T-NEWS
"Immer informiert, immer kostenlos!"

688 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Gespräch über Saporischschja Treffen von Baerbock mit Lawrow platzt
Im Hintergrund verhandeln Russland und Deutschland über ein Treffen ihrer Außenminister am Rande der UNO-Vollversammlung. Doch zu einem Gespräch zwischen Lawrow und Baerbock über die Lage im AKW Saporischschja kommt es nicht. Moskau gibt dafür der Gegenseite die Schuld. Ein anvisiertes Treffen zwischen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und dem russischen Chefdiplomaten Sergej Lawrow in New York ist geplatzt. "Nachdem sie ihre Anfragen zu Verhandlungen mit Sergej Lawrow am Rande der UN-Vollversammlung gestellt und von der russischen Seite einen Terminvorschlag bekommen haben, sind die EU-Delegationen vom Radar verschwunden", kritisierte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa auf ihrem Telegram-Kanal. POLITIK23.09.22 02:48 min "Selenskyj ist ein Bastard"Lawrow brüskiert UN-Rat mit Schmähungen und Propaganda Dabei bezog sich die 46-Jährige offenbar auch auf ein angebahntes Gespräch zwischen Baerbock und Lawrow. Im Vorfeld der Generaldebatte in New York habe es Kontakte zwischen den Delegationen vor Ort gegeben. Es sei um die Möglichkeit eines Gesprächs von Baerbock mit ihrem russischen Amtskollegen zur Sicherheit des Atomkraftwerks Saporischschja gegangen, hieß es dazu aus diplomatischen Kreisen. Das Treffen kam nicht zustande. Das Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine war in den letzten Wochen schwer umkämpft. Mehrfach wurde die Anlage getroffen, was international die Sorge vor einem Nuklearunglück erhöhte. MEHR ZUM THEMAPutins Angriff auf die UkraineBaerbock: Ein Krieg, den Russland nicht gewinnen wird Kommt zu spät und geht zu frühLawrow gibt im UN-Sicherheitsrat den Paria Eine Beobachtermission der Internationalen Atombehörde IAEA konnte das AKW Anfang September besuchen. Der Großteil der Experten reiste jedoch noch am selben Tag wieder ab, nur zwei IAEA-Mitarbeiter verblieben vor Ort. Der Beschuss des Kernkraftwerks setzte sich anschließend fort. Die Atombehörde nannte das Unfallrisiko in ihrem Untersuchungsbericht "signifikant" und forderte zuletzt, eine Schutzzone um das Kraftwerk zu errichten. Lawrow wird heute bei der UN-Generaldebatte sprechen. Er hatte bereits am Donnerstag eine Rede vor dem UN-Sicherheitsrat gehalten, dabei schwere Vorwürfe gegen die Ukraine erhoben - und den Saal nach seiner Rede verlassen - ein Vorgehen, das Baerbock und andere westliche Vertreter öffentlich kritisiert hatten. Am Samstag wird vor der UN-Vollversammlung auch der chinesische Außenminister Wang Yi sprechen. Baerbock ist bereits abgereist. Das diplomatische Spitzentreffen in New York hatte am Dienstag begonnen und läuft noch bis Montag. Quelle: ntv.de, jog/dpa
- Besatzer in der Ostukraine sammeln Stimmen an der Haustür
Angesichts der jüngsten russischen Niederlagen drängt Moskau auf eine schnelle Annexion der besetzten ukrainischen Gebiete. Seit dem Morgen gehen Besatzer von Tür zu Tür, um Stimmen einzusammeln. Wahllokale sollen erst am letzten Tag der undemokratischen Abstimmung öffnen. Trotz scharfer internationaler Proteste haben in vier russisch kontrollierten Gebieten in der Ukraine am Morgen Scheinreferenden zur Annexion durch Russland begonnen. Abstimmungen finden in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk im ostukrainischen Donbass sowie in den südukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja statt. Die "Referenden" sollen bis Dienstag laufen, danach wird mit einer raschen Annexion durch Moskau gerechnet. POLITIK21.09.22 02:00 min "Referenden" und TeilmobilisierungPutin leitet neue Phase des Ukraine-Kriegs ein Von einem historischen Tag sprach der Separatistenchef Denis Puschilin in der von Russland anerkannten "Volksrepublik Donezk". "Dieses Referendum ist entscheidend, es ist der Durchbruch in eine neue Realität", sagte er in einem im Nachrichtenkanal Telegram veröffentlichten Video. Weder Kiew noch die internationale Gemeinschaft erkennen die Abstimmung unter der Besatzungsmacht Russland an. Es handelt sich um Scheinreferenden, weil sie ohne Zustimmung der Ukraine, unter Kriegsrecht und nicht nach demokratischen Prinzipien ablaufen. Auch eine freie Arbeit internationaler, unabhängiger Beobachter ist nicht möglich. Die Scheinreferenden waren kurzfristig angekündigt worden, nachdem die ukrainische Armee bei einer Gegenoffensive vor allem im Nordosten des Landes große Gebiete zurückerobern konnte. Hunderte Dörfer und Städte, die zuvor von russischen Einheiten kontrolliert waren und aus denen die Besatzer überstürzt flüchten mussten, fielen in der Region Charkiw zurück an die Ukrainer. SPD-Politiker Roth verurteilt "perversen Landraub" Nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen begannen die Abstimmungen um 7.00 Uhr MESZ. Demnach werden die sogenannten Referenden wegen der kurzen Vorbereitungszeit nicht per elektronischem Votum, sondern mit Wahlzetteln auf Papier stattfinden. Pro-russische Behördenvertreter werden in den ersten Tagen von Tür zu Tür gehen, um Stimmen einzusammeln. Erst am Dienstag, dem letzten Tag, werden Wahllokale geöffnet. POLITIK22.09.22 04:38 min Direktor des Völkerrechts-Instituts"Scheinreferenden dürfen keine Anerkennung finden" In Donezk und in der Region Luhansk - beide Regionen sind von Moskau bereits als selbsternannte "Volksrepubliken" anerkannt - sollen die Bürger auf die Fragen antworten, ob sie "den Beitritt der Republik zu Russland" unterstützen, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. In Cherson und Saporischschja lautet die Frage bei der Abstimmung, ob die Bürger mit der "Abspaltung von der Ukraine" und der Eingliederung "in die Russische Föderation" einverstanden sind. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, bekräftigte die Kritik an den sogenannten Referenden und verwies im ZDF dabei auch auf die Verurteilung durch Bundeskanzler Olaf Scholz. Roth sprach von einem "perversen Landraub" und einem "Völkerrechtsbruch", den der Westen nicht akzeptieren werde. "Wir werden unsere Unterstützung konsequent fortsetzen", sagte er mit Blick auch auf deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine. Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa
