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  • Bidens Rede in Warschau:Solange Putin an der Macht ist, wird Europa nicht in Frieden leben können

    Putin hat klargemacht, dass er die Pfeiler der alten Ordnung einreißen und den Kontinent zurückzerren will in eine dunkle, gefährliche Zeit. (Foto: MIKHAIL KLIMENTYEV/AFP) Man sollte Russlands Präsidenten keinen Grund geben, um sein politisches oder persönliches Überleben zu fürchten. Aber US-Präsident Biden spricht keine Drohung aus, sondern ungeplant eine bittere Wahrheit.

  • Biden verwirrt mit einem Satz über Putins Macht

    „Dieser Mann kann nicht länger an der Macht bleiben“, verlangt der US-Präsident in Warschau. Das Weiße Haus stellt kurz danach klar: Es geht Biden nicht um einen Regimewechsel. Zum Abschluss seiner Europareise wendet er sich an Polen, Ukrainer – und Russen. Gut gefüllt ist der Innenhof des Warschauer Königsschlosses. Dunkel ist es bereits an diesem Samstagabend, im Wind wehen eine amerikanische und eine polnische Flagge. „Habt keine Angst!“ zitiert Joe Biden einen polnischen Nationalhelden, Papst Johannes Paul II., zu Beginn und am Ende seiner Rede. Der Katholik Biden ruft jene Zeit in Erinnerung, als die Kraft des Glaubens, der Religion, der Menschen der Sowjetunion, dem Eisernen Vorhang gegenüberstanden.

  • Heute erste Landtagswahl 2022 Im Saarland bahnt sich ein Machtwechsel an

    Im Saarland findet die erste Landtagswahl des Jahres statt. Herausforderin Rehlinger von der SPD ist klare Favoritin - zum Leidwesen von Ministerpräsident Hans, der das Amt von Kramp-Karrenbauer geerbt hat. Die Bundespolitik verfolgt den Urnengang aufmerksam. Auf den letzten Metern vor der Landtagswahl im Saarland am heutigen Sonntag muss für Ministerpräsident Tobias Hans ein Roboter ran. Da sich der CDU-Politiker wegen einer Corona-Infektion in Isolation befindet, fährt "Robi-Tobi" zu seinen Wahlkampfterminen - ein auf einer Stange montierter Tabletcomputer, auf dem Hans im Straßenwahlkampf live zugeschaltet werden kann. Angesichts schwacher Umfragewerte für die CDU im Land ist Hans auf Aufmerksamkeit angewiesen, denn der 44-Jährige könnte nach nicht einmal einer Legislaturperiode vor der Abwahl stehen und die Macht an die SPD abgeben müssen. Politik 08.03.22 Diesel so teuer wie lange nicht Kritik an Hans nach Video über "irre" Spritpreise Anfang März versuchte Hans bereits mit einer Wutrede über den Dieselpreis vor einer Tankstelle, das Ruder herumzureißen. Darin bezeichnete er den tagesaktuellen Literpreis von 2,12 Euro als "irre". Doch das Video brachte ihm vor allem Kritik ein. Für Empörung sorgte vor allem der Satz: "Das trifft jetzt nicht nur Geringverdiener - das trifft wirklich die vielen fleißigen Leute." SPD winkt Wahlsieg Rund 800.000 Menschen sind im Saarland am Sonntag zur Landtagswahl aufgerufen. Insgesamt bewerben sich 17 Parteien und Wählergruppen um die 51 Sitze im Saarbrücker Parlament. Jüngste Umfragen sagen einen deutlichen Wahlsieg der SPD um Herausforderin und Landeswirtschaftsministerin Anke Rehlinger voraus. Politik 16.02.22 Abstand zur CDU wächst SPD liegt bei Umfrage im Saarland deutlich vorn Der CDU-Landesverband sieht sich seit der Niederlage der Union bei der Bundestagswahl im September mit sinkenden Umfragewerten konfrontiert. Die Landespartei könnte demnach ihr bislang schlechtestes Wahlergebnis von 33,4 Prozent aus dem Jahr 1990 noch unterbieten - die Umfragen sahen sie zuletzt zwischen 30 und 31 Prozent, nach 40,7 Prozent im Jahr 2017, damals aber noch mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als Spitzenkandidatin. Außer der seit 2012 in einer Großen Koalition im Saarland mitregierenden SPD konnte keine andere Partei von dem Abwärtstrend profitieren. Die Sozialdemokraten erreichen in den Umfragen zwischen 37 und 39 Prozent und könnten erstmals seit 22 Jahren wieder die Landesregierung anführen. Die kleineren Parteien müssen bangen Den Umfragen zufolge müssen alle weiteren Parteien um einen Einzug ins Parlament zittern. Bis auf die FDP sind die Oppositionsparteien inner- und außerhalb des Parlaments im Saarland zerstritten. Die Liberalen um Spitzenkandidatin Angelika Hießerich-Peter werden bei 5 Prozent gesehen. Politik 22.03.22 RTL/ntv-Trendbarometer SPD liegt vier Punkte hinter der Union Der Linken mit Spitzenkandidatin Barbara Spaniol, derzeit noch größte Oppositionsfraktion, droht nach einem eskalierten Streit um die Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl und dem Karriereende inklusive Parteiaustritt von Fraktionschef Oskar Lafontaine ein Desaster. Sie liegt bei nur 4 Prozent - nach einem bundesweit überdurchschnittlichen Ergebnis von 12,8 Prozent vor fünf Jahren. Auch den Grünen um Spitzenkandidatin Lisa Becker schadeten interne Streitigkeiten schwer. Wegen einer Auseinandersetzung um die Landeswahlliste war die Partei bei der Bundestagswahl nicht mit Zweitstimme wählbar. Nun steht sie mit 5 bis 6 Prozent äußerst schwach da. Vor dem Streit lag sie in Umfragen noch bei bis zu 15 Prozent. Die AfD wird bei 6 Prozent verortet, was ungefähr ihrem Ergebnis von 2017 entspricht. Sie muss allerdings ohne Landesliste antreten, weil eine bereits eingereichte Liste kurz vor Fristende offenbar ohne Wissen der Landesparteiführung zurückgezogen wurde. Die Partei ist nun auf die Kreiswahllisten der drei Wahlkreise angewiesen. Große Koalition unter umgekehrten Vorzeichen Sowohl Rehlinger als auch Hans dürften nach der Wahl nur wenige Koalitionsoptionen zur Verfügung stehen. Beide würden die Große Koalition ohnehin gern fortsetzen. Ob Hans auch als Juniorpartner dabei wäre, ließ er jedoch bisher offen. Um der Landesregierung weiterhin anzugehören, dürfte ihm aber keine andere Möglichkeit bleiben. Politik 22.03.22 Forsa-Politiker-Ranking Baerbock legt am stärksten zu Rechnerisch könnten für Rehlinger auch eine Ampelkoalition mit Grünen und FDP oder ein Bündnis mit Grünen und Linken möglich sein - eine Zusammenarbeit mit der Linken schloss sie jedoch bereits aus. Laut Umfragen für das ZDF und die "Bild"-Zeitung rückten zuletzt allerdings auch eine rot-grüne oder eine rot-gelbe Koalition ohne einen dritten Partner in den Bereich des Möglichen. SPD freut sich über Signal Für die Bundespolitik ist die Wahl nicht ohne Bedeutung. Während eine fortgesetzte Große Koalition kaum Auswirkungen auf die Verhältnisse im Bundesrat hätte, hat die erste Wahl des Jahres und die erste Landtagswahl seit der Bundestagswahl durchaus Signalwirkung. SPD, CDU und Grüne haben in den vergangenen Monaten ihre Parteispitzen ausgetauscht. Der neue SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil will den Wahlsieg von Olaf Scholz für den Auftakt in ein "sozialdemokratisches Jahrzehnt" nutzen. Für den Unionsfraktionschef Friedrich Merz ist es die erste bedeutsame Wahl. Während Rehlinger als Mitglied des SPD-Bundesvorstands durchaus zur SPD-Parteiprominenz gehört, hält das Konrad-Adenauer-Haus eher Distanz zu Hans. Dass er seine Zeit als Nachfolger Kramp-Karrenbauers nicht nutzen konnte, um sich als Landesvater zu profilieren, hat ihm nicht eben zu Ansehen verholfen. So setzt Merz auf die folgenden Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, wo die Ministerpräsidenten ebenfalls der CDU angehören, aber anders als Hans in den Umfragen vorne liegen. Quelle: ntv.de, Annalena Dörner, AFP

