nach der Erschießung eines 17-Jährigen durch die Polizei. Juli, 6.30 Uhr: Auch in der vierten Nacht nach dem Tod eines 17-jährigen Jugendlichen durch Polizeigewalt ist es in ganz Frankreich zu Krawallen gekommen. Bis zum frühen Samstagmorgen seien landesweit mindestens 471 Menschen festgenommen worden, teilte Innenminister Gérald Darmanin mit. Zu den heftigsten Ausschreitungen kam es nach Angaben der Behörden in Marseille. Im Zentrum von Marseille schleuderten der Nachrichtenagentur AFP zufolge junge und oft maskierte Demonstrierende Objekte auf Polizeitransporter. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas. Emmanuel Macron verschiebt wegen der Krawallen in Frankreich den geplanten Staatsbesuch in Deutschland. Juni, 21.43 Uhr: Die Polizei beginnt nach eigenen Angaben damit, Demonstranten vom Place de la Concorde in Paris zu räumen. „Die Räumungsarbeiten auf dem Place de la Concorde sind im Gange“, teilt die Polizei mit. Innenminister Gerald Darmanin kündigt für Freitagabend den Einsatz von 45.000 Sicherheitskräften an. Juni, 20.30 Uhr: Am Rande der seit Tagen anhaltenden gewalttätigen Proteste in Frankreich ist ein junger Mann von einem Dach gestürzt und gestorben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitagabend mitteilten, ereignete sich der Vorfall in der Nacht zu Freitag an einem Supermarkt im nordfranzösischen Petit-Quevilly nahe der Stadt Rouen in der Normandie. Proteste nach tödlicher Polizeigewalt in Frankreich: Busse und Straßenbahnen sollen abends stillstehen Juni, 16.13 Uhr: Angesichts der gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich sollen im ganzen Land Busse und Straßenbahnen ab abends nicht mehr fahren. Innenminister Gérald Darmanin habe die Präfekten in den Regionen angewiesen, ab 21.00 Uhr den Verkehr dieser Transportmittel einzustellen, teilte das Innenministerium am Freitag in Paris mit. Polizist erschießt 17-Jährigen – dann brennen in Frankreich die Vororte Die gewaltsamen Revolten in Frankreich weiten sich aus. Nach dem Tod eines Jugendlichen in Nanterre lautet der Vorwurf: Polizeigewalt Juni, 15.30 Uhr: Angesichts der anhaltenden Krawalle in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron an das Verantwortungsbewusstsein von Eltern appelliert. Ein Drittel der Festgenommenen in der vergangenen Nacht seien Jugendliche, sagte Macron am Freitag nach einem interministeriellen Krisentreffen in Paris. Die Republik ist nicht dazu berufen, an ihre Stelle zu treten“, so der Präsident. Macron kündigte an, dass die Behörden gegen Menschen vorgehen werden, die über die sozialen Netzwerke zu Krawallen aufrufen. Präsident Macron beruft wegen Protesten in Paris Krisengipfel ein Juni, 12.36 Uhr: Die UN hat Frankreich am Freitag aufgefordert, den Rassismus in seinen Sicherheitskräften zu bekämpfen. „Wir sind besorgt über die Tötung eines 17-Jährigen nordafrikanischer Abstammung durch die französische Polizei... Dies ist ein Moment für das Land, sich ernsthaft mit den tiefgreifenden Problemen des Rassismus und der Rassendiskriminierung in der Strafverfolgung auseinanderzusetzen“, sagte die Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte Ravina Shamdasani. Nach Proteste in Frankreich: Macron beruft Krisengipfel ein Juni, 11.18 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron berief am Freitag eine neue Dringlichkeitssitzung der Regierung ein, nachdem es in der dritten Nacht zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war. Die französische Premierministerin Elisabeth Borne sagte am Freitag, sie habe die Minister in ihrem Büro versammelt, um über die dritte Nacht der „unerträglichen und unentschuldbaren“ Ausschreitungen nach dem Tod eines Jugendlichen durch eine Polizeischießerei zu beraten. Gewaltsame Proteste in Frankreich: 667 Festnahmen und 249 Verletzte Juni, 10.43 Uhr: Der französische Innenminister Gérald Darmanin erklärte im Onlinedienst Twitter, 667 Menschen seien festgenommen worden. Nach Angaben seines Ministeriums wurden 249 Polizisten und Gendarmen in der Nacht zum Freitag (30. Nach der dritten Nacht gewaltsamer Proteste in Frankreich wegen der tödlichen Polizeischüsse auf den 17-jährigen Nahel M, scheint die Situation weiter zu eskalieren. Wir sahen eine große Anzahl von Plünderungen und Brandschatzungen in gewöhnlichen Geschäften und in einigen gehobenen Läden“, sagte Angela Diffley, Redakteurin für internationale Angelegenheiten, dem TV-Sender France 24. Juni, 3:25 Uhr: Nach Frankreich ist es auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Ordnungskräften gekommen. Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga wurden etwa 30 Menschen festgenommen, ein Großteil davon waren Minderjährige. Jugendliche hätten sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Ordnungskräften geliefert und es habe mehrere Brände gegeben, erklärte die Polizei. Wie die Brüsseler Verkehrsgesellschaft auf Twitter mitteilte, wurde ein Teil des öffentlichen Personennahverkehrs eingestellt. Belgische Medien zeigten Bilder eines brennenden Autos und von Polizisten in Kampfmontur. Laut Polizei hatten Jugendliche am Donnerstag in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, sich als Reaktion auf den Tod des 17-Jährigen in Frankreich zu versammeln. Juni, 3:10 Uhr: Nach dem tödlichen Schuss auf den 17-Jährigen bei einer Verkehrskontrolle in einem Pariser Vorort ist gegen den mutmaßlichen Schützen ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der Polizist sei der „vorsätzlichen Tötung beschuldigt“ und in Untersuchungshaft genommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag (29. Unterdessen wurden in der Nacht zum Freitag aus mehreren Städten erneut gewaltsame Proteste, Plünderungen und Feuer gemeldet. Juni, 21:44 Uhr: Angesichts der weiter voranschreitenden Gewaltausbrüche sehen Frankreich-Experten eine neue Entwicklung. Im Unterschied zu früheren Protestaktionen sei nun eine „viel größere Dimension“ erreicht, warnte Mustapha El Miri, Migrationsforscher an der Universität in Aix-en-Provence, in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. Nach tödlichen Schüssen auf einen 17-Jährigen prangern die Demonstranten die Polizeigewalt an. Das Land steuert auf die dritte Protestnacht zu. Juni, 17.30 Uhr: Beim Protestmarsch durch Paris soll es zu ersten Ausschreitungen gekommen sein. Die Polizei feuerte mit Tränengas auf die Demonstranten, als diese an dem Ort eintrafen, an dem Tage zuvor der 17 Jahre alte Nahel M. von einem Polizisten erschossen worden war. Die Stimmung in der Hauptstadt Frankreichs bleibt aufgeheizt. Juni, 15.12 Uhr: Eine Demonstration unter dem Titel „Weißer Marsch“ hat in der Pablo Picasso Avenue in Nanterre begonnen. Daran beteiligt ist auch die Mutter von Nahel M. Der 17-Jährige war zum Opfer eines Polizisten geworden. Juni, 14.43 Uhr: Frankreich wappnet sich für eine weitere Nacht der gewalttätigen Proteste gegen Polizeigewalt. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin kündigte laut dem TV-Sender France24 an, insgesamt 40.000 Beamte einsetzen zu wollen, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. Allein Paris sollen mehr als 5000 Polizisten die Straßen der Hauptstadt sichern. Derweil kündigte der Staatsanwalt von Nanterre an, dass gegen den Beamten, der den 17 Jahre alten Nahel M. Proteste in Paris: Demonstranten setzen Waffen gegen Polizisten ein Juni, 12.20 Uhr: Laut Angaben der französischen Polizei soll es bei den nächtlichen Protesten im ganzen Land stellenweise auch zu Waffeneinsatz gekommen sein. Man sei unter anderem mit Schrotflinten beschossen worden, so ein Sprecher der Polizei. In einem Fall soll sogar eine Handgranate auf die Einsatzkräfte geworfen worden sein. Juni, 11.15 Uhr: Nicht nur in den Großstädten Frankreichs tobt der Protest gegen Polizeigewalt. Auch beispielsweise in Clamart, einer Stadt südwestlich von Paris, kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Proteste in Paris nach Polizei-Mord: Beamter in Haft Juni, 10.20 Uhr: Der 38 Jahre alte Polizeibeamte, der den 17-jährigen Nahel M. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen des Verdachts auf vorsätzliche Tötung. Der Familienanwalt des Opfers, Yassine Bouzrou, kündigte außerdem an, auch gegen den Kollegen des Schützen Anzeige wegen Mittäterschaft zu stellen. Juni: Paris - Frankreich hat eine „Nacht der unerträglichen Gewalt gegen Symbole der Republik“ erlebt. Das sagte der französische Innenminister Gérald Darmanin am Donnerstag (29. Juni) auf Twitter und bezog sich dabei auf die gewaltsamen Proteste im ganzen Land gegen Polizei und Staat. Diese waren ausgebrochen, nachdem ein Polizist den 17 Jahre alten Nahel M. In der Reaktion auf die tödlichen Schüsse der Polizei war die Wut zunächst in Paris übergekocht. Die aufgeladene Stimmung hatte sich dann aber schnell auf weitere Großstädte Frankreichs ausgeweitet. Proteste gegen Polizeigewalt in Frankreich setzen sich fort Insgesamt seien bei den Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Frankreich 150 Menschen festgenommen worden. Das teilten die Behörden am Morgen mit. In Paris und drei angrenzenden Départements wurden nach Angaben der Polizeipräfektur 35 Menschen festgenommen. In Nanterre, dem Vorort, in dem die tödlichen Schüsse fielen, sind für den heutigen Donnerstag weitere Proteste angekündigt. Über dem Gebiet hingen bis in den Morgen dichte Rauchwolken, die von brennenden Barrikaden aufstiegen. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei setzte Tränengas ein und wurde mit Pflastersteinen beworfen. Die Sicherheitskräfte bereiteten sich bereits auf andauernde Proteste gegen Polizeigewalt in Frankreich vor. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur DPA.

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