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- Scholz in SüdafrikaKeine Einigkeit beim Thema Ukraine
Als die UN im März über eine Resolution gegen die russische Invasion abstimmten, enthielt sich Südafrika. Bei einem Besuch von Kanzler Scholz in Pretoria wurde nun deutlich: Die Differenzen mit Blick auf den Ukraine-Krieg sind groß. Beim Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in Südafrika sind Meinungsunterschiede mit Blick auf den Ukraine-Krieg offen zu Tage getreten. Nach einem Treffen mit Präsident Cyril Ramaphosa in der Hauptstadt Pretoria verurteilte Scholz den russischen Angriffskrieg und bekräftigte den Sanktionskurs des Westens gegen Moskau. Ramaphosa hingegen verzichtete auf Kritik an Russland, kritisierte aber die Strafmaßnahmen. "Selbst jene Länder, die Zuschauer oder gar nicht Teil des Konflikts sind, werden unter den Sanktionen leiden, die gegen Russland verhängt wurden", sagte er. Südafrika gehört zu den 17 afrikanischen Ländern, die sich bei der Abstimmung über eine UN-Resolution zur Verurteilung des russischen Angriffskriegs im März enthielten. Insgesamt gab es 35 Enthaltungen und fünf Gegenstimmen. Ramaphosa behauptete bei der gemeinsamen Pressekonferenz, Scholz habe Verständnis für solche Staaten gezeigt. Der Kanzler habe "sehr gut die Gründe verstanden, die von diesen Ländern geäußert wurden". Scholz widersprach vehement. 02.03.2022 UN-Resolution gegen Russland"Ein historisches Ergebnis" Überraschend deutlich hat die UN-Vollversammlung den russischen Einmarsch in die Ukraine verurteilt. "Das ist ein Angriffskrieg - das muss jedem klar sein" In seinem Statement kritisierte Scholz die Länder, die gegen die Resolution stimmten. Neben Russland waren das Belarus, Eritrea, Nordkorea und Syrien. "Das kann ich nicht akzeptieren und das ist auch nicht hinnehmbar", sagte der SPD-Politiker. Zu den Enthaltungen äußerte er sich nicht direkt. Scholz warb erneut für den deutschen Kurs mit Waffenlieferungen an die Ukraine und Sanktionen gegen Russland. "Das ist ein Angriffskrieg. Ziel Russlands ist es, ukrainisches Territorium zu erobern, das nicht zu Russland gehört. Das muss auch jedem klar sein, der diese Situation bewertet." Ramaphosa pochte auf Verhandlungen: "Es sollte einen Dialog geben - das ist der einzige Weg, den Südafrika sieht, um den Konflikt zu beenden." Er begründete seine Haltung damit, dass auch das Apartheid-Regime in seiner Heimat letztlich durch Verhandlungen beendet worden sei. Während Scholz von "Angriffskrieg" sprach, verwendete Ramaphosa das Wort "Konflikt". 22.05.2022 Sowjetunion unterstützte Kampf gegen Apartheid Südafrika ist Deutschlands wichtigstes afrikanisches Partnerland südlich der Sahara. Es ist wie Deutschland Mitglied der G20 der Industrie- und Schwellenländer, bildet aber zusammen mit China, Russland, Brasilien und Indien auch die BRICS-Gruppe. Den Kapstaat prägt ebenso wie viele andere Länder auf dem Kontinent eine Verbundenheit mit Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion, die im Kalten Krieg zahlreiche Freiheitsbewegungen aktiv unterstützte - auch den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) im Kampf gegen das rassistische Apartheidsystem in Südafrika. Mit einem Besuch in Südafrika beendete Scholz seine dreitägige Afrika-Reise. Zuvor war er im Senegal und im Niger gewesen. Scholz lud Südafrika auch als eines von fünf Gastländern zum G7-Gipfel im nächsten Monat im bayerischen Elmau ein. Deutschland hat derzeit den Vorsitz in der Gruppe der wirtschaftsstärksten Demokratien. quelle: tagesschau.de