- Von nichts kommt nichts Teilmobilisierung könnte Rohrkrepierer werden
Die vom Kreml ausgerufene Teilmobilisierung soll 300.000 zusätzliche Soldaten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine bereitstellen. Experten sind skeptisch, ob Russland dazu in der Lage ist, und vieles deutet darauf hin, dass die Aktion für Putin zum gefährlichen Rohrkrepierer werden könnte. Statt die allgemeine Mobilisierung auszurufen, ordnet Putin nur eine Teilmobilisierung an. Trotzdem sollen durch den Schritt bis zu 300.000 zusätzliche Soldaten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine bereitgestellt werden, um eine drohende Niederlage abzuwehren. Die Zahl wirkt auf den ersten Blick bedrohlich hoch, doch realistisch ist sie kaum. Experten sind skeptisch, dass das Militär auch nur annähernd in der Lage ist, so viele Männer auszurüsten und für den Fronteinsatz fit zu machen. Der Schuss könnte für Putin sogar im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgehen, vermuten sie. Denn zu einem "echten Krieg" seien die Russen eigentlich gar nicht bereit - schon gar nicht, wenn er schlecht laufe. Der Wurm steckt im System Die russische Armee sei eigentlich schon vor der Invasion eine teilmobilisierte Truppe gewesen, erklären Michael Kofman und Rob Lee in einem Beitrag für "War on the Rocks". Nach dem Ende der Sowjetunion seien die russischen Streitkräfte in mehreren Stufen verschlankt worden, um zu einer Armee zu werden, die zwar weiter Wehrpflichtige habe, sich aber vor allem auf Vertragssoldaten stütze. Ähnlich wie im Westen war sie nicht mehr auf eine große Konfrontation, sondern auf die schnelle Lösung von Konflikten ausgelegt. 2013 seien die Streitkräfte wieder vergrößert worden, um zu einem größer angelegten Krieg fähig zu sein. Die teilmobilisierte Struktur sei aber grundsätzlich beibehalten worden, so Kofman und Lee. Da eine höhere Bereitschaft zur kurzfristigen Einsatzfähigkeit hinsichtlich Ausrüstung und Personal gefordert wurde, hätten die noch rund 250.000 Wehrpflichtigen dabei nicht ins Konzept gepasst. Russische Armee nicht für "echten Krieg" geeignet Als Folge habe die russische Armee aus unterbesetzten Einheiten bestanden. "Die Hardware war da, aber die Leute waren es nicht", schreiben die beiden Autoren. Das russische Militär sei gut geeignet für kurze, hochintensive Feldzüge mit einem starken Einsatz von Artillerie, aber nur schlecht für eine anhaltende Besetzung oder einen Zermürbungskrieg, wie es aktuell in der Ukraine der Fall sei. "Das russische Militär hat nicht die Zahlen verfügbar, um Streitkräfte einfach anzupassen oder zu rotieren, wenn in einem Krieg eine erhebliche Menge an Kampfkraft gebunden wird", schreiben Kofman und Lee. Man sei davon ausgegangen, "dass im Falle einer Krise mit der NATO die politische Führung die Mobilisierung genehmigen würde, um die Besatzungsstärke zu erhöhen und personell aufgestockte Formationen einzusetzen." Unterbesetzte, dezimierte Bataillone Um mit den vorhandenen Vertragssoldaten auszukommen, seien auch alle in die Ukraine geschickten Bataillone unterbesetzt gewesen, schreiben Kofman und Lee. Ohne Hilfskräfte und andere unterstützende Elemente habe die Gesamtgröße der Invasionsarmee ursprünglich nur rund 80.000 Mann betragen. Laut "The Wall Street Journal" bezifferte das Pentagon die russischen Verluste bereits Anfang August auf etwa 80.000 Gefallene und Verwundete, das ukrainische Verteidigungsministerium zählt aktuell rund 55.000 tote russische Soldaten. Selbst wenn es "nur" 30.000 oder 40.000 sein sollten, ergibt sich damit eine gewaltige Personallücke. Der ukrainische Präsident Selenskyj schätzte die Länge der aktuell umkämpften Frontlinie Ende August auf 1300 Kilometer. Ohne Aufstockung können sie Putins Truppen nicht ausreichend absichern. Was das bedeutet, sieht man am erfolgreichen ukrainischen Vorstoß in der Region Charkiw im Nordosten und weiteren russischen Niederlagen in den vergangenen Wochen. Beobachter sehen unter anderem die ausgedünnten und isolierten russischen Truppen im Süden in und um Cherson kurz vor dem Kollaps. Begrenzte Kriegsbereitschaft der Bevölkerung Eine generelle Mobilisierung wollte Putin möglicherweise nicht riskieren, um es sich nicht mit der Bevölkerung zu verscherzen. Denn deren Begeisterung für die "Militäroperation" scheint begrenzt zu sein. Ukraine-Korrespondentin Natalija Wassiljewa schreibt auf Twitter von einem Pakt, den der Präsident bereits mit der Teilmobilisierung gebrochen habe: "Ihr könnt normal weiterleben, während wir uns um die internationale Bühne kümmern." Die Einberufungsbefehle waren offensichtlich schon vorbereitet, hier ein Anschreiben aus St. Petersburg. (Foto: @KramarenkoMari3) Indem der Kreml auf die generelle Mobilisierung verzichtet, werden zumindest keine jungen Wehrpflichtigen eingezogen, was mehr oder weniger ein Tabubruch gewesen wäre. Shoigu beteuerte im russischen Fernsehen, sie würden nicht mobilisiert und nicht in die "Zone der besonderen Militäroperation" geschickt. Aber die Verträge der Zeitsoldaten, die normalerweise nach drei bis sechs Monate nach Hause können, werden auf unbestimmte Zeit verlängert. Außerdem werden Reservisten eingezogen, die laut Shoigu gedient haben sowie militärische Spezialkenntnisse und Kampferfahrung haben. Flüge aus Russland heraus ausgebucht Wie groß die Sorge vieler