„Welchen Elon Musk magst du mehr: Den Ukraine-Unterstützer oder den Russland-Unterstützer?“
- tim-news

- 5. Okt. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Referenden unter UN-Aufsicht, die Krim geht an Russland, die Ukraine wird neutral - Elon Musk präsentiert bei „Twitter“ mehrere Punkte, mit denen man seines Erachtens nach den Krieg beenden könne. Der ukrainische Präsident antwortete mit einer Gegenfrage.
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In die Twitter-Debatte über ein Friedensszenario für die Ukraine von US-Milliardär Elon Musk hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eingemischt. „Welchen Elon Musk magst du mehr? Den Ukraine-Unterstützer oder den Russland-Unterstützer“, fragte der Staatschef am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Innerhalb von kurzer Zeit beteiligten sich mehrere Hunderttausend Menschen an der Umfrage. Über 90 Prozent bevorzugten den die Ukraine unterstützenden Musk.
Musk hatte bei Twitter einen Lösungsvorschlag für das Ende des Krieges in der Ukraine präsentiert. Demnach sollen in den vier nun vom Kreml annektierten Gebieten in der Süd- und Ostukraine Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja Referenden unter Aufsicht der Vereinten Nationen durchgeführt werden. Russland müsse die Gebiete verlassen, wenn es der Wille der Menschen sei, zur Ukraine zu gehören. Diese werde als Staat dann künftig neutral und kein NATO-Mitglied.
Die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim solle Moskau zugeschlagen werden - zumal, wie Musk behauptete, diese seit 1783 formell ein Teil Russlands gewesen sei, „bis zu Chruschtschows Fehler“. Gleichzeitig würde die Wasserversorgung der Krim über den Kanal vom Fluss Dnipro garantiert werden. Musk hält ein solches Szenario, dass den Forderungen Russlands sehr nah kommt, am Ende sowieso für „sehr wahrscheinlich“. Die Frage sei nur, wie viele Menschen bis dahin sterben müssten. Ein Sieg der Ukraine sei unwahrscheinlich - wem die Ukraine also am Herzen liege, der solle sich für Frieden einsetzen, so Musk weiter.
Kiew reagierte prompt. „Es gibt einen besseren Vorschlag“, schrieb der Berater des Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, auf Twitter. Demnach werde die Ukraine ihr Territorium einschließlich der annektierten Krim komplett befreien. Russland werde danach komplett demilitarisiert, müsse seine Atomwaffen abgeben und „kann niemandem mehr drohen“. Die russischen Kriegsverbrechen würden außerdem vor ein internationales Tribunal gebracht.
Außenminister Dmytro Kuleba warf Musk vor, das Wort Frieden als Euphemismus zu nutzen für die Formel „Lass die Russen noch tausende unschuldige Ukrainer mehr ermorden und vergewaltigen und mehr Land rauben“.
Etwas knapper und und direkter formulierte es der scheidende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk. „Fuck Off ist meine sehr diplomatische Antwort“, schrieb er an Musk.
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Später reagierte auch der Präsident Litauens, Gitanas Nausėda: „Lieber Elon Musk, wenn jemand versucht, die Reifen Ihres Tesla zu stehlen, macht das denjenigen weder zum rechtmäßigen Besitzer des Autos noch der Reifen...“
Elon Musk und die Ukraine hatten bislang eigentlich ein gutes Verhältnis. So half das von
Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX betriebene Satellitennetzwerk Starlink bei der Sicherung der Internetversorgung in der Ukraine. Auch das ukrainische Militär nutzt es zur Echtzeitkommunikation und konnte so die Effizienz seiner Aufklärung deutlich verbessern. „Das hat den Verlauf des Krieges entscheidend verändert“, analysierte Weltraum-experten Professor Ulrich Walter kürzlich bei WELT.
dpa/jmi
Quelle: welt.de

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