Weniger Neuinfektionen, Inzidenz sinkt auf 321,8
- tim-news

- 18. Dez. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Die Gesundheitsämter melden dem Robert-Koch-Institut 42 813 Neuinfektionen.
Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft befürchtet eine große Zahl gleichzeitig erkrankter Patienten.
Bundestagspräsidentin Bas fordert ein nationales Impfregister, SPD-Generalsekretär Kühnert ist dagegen.
Für Dänemark und Frankreich gelten von Sonntag an strengere Reisebeschränkungen nach Deutschland.
Internationale CoronaDie bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erneut gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche mit 321,8 an. Am Freitag hatte der Wert bei 331,8 gelegen, vor einer Woche bei 402,9.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 42 813 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 53 697 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 414 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 510 Todesfälle.
Die Zahl gemeldeter Infektionen geht seit knapp drei Wochen zurück. Experten befürchten wegen der ansteckenderen Omikron-Variante aber eine baldige Trendumkehr. In Hinblick auf die hohe Belastung der Intensivstationen und die bevorstehende Omikron-Welle sinke die Zahl der Neuinfektionen nicht stark und nicht schnell genug, hatte das RKI am Donnerstag in seinem Wochenbericht gewarnt. Die Belastung der Krankenhäuser und Intensivstationen bleibe hoch. Die meisten Klinikeinweisungen gebe es in den Altersgruppen über 60 Jahre. Berechnungen deuten laut RKI darauf hin, dass sich die Hospitalisierungsrate auf hohem Niveau stabilisiere. (18.12.2021)-Meldungen finden Sie hier .Kliniken: Verschärfte Lage, falls sich Omikron-Prognosen bestätigen
Die Lage an den Kliniken in Deutschland könnte sich nach Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) deutlich verschärfen, sollten sich die Prognosen zur Omikron-Variante des Coronavirus bestätigen. Wenn diese sehr viel ansteckender als Delta und die Schwere der Verläufe vergleichbar seien, werde man es im schlimmsten Fall mit einer großen Zahl gleichzeitig schwer erkrankter Patienten zu tun haben, sagte DKG-Chef Gerald Gaß. "Für die Krankenhäuser wäre dies eine weiter verschärfte Lage, die über all das hinausgeht, was wir bisher erlebt haben."
Gaß forderte die Politik auf, die Erkenntnisse zu Omikron aus anderen Ländern "sehr sorgfältig" zu analysieren und, falls sich die Befürchtungen bestätigten, "sehr frühzeitig" mit Kontaktbeschränkungen gegenzusteuern. "Wir dürfen dann keine Zeit verlieren, dann muss sofort gehandelt werden, noch bevor die Zahlen auch in Deutschland nach oben gehen und eine Überlastung der Krankenhäuser nicht mehr zu verhindern ist." (18.12.2021)
Europäische Seuchenschutzbehörde: Kontakte reduzieren - und zwar jetzt
Bas für Impfregister - Kühnert dagegen
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) fordert ein nationales Impfregister. Sie kritisierte in der Welt am Sonntag, dass noch immer zu wenige Daten über die Corona-Pandemie zur Verfügung stünden. Die Gesundheitsämter wüssten nicht konkret, "wie viele Infektionen es genau gibt. Oder wie der exakte Stand bei den Impfungen ist. Bei den Pflegekräften gehen wir von bis zu 90 Prozent Geimpften aus, aber das sind Schätzungen", sagte Bas. "Wir brauchen exakte Zahlen", drängte sie.
Es gibt in Deutschland kein solches Impfregister. Für die Covid-19-Impfungen werden die Daten von den Impfzentren und impfenden Praxen erhoben und vom Robert-Koch-Institut aufbereitet, sodass die Impfquoten bundesweit und regional bekannt sind.
SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert lehnt eine Erfassung von Impfdaten ab. "Auch wenn es auf die Daten der Corona-Impfung beschränkt ist, sehe ich die grundlegende Gefahr, dass mit einem solchem Schritt die Tür für den Zugriff auf weitere Daten geöffnet ist", sagte Kühnert den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Auch sehe ich nicht, wie die vollkommen überlasteten Gesundheitsämter das auch noch administrieren sollen."
Von Mitte März 2022 an soll eine Impfpflicht für das Personal im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen gelten. Der Bundestag will sich zudem mit der Frage beschäftigen, ob eine allgemeine Corona-Impfpflicht eingeführt werden soll, um die Impfquoten zu erhöhen.
Dazu sagten Bas und Kühnert, zuvor müssten eine Reihe von Fragen geklärt werden. Insbesondere müssten die Ziele einer Impfpflicht klar sein und sie müsse sehr gut vorbereitet sein. "Was nützt sie, wenn dann nicht genügend Impfstoff da ist", fragte die Bundestagspräsidentin, "oder der Impfstoff bei einer bestimmten Virusvariante wirkungslos bleibt?" Kühnert sagte: "Ich sehe es noch nicht als sicher an, dass die Impfpflicht am Ende tatsächlich kommt."
Für den designierten CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz stellt sich die Frage, wie eine Impfpflicht durchgesetzt werden soll: "Die Frage des Vollzuges eines solchen Gesetzes ist aus meiner Sicht mindestens genau so wichtig wie die Diskussion über die Pflicht als solches." (18.12.2021)Habeck bringt staatliche Abnahmegarantien für Impfstoff ins Spiel
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will die Impfstoffproduktion für den nächsten Winter ankurbeln. Staatliche Abnahmegarantien könnten auf längere Sicht helfen, die Produktion zu verstetigen, sagte der Grünen-Politiker im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Da geht es darum, die nächste Impfstoffgeneration rechzeitig für den nächsten Winter einzulagern." Kurzfristig helfe das aber nicht. (18.12.2021)RKI stuft Dänemark und Frankreich als Hochrisikogebiete ein
Die Bundesregierung stuft Frankreich und Dänemark wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Sonntag an als Hochrisikogebiete ein. In beiden Ländern war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft angestiegen. Die neue Einstufung gilt auch für Norwegen, Libanon und Andorra, wie das Robert-Koch-Institut bekannt gab. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.


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