Russen ist, jetzt selbst (wieder) kämpfen zu müssen, sieht man an der Tatsache, dass laut "Ukrajinska Prawda" bereits kurz nach Putins Rede sämtliche Direktflüge nach Istanbul, Eriwan und Tiflis für die nahe Zukunft ausverkauft waren. BBC-Korrespondent Will Vernon lag also offenbar mit seiner Annahme richtig, dass nach der Nachricht von der Teilmobilmachung "viele Russen, insbesondere junge Berufstätige, erwägen werden, das Land so schnell wie möglich zu verlassen." Die Stimmung eines Teils der Bevölkerung ist auch durch Kommentare in Internetforen zu erahnen, der Berliner Osteuropa-Experte Sergey Sumlenny hat einige davon getwittert: "Ich fühle mich verzweifelt, mein Sohn wurde gerade entlassen. Was passiert jetzt mit ihm? Er ist alles, was ich habe." "Ich weine. Wir hätten Russland Anfang dieses Jahres entkommen können, aber ich hatte Einwände. Mein Mann kann jetzt mobilisiert werden. Warum?!" "Ich weine, meine Hände zittern. Niemand hat das geglaubt. Was tun?!" Gefährliche Situation für Putin Ob Aufrufe zum Protest, wie von der Antikriegsbewegung "Vesna", Massen auf russische Straßen bringen werden, bleibt abzuwarten. Der Historiker und Militärexperte Trient Telenko rechnet damit, dass Putins Stuhl bereits wackelt und im Falle einer - wahrscheinlichen - Niederlage in der Ukraine Russland in einen Bürgerkrieg versinken könnte. Insofern wäre Putin vermutlich sogar zur Generalmobilisierung bereit gewesen, um für ihn das Schlimmste zu verhindern. Sie hätte ihm aber wahrscheinlich ebenso wenig zu einem Erfolg geführt wie die jetzige Teillösung. Denn wie etliche Experten anführen, war die russische Armee nicht mal in der Lage, ihre relativ kleine Invasionsarmee logistisch vernünftig zu versorgen. Wie soll das jetzt mit noch mehr Soldaten sowie verlorenen Nachschublinien und zerstörtem Militärgerät gelingen? Tote Offiziere nicht zu ersetzen Außerdem wäre Russland gar nicht in der Lage, unerfahrene Männer für den Krieg auszubilden. Es gäbe dafür weder Schulen noch Ausbilder, die dazu in der Lage wären, schreibt der tartarische Historiker und Journalist Kamil Galejew auf Twitter. Viele Offiziere, die sie trainieren könnten, sind in der Ukraine und oft schon tot. Inoffiziellen Quellen zufolge sind in der Ukraine seit dem 24. Februar bereits rund 12.000 russische Offiziere gefallen. Kadereinheiten, aus denen neue Offiziere hervorgehen könnten, gäbe es ebenfalls nicht mehr, so Galejew. POLITIK21.09.22 06:38 min Militärexperte erklärt EskalationWas Putins Mobilmachung und Drohungen bedeuten Falls Russland doch eine nennenswerte Zahl von neuen Soldaten mobilisieren kann, werden sie schlecht ausgerüstet in die Schlacht geschickt werden: Putins Armee verfügt zwar immer noch über eine Unmenge von altem militärischen Material, aber das hat sich gegenüber den westlichen Waffen der Ukraine als völlig unterlegen erwiesen. Aber "neue Soldaten, die jetzt einberufen werden, führen ja nicht dazu, dass modernes Gerät automatisch verfügbar ist", sagte Militärexperte Thomas Wiegold ntv. Mehr Soldaten nicht unbedingt besser Die bisherige militärische Leistung Russlands deute auch nicht darauf hin, dass der Einsatz von mehr Soldaten bessere Ergebnisse für Moskau bringen würde", schreiben Liana Fix und Michael Kimmage in "Foreign Affairs". Darüber hinaus würde die Ausbildung von Soldaten Zeit in Anspruch nehmen. Kamil Galejew sieht auch ein logistisches Problem, das Putin Position zusätzlich schwächen könnte. Da Russland extrem zentralisiert sei und praktisch alle Transportwege durch Moskau führten, würden dort zwangsläufig auch viele der neu mobilisierten Truppen durchkommen, schreibt er. Da sich die jungen Männer bewusst seien, dass sie mit einiger Wahrscheinlichkeit getötet oder verstümmelt werden, sind sie demoralisiert, was die Bevölkerung mitbekommen werde. Eine ähnliche Situation habe 1917 zum Sturz des Zarenreichs beigetragen. Putins Zeit läuft ab Auch der Historiker Timothy Snyder sieht Putins Zeit ablaufen. Putins Rede zeige, dass Russland verliere, twitterte er. Er habe nie eine Mobilisierung anordnen wollen, habe sie aber aus Angst vor seinen faschistischen Rivalen ausgerufen, vor denen er sich mehr als vor der Bevölkerung fürchte. MEHR ZUM THEMAVIDEO Kanzler findet klare WorteScholz: "Putin hat Situation komplett unterschätzt" VIDEO Reaktion auf TeilmobilisierungNawalny: Putin will "Blut auf Hunderttausende schmieren" "Millionenschwere Armee" nötigSelenskyj: Putins Soldaten "laufen einfach weg" "Westen muss standhaft bleiben"Melnyk sieht Putin am Rande des Untergangs Ob Russland schnell genug ausreichend neue Truppen an die Front schicken kann, um die Ukrainer noch entscheidend auszubremsen, bezweifeln viele Experten. "Selbst wenn der Kreml alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzt und eine Generalmobilmachung ausruft, um ausreichend gepanzerte Ausrüstung und ausgebildetes Personal abzurufen, würde dieser Prozess noch einige Zeit in Anspruch nehmen", schrieb Dara Massicot in "Foreign Affaires". Die russischen Streitkräfte werden daher in den nächsten ein oder zwei Jahren wahrscheinlich mit sehr erheblichen Ressourcenengpässen konfrontiert sein." Der Artikel stammt von Mitte August, also noch vor der erfolgreichen Gegenoffensive der Ukrainer im Nordosten. Jetzt ist die Situation der Invasoren noch deutlich dramatischer, eine Niederlage Russlands wahrscheinlicher. Die Teilmobilmachung ändert daran voraussichtlich wenig. Im Gegenteil: Sie könnte Putin mittelfristig sogar schwächen, wenn er keinen Erfolg hat und nicht mehr überwiegend ethnische Minderheiten oder Söldner in der Ukraine für ihn sterben. Quelle: ntv.de
- Nach Tötung von George Floyd Gericht verurteilt Ex-Polizist Lane erneut
