Warum wir Lützerath nicht mehr vergessen werden
- tim-news

- 13. Jan. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Ein kleines Dorf am Rhein ist zu einem wichtigen Symbol der Klimabewegung geworden. In Lützerath kristallisieren sich heute Wut, Entschlossenheit und Verzweiflung radikaler Klimaschützer heraus. Die Grenze von 1,5 Grad ist für Lützerath überschritten – sagen die Menschen, die dort in längst verlassenen Höfen und Holzhäusern leben. Es gibt keinen dramatischeren Grund für Demonstrationen. In dieser Überspitzung der wahren Bedeutung der Holzstadt besteht die große Gefahr, dass die gerade begonnene Evakuierung als existenzielle Frage der Menschheit verherrlicht wird – mit der Folge gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Alle Entwicklungen auf dem Lützerath-Freigabe-Liveblog
Lützerath entscheidet natürlich nicht, ob das von 195 Staaten ausgehandelte Pariser Klimaabkommen eingehalten wird, wonach die Klimaerwärmung 1,5 Grad nicht überschreiten darf. Auch die Rettung von Lützerath und selbst die sofortige Einstellung des Braunkohleabbaus konnten dies nicht gewährleisten. Aktuell ist das 1,5-Grad-Ziel kaum zu erreichen, da die ganze Welt beim Klimaschutz viel zu langsam ist. Aber diese niederschmetternde Entdeckung darf nicht zu einer bequemen Ausrede dafür werden, unsere Klimaschutzziele nicht zu erreichen. Vor allem, wenn große Industrieländer wie Deutschland eine besondere Verantwortung für die globale CO2-Reduktion tragen.
Die Räumung von Lützerath hat begonnen.
Ein Ort, der zum Symbol geworden ist
Evakuierung von Lützerath: Der letzte Aufruhr hat begonnen
Polizisten klettern über die Barrikade der Klimaaktivisten in Lützerath. Nach Angaben des Polizeipräsidenten von Aachen wurden Molotow-Cocktails geworfen, gewaltbereite Klimaaktivisten seien aber in der Minderheit.
„Steine flogen, Molotowcocktails flogen“
Polizeipräsident: Gewaltszene in einer Minderheit in Lützerath
Im ehemaligen Dorf Lützerath wird derzeit ein subversiver Braunkohletagebau von der Polizei geräumt: Klimaschützer hielten dort an.
„Wir sind in Lützerath, weil die Klimakrise jetzt ist“
„Bezahlte RWE-Schläger“: Lützerather Aktivist kritisiert Polizeiaktion
Kurz: Die Gesellschaft braucht eine entschiedene und starke Klimabewegung zur ständigen Warnung, und in der aktuellen Situation gibt es viele Gute Einsen. Gründe zu protestieren. Eine weitere Hypothek wurde für den Klimaschutz in Lützerath aufgenommen. Aufgrund der Energiekrise soll unter dem Dorf Braunkohle zur Stromerzeugung abgebaut werden, was in diesem und im nächsten Jahr den CO₂-Ausstoß erhöhen wird. Andererseits soll der Braunkohleabbau dort 2030 statt 2038 enden – das würde bedeuten, dass 280 Millionen Tonnen weniger Braunkohle gefördert würden. Energie muss am Ende dieses Jahrzehnts gefunden werden, um diese Einsparungen zu erreichen. Dieses Abkommen wurde vereinbart, ohne zu wissen, welche Krise vor Ablauf der Frist gerade ausgebrochen war, und ohne zu wissen, ob die nächste Regierung sich daran halten würde.
Angriffe auf die Polizei werden das Klima nicht retten
Demonstranten sorgen hartnäckig dafür, dass die Menschen in Lützerath und das Geschäft mit 280 Millionen Tonnen nicht vergessen werden. So weit kann das Verstehen gehen. Aber die Demonstranten werden es nicht schaffen, Lützerath in einen entscheidenden Konflikt mit der Kohleindustrie und dem Staat zu verwandeln - irgendeinen Konflikt. Damit versetzen sie sich nur in eine falsche Position und vergeuden die Sympathie, die sich bisher in der Bevölkerung erhalten hat. Die Polizei anzugreifen wird das Klima nicht retten – sie als „RWE-Schläger“ zu verleumden, wird auch keine CO₂-Emissionen einsparen. In Lützerath hat gerade ein gefährlicher Kreislauf zwischen Aktivisten und dem Staat begonnen, der mit vielen Verlierern enden könnte.
RND-Reporter zur Lage in Lützerath: „Hier haben sich sicherlich beunruhigende Szenen abgespielt“
Am Mittwochmorgen hat die Polizei mit der Säuberung der von Klimaaktivisten besetzten Stadt Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier begonnen.
© Quelle: RND
Es ist klar, dass die Demonstranten diesen Kampf nicht gewinnen können. Ganz anders als 2018 im Hambacher Forst, der unter dem illegalen Vorwand abgeholzt wurde, dass die Holzhäuser keinen Brandschutz hätten. Der Hambacher Forst steht noch. Allerdings war die Kohle unter Lützerath lange etabliert, um die Stromversorgung in Zeiten russischer Aggression und Energieknappheit sicherzustellen. Die Rechtslage ist klar und der Staat gewinnt die Dorfaktivisten. Letztlich muss das Land aber bei der Umsetzung der Klimaziele auf allen Ebenen gleichermaßen konsequent sein.
Und auch berühmete Personen und auch Youtuber äußern sich zu der Sache wie z.b auch Rezo in einem Tiktok und Ruft die Leute auf nach Lützerath zu kommen und zu Protestieren link hier: https://www.tiktok.com/@rezo/video/7187776576182914310?is_from_webapp=1&sender_device=pc&web_id=7139446459917354502

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