- 50 Züge rollen extra Bahn erweitert Angebot nach Ansturm auf 9-Euro-Ticket
Das 9-Euro-Ticket entwickelt sich zu einem echten Verkaufsschlager: In Berlin werden binnen drei Tagen 130.000, zum bundesweiten Start nur digital 50.000 Tickets binnen weniger Stunden verkauft. Um den vielen Menschen auch Platz zu bieten, will die Deutsche Bahn zusätzliche Züge einsetzen. Die Bahn-Tochter DB Regio will ihre Kapazitäten im Regionalverkehr zum Start des 9-Euro-Monatstickets im Juni leicht aufstocken. "Für die zu erwartende steigende Zahl von Fahrgästen ab dem 1. Juni lässt DB Regio über 50 zusätzliche Züge rollen", teilte das Unternehmen mit. Mit den Fahrzeugen könnten 250 zusätzliche Fahrten angeboten werden. Die Extra-Züge sollen vor allem entlang touristischer Strecken zum Einsatz kommen. Laut dem Unternehmen sind im Durchschnitt pro Tag rund 7000 Züge im Regionalverkehr unterwegs. Verkauf hat begonnen Was Fahrgäste zum 9-Euro-Ticket wissen müssen "Wir bereiten uns vor und setzen buchstäblich alles in Bewegung, was wir haben - Züge, Busse, Servicekräfte", teilte DB-Regio-Chef Jörg Sandvoß mit. Dennoch könne das Angebot bei starker Nachfrage an Grenzen stoßen. "Vor allem die Mitnahme von Fahrrädern kann nicht immer garantiert werden, zumal viele Ausflüge spontan und wetterabhängig entschieden werden", sagte Sandvoß. Seit diesem Montag verkaufen die Bahn und zahlreiche Verkehrsverbünde das sogenannte 9-Euro-Monatsticket, mit dem Fahrgäste ab Juni mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch ganz Deutschland fahren können. Es zeichnet sich eine hohe Nachfrage ab: Allein über die digitalen Kanäle des Konzerns sind in den frühen Morgenstunden am Montag rund 50.000 der Sondertickets verkauft worden. Auch bei anderen Verkehrsunternehmen war das Interesse groß. App-Nutzer müssen sich noch gedulden Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) etwa haben binnen drei Tagen bereits rund 130.000 Neun-Euro-Tickets verkauft. "Die ersten Tage sind gut angelaufen", erklärte ein BVG-Sprecher. Das Unternehmen hatte den Verkauf für die Tickets, die ab 1. Juni gelten, bereits am Freitagmorgen gestartet. Auch in Hamburg gibt es das Ticket online bereits seit Freitag. Zu den 130.000 verkauften Tickets in Berlin kommen rund 870.000 Kundinnen und Kunden der BVG, die ein Abonnement haben. Nutzer der App DB Navigator auf einem Android-Handy sehen auf dem Startbildschirm einen Hinweis zum 9-Euro-Ticket. Für den Kauf ist ein kostenloser Bahn-Account nötig, den man auch gleich in der App anlegen kann. Auf dem iPhone taucht das Banner auf der Startseite bisher nicht auf, schreibt "Chip.de". Wenn Kunden allerdings eine Reise im Zeitraum Juni bis August im Regionalverkehr buchen, wird das 9-Euro-Ticket auch unter iOS angeboten. Allerdings müssen sich Fahrgäste auch im Sommer auf zahlreiche Baustellen entlang vieler Strecken bundesweit einstellen. Sie sollen die Kapazitäten zwar langfristig erweitern, bremsen zunächst aber den Verkehr aus. Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP
- Gespräche zur Nato-Norderweiterung Finnland und Schweden schicken Delegationen nach Ankara