Als Derek Chauvin sein Knie auf den Hals von George Floyd presst, schaut sein Kollege Thomas Lane nur zu. Aus diesem Grund spricht ein US-Gericht den Ex-Polizisten wegen Beihilfe zum Totschlag schuldig. Es ist bereits die zweite Verurteilung in dem Fall gegen ihn. Mehr als zwei Jahre nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA ist einer der beteiligten Ex-Polizisten erneut verurteilt worden. Thomas Lane bekannte sich vor Gericht nach dem Recht des Bundesstaats Minnesota der Beihilfe zum Totschlag in besonders schwerem Fall schuldig und erhielt dafür eine dreijährige Haftstrafe, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. PANORAMA22.08.22 Prügel-Video sorgt für EntsetzenUS-Polizisten schlagen weißen Verdächtigen Lane verbüßt wegen einer Verurteilung nach Bundesrecht bereits eine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen der Verletzung von Floyds Bürgerrechten. Beide Strafen könnten gleichzeitig abgesessen werden, hieß es. Der Tod des Afroamerikaners Floyd am 25. Mai 2020 bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hatte in den USA Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Der weiße Polizist Derek Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Seine Kollegen Alexander Kueng, Tou Thao und Thomas Lane schritten trotz Chauvins Handeln nicht ein. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein - und starb. Chauvin wurde von einem Gericht in Minneapolis wegen Mordes zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er sitzt diese Strafe bereits ab. Im Juli hatte ein Bundesgericht den 46-Jährigen zu weiteren 21 Jahren Haft verurteilt. Quelle: ntv.de, mdi/dpa
- "Sichere, klimaneutrale Kraftwerke abzuschalten, ist Irrsinn"
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Vogel wirft Bundeswirtschaftsminister Habeck in der AKW-Frage parteitaktisches Kalkül vor und fordert, die Kernkraftwerke länger am Netz zu halten. Die Lieferung von vier weiteren Haubitzen an die Ukraine begrüßt er ausdrücklich. "Aber da geht noch mehr." Panzerspende.jpg POLITIK 20.09.22 02:35 min "Dachten, wir müssen kämpfen" Ukrainer: Russen geben uns mehr Waffen als der Westen Der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Johannes Vogel, hat die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kritisiert, zwei der drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland nur als Notreserve zur Verfügung zu halten. Man müsse "in dieser Ausnahmesituation alle Register ziehen", sagte Vogel in der ntv-Sendung "Frühstart", aber "drei sichere, klimaneutrale Kraftwerke abzuschalten, ist Irrsinn". Habecks Vorgehensweise habe offenbar auch mit Wahlterminen zu tun. "Ich habe den Eindruck, dieser Notbetrieb ist so ein bisschen ein politischer Notausgang gewesen mit Blick auf die eigene Partei, insbesondere in Niedersachsen", sagte Vogel. Die Grünen würden in Niedersachsen "bye, bye AKW" plakatieren - und am 9. Oktober werde der Landtag neu gewählt. Vogel bringt Fuchs und Marder ins Spiel MEHR ZUM THEMA "Im Gefecht mehr als bewährt" Deutschland liefert Ukraine vier weitere Panzerhaubitzen "Schleunigst abschalten" Zukunft von Isar 2 ist wegen Leckage wieder offen Ventil-Leck macht Probleme Isar 2 müsste für längere Laufzeit repariert werden Vogel plädiert, wie er sagt, aus drei Gründen dafür, die drei noch verbliebenen Kernkraftwerke am Netz zu halten. Erstens aus Klimaschutzgründen, zweitens zur Stabilisierung des Netzes. Und der dritte und wichtigste Grund sei der Effekt auf den Strompreis. Je mehr Kernkraftwerke am Netz seien, desto länger seien die Phasen, in denen man Gas nicht zur Stromerzeugung brauche. "Und das drückt den Preis." Es sei eine Frage der Vernunft, die Kernkraftwerke nicht abzuschalten. Die Entscheidung der Bundesregierung, vier weitere Haubitzen an die Ukraine zu liefern, wird von Vogel ausdrücklich begrüßt. "Aber ich glaube, da geht noch mehr." Grundsätzlich spricht sich Vogel dafür aus, im Verbund mit den westlichen Partnern zu handeln. Aber wenn es zum Beispiel bei der Frage nach der Lieferung von Leopard-Panzern keine Einigkeit gebe, müsse man nach anderem Gerät Ausschau halten. "Zum Beispiel gibt es den Marder, den Fuchs." Vogel: "Ich glaube, es geht darum, die Ukraine zu unterstützen, weil das der Weg zum Frieden ist." Quelle: ntv.de, cwi
- UNHEIMLICH TAPFERER ABSCHIED VON DER UROMA Plötzlich brach es aus Charlotte heraus
Eigentlich wären Prinz George (9) und seine Schwester Prinzessin Charlotte (7) heute Vormittag in der Schule gewesen. Wie an jedem anderen Montag auch. Aber heute ist in ganz Großbritannien offizieller Trauertag. Am 8. September ist die Uroma der kleinen Royals gestorben. Jahrhundert-Monarchin Queen Elizabeth II. Sie wurde 96 Jahre alt. Elf Tage nach dem Tod der Queen findet heute in London der wohl größte Abschied aller Zeiten statt, ein Staatsbegräbnis für Elizabeth. Und mittendrin die jüngsten Trauergäste: der kleine Prinz George und seine Schwester, Prinzessin Charlotte. Sie ist erst sieben Jahre alt und meistert den Abschied ihrer Uromi tapfer – bis sie in einem Moment doch die Gefühle übermannen! Prinzessin Charlotte beim Staatsbegräbnis ihrer Urgroßmutter: Sie meistert diese Aufgabe wie eine Große Foto: Getty Images Nach vielen Stunden Trauerzeremonie bricht die Siebenjährige in Tränen aus. Weinend schlägt Charlotte ihre Hände vors Gesicht und schluchzt. Mama Kate und ihr großer Bruder sind neben ihr, stehen der kleinen Prinzessin bei. Ein schwerer Tag für die kleinen Royals. Für sie ist es mehr als ein offizielles Staatsbegräbnis. Es ist der Abschied von ihrer geliebten Uroma. George und Charlotte hatten ein enges Verhältnis zu Königin Elizabeth, ihre Uroma sahen sie regelmäßig Foto: HANNAH MCKAY/REUTERS LESEN SIE AUCH QUEEN IN KÖNIGLICHER GRUFT BEIGESETZT:Ruhen Sie in Frieden, Eure MajestätDas letzte Goodbye für die Queen (†96). Das Staatsbegräbnis ist vorbei.GRÖSSTER DIAMANT DER WELT DABE:Das Geheimnis der Kronjuwelen auf dem Queen-SargAuf dem Sarg der Queen liegt ein Teil des wertvollsten Diamanten der Welt. Über eine Million Menschen sind nach London gekommen, um der Queen die Ehre zu erweisen. 2000 Ehrengäste wohnen der Trauerzeremonie in der Westminster Abbey bei. Darunter 500 Royals und über 30 Regierungschefs. Und die restliche Welt schaut live im TV zu. Was geht an diesem historischen Tag in den kleinen Köpfchen von George und Charlotte vor? Verstehen sie wirklich, was hier passiert? Ankunft vor der Westminster Abbey: George sitzt mit gesenktem Kopf im schwarzen Rolls-Royce, neben ihm Schwester Charlotte, dahinter sitzen Prinzessin Kate und Queen Consort Camilla Foto: Mirrorpix / MEGA Bezaubernd sieht Klein-Charlotte aus an diesem traurigen Tag Foto: Getty Images Kate und William haben sich im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht, ob ihre zwei ältesten Kinder an der öffentlichen Trauerfeier teilnehmen sollten. „Als Eltern haben sie natürlich lange darüber nachgedacht, ob ihre Kinder sie begleiten sollten. Natürlich ist der kleine Louis noch zu jung, aber George und Charlotte trauen sie es zu“, schreibt die „ Daily Mail“. Und sie meistern den Abschied ihrer Uromi ganz tapfer! Prinz George und Prinzessin Charlotte beim Betreten der Westminster Abbey, ihre Eltern William und Kate haben die Kinder in ihre Mitte genommen Foto: PHIL NOBLE/REUTERS Als sie am heutigen Montag gegen Mittag die Westminster Abbey betraten, an der Seite von Mama Kate und Papa William, wirkten George und Charlotte gefasst, aber auch eingeschüchtert und traurig. Kein Wunder: Diese Menschenmassen, die Atmosphäre in der Kirche, die Gebete, die Orgelmusik, überall diese Schwere und die traurigen Gesichter – all das geht an den kleinen Kinderseelen sicher nicht spurlos vorbei. Der heutige Tag geht für George und Charlotte vorbei. Was nicht vorbeigeht, ist das Vermissen. Die Sehnsucht nach der geliebten Uroma. George und Charlotte in Reihe eins in der Westminster Abbey – reibt sich hier der kleine Prinz ein Tränchen aus dem Auge? Foto: ddp/EMPICS/Dominic Lipinski Mama Kate legt ihrem Sohn eine Hand auf das Bein, spendet ihm Trost Foto: danapress Und hier unterstützt sie Töchterchen Charlotte liebevoll mit der Hand auf ihrem Rücken Quelle: Bild.de
- Feuer Am "Spielplatz zum Camp in Bookholt
Um 19:53 wurde die Feuerwehr zu einem brennenden Spielplatz in Bookholt (Nordhorn) gerufen , die Feuerwehr geht von Brandstiftung aus. Die Ursache ist derzeit unklar. Foto: Paul.B Quelle: Reporter vor Ort
- Charles empfängt StaatsgästeBiden nimmt Abschied am Sarg der Queen
Aus Hunderten Staaten reisen Vertreter nach London, um am Begräbnis von Elizabeth II. teilzunehmen. US-Präsident Biden nimmt in Westminster Hall persönlich Abschied von der Queen. Am Abend wird er wie andere Gäste von König Charles empfangen. Zudem gibt es eine Schweigeminute. US-Präsident Joe Biden und seine Ehefrau Jill haben von Elizabeth II. an deren im britischen Parlament aufgebahrten Sarg persönlich Abschied genommen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der demokratische Politiker und die First Lady der USA am frühen Abend von einem Podest am Rande der Westminster Hall schweigend auf den Sarg blickten. Der US-Präsident bekreuzigte sich. Zuvor hatten auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Spaniens König Felipe VI. in Westminster Hall Abschied von Königin Elizabeth II. genommen. UNTERHALTUNG18.09.22 Vor dem BegräbnisKing Charles III. begrüßt Gäste aus aller Welt Begleitet wurde das Paar von der US-Botschafterin in Großbritannien, Jane Hartley. Kurze Zeit später verließ der Konvoi das Parlamentsgelände. Jill Biden winkte den Menschen zu, die sich am Straßenrand versammelt hatten. Beide trugen sich anschließend in das Kondolenzbuch im Lancaster House ein. Biden würdigte die Queen als "anständig" und "ehrenhaft". "Es ist ein Verlust, der ein riesiges Loch hinterlässt", sagte er. Manchmal denke man, dass man den Verlust nie überwinden werde, sagte Biden weiter, der im Zusammenhang mit der Queen erneut von seiner Mutter sprach. "Aber wie ich dem König gesagt habe, wird sie bei jedem Schritt bei ihm sein." Der Queen sei es immer darum gegangen, Menschen mit Würde zu behandeln. Sie habe immer den "Gedanken des Dienens" vermittelt. Zum Staatsbegräbnis für die Queen am Montag in der Westminster Abbey waren am Wochenende Staats- und Regierungschefs aus aller Welt nach London gereist. Deutschland wird durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten. Am Sonntagabend war ein Empfang von König Charles III. für Biden, Japans Kaiser Naruhito und Hunderte andere Amts- und Würdenträger geplant. Am Sonntagabend um 21 Uhr MESZ sollte nach einem einzigen Glockenschlag von Big Ben in ganz Großbritannien eine Schweigeminute für die Königin abgehalten werden. Ardern: Neuseeland wird Monarchie abschaffen Der Sarg der am 8. September im Alter von 96 Jahren gestorbenen Queen ist seit Mittwoch im Parlament aufgebahrt. Hunderttausende nutzen die Gelegenheit, um ihrer Monarchin die letzte Ehre zu erweisen, und nahmen dafür stundenlanges Anstehen in einer kilometerlangen Warteschlange in Kauf. Die öffentliche Aufbahrung sollte erst am Montag in den Morgenstunden enden. Allerdings konnten sich bereits am frühen Sonntagnachmittag keine neuen Trauernden anstellen, weil sie nicht rechtzeitig Westminster Hall erreichen würden. PANORAMA18.09.22 Geduld, Trauer und LiebeIn der Warteschlange zum Sarg der Queen König Charles empfing zunächst die australische Premierministerin Jacinda Ardern zu einer Audienz. "Man merkt, dass es ihm viel bedeutet, das schiere Ausmaß der Gefühle der Leute für die verstorbene Königin zu sehen", sagte Ardern dem Sender BBC. Gleichzeitig deutete sie die Herausforderungen an, die auf das Königshaus zukommen: Sie erwarte, dass Neuseeland "noch zu meinen Lebzeiten" die Monarchie abschaffen werde. Rund um Westminster Abbey kampierten bereits die ersten Neugierigen, um sich einen guten Platz zu sichern, wenn der Sarg durch London gefahren wird. Die Lehrerin E.J. Kelly aus Nordirland ergatterte mit Freundinnen einen Platz in der ersten Reihe an der Prozessionsstrecke zwischen Westminster Abbey und Schloss Windsor. "Es ist wunderbar, das im Fernsehen zu sehen, aber hier zu sein, ist nochmal etwas ganz Anderes", sagte die mit Campingstuhl, warmer Kleidung und einem Paar Extra-Socken ausgerüstete 46-Jährige. Beisetzung auf Schloss Windsor Am Samstag hatten Charles und sein Sohn Prinz William in der kilometerlangen Schlange vor Westminster Hall stehende Menschen mit einem Besuch überrascht. Die Menge jubelte dem König und seinem ältesten Sohn zu, als diese sich bei den Trauernden für ihre Anteilnahme bedankten. Auch die Königsfamilie erschien erneut in Westminster Hall, um Totenwachen abzuhalten - am Freitagabend der König und seine drei Geschwister, am Samstagabend die acht Enkel von Elizabeth II. UNTERHALTUNG17.09.22 Harry darf Uniform tragenAcht Queen-Enkel halten Totenwache Charles' Ehefrau Camilla, die nun den Titel der Königsgemahlin trägt, würdigte derweil die Lebensleistung der Königin. Sie sei ihren Weg als einzige Frau in einer von Männern dominierten Welt gegangen und habe ihre Rolle in einer Zeit, als es noch keine weiblichen Regierungschefinnen oder Präsidentinnen gab, selbst ausgestalten müssen, sagte sie einem Fernsehsender. Nach der Trauerfeier in der Westminster Abbey am Montagmittag wird der Sarg mit den sterblichen Überresten der Queen in einer letzten feierlichen Prozession nach Schloss Windsor gebracht. Dort findet die Beisetzung im Kreis der königlichen Familie statt. Die Trauerfeierlichkeiten für die Königin finden unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt - für die Londoner Polizei ist es der größte Einsatz ihrer Geschichte. Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP
- Waffenlieferungen an UkraineScholz lehnt Alleingänge bei Kampfpanzern ab
Es gibt Kritik aus der Opposition, aber auch aus den Regierungsparteien: Doch Kanzler Scholz lehnt die Lieferung von westlichen Kampfpanzern an die Ukraine weiter ab. Er verweist dabei auch auf andere NATO-Länder. Hilfe soll es aber weiter geben, "auch mit sehr relevanten Waffen". In der Debatte über mögliche Panzerlieferungen an die Ukraine hat Bundeskanzler Olaf Scholz auf bereits erfolgte Lieferungen schwerer Waffen verwiesen und bekräftigt, dass es keine deutschen Alleingänge geben werde. Im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks sagte der SPD-Politiker, die Bundesregierung tue sehr viel. Gerade die Waffen, die Deutschland zur Verfügung gestellt habe, hätten "den Unterschied gemacht und die jetzigen Erfolge, die die Ukraine verzeichnet, auch ermöglicht". Deshalb mache es "Sinn, dass wir dort weitermachen". Die von Russland angegriffene Ukraine fordert den Westen und konkret Deutschland seit Wochen auf, ihr auch Kampfpanzer westlicher Bauart und Schützenpanzer zu liefern. Bisher hat kein NATO-Land Kampfpanzer westlicher Bauart in die Ukraine geliefert. Scholz betont stets, dass es in dieser Frage keinen deutschen Alleingang geben werde. Die Koalitionspartner FDP und Grüne zeigen sich allerdings offen für eine Ausweitung der Waffenlieferungen. "Wir werden bei allem, was wir tun, keine Alleingänge machen", sagte Scholz im Deutschlandfunk. Lieferungen habe man "klug, besonnen und abgewogen" ausgeweitet und mit anderen abgestimmt. "Ich will das ganz klar sagen: Wir haben die Ukraine unterstützt, wir werden das tun, wir tun es in sehr großem Umfang und auch mit sehr relevanten Waffen, die wir zur Verfügung stellen, und gleichzeitig bleibt es unser Ziel, dass es nicht zu einer Eskalation des Krieges zwischen Russland und der NATO kommt." Kritik kam allerdings von der FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann: "Angesichts Gräueltaten von Isjum sich hinter Warnung vor sog. 'Alleingängen' und den Partnerländern zu verstecken, halte ich für nicht verantwortbar, wenn genau diese Partner Deutschland quasi anflehen, endlich voranzugehen", schrieb die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags bei Twitter. Union will Antrag in Bundestag einbringen "Wir müssen das Momentum nutzen, dass sich die Ukrainerinnen und Ukrainer im wahrsten Sinne erkämpft haben", schrieb der stellvertretende FDP-Chef Johannes Vogel in einem Gastbeitrag für "Zeit Online". Die Ukraine müsse den Krieg um ihr Territorium gewinnen und Putin so zum Frieden zwingen. Aufgabe sei es, die Ukraine dabei mit der Lieferung weiterer schwerer Waffen zu unterstützen. "Das schließt die Panzer 'Marder' und 'Fuchs' nach meiner Überzeugung ausdrücklich ein." POLITIK16.09.22 Merz nennt Scholz "anmaßend"Union bringt Panzer-Streit in den Bundestag Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt von den Grünen twitterte mit Blick auf Gräber und Folterstätten, die nach ukrainischen Angaben in zuletzt zurückeroberten Gebieten entdeckt wurden: "Wieder Massengräber. Offenbar Folter. Immer noch jemand, der jetzt verhandeln will? Oder liefern wir doch schnellstens, was nötig ist? An jedem Tag, den wir warten sterben Menschen, die auch für unsere Freiheit kämpfen." Aus der Opposition kommt ebenfalls Druck auf die Bundesregierung. Nach Berichten von "Spiegel" und "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" will die Unionsfraktion in der kommenden Woche einen Antrag für eine Ausweitung der Waffenhilfe für die Ukraine im Bundestag einbringen. Deutschland hat bisher unter anderem Luft- und Panzerabwehrwaffen und Artillerie geliefert. Bei Artillerie handelt es sich um Geschütze, die aus der Ferne auf Stellungen des Gegners oder auch hinter feindliche Linien