Was die Zinserhöhung für Verbraucher bedeutet
- tim-news

- 31. Okt. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Mit einer erneut saftigen Leitzinserhöhung der EZB von 0,75 auf nunmehr 2 Prozentpunkte verbessert sich die Perspektive für Sparer immer mehr. Allerdings werden im Gegenzug Kredite teurer, was vor allem bei der Immobilienfinanzierung deutlich spürbar wird.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erneut auf die hohen Inflationsraten im Euroraum reagiert und den sogenannten Hauptrefinanzierungssatz um einen Dreiviertel-Prozentpunkt auf 2 Prozent erhöht. Und: Der EZB-Rat "geht davon aus, dass er die Zinsen weiter anheben wird".
Und ohne jenen, die den Schritt der EZB begrüßen, die Stimmung zu vermiesen, darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Teuerungsraten in der Euro-Zone mit 9,9 Prozent und in Deutschland auf 10 Prozent auf einem Rekordhoch liegen. Laut dem Vergleichsportal Verivox weisen aktuell aber immer noch rund 30 Banken Negativzinsen für Privatkunden aus.
Tages- und Festgeldkonten
Bereits die EZB-Entscheidungen von Juli und September hatten für steigende Zinsen auf Tagesgeldkonten gesorgt, auch bei neu abgeschlossenen Festgeldern war ein deutlicher Zinsanstieg spürbar. Laut dem Finanzvergleichsportal Biallo stehen die Zinsen demnach so hoch wie seit Anfang 2013 nicht mehr. Alle Vergleichsportale gehen derzeit davon aus, dass sich der Trend zu höheren Zinsen im Jahresverlauf weiter fortsetzt und möglicherweise beschleunigt. Für ein einjähriges Festgeld mit deutscher Einlagensicherung sind derzeit 1,75 Prozent Zinsen zu holen. Bei Geldhäusern in der EU sind es bis zu 2,2 Prozent (Crédit Agricole). Und wer sein Geld aktuell für 10 Jahre entbehren kann, bekommt in Deutschland sogar bis zu 3,50 Prozent Zinsen (Bausparkasse Mainz).
Fürs Tagesgeld sind schon jetzt bei einer deutschen Einlagensicherung Neukundenangebote für über 1,1 Prozent zu holen (Bank11).
Festgeldkonten im Vergleich
Ratenkredite
Gleichzeitig klettern wie erwähnt aber auch die Zinsen bei Verbraucherkrediten in die Höhe. Für Banken wird die Refinanzierung von Ratenkrediten teurer und damit auch für Verbraucher. Ob und wie die nächsten Anpassungen bereits eingepreist sind, weiß dann aber nur die jeweilige Bank.
Das Check24 beobachtete bereits vor der Zinsanhebung im September, eine deutlich größere Spanne an vergebenen Zinssätzen. Zum Beispiel hier:
Ratenkredite im Vergleich
Bauzinsen
Die Bauzinsen haben sich seit Jahresbeginn bereits mehr als vervierfacht. Laut dem Darlehensvermittler Dr. Klein beträgt der effektive Jahreszins für ein Fünf-Jahres-Darlehen derzeit im Schnitt von rund 700 Banken 3,78 Prozent, für ein Zehn-Jahres-Darlehen 3,95 Prozent. Wichtigster Indikator sind die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen. Doch Check24 hatte sich bereits im September festgelegt und prognostiziert, dass sich in jedem Fall die durchschnittliche Baufinanzierung bis Ende dieses Jahres um einige Tausend Euro innerhalb der Laufzeit verteuert.
Baugeldzinsen im Vergleich
Dispozinsen beim Girokonto
Wieder 0,75 Prozentpunkte
EZB beschließt erneut XXL-Zinserhöhung
Ende des Verwahrentgelts
Die meisten Banken schaffen Strafzinsen ab
Wer gerade etwas klamm ist, überzieht nicht selten sein Konto und nutzt den Dispokredit, um den Engpass zu überwinden. So liegt der aktuelle Durchschnittszins eines Dispokredits laut Biallo bei 10,07 Prozent. Der Zins für die Überziehung des Disporahmens beträgt bereits 12,39 Prozent. Abgesehen davon sollte Schuldnern klar sein, dass der Dispokredit zum Girokonto meist der teuerste Kredit der Bank ist.

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