Zugunglück in Eschede vor 25 Jahren
- tim-news

- 4. Juni 2023
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Juni 1998, verunglückte ein ICE bei Eschede in Niedersachsen. Um genau 10.58 Uhr passierte auf der Höhe von Eschede (Niedersachsen) die Katastrophe, als auf der Fahrt von München nach Hamburg der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" entgleiste und an einer Brücke zerschellte. Heute gab es eine Gedenkveranstaltung für die Opfer. An der Zeremonie an einem direkt am Unglücksort erbauten Mahnmal nahm neben Überlebenden und Hinterbliebenen auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) teil. Sechs Kilometer vor Eschede brach wegen Materialermüdung ein gummigefederter Radreifen des ICE. Ein verbogenes Metallteil ragte unter dem Zug hervor und verhakte sich kurz vor dem Bahnhof des Orts in einer Weiche. Die Achse mit dem gebrochenen Radreifen entgleiste und verstellte eine zweite Weiche, wodurch der nachfolgende Waggon des mit rund 200 Stundenkilometern dahinrasenden Zugs plötzlich auf ein Nebengleis einschwenkte. Der nunmehr querstehende Waggon prallte gegen den Pfeiler einer Brücke, die durch die Wucht der Kollision sofort einstürzte und zwei Waggons des ICE zerquetschte. Die nachfolgenden Wagen wurden vom hinteren Triebkopf binnen Sekunden in voller Fahrt mit enormer Wucht gegen die zusammengestürzte Brücke geschoben, die vorderen Waggons flogen teils aus dem Gleis. Vor 25 Jahren: Bilder vom Zugunglück in Eschede Das Ausmaß des Zugunglücks von Eschede in Niedersachsen vom 3. So sah vor 25 Jahren die Unglücksstelle von oben aus. Das Archivbild vom 03.06.1998 zeigt hunderte von Helfern, die versuchen im Wrack des verunglückten ICE 884 bei Eschede in der Nähe von Celle, Opfer des Zugunglücks zu bergen. Das Archivbild vom 03.06.1998 zeigt hunderte von Helfern, die versuchen im Wrack des verunglückten ICE 884 bei Eschede in der Nähe von Celle, Opfer des Zugunglücks zu bergen. Rettungskräfte stehen auf den Trümmern des entgleisten ICEs in Eschede Ein Kran hebt einen zerstoerten ICE Waggon am 06.06.1998 in Eschede Rettungskräfte vor dem zerstörten ICE in Eschede Aufnahme von oben von dem entgleisten Zug in Eschede, man sieht die Trümmer, Rettungskräfte und einen Kran. Jahrestag in der Gedenkstätte vor der Gedenktafel der Opfer des ICE-Unglücks von Eschede Jahrestag in der Gedenkstätte vor der Gedenktafel der Opfer des ICE-Unglücks von Eschede unter Kirschbäumen. Als sich der Dunst legte, gab er den Blick auf die wie eine Ziehharmonika zusammengeschobenen zermalmten Waggons vor den Brückenüberresten und ein sich über hunderte Meter entlang der Schienen hinziehendes Trümmerfeld frei. Die Achse eines Waggons liegt im Vordergrund des Bildes auf den Gleisen. Das Unglück löste bundesweit Bestürzung aus, auch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) fuhr zur Unglücksstelle. "Das Unglück bedeutet für mich und auch für viele andere Zugopfer eine lebenslange Strafe", sagte einmal der Überlebende Udo Bauch, der zwei Bücher über das Unglück und die Folgen schrieb. Das Unglück von Eschede wurde in Deutschland auch zu einem Startschuss für den Ausbau psychologischer Kriseninterventionsstrukturen. Vor allem das Verhältnis zwischen den Überlebenden und Hinterbliebenen einerseits und der Deutschen Bahn andererseits war lange extrem schwierig - nicht nur wegen Fragen zur materiellen Entschädigung. Erst 2013 - 15 Jahre nach dem Unglück - bat der damalige Bahnchef Rüdiger Grube bei der jährlichen Gedenkfeier am Unglücksort in Eschede in Namen des Konzerns um Verzeihung. Wie sah die juristische Aufarbeitung des Zugunglücks aus? Drei Ingenieure der Bahn und des Herstellers des gebrochenen Radreifens standen später wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Laut Anklage sollen sie das Bauteil bei der Entwicklung nicht genug auf Bruchfestigkeit getestet und technische Kontrollen nicht angepasst haben. Viele Helfer versuchen, auf der eingestürzten Brücke und auf den Wrackteilen, Überlebende zu finden Audio starten, abbrechen mit Escape Gedenken an das Zugunglück in Eschede vor 25 Jahren Welche Lehren zogen die Verantwortlichen bei der Bahn aus der Tragödie? Die Bahn verzichtete in der Folge auf gummigefederte Radreifen. Und auch auf symbolischer Ebene gibt es Konsequenzen: Der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" existiert nicht mehr - Zugnummer und Namen will die Bahn nie wieder vergeben. Das Sicherheitskonzept der Bahn - 25 Jahre nach Eschede | tagesschau Wie sieht es heute an der Unglücksstelle aus? Ein ICE passiert die Gedenkstätte für die Opfer des ICE-Unglücks von Eschede im Landkreis Celle. Mit 200 Stundenkilometern prallte der ICE 884 ·Wilhelm Conrad Röntgen· am Vormittag des 3. Juni 1998 gegen eine Betonbrücke in Eschede. In Eschede erinnern heutzutage Gedenktafeln und 101 Kirschbäume an den Bahngleisen an die Toten. Anlässlich des Gedenktages zum Zugunglücks rief Bundesverkehrsminister Wissing (FDP) dazu auf, die Erinnerung an das Unglück wach zu halten. Unvermittelt seien vor 25 Jahren so viele Menschen aus einem glücklichen, unbeschwerten Leben gerissen worden.


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