schießen können, etwa um Munitionsdepots zu treffen. Auch Panzerhaubitzen gehören dazu, sie sind im Gegensatz zu festen Geschützen fahrbar, ihre Besatzung durch die Panzerung geschützt. Bundeswehrverband übt Kritik Die von der Ukraine geforderten Kampfpanzer könnten vorrangig bei Vorstößen und der Rückeroberung von Gebieten eingesetzt werden. Sie haben eine große Feuerkraft und sind für den Einsatz im direkten Gefecht gebaut. Schützenpanzer, die ebenfalls in der Diskussion sind, dienen dazu Soldaten möglichst sicher ins Kampfgebiet zu transportieren und diese im Gefecht zu unterstützen. POLITIK17.09.22 Waffenlieferungen an UkraineBundeswehrverband fürchtet Schwächung der eigenen Armee Der Deutsche Bundeswehrverband als Interessenvertretung der Soldaten zeigte sich offen für die Lieferung von Schützenpanzern an die Ukraine, allerdings nicht aus Bundeswehrbeständen. "Wir verstehen den Wunsch der Ukraine nach schweren Waffen nur zu gut. Wir können uns vorstellen, beispielsweise Schützenpanzer aus den Beständen der Industrie abzugeben", sagte Verbandschef André Wüstner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Was aus Sicht des Verbands aber nicht mehr gehe, sei die Abgabe von Waffen und Munition der Bundeswehr. "Viele in der Bundeswehr fürchten, dass diese Politik der weiteren Kannibalisierung unserer Truppe negative Auswirkungen haben wird", sagte Wüstner. Die Bundesregierung hat unterdessen einem Medienbericht zufolge der Ukraine den Kauf von Haubitzen aus deutscher Produktion genehmigt. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente berichtete, geht es dabei um 18 Exemplare des Waffensystems RCH-155 im Wert von 216 Millionen Euro, das Kiew beim Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in Auftrag geben möchte. Die Haubitzen könnten demnach allerdings frühestens in zweieinhalb Jahren ausgeliefert werden. Sprecher von Bundesregierung und Bundeswirtschaftsministerium kommentierten den Bericht auf Nachfrage nicht. Quelle: ntv.de, mli/AFP
- Panzer-Kommunikation nicht idealDeutsche Diplomatin in den USA in Erklärungsnot
Trotz immer drängenderer Forderungen bleibt Kanzler Scholz standhaft: Deutschland wird der Ukraine keine Kampfpanzer schicken. Dafür hagelt es Kritik. Die sei allerdings nicht immer berechtigt, sagt die deutsche Botschafterin Haber in den USA. Eines könnte dennoch deutlich besser laufen. In der Debatte über den deutschen Beitrag zu Waffenlieferungen an die Ukraine hat die deutsche Botschafterin in den USA, Emily Haber, Kommunikationsfehler der Bundesregierung eingeräumt. "Unsere Kommunikation könnte besser sein", schrieb Haber auf Twitter mit Blick auf Kritik an Deutschland, nicht ausreichend für die militärische Unterstützung Kiews zu tun. Haber betonte aber, Deutschland habe hocheffiziente schwere Waffen wie Haubitzen, Gepard-Panzer, Mehrfachraketenwerfer vom Typ "Mars" und vieles mehr geliefert. Diese Waffen hätten eine wichtige Rolle gespielt bei den jüngsten militärischen Erfolgen der Ukraine. Die Diplomatin verwies zugleich wie Kanzler Olaf Scholz darauf, dass kein anderer Staat Kampfpanzer westlicher Bauart in die Ukraine geliefert habe. "Das ist kein unbedeutendes Detail", betonte sie. Die Ukraine fordert Kampfpanzer wie den deutschen Leopard 2 seit ihren militärischen Erfolgen bei der Rückeroberung der von Russlands Streitkräften besetzten Gebiete immer vehementer ein. Scholz "bleibt seiner Linie sehr treu" Bislang ließ die Bundesregierung diese Forderung aber unerfüllt. Es sei "in absehbarer Zeit keine Veränderung" der Position des Kanzlers zu erwarten, hieß es zuletzt aus Kreisen der Bundesregierung. Scholz hat in den vergangenen Tagen wiederholt argumentiert, dass Deutschland in der Frage der Lieferung von Schützen- und Kampfpanzern an die Ukraine keine "nationalen Alleingänge" unternehmen werde. Solches Kriegsgerät könne allenfalls gemeinsam mit Verbündeten geliefert werden. "Er bleibt seiner Linie sehr treu", hieß es in Berlin. POLITIK05.09.22 14:34 min Militärexperte zu Waffen-Wünschen"In deutschem Panzer kann man Volltreffer überleben" Die Bundesregierung sehe "momentan keine anderen Länder, die Kampfpanzer liefern würden", hieß es aus den Kreisen in Berlin. Die Regierung stehe hier auch nicht unter Druck der Verbündeten. So gebe es etwa aus dem Weißen Haus in Washington "weder Druck noch Bitten, dass wir spezifische Waffensysteme - zum Beispiel Kampfpanzer - an die Ukraine liefern". Betont wurde zugleich, dass die deutsche Absage an solche Lieferungen nicht auf ewig gelten müsse: "Wir werden nach wie vor gucken, was können wir situationsangepasst machen, um zu helfen", verlautete es aus den Kreisen. Quelle: ntv.de, hny/dpa
- Trauer im Kreml Chef von "Putins Lieblingszeitung" stirbt plötzlich im Wald
Wladimir Sungorkin ist einer der Top-Propagandisten Russlands, seine Zeitung "Komsomolskaja Prawda" gilt als das Sprachrohr des Kremls. Während einer Reise in den Fernen Osten stirbt der Putin-Vertraute nun unerwartet. In Russland ist der Chefredakteur der auflagestärksten Zeitung des Landes, "Komsomolskaja Prawda", unerwartet gestorben. Wladimir Sungorkin starb während einer Dienstreise in der Region Primorje im Fernen Osten Russlands, wie sein Blatt berichtet. Es heißt, der 68-Jährige habe während einer Recherche-Expedition einen Schlaganfall erlitten. Erst am vergangenen Wochenende kam in derselben Region ein hochrangiger Manager aus dem Energie-Sektor unter seltsamen Umständen ums Leben. Die Leiche von Iwan Peschorin wurde am Montag in Wladiwostok, dem Verwaltungszentum von Primorje, aus dem Wasser gezogen. Seit dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine häufen sich zum Teil mysteriöse Todesfälle unter Geschäftsmännern und Beamten. Sungorkin zählte zu den bedeutendsten Propagandisten Russlands, die von ihm geführte "Komsomolskaja