  • Hohe Spritkosten Sind E-Autos jetzt im Vorteil?18.03.2022, 13:34 Uhr | AFP

    Die Benzin- und Dieselpreise befinden sich weiterhin auf einem Rekordhoch. Besitzer eines E-Autos werden sich aktuell über ihre elektrische Alternative freuen: Eine Studie zeigt, wie sehr Elektroautofahrer nun sparen. Fahrer von Elektroautos müssen laut einer aktuellen Erhebung des Vergleichsportals Verivox beim Tanken derzeit deutlich weniger zahlen als die Besitzer von Verbrennern. "Angesichts der hohen Preise für Benzin und Diesel sparen alle, die ein E-Auto fahren, momentan richtig viel Geld", erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck am Mittwoch. Die Ersparnisse beim Tanken belaufen sich demnach auf bis zu 60 Prozent. So viel Geld müssen Fahrer jährlich zahlen Der durchschnittliche Stromverbrauch der zehn am häufigsten zugelassenen Elektroautos im Jahr 2020 lag Verivox zufolge bei 19 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 37,02 Cent pro kWh beliefen sich die Kosten auf dieser Strecke somit auf 7,04 Euro – hochgerechnet auf eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometern ergaben sich Kosten von 1.055 Euro. Autofahrer mit Benziner mussten laut Verivox zuletzt deutlich tiefer in die Tasche greifen: Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,7 Litern auf 100 Kilometern und einem Benzinpreis von 2,20 Euro beliefen sich die Tankkosten auf 16,94 Euro – bei jährlich 15.000 Kilometern somit auf 2.541 Euro. CO2-Handel: Wie Sie mit dem eigenen E-Auto Geld verdienen Gegen Missbrauch: E-Auto-Förderung soll angepasst werden Klimaschonend oder nicht?: EU-Klima-Check bei Plug-In-Hybriden Auch im Vergleich zu Diesel war ein Elektroauto Verivox zufolge günstiger. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometern und einem Dieselpreis von 2,317 Euro beliefen sich die Tankkosten auf durchschnittlich 16,22 Euro – bei 15.000 Kilometern wurden somit 2.433 Euro fällig. Verwendete Quellen: Nachrichtenagentur AFP

  • Kunden mit Nudelholz verfolgt Streit um Speiseöl in Supermarkt eskaliert26.03.2022, 12:06 Uhr

