„Wahrscheinlich ist Putin bald weg“ - dann kann es noch schlimmer kommen
- tim-news

- 11. Okt. 2022
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Wladimir Putin gerät in Russland zunehmend unter Druck. Heftige Streitigkeiten nach den jüngsten Niederlagen im Ukraine-Krieg spalten die Machtbasis des Präsidenten. „Putin ist wahrscheinlich bald weg“, sagt Historiker Harold James. Doch das müsse nicht nur Gutes bedeuten.
Der britische Historiker Harold James hat im Interview mit „t-online“ über die Zukunftsaussichten des russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen. James sagte: „Wahrscheinlich ist Putin bald weg.“ Die politische Lage in Russland sei „viel instabiler, als viele im Westen glauben“, so James. Und weiter: „Es ist gut möglich, dass Russland bald auseinanderfällt.“
James weist darauf hin, dass Putin derzeit von den extremen Nationalisten wegen seiner zögerlichen Kriegsführung „massiv kritisiert“ wird. Und sieht Putin vor einem unlösbaren Problem: „Diesen Leuten wird er es selbst mit härtester Gewalt niemals rechtmachen können. Wenn es zu einem Umsturz kommen sollte, dann wahrscheinlich von dieser Seite.“ Oder das Militär nehme die Dinge selbst in die Hand.
„Putins Nachfolger könnten dem Einsatz von Atomwaffen gegenüber aufgeschlossener sein“
Putin sei ein Verlierer, der das Ende der Sowjetunion immer noch nicht überwunden habe, so James zu „t-online“. „Eine Lektion will Putin einfach nicht begreifen“, erklärt James: „Imperialismen scheitern immer. Manchmal dauert es längere Zeit, aber sie scheitern. Auch Putins Ende hat schon begonnen.“
Nur was folgt auf den Despoten? James ist wenig optimistisch. Dass Putin bald womöglich weg sei, „nährt nicht unbedingt Hoffnung“, sagt er. „Denn eine sofortige demokratische Nachfolgeregierung ist sehr unwahrscheinlich. Putins Nachfolger – wenn sie aus nationalistischen Militär- und Geheimdienstkreisen kommen – könnten auch einem Einsatz von Atomwaffen gegenüber aufgeschlossener sein.“
Quelle: focus.de
pnh

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