Präsident Erdoğan rät finnischen und schwedischen Delegationen von einer Reise in die Türkei ab, um über deren Nato-Beitritt zu sprechen. Doch die beiden Nordländer wollen bereits morgen in Ankara verhandeln. 24.05.2022, 12.59 Uhr Kommentare öffnen Zur Merkliste hinzufügen Link kopieren Finnlands Außenminister Haavisto: Der Dialog soll weitergehen Bild vergrößern Finnlands Außenminister Haavisto: Der Dialog soll weitergehen Foto: CLEMENS BILAN / EPA Den ablehnenden türkischen Äußerungen zum Trotz: Finnland und Schweden wollen bereits am Mittwoch Delegationen nach Ankara entsenden, um über den Nato-Beitritt der beiden nördlichsten EU-Staaten zu verhandeln. ANZEIGE »Wir schicken unsere Delegationen nach Ankara, sowohl Schweden als auch Finnland«, sagte Finnlands Außenminister Pekka Haavisto bei einer Diskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. »Das wird morgen passieren, damit der Dialog weitergeht«, sagte der Minister. Die Türkei hatte zuletzt angekündigt, dem Beitritt der beiden Länder vorerst nicht zustimmen zu wollen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte zudem, Delegationen der beiden Staaten sollten sich keine Hoffnungen machen, die türkische Seite in Ankara erfolgreich zum Einlenken zu bewegen, sagte der Präsident. »Werden sie kommen, um uns zu überzeugen? Wenn ja, nichts für ungut, sie sollten sich nicht abmühen«, so Erdoğan. ANZEIGE Mehr zum Thema Streit über Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands: Was will Erdoğan? Von Markus Becker, Brüssel Was will Erdoğan? Acht Milliarden – Russlands Krieg: Erdoğans Erpressungsversuch Ein Podcast von Olaf Heuser und Maximilian Popp Erdoğans Erpressungsversuch Erdoğan über griechischen Regierungschef: »Mitsotakis existiert für mich nicht mehr« »Mitsotakis existiert für mich nicht mehr« Hintergrund ist offenbar, dass die Türkei mit ihrer Blockadehaltung zur Nato-Norderweiterung Zugeständnisse, etwa bei Waffenlieferungen, erzwingen will. Erdoğan möchte offenbar ein strikteres Vorgehen Schwedens und Finnlands gegen die Kurden erreichen. So hatte der Präsident die beiden Länder zuletzt etwa als »Gästehaus für Terrororganisationen« bezeichnet. Demnach würden die Länder Personen mit Verbindungen zur von der Türkei bekämpften kurdischen Arbeiterpartei PKK oder der Bewegung des Predigers Fetullah Gülen Schutz gewähren. Erdoğan macht Gülen für den gescheiterten Putsch im Jahr 2016 verantwortlich. ANZEIGE Zudem könnte die Türkei die Aufhebung der Beschränkung von Waffenlieferungen anstreben, die einige Nato-Mitglieder wie etwa Deutschland wegen des türkischen Vorgehens gegen die Kurden in Syrien erlassen haben. fek/Reuters quelle: spiegel.de
- „BLUTIGE SCHANDE“ Putin-Diplomat schmeißt wegen Ukraine-Krieg hin
Hochrangiger Verlust Russlands bei den Vereinten Nationen. Kreml-Diktator Wladimir Putin (69) laufen nicht nur IT-Experten, Soldaten und Berater weg, jetzt hat auch ein russischer Top-Diplomat bei den Vereinten Nationen (UN) hingeschmissen – und mit scharfen Worten gegen die Kreml-Diktatur ausgeholt! Boris Bondarew, Russland-Top-Berater bei den Vereinten Nationen, schrieb am Mittwoch eine Erklärung, in der er nach 20 Jahren im russischen Auslandsdienst seine Kündigung erklärte: „Noch nie in meinem Leben habe ich mich so für mein Land geschämt.