    Speiseöl wird knapp – und mancherorts kochen daher die Emotionen hoch. So auch in einem Supermarkt bei Ludwigsburg. Dort musste wegen einiger erboster Kunden die Polizei gerufen werden. Ein Streit um Speiseöl ist in einem Supermarkt in der Nähe von Stuttgart eskaliert – mit kuriosen Folgen: In dem Laden in Asperg (Kreis Ludwigsburg) hatte eine fünfköpfige Gruppe der Polizei zufolge mehr Flaschen Speiseöl kaufen wollen als vom Inhaber erlaubt. Derzeit wird wegen der hohen Nachfrage nach Speiseöl in vielen Geschäften der Verkauf von Speiseöl pro Kunde limitiert. Doch diese Begrenzung passte zwei Männern aus der Gruppe nicht. Sie schrien die 43-jährige Kassiererin den Angaben zufolge zuerst an und drohten dann beim Verlassen des Geschäfts verbal mit einer Gewalttat. Ersatz für Speiseöl: Diese Alternativen gibt es Streit bei Stuttgart: Speiseöl im Supermarkt knapp Das ließen die Mitarbeiter des Supermarkts offenbar nicht auf sich sitzen: Ein 36 Jahre alter Mitarbeiter folgte der Gruppe daraufhin mit einem Nudelholz bewaffnet zu ihrem Auto, um sie zur Rede zu stellen. Die frustrierten Kunden waren jedoch nicht sonderlich gesprächsbereit. Stattdessen warfen sie laut Polizei mehrere Ziersteine aus einem Steinkübel auf den Mitarbeiter. Wie viele Flaschen Speiseöl die Gruppe kaufen wollte, konnte eine Sprecherin der Polizei nicht sagen. Gegen die beiden aggressiven Männer werde nun wegen ihrer Drohungen ermittelt. Speiseöl wegen Ukraine-Krieg knapp Der Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) geht davon aus, dass die deutschen Vorräte an Sonnenblumenöl voraussichtlich nur noch wenige Wochen reichen werden. Die Gründe für die aktuelle Speiseöl-Knappheit sind vielfältig: Eine Rolle spielt der Ukraine-Krieg. Denn Russland und die Ukraine sind die weltweit wichtigsten Exporteure von Sonnenblumenöl. Laut Ovid bezieht Deutschland sein Sonnenblumenöl zu 94 Prozent aus dem Ausland, die Ukraine (51 Prozent) und Russland (27 Prozent) zählen demnach zu den wichtigsten Handelspartnern. Tarifverhandlungen: Erzieher kündigen Streik an – Kitas bleiben zu Speiseölmangel in Kölner Lokalen: Öl-Krise: Köln gehen die Pommes aus Makabrer Scherz: Unbekannte heben Grab für Putin aus Doch es gibt auch weitere Faktoren: Neben Missernten und zuletzt hoher Nachfrage leidet die Speiseöl-Versorgung auch weiterhin unter der Coronavirus-Pandemie. Denn immer wieder kommt es aufgrund von Krankheitsfällen zu Störungen in den Lieferketten.

  • Wegen Lieferproblemen VW-E-Modell ID.5 erst ab Mai verfügbar

    Wegen Lieferproblemen VW-E-Modell ID.5 erst ab Mai verfügbar 25.03.2022, 13:58 Uhr | dpa, dpa-AFX Neuvorstellung bei VW Welt-Premiere mit Live-Enthüllung des ID.5: In Zwickau wird das neue Flagschiff des Autoherstellers produziert. (Quelle: Sylvio Dittrich/imago images) Teilen Pinnen Twittern Mailen Redaktion Das neue Flagschiff des Autoherstellers ist lang ersehnt. Nun verschiebt sich die Auslieferung an die Kunden erneut. Grund ist dieses Mal nicht die Corona-Pandemie oder der Chipmangel. Volkswagen muss den Start seines nächsten Elektromodells ID.5 aufgrund der Lieferprobleme durch den Krieg in der Ukraine etwas verschieben. Die Auslieferungen des SUV-Coupés – nach dem ID.3 und ID.4 ein weiterer Vertreter der neuen Stromer-Reihe – verzögern sich wegen der mehrwöchigen Produktionsausfälle, die durch fehlende Teile im sächsischen Werk Zwickau ausgelöst worden waren. "Daher planen wir die Markteinführung des ID.5 entsprechend für den Mai", sagte ein Konzernsprecher und verwies auf die 18. Kalenderwoche. Zunächst hatte VW den April angepeilt. In mehreren Fabriken kam es zuletzt aber infolge ausbleibender Zulieferungen aus der Ukraine etwa bei Kabelbäumen zeitweise zum Stillstand – zusätzlich zu den Problemen in der Versorgung mit Elektronikchips. Das Magazin "Kfz-Betrieb" hatte unter Berufung auf ein Schreiben an die Autohändler über die jüngsten Konsequenzen der Engpässe berichtet. Autobranche hat weiterhin Probleme Die Serienproduktion des ID.5 war Ende Januar in Zwickau angelaufen. Das Werk ist inzwischen ganz auf die Fertigung von E-Autos umgerüstet und arbeitet ebenfalls für Konzerntöchter wie Audi. Am VW-Stammsitz Wolfsburg wurde die Versorgungslage nach Angaben des Unternehmens wieder etwas stabiler, dort fährt Volkswagen seine Fertigung in den nächsten zwei Wochen nun schneller hoch als zunächst geplant.