Pravda" wird in den Medien als "Lieblingszeitung" von Präsident Wladimir Putin beschrieben. Das Verlagshaus "KP", das Sungorkin leitete, ist eins der größten und einflussreichen in ganz Russland. Sungorkin galt als besonders regierungsnaher Medienmanager. Unter anderem war er Putins Treuhänder bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2018. Auf Kreml-Kurs - und der EU-Sanktionsliste Die Boulevardzeitung unterstützt fast immer den Kurs des Kremls und erlaubt sich nur seltene Kritik einzelner Beamten. "Komsomolskaja Prawda" erscheint täglich in mehreren regionalen Ausgaben und hat eine Gesamtauflage von über 800.000 Exemplaren. Das Wochenblatt "Komsomolskaja Prawda Tolstuschka" ("Die Dicke") hat eine Auflage von über drei Millionen Exemplaren. Die Website der Zeitung ist mit 65 Millionen monatlichen Besuchern die populärste Medienseite in Russland. Fenstersturz, Tod beim Schamanen Warum sterben so viele russische Top-Manager? Oberst zur Gegenoffensive im Osten"Scheint, als sei Kreis um Putin noch enger geschlossen" "Unmöglich, Ukraine zu besiegen"Russisches TV zeigt ungewohnt offene Putin-Kritik Staatssender in Erklärungsnot Erfolg der Ukraine überrumpelt Kreml-Propaganda Sungorkin arbeitete seit 1985 als Journalist bei der Zeitung, seit 1997 war er Chefredakteur und seit 2002 Generaldirektor des Verlags. Der Journalist war mit zahlreichen Verdienstorden ausgezeichnet. Im April 2022 setzte die Europäische Union Sungorkin auf ihre Sanktionsliste und bezeichnete ihn als einen der Hauptakteure der russischen Propaganda. Putin beklagt "einen großen Verlust für den heimischen Journalismus" Kremlchef Putin drückte der Familie und den Freunden des Propagandisten sein Beileid aus. Sungorkins Tod sei "ein großer Verlust für den heimischen Journalismus, für uns alle", heißt es in einem Kondolenzschreiben, das auf der Website des Kremls veröffentlicht wurde. "Er war ein Patriot, ein außergewöhnlicher, kreativ begabter, talentierter Mensch." Auch Sungorkins Kollegen reagierten bestürzt auf seinen Tod. Chefredakteurin der kremltreuen Nachrichtenagentur RT, Margarita Simonjan, sprach in einem Post bei Telegram in wärmsten Tönen von einer Pilzwanderung, die sie mit Sungorkin nach eigenen Worten im vergangenen Jahr unternommen hatte. Sungorkin sei dabei fröhlich und heiter gewesen und habe sich "über alle lustig gemacht, vor allem über sich selbst", schrieb die Propagandistin. "Wie mir gesagt wurde, so war er auch gestern, als er gestorben ist. Beim Wandern, im Wald, unterwegs", so Simonjan. "Es würde mich nicht wundern, wenn er auch in diesem Moment Witze über sich selbst und seinen Schlaganfall gemacht hätte." Quelle: ntv.de, uzh
- "Waffen helfen, Leben zu retten"Baerbock: Panzer-Entscheidung nicht lange hinauszögern
Nach Ansicht von Außenministerin Baerbock haben die vergangenen Tage gezeigt, wie wichtig westliche Waffen für die Ukraine sind. Deswegen müsse dem Land weiter geholfen werden. Dazu soll auch eine rasche Entscheidung über die Lieferung von Panzern gehören. Außenministerin Annalena Baerbock mahnt beim Thema Panzer-Lieferungen an die Ukraine zur Eile. Zwar könne man "nur gemeinsam entscheiden, in einer Koalition und international", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Doch "in der entscheidenden Phase, in der sich die Ukraine aber gerade befindet, halte ich das aber auch nicht für eine Entscheidung, die lange hinausgezögert werden sollte". Allerdings verkürze die derzeitige Debatte das Problem insgesamt. Vielmehr brauche es bei weiterer Hilfe für die Ukraine einen Dreiklang, sagte sie. So gehe es darum, wie Deutschland noch mehr liefern könne von dem, "das jetzt so effizient hilft, also Luftabwehr, Artillerie, Mehrfachraketenwerfer". Dabei deutete sie auch an, mit der NATO über die Bundeswehr-Bestände sprechen zu wollen. POLITIK07.09.22 08:47 min Emotionale Rede der AußenministerinBaerbock: Hinter den Kulissen wird verhandelt Ferner stelle sich Frage nach Hilfe, "wenn die Munition ausgeht oder das Gerät kaputtgeht", sagte sie weiter. Deswegen werde ein Instandsetzungs-Hub an der polnisch-ukrainischen Grenze eingerichtet. Zu diesem Thema wolle sie auch mit der Industrie darüber sprechen, "eigene Produktionslinien für das fehlende Material, gerade Munition, auf den Weg zu bringen". Der dritte Aspekt betreffe dann die Panzer. Dabei erinnerte sie daran, dass Deutschland längst Panzer liefere, etwa Flugabwehrpanzer, Brückenlegepanzer und Bergepanzer. "Schützenpanzer kommen jetzt über den Ringtausch", sagte sie weiter. MEHR ZUM THEMAEuropa könnte Panzer schickenWarum der "Leopard" die Lösung wäre Auf eigene Kosten instandgesetztRheinmetall: 16 "Marder"-Panzer stehen bereit "Kein deutscher Alleingang"Lambrecht und Scholz bleiben bei Panzer-Nein Dennoch hätten die internationalen Waffenlieferungen gerade in den vergangenen Tage und Wochen gezeigt, dass hochmoderne westliche Waffensysteme "einen massiven Unterschied" machten. "Unsere 'Gepard'-Panzer, Panzerhaubitzen und Mehrfachraketenwerfer helfen, dass endlich auch besetzte Orte im Osten befreit und zielgerichtet russische Luftstreitkräfte und wichtige russische Stellungen ausgeschaltet werden können", sagte sie. Die deutschen Waffenlieferungen "helfen offensichtlich sehr deutlich, Menschenleben zu retten". Deswegen "sollte sich eine menschenrechtsgeleitete Außenpolitik ständig fragen, wie wir durch weitere Lieferungen helfen können, noch mehr Dörfer zu befreien und damit Leben zu retten", sagte die Grünen-Politikerin. Einmal mehr verteidigte sie die dabei bisherige Linie der Regierung. Deutschland habe eine doppelte Verantwortung. Hilfe dürfe nicht nur versprochen, sondern müsse auch geliefert werden, sagte sie. Zugleich aber müsse man dafür Sorge tragen, dass sich der Krieg nicht auf andere Länder ausbreitet. Quelle: ntv.de, jwu