“ Im Wortlaut: „In 20 Jahren meiner diplomatischen Karriere habe ich verschiedene Wenden unserer Außenpolitik gesehen, aber noch nie in meinem Leben habe ich mich so für mein Land geschämt wie am 24. Februar dieses Jahres. Dieser von Putin ausgelöste aggressive Krieg gegen die Ukraine, und gegen den gesamten Westen, ist nicht nur ein Verbrechen gegen die ukrainische Bevölkerung, aber auch, vielleicht, das schwerste Verbrechen gegen die Menschen in Russland“. Mit „einem fetten Z“ durchkreuze das Regime „alle Hoffnungen und Aussichten auf eine prosperierende, freie Gesellschaft“. LESEN SIE AUCH Weltwirtschaftsforum: Putin ausgeladen – Davos ringt um Ukraine-Strategie HARTE ANSAGE IN DAVOS Selenskyj: „Krieg wäre nicht möglich gewesen, wenn...“ Wichtigstes Thema in Davos: der Ukraine-Krieg! Selenskyj spricht per Videoschalte. Asow-Kämpfer vor der Kapitulation: Die letzten Fotos aus dem Stahlwerk in Mariupol VOR DER KAPITULATION Die letzten Fotos aus dem Stahlwerk Kämpfer, wenige Stunden bevor die Ukraine Mariupol aufgegeben hat. Und weiter: „Diejenigen, die sich diesen Krieg ersonnen haben, wollten nur eine Sache: Für immer an der Macht bleiben, in pompösen und geschmacklosen Palästen leben, auf Yachten herumsegeln, vergleichbar in ihrer Tragfähigkeit und ihren Kosten mit der gesamten russischen Marine, die grenzenlose Macht und Straffreiheit genießen. Um das zu erreichen, sind sie bereit, so viele Leben zu opfern, wie es braucht. Tausende Russen und Ukrainer sind bereits dafür gestorben.“ Er selbst bereute es, zugeben zu müssen, dass dieses Maß an Lügen und Unprofessionalität in den vergangenen 20 Jahren immer schlimmer wurde: „In den letzten Jahren wurde das schlicht katastrophal“. Die Kreml-Propaganda bewege sich auf dem Niveau der „Sowjet-Zeitungen der 30 Jahre“. Klartext vom Diplomaten: „Heute geht es dem Außenministerium nicht mehr um Diplomatie. Es geht nur um Kriegshetze, Lügen und Hass.“ Bondarew: „Das Ministerium ist meine Heimat und meine Familie geworden. Aber ich kann nicht länger teilhaben an dieser blutigen, einfältigen und unnötigen Schande.“ Die Plattform UN-Watch, deren Vertreter Hillel Neuer die Erklärung zuerst auf Twitter veröffentlichte, fordert nun: Alle russischen Diplomaten bei der UN – und weltweit – sollten diesem moralischen Vorbild folgen und zurücktreten. Quelle: bild.de
- Peking reagiert deutlichUSA würden Taiwan militärisch verteidigen
In Ostasien wachsen die Spannungen angesichts des chinesischen Expansionsdrangs. Vor allem gegen Taiwan gibt es immer wieder Provokationen Pekings. US-Präsident Biden spricht nun eine Selbstverpflichtung aus: Man werde Taiwan verteidigen, auch militärisch. Die USA haben Taiwan im Falle eines chinesischen Einmarsches erneut ihre militärische Unterstützung zugesagt. "Das ist die Verpflichtung, die wir eingegangen sind", sagte US-Präsident Joe Biden auf eine entsprechende Frage beim Treffen mit Japans Ministerpräsident Fumio Kishida in Tokio. China "spielt mit der Gefahr", betonte er. imago0158072856h.jpg POLITIK 07.05.22 Neuer Regierungschef in Hongkong "Eine emotionslose Maschine - genau, was Peking will" Die USA würden zwar die Ein-China-Politik unterstützen, aber nicht die Idee, Taiwan mit Gewalt einzunehmen. "Das ist einfach nicht angemessen." Biden hatte bereits im Oktober mit der expliziten Zusicherung militärischer Unterstützung Taiwans bei einem möglichen Angriff Chinas für Aufsehen gesorgt. Peking reagierte scharf. Bidens Äußerungen stünden im Einklang mit der bestehenden US-Politik gegenüber Taiwan, sagte ein Vertreter des Weißen Hauses. "Unsere Politik hat sich nicht geändert." Peking sieht Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Eine