  • Russland scheut Infanterie-Angriffe auf Metropolen – Ausgangssperre in Kiew zurückgezogen

    Statt ukrainische Großstädte anzugreifen, zieht es Russland laut des britischen Verteidigungsministeriums vor, wahllos Städte zu bombardieren. Eine bis Montag angekündigte Ausgangssperre für Kiew wurde zurückgezogen. Ein Überblick. Die russischen Invasionstruppen in der Ukraine zögern nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums mit großen Infanterie-Angriffen auf ukrainische Großstädte. Die Invasoren setzten die Belagerung von Metropolen wie Charkiw, Tschernihiw und Mariupol zwar fort, teilte das Ministerium unter Berufung auf Erkenntnisse der Geheimdienste am Samstag mit. Sie zögen es jedoch vor, die Städte wahllos mit Artillerie und Luftwaffe zu bombardieren, um die Moral der Verteidiger zu brechen. Russische Bodentruppen hätten bereits erhebliche Verluste erlitten und versuchten jetzt, diese mithilfe ihrer Feuerkraft zu begrenzen, auf Kosten von Opfern unter ukrainischen Zivilisten. Der Bürgermeister Tschernihiw beklagte große Zerstörungen durch die russischen Truppen. „Die Stadt ist komplett verwüstet“, sagte Wladyslaw Atroschenko am Samstag. In den vergangenen Wochen seien in der Stadt, die nahe der russischen und der belarussischen Grenze liegt, mehr als 200 Zivilisten getötet worden. Von den mehr als 285.000 Einwohnern, die Tschernihiw vor dem Krieg zählte, sei demnach mittlerweile nicht einmal mehr die Hälfte übrig, sagte Atroschenko. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Der Bürgermeister beschrieb eine katastrophale humanitäre Lage in seiner Stadt. Russische Soldaten hätten eine Brücke zerstört, die in Richtung Kiew führte. Nun sei es nicht mehr möglich, Fluchtkorridore für Zivilisten einzurichten. Auch die Stromversorgung funktioniere nicht mehr. Aufgeben werde man aber nicht, betonte Atroschenko. Das Stadtbild ist durch zahlreiche mittelalterliche Kirchen und Klöster geprägt, von denen nach ukrainischen Angaben mindestens zwei beschädigt worden sind. Die Ukraine strebt für das Zentrum von Tschernihiw den Status als Weltkulturerbe an.Die westukrainische Metropole Lwiw (Lemberg) wurde am Samstag nach Angaben des Bürgermeisters aus der Luft angegriffen. Details waren zunächst nicht bekannt. Man warte auf Informationen der Militärverwaltung, schrieb Bürgermeister Andrij Sadowyj auf Telegram. Er rief die Menschen dazu auf, in Schutzräumen zu bleiben. Von dem Angriff sollten keine Fotos oder Videos verbreitet werden. Ein CNN-Korrespondent in Lwiw berichtete, es habe drei Explosionen gegeben. Die Stadt rund 80 Kilometer vor der Grenze zum Nato-Land Polen hat bislang nur wenige Angriffe erlebt. Sie ist aber voller Flüchtlinge aus anderen Teilen der Ukraine. US-Präsident Joe Biden hatte am Freitag die polnische Seite der Grenze besucht. Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen unterdessen nach Angaben eines ranghohen Vertreters des US-Verteidigungsministeriums darum, die wichtige südliche Stadt Cherson von den Russen zurückzuerobern. Das russische Militär habe keine so feste Kontrolle mehr über die Stadt wie zuvor, weswegen Cherson nun wieder als „umkämpftes Gebiet“ zu bewerten sei, sagte der Vertreter des Pentagons am Freitag. Die Ukrainer leisten dort „Widerstand“, wie er weiter sagte. Cherson am Beginn des Dnipro-Mündungsdeltas sei eine strategisch bedeutende Hafenstadt, sagte der leitende Beamte. Falls es den Ukrainern gelingen sollte, die Stadt zurückzuerobern, würde das den russischen Angriff auf die nahe umkämpfte Großstadt Mykolajiw erschweren. Zudem würde es eine mögliche Bodenoffensive in Richtung der östlichen Hafenstadt Odessa deutlich erschweren, sagte er. Eine mögliche Einnahme Chersons wäre „eine bedeutende Entwicklung“ für den Krieg im Süden der Ukraine, fügte er hinzu. Das russische Militär hatte Cherson Anfang des Monats eingenommen. Vor etwa zehn Tagen meldete Moskau die Einnahme des kompletten Bezirks Cherson. In dem Gebiet in der Schwarzmeer-Region leben rund eine Million Menschen. Der Pentagon-Vertreter erklärte weiter, wegen der Kämpfe südlich von Mykolajiw sei das russische Militär dort blockiert, weswegen es auch für Odessa keine „unmittelbare Bedrohung“ eines Angriffs gebe. Auch bei den russischen Kriegsschiffen im Schwarzen Meer sei keine Aktivität mit Blick auf Odessa zu erkennen. Anzeige Er fügte hinzu, das russische Militär habe weiter mit logistischen Problemen zu kämpfen. Nun gebe es „erste Anzeichen“, dass das Militär zusätzliche russische Truppen aus Georgien in die Ukraine verlegen wolle, sagte er. Weiter heftige Kämpfe um Mariupol – Holocaust-Mahnmal beschädigt Um die Hafenstadt Mariupol wird nach ukrainischen wie russischen Angaben weiter heftig gekämpft. Die russische Armee beschieße aus der Luft und mit Artillerie zivile und militärische Objekte, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Bericht Samstagmittag mit. Am Boden versuchten russische Kräfte, in das Stadtzentrum vorzudringen. Auch der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch sprach von Straßenkämpfen in Mariupol. Von russischer Seite veröffentlichte das Oberhaupt der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, Videos über den angeblichen Einsatz seiner Kämpfer in Mariupol. Hauptquartier der ukrainischen Luftwaffe angegriffen – Waffen-Depot zerstört Am Freitag war das Hauptquartier der ukrainischen Luftwaffe in Winnyzja im Westen des Landes mit mehreren russischen Marschflugkörpern beschossen worden. Ein Teil der sechs Raketen sei im Anflug abgeschossen worden, die übrigen trafen das Gebäude, teilte die Luftwaffenführung auf ihrer Facebook-Seite mit. Dabei sei „erheblicher Schaden“ an der Infrastruktur entstanden. Ein Foto auf der Facebook-Seite zeigte schwere Zerstörungen. Über eventuelle Opfer des Angriffs wurden keine Angaben gemacht. Die Untersuchungen und Bergungsarbeiten dauerten an. Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei einem Raketenangriff in der Ukraine erneut ein Arsenal mit Waffen und Militärtechnik zerstört. Vier Raketen vom Typ „Kaliber“ seien von einem Kriegsschiff im Schwarzen Meer abgefeuert und in dem Depot in der Nähe der Großstadt Schytomyr eingeschlagen. Die wichtige Industriestadt Schytomyr liegt rund ein 120 Kilometer westlich von Kiew. Insgesamt seien innerhalb von 24 Stunden 117 militärische Objekte zerstört worden, darunter sechs Kommandostellen und drei Kampfflugzeuge, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag mit. Von unabhängiger Seite überprüfbar waren diese Angaben nicht. Veröffentlicht wurde erneut auch ein Video, auf dem der Abschuss von Raketen zu sehen war. Beobachter kommentierten zuletzt, dass das russische Militär seine Angriffe in der Ukraine auch für eine beispiellose Waffenschau nutze, um seine Raketen vorzuführen. Russische Truppen haben offenbar die Kontrolle über die Stadt Slawutytsch in der Nähe des ukrainischen Unglücks-Kernkraftwerks Tschernobyl erlangt. Sie hätten das Krankenhaus eingenommen und den Bürgermeister entführt, hieß es einer Online-Mitteilung des Gouverneurs der Region Kiew, Olexandr Pawljuk. In Slawutytsch leben die Beschäftigten von Tschernobyl. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Am Freitag hieß es von ukrainischer Seite, ein erster Angriff sei zurückgeschlagen worden. 59 Gotteshäuser beschossen Anzeige Fast 60 Kirchen und Gotteshäuser anderer Religionen in der Ukraine sind nach Kiewer Zählung bislang durch den russischen Angriffskrieg zerstört oder beschädigt worden. Bis Freitag zählte die für Kirchenfragen zuständige Behörde 59 religiöse Stätten, die beschossen wurden. Die weitaus meisten getroffenen Objekte seien orthodoxe Kirchen. Schwere Verluste erlitt demnach vor allem die Ukrainische-Orthodoxe Kirche, die zum Moskauer Patriarchat gehört und im Osten des Landes besonders stark vertreten ist. So wurde das Erzkloster Mariä-Entschlafung in Swjatohirsk teilweise zerstört, das zu den heiligsten Klöstern der russischen Orthodoxie gehört. Beschädigte ukrainisch-orthodoxen Kirche in Jasnohorodka am Rande von Kiew Quelle: dpa/Rodrigo Abd Ebenso seien eine römisch-katholische Kirche und fünf evangelische Kirchen von den Kämpfen betroffen gewesen, zählte der Staatliche Dienst für Nationalitätenpolitik und Gewissensfreiheit in Kiew. Auch je drei islamische Moscheen und jüdische Synagogen wurden beschädigt. Wo ist der russische Verteidigungsminister? Seit einigen Tagen wird über den Verbleib des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu spekuliert. Normalerweise ist der 66-Jährige regelmäßig in den Sendungen des Staatsfernsehens zu sehen. Doch seit dem 11. März hatte er offensichtlich keine öffentlichen Termine mehr wahrgenommen. Jetzt sind erstmals nach zweiwöchiger Abwesenheit Bilder von ihm verbreitet worden. Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Samstag ein Video, das zeigt, wie Schoigu eine Sitzung zum russischen Verteidigungsetat leitet. Die Aufnahme ist nicht datiert, der Verteidigungsminister macht russischen Nachrichtenagenturen zufolge darin aber eine Anspielung auf ein Treffen mit dem Finanzminister, das am Freitag stattgefunden habe. Ein Foto des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu vom 14. Februar 2022 Quelle: dpa/Alexei Nikolsky Informanten in der russischen Armee Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsgeheimdienstes GUR ist die russische Armee durchsetzt von Informanten und hat sich verschiedene „Fehleinschätzungen“ geleistet. Eine „sehr große Anzahl von Menschen“ sei mobilisiert worden, um hinter den russischen Linien einen Guerillakrieg zu führen, sagte GUR-Chef Kyrylo Budanow der US-Publikation „The Nation“ am Freitag. Die ukrainischen Streitkräfte hätten außerdem von „Fehleinschätzungen“ der Russen profitiert. Die Ukraine setze diese Informanten effektiv ein. „Wir haben viele Informanten in der russischen Armee, nicht nur in der russischen Armee, sondern auch in ihren politischen Kreisen und ihrer Führung“, sagte Budanow. „Im November wussten wir bereits über die Absichten der Russen Bescheid.“ Auch in den Reihen der Tschetschenen seien viele Informanten. „Sobald sie mit der Vorbereitung einer Operation beginnen, wissen wir das von unseren Informanten.“ Die ukrainische Armee habe gezeigt, dass die russische Armee als zweitstärkste Armee der Welt ein großer Mythos sei und „nur eine mittelalterliche Konzentration von Kräften und alten Methoden der Kriegsführung darstellt“, sagte er weiter. Russland will keine Reservisten einberufen Das russische Verteidigungsministerium hat bekräftigt, im Ukraine-Konflikt keine Reservisten einsetzen zu wollen. „Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation zieht keine Reservisten ein und plant auch nicht, Reservisten in die Militärstationen einzuberufen“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Samstag. Anrufe, die russische Männer in den vergangenen Tagen angeblich von der russischen Armee erhalten hätten, seien „gefälscht“. Ein russischer Soldat zielt mit einem Gewehr aus einem russischen Militärhubschrauber Quelle: dpa/Uncredited In den vergangenen Tagen hätten russische Männer Telefonanrufe erhalten, in denen ihnen eine „aufgezeichnete Stimme“ mitgeteilt habe, dass sie vom Militär einberufen würden. Diese Anrufe seien allesamt gefälscht und „von ukrainischem Territorium aus getätigt worden“, erklärte der Ministeriumssprecher. Es handele sich um eine „Provokation“ durch die Ukraine. Viele tote russische Generäle Die Ukraine hat indes den Tod eines weiteren russischen Generals bei Kämpfen gemeldet. Ukrainische Truppen hätten bei einem Bombenangriff auf den Flughafen von Tschornobajiwka in der Region Cherson den Kommandanten der 49. Armee des südlichen Distrikts, General Jakow Rjasanzew, getötet, erklärte Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch am Freitag. Rjasanzew ist bereits der sechste russische General, dessen Tod die Ukraine seit Kriegsbeginn vor einem Monat meldet. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Russland hat bislang nur den Tod von General Andrej Suchowezki sowie des stellvertretenden Chefs der Nordmeerflotte, Kapitän Andrej Palij bestätigt. BLICK NACH OSTEN Das Wichtigste zu Putins Krieg in der Ukraine jeden Abend für Sie, inklusive der besten WELTplus-Empfehlungen. E-MAIL ADRESSE Westliche Sicherheitskreise sprachen am Freitag allerdings von sieben getöteten Generälen, darunter ein tschetschenischer Kommandeur der Spezialkräfte sowie ein Kommandeur, der von seiner eigenen Truppe getötet worden sein soll. Zudem sei ein ranghoher General Anfang der Woche vom Kreml wegen der schweren Verluste und strategischen Fehler während des seit einem Monat andauernden Angriffskriegs entlassen worden. Das von der russischen Staatsagentur Tass verbreitete Bild zeigt russische Soldaten auf der Ladefläche eines Lastwagens Quelle: dpa/Sergei Malgavko Zum Teil machen Experten Kommunikations- und Logistikprobleme dafür verantwortlich, die hochrangige Offiziere dazu veranlassten, unverschlüsselte Kanäle zu benutzen. Damit sind sie den ukrainischen Streitkräften ausgeliefert. Elie Tenenbaum vom französischen Institut für internationale Beziehungen (Ifri) sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Gegenwart hoher Offiziere nahe der Kampflinien zeige, dass Moskau „von den Generälen verlangt, an der Spitze ihrer Truppen zu stehen und Risiken einzugehen“, um gegen eine niedrige Kampfmoral der Truppe vorzugehen. Ukrainische Soldaten in der Nähe eines von russischen Bomben getroffenen Shopping-Centers bei Kiew Quelle: REUTERS Der Kreml gab am Freitag bekannt, dass etwas mehr als 1300 Militärangehörige im Kampf getötet worden seien. Westliche Schätzungen gehen von einer vier- oder fünfmal so hohen Zahl aus. Es wird vermutet, dass etwa 20 der von Moskau in der Ukraine eingesetzten taktischen Gruppen mit 115 bis 120 Bataillonen aufgrund der erlittenen Verluste „nicht mehr kampffähig“ sind. Angesichts des anhaltenden Widerstands von Armee und Bevölkerung gegen die russische Armee zeichnet sich ein Strategiewechsel Moskaus ab. Künftig werde sich die Armee auf die „Befreiung“ der Donbass-Region in der Ostukraine konzentrieren, sagte Russlands Vize-Generalstabschef Sergej Rudskoj am Freitag. Das ukrainische Militär hatte zuvor bedeutende Geländegewinne unter anderem in der Hauptstadtregion Kiew gemeldet. Dennoch hält das ukrainische Militär einen groß angelegten Angriff russischer Truppen auf Kiew immer noch für möglich. Dazu ziehe der Gegner weiterhin starke Kräfte zusammen, sagte Ukraines Heeres-Stabschef Olexander Grusewitsch am Freitag. Zudem würden nach Erkenntnissen der Aufklärung in der Kaukasus-Republik Dagestan spezielle Einheiten für diesen Einsatz vorbereitet. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Ein Mann transportiert Trümmer auf einer Karre in Kiew Oblast Quelle: dpa/Alex Chan Tsz Yuk Eine zunächst bis Montag angekündigte Ausgangssperre für die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist wieder aufgehoben worden. „Neue Information des Militärkommandos: Die Ausgangssperre in Kiew und Umgebung wird morgen nicht in Kraft sein“, teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am Samstag im Messengerdienst Telegram mit. Kurz zuvor hatte Klitschko unter Berufung auf das Militärkommando eine erneute Ausgangssperre von Samstag um 20.00 Uhr „bis mindestens 07.00 Uhr am Montag“ angekündigt. Nun sollen die Einwohner Kiews aber nur wie gewohnt nachts zwischen 20.00 Uhr (Ortszeit; 19.00 MEZ) und 07.00 Uhr nicht auf die Straße gehen. Warnung vor Berichten über Waffenlieferungen und Aktionen Trotz der militärischen Erfolge der vergangenen Tage hat das ukrainische Verteidigungsministerium vor vorschnellen und unkontrollierten Berichten über Waffenlieferungen oder militärische Aktionen gewarnt. Diese würden nur der russischen Seite in die Hände spielen und ihr helfen, „Aktionen genauer auszurichten“, sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar am Freitagabend. Es sei bereits vorgekommen, dass „gut gemeinte oder aus Dankbarkeit veröffentlichte Berichte“ über Waffenkäufe oder -lieferungen dazu geführt hätten, dass entweder Verträge gekündigt oder Lieferungen verhindert worden seien. „Und daher versuchen wir heute unter Kriegsbedingungen zu verhindern, dass Informationen über Hilfe, die wir erhalten, durchsickern“, sagte Maljar. Quelle: Infografik WELT/Isabell Bischoff In der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol bleibt die Lage nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Selenskyj „absolut dramatisch“. Russische Militärs erlaubten keine humanitäre Hilfe für die Bewohner. „Sie benutzen die Bewohner von Mariupol bestenfalls für ihre Propagandisten“, sagte er am in der Nacht zum Samstag in einer Videoansprache. Ausgebombte Einwohner von Mariupol Quelle: REUTERS Der Bürgermeister von Mariupol hat nach eigenen Angaben mit dem französischen Botschafter die Möglichkeiten für Hilfe bei einer Evakuierung sondiert. Dies teilte Bürgermeister Wadym Boitschenko im staatlichen Fernsehen mit. Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, er wolle Russland einen Plan vorschlagen, um dabei zu helfen, die Menschen aus der Stadt in Sicherheit zu bringen. Bürgermeister Boitschenko erklärte zudem, die Lage in der Stadt sei weiterhin kritisch. Im Stadtzentrum gingen die Straßenkämpfe weiter. Seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als einem Monat sind nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft bislang 136 Kinder getötet worden. 199 Kinder seien verletzt worden, teilt die Behörde auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen.

  • Selenskyj fordert von Öl- und Gasländern höhere Produktion

    Der ukrainische Präsident hat sich per Videobotschaft an die Mitglieder des Doha-Forums gewandt. Die Länder sollten ihre Fördermengen erhöhen, damit Russland andere Staaten nicht mehr »erpressen« könne. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die energieproduzierenden Staaten aufgefordert, auf Russlands Invasion in die Ukraine zu reagieren. In einer Videobotschaft rief Selenskyj die Staaten dazu auf, ihre Fördermengen zu erhöhen. Dann könne Russland seine Öl- und Gasvorkommen nicht »als Waffe einsetzen, um die Welt zu erpressen«, so Selenskyj in seiner Videoansprache auf der internationalen Konferenz des Doha-Forum am Samstag. Länder wie Konferenzgastgeber Katar könnten einen Beitrag leisten, um die Energieversorgung in Europa zu stabilisieren: »Die Zukunft Europas hängt von Ihren Anstrengungen ab.« Der seit mehr als einem Monat andauernde Krieg in der Ukraine und die westlichen Sanktionen gegen Russland haben in Europa Sorgen vor Energieengpässen geschürt. In seiner Rede warf Selenskyj Russland außerdem vor, ein neues atomares Wettrüsten zu befeuern. »Sie (die Russen) prahlen damit, dass sie mit Atomwaffen nicht nur ein bestimmtes Land, sondern den ganzen Planeten zerstören können.« Außerdem wirke sich der Krieg auf die Nahrungsmittelversorgung aus. Kein Land könne vor Preisschocks bei Lebensmitteln sicher sein, sagte Selenskyj. Russische Truppen besetzten ukrainische Felder und »sprengen unsere Agrarausrüstung in die Luft«, fügte Selenskyj hinzu. Die Ukraine gehört zu den größten Getreideproduzenten weltweit. Aber auch über die Ukraine hinaus führt die russische Invasion dazu, dass Dünger teurer geworden ist.Videoappellen an die internationale Gemeinschaft, um angesichts des russischen Angriffskriegs mehr Unterstützung für sein Land zu fordern. Am Donnerstag hatte Selenskyj in einer per Video übertragenen Rede von den EU-Staats- und Regierungschefs mehr wirtschaftlichen Druck auf Moskau verlangt. Selenskyj forderte bereits wiederholt einen Einfuhrstopp für russisches Gas und Öl sowie Kohle von der EU. Ein sofortiges Energieembargo gegen Russland hat Deutschland bislang abgelehnt, auch aus Sorgen vor den Folgen für die eigene Wirtschaft. liv/afp/rtr

  • Saarland-Wahl Merz droht erste Wahl-Schlappe

    Das dürfte kein schöner Sonntag werden für Friedrich Merz (66)! Dem CDU-Chef und heimlichen Schattenkanzler droht am Sonntag bei der Landtagswahl im Saarland die 1. Niederlage. Denn: In letzten Umfragen liegt Merz‘ CDU mit 31 Prozent (INSA) deutlich hinter der SPD (39 Prozent). ▶︎ Grüne und FDP müssen um den Wiedereinzug bangen, die Linke ist sicher draußen (AfD: 6 Prozent). Mit etwas Glück könnte CDU-Ministerpräsident Tobias Hans (44) als Juniorpartner in einer GroKo von SPD-Kandidatin Anke Rehlinger (45) aber weiterregieren. SPD-Kandidatin Anke Rehlinger (45)Foto: Andreas Arnold In Merz‘ Berliner CDU-Zentrale geht man nach BILD-Informationen bereits auf Distanz zu Hans und der CDU-Saar: Keine Themen, kaum Mobilisierung im Wahlkampf, schlechte Organisation. Botschaft: Nicht Merz, sondern Hans hat es selbst verbockt.