chinesische Invasion "würde die gesamte Region durcheinander bringen und wäre eine ähnliche Aktion wie in der Ukraine", sagte Biden vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine. Auch als Signal an China sei es "wichtig, dass (Russlands Präsident Wladimir) Putin einen Preis für seine Barbarei in der Ukraine zahlt", sagte Biden. Es gehe "nicht nur um die Ukraine", denn China beobachte, ob der westliche Druck auf Russland nachlasse. Biden deutete zwar an, dass er nicht von einem Überfall auf Taiwan ausgeht, betonte aber, dass dies "davon abhängt, wie stark die Welt deutlich macht", dass eine Invasion ihren Preis haben würde. Biden befindet sich derzeit auf einer Asien-Reise und hält sich in Japan auf. Zuvor hatte er Südkorea besucht. China reagierte deutlich auf Bidens Aussagen und betonte die Verteidigung seiner nationalen Interessen. "Niemand sollte die feste Entschlossenheit, den unerschütterlichen Willen und die starken Fähigkeiten des chinesischen Volkes bei der Verteidigung der nationalen Souveränität und territorialen Integrität unterschätzen", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Wang Wenbin. "Man darf sich nicht gegen 1,4 Milliarden Chinesen stellen", warnte er. "Die Taiwan-Frage ist für China eine rein interne Angelegenheit." Es gebe in diesem Fall "keinen Raum für Kompromisse oder Zugeständnisse". Fokus auf Asien Die USA legen angesichts des wirtschaftlichen und militärischen Aufstiegs des Rivalen China schon seit Jahren einen zunehmenden Schwerpunkt auf Asien. Chinas Erstarken lässt die jahrzehntelange US-Dominanz in der Region bröckeln. In den vergangenen Monaten musste Biden sich allerdings außen- und sicherheitspolitisch auf Russland und dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine konzentrieren. Mit seiner Reise will er die strategische Bedeutung der Region für die USA untermauern. Dementsprechend wollen die USA und Japan mit Blick auf Chinas wachsendes Machtstreben noch enger zusammenrücken. Nach einem Treffen Bidens und Kishidas teilte das Weiße Haus mit, beide Länder seien sich einig, "eng zusammenzuarbeiten", um Chinas zunehmend dominierendem Auftreten, "das gegen internationales Recht verstößt", zu begegnen. Auch mit Blick auf die Bedrohung durch Nordkoreas Atomprogramm vereinbarten die Verbündeten eine enge Zusammenarbeit. Die USA beobachten unter anderem Chinas Expansionsdrang im Südchinesischen Meer argwöhnisch. Peking hatte kürzlich eine starke Steigerung des Militäretats beschlossen. Der kräftige Anstieg der Militärausgaben erfolgt vor dem Hintergrund von Drohungen der kommunistischen Führung gegenüber dem demokratischen Taiwan und der Territorialstreitigkeiten Chinas mit seinen Nachbarn im Süd- und Ostchinesischen Meer, darunter auch Japan. Tokio verstärkt Verteidigung Japan will derweil seine Verteidigung angesichts erhöhter Spannungen in Asien verstärken. "Ich habe meine Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, Japans Verteidigungsfähigkeiten drastisch zu stärken", sagte Kishida. Man werde die Verteidigungsausgaben entsprechend erheblich erhöhen. Biden habe dafür seine Unterstützung gezeigt, so Kishida. 271551940.jpg POLITIK 02.05.22 Hälfte des Volkes will Änderung Japan streitet über pazifistische Verfassung Die USA sind Japans Schutzmacht - was bislang vor allem Waffenlieferungen bedeutete. Tokio ist wiederum ein wichtiger Verbündeter Washingtons. Biden lobte Kishida für dessen Kooperation bei den Sanktionen gegen Russland. Japan sei eine "wichtige globale Führungsmacht" und die USA blieben "Japans Verteidigung uneingeschränkt verpflichtet", bekräftigte Biden. Kishida zeigte sich wiederum erfreut, dass Biden trotz des Kriegs in der Ukraine sein "Engagement in der indopazifischen Region weiter verstärken" will. Es wird erwartet, dass Biden in Japan eine Initiative für den Handel in der Region vorstellt. Diese wird als Versuch gewertet, sich langfristig von chinesischen Lieferketten unabhängig zu machen. Auch eine Erklärung über die Notwendigkeit von "Stabilität" in der Straße von Taiwan wird erwartet, um Pekings Drohgebärden gegen Taipeh zu begegnen. Schließlich erwarten Beobachter noch eine Ankündigung Kishidas zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Am Dienstag ist Bidens Teilnahme an einem Treffen der sogenannten Quad-Allianz geplant - einem regionalen Bündnis, dem neben den USA Australien, Indien und Japan angehören. Den Gipfel der sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) richtet Japan im kommenden Jahr in Hiroshima aus. Das gab Kishida bekannt, dessen Heimatstadt Hiroshima ist. Die USA warfen am 6. August 1945 die erste im Krieg eingesetzte Atombombe über der Stadt ab. Zehntausende Bewohner kamen sofort ums Leben, viele andere starben später an den Folgen. Auch Kishidas Familie litt unter den Folgen. Der Regierungschef ist für die Abschaffung von Atomwaffen. Hiroshima ist heute ein weltweites Symbol für Krieg - und für Frieden. Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa
- ESC: Hackerangriff und Manipulationsverdacht nach Finale
Der 66. „Eurovision Song Contest“ ist vorbei: Mit 631 Punkten sichert sich die Ukraine das zweitbeste ESC-Ergebnis aller Zeiten. Unterdessen wird bekannt, dass es einen Hackerangriff aus Russland gegeben hat. Wurden die Ergebnisse manipuliert? Die Gewinner-Pressekonferenz des ESC 2022: Die ukrainischen „Eurovision Song Contest“-Sieger äußerten sich zum Krieg in ihrer Heimat und ihren Zukunftsplänen. So lief der ESC-Finalabend 2022: Die Auftritte aller 25 „Eurovision Song Contest“-Kandidaten im Überblick. Beste Stimmung in Turin am ESC-Finaltag: Vor dem PalaOlimpico feierten die Fans miteinander – eine Ukrainerin ist sogar aus den USA angereist. ESC-Finalwoche in Turin: In zwei packenden Halbfinals qualifizierten sich 20 von 35 Nationen fürs Finale, das die Ukraine gewann. Die Endergebnisse stehen fest! Die Ukraine gewinnt mit sage und schreibe 631 Punkten (zweitbestes Ergebnis nach Portugal mit 758 Punkten beim ESC 2017), 439 Punkte davon stammen aus dem Publikumsvoting. Damit haben Kalush Orchestra im Schnitt fast aus jedem Land die volle Punktzahl bekommen. Nach den Juryergebnissen rangierte die Gruppe noch im vorderen Mittelfeld. Deutschland ist das einzige Land, das durch die Jurys keine Punkte erhalten hat. Von den Zuschauern bekam Malik Harris insgesamt nur 6 Punkte und ist damit das ESC-Schlusslicht. Rang: Nation: Punkte: 1 Ukraine 631 2 Vereinigtes Königreich 466 3 Spanien 459 4 Schweden 438 5 Serbien 312 6 Italien 268 7 Moldau 253 8 Griechenland 215 9 Portugal 207 10 Norwegen 182 11 Niederlande 171 12 Polen 151 13 Estland 141 14 Litauen 128 15 Australien 125 16 Aserbaidschan 106 17 Schweiz 78 18 Rumänien 65 19 Belgien 64 20 Armenien 61 21 Finnland 38 22 Tschechien 38 23 Island 20 24 Frankreich 17 25 Deutschland 6 Die Gewinner-Pressekonferenz des ESC 2022: Kalush Orchestra hoffen auf ESC in „neuer, glücklicher Ukraine“ 16.05.2022., 7.30 Uhr: Wurden die Ergebnisse beim ESC 2022 durch einen Hackerangriff aus Russland beeinflusst? Es gibt Anzeichen dafür, wie merkur.de berichtet. Die italienische Polizei hat nach eigenen Angaben Hackerangriffe auf das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Turin verhindert. Mehr Infos im ganzen Artikel. 