  • USA wollen Europa mit riesigen Mengen Flüssiggas versorgen

    In Brüssel vereinbarte US-Präsident Biden mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass Europa unabhängiger von Energielieferungen aus Russland werden soll. Die USA wollen in diesem Jahr mit internationalen Partnern 15 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas (LNG) zusätzlich in die EU liefern. Langfristig solle die Menge auf 50 Milliarden Kubikmeter pro Jahr ansteigen, kündigten Biden und von der Leyen an. Damit könnte nach Kommissionsangaben etwa ein Drittel der derzeitigen Gasimporte aus Russland ersetzt werden. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten am Donnerstag bei ihrem Gipfel in Brüssel keine Einigkeit über eine grundsätzliche Absage an russische Energielieferungen gezeigt. Deutschland kommt nach Darstellung von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) voran auf dem Weg zu weniger Gas, Öl und Kohle aus Russland. "Deutschland ist dabei, seine Energieabhängigkeit von Russland in hohem Tempo zu verringern und die Energieversorgung auf eine breitere Basis zu stellen", heißt es in einem Papier des Ministeriums. Habeck sagte, mit Ende des Sommers und zum Herbst hin könne Deutschland komplett auf russische Kohle verzichten. Beim Öl erwarte er eine Halbierung der russischen Importe zum Sommer. Beim Gas könne es gelingen, bis zum Sommer 2024 bis auf wenige Anteile unabhängig von russischen Lieferungen zu werden. An den deutschen Grenzen wurde bis Freitag die Einreise von 253 157 Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine registriert. Das teilte das Bundesinnenministerium mit. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, weil viele Ukrainer kein Visum brauchen und nicht überall kontrolliert wird. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks haben seit Kriegsbeginn mehr als 3,7 Millionen Menschen die Ukraine verlassen. (dpa/fra)

  • Ukrainer sehen Rückzug russischer Truppen

    Aus der Ukraine wurden auch in der Nacht zum Freitag heftige Kämpfe gemeldet. Im Nordosten zogen sich nach Angaben des ukrainischen Generalstabs aber einige russische Verbände hinter die Grenze zurück. Sie hätten hohe Verluste erlitten, teilweise mehr als die Hälfte ihrer Kräfte, hieß es. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet waren nicht unabhängig überprüfbar. Allerdings bestätigten in den vergangenen Tagen auch US-amerikanische und britische Quellen, dass ukrainische Kräfte östlich und nordwestlich der Hauptstadt Kiew erfolgreiche Gegenangriffe unternommen hätten. Die westlichen Militärmächte beobachten das Geschehen mit Satelliten. Russland kündigte als Reaktion auf zusätzliche Truppen an der Nato-Ostflanke an, seine Truppen an der Westgrenze aufzustocken. Die Nato hatte wegen des Kriegs ihre Verteidigungspläne aktiviert und an der Ostflanke 40 000 Soldaten dem direkten Kommando des Bündnisses unterstellt. Moskau warf dem Westen vor, mit den Sanktionen Krieg gegen Russland zu führen. "Heute haben sie uns einen echten hybriden Krieg erklärt, den totalen Krieg", sagte Außenminister Sergej Lawrow.

  • Pentagon: Russen haben ihre Fähigkeiten überschätzt

    Ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte mit Blick auf die russischen Truppen: "Sie sind auf den Donbass konzentriert." Ein Vormarsch auf die Hauptstadt Kiew sei derzeit nicht zu beobachten. "Sie graben sich ein, sie bauen Verteidigungspositionen auf." Der Pentagon-Vertreter sagte weiter: "Offensichtlich haben sie ihre Fähigkeit, Kiew einzunehmen, überschätzt. Und offen gesagt haben sie ihre Fähigkeit überschätzt, irgendein Bevölkerungszentrum einzunehmen. Und sie haben den ukrainischen Widerstand eindeutig unterschätzt."" Putin hatte den Angriff am 24. Februar unter anderm mit der Begründung angeordnet, den als unabhängig anerkannten ostukrainischen Separatistengebieten Donezk und Luhansk beizustehen. Der Kreml behauptet, ukrainische Nationalisten verübten in der Region einen "Genozid" an der russischsprachigen Bevölkerung. Dafür gibt es keine Belege. Als weitere Ziele des Angriffs hat Moskau unter anderem benannt: ein neutraler Status der Ukraine, die "Entmilitarisierung" und "Entnazifizierung" des Landes sowie die Anerkennung der 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch. Die "militärische Sonderoperation", wie Russland den Krieg nennt, werde fortgesetzt, bis die von Oberbefehlshaber Putin festgelegten Aufgaben vollständig erfüllt seien, sagte Rudskoj. "Ursprünglich hatten wir nicht geplant, (die großen Städte) zu erstürmen, um Zerstörungen zu verhindern und Verluste unter Soldaten und Zivilisten zu minimieren." Dies sei aber nicht mehr ausgeschlossen. Erstmals seit dreieinhalb Wochen veröffentlichten die Russen Zahlen zu Verlusten ihrer Armee. Es seien 1.351 russische Soldaten getötet und 3.825 Soldaten verletzt worden, teilte der Generalstab mit. Experten gehen allerdings von mehreren Tausend toten russischen Soldaten aus, die Ukraine spricht von 16.000 getöteten russischen Soldaten. Auf ukrainischer Seite seien 14.000 Soldaten getötet und 16.000 weitere verletzt worden, hieß es aus Moskau. Die Ukraine selbst hatte zuletzt am 12. März von rund 1.300 getöteten Soldaten in den eigenen Reihen gesprochen. Die Zahlen sind nicht überprüfbar.

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