02:06 Uhr: Auf die Frage, ob er zurück an die Kriegsfront muss, erklärt Oleg Psyuk: „In zwei Tagen müssen wir zurück in der Ukraine sein.“ Dann endet die Ausnahmegenehmigung des 27-Jährigen und seiner Band. Der Rapper zeigt sich tapfer: „Wie jeder Ukrainer bin ich bereit, bis zum Ende zu kämpfen. Wie es aber weitergeht, weiß ich nicht, ich hab den ESC bisher noch nicht gewonnen.“ 02:00 Uhr: „Der Sieg ist wichtig für die Ukraine, besonders in diesem Jahr. Danke an alle, die für uns abgestimmt haben“, beginnt Sänger Oleg Psyuk die Gewinner-Pressekonferenz. „Ich liebe es, den Song ‚Stefania‘ in ganz Europa zu hören.“ Der Sänger von Kalush Orchestra erklärt anschließend: „Jeder Sieg ist wichtig diese Tage. Wir wurden angegriffen, aber wir sind hier, um zu zeigen, dass die ukrainische Kultur am Leben ist!“ Außerdem glaubt er fest daran, dass der „Eurovision Song Contest“ 2023 in seinem Heimatland stattfinden wird: „Ich bin mir sicher, dass wir Europa nächstes Jahr in einer neuen, glücklichen Ukraine begrüßen dürfen.“ Die ESC-Sieger Ukraine umarmen bei einer Pressekonferenz eine Journalistin Große Gefühle nach dem ESC-Sieg: Die Gewinner von Kalush Orchestra herzen bei der Pressekonferenz eine ukrainische Journalistin © Mario Hanousek Lesen Sie auch Malik Harris ESC. Neue ESC-Zahlen veröffentlicht: Sie zeigen, wie mies Europa den deutschen Beitrag wirklich fand Malik Harris krank ESC-Star ist alles zu viel: Malik Harris hat es komplett zerlegt - Konzert abgesagt 01:42 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Ukraine zum Sieg beim „Eurovision Song Contest“ gratuliert: „Unser Mut beeindruckt die Welt, unsere Musik erobert Europa“, schreibt er auf Telegram. „Wir werden unser Bestes tun, um eines Tages die Teilnehmer und Gäste vom ESC im ukrainischen Mariupol zu beherbergen. Frei, friedlich und neu aufgebaut“, fügt er hinzu, so die BBC. 01:28 Uhr: „Wir gratulieren der Ukraine und dem Kalush Orchestra zum Sieg! Wir fangen jetzt mit dem (ukrainischen, Anm.d.Red.) Fernsehsender UA:PBC die Planungen für 2023 an. Offensichtlich gibt es einzigartige Herausforderungen in der Austragung des nächsten ‚Eurovision Song Contests‘. Trotzdem, wie in allen Jahren, werden wir mit allen Verantwortlichen von UA:PBC und allen anderen Interessensgruppen über die Anforderung zur Austragung sprechen, um sicher zu gehen das beste Set-Up für den 67. ‚Eurovision Song Contest‘ zu haben“, wird Martin Österdahl, der EBU-Executive Supervisor vom ESC in einer schriftlichen Aussendung zitiert. 01:17 Uhr: In circa 20 Minuten kommen die Sieger im Presseraum des „Eurovision Song Contest“ an. Dann werden schon erste Fragen vielleicht geklärt: Kann der ESC in der Ukraine stattfinden? Wie geht es jetzt weiter? So oder so werden das schwere Monate für alle Beteiligten mit den Planungen für den ESC 2023. Presseraum beim ESC 2022 in Turin Hier wird in wenigen Minuten die Pressekonferenz mit dem ESC-Sieger Ukraine stattfinden © Mario Hanousek So lief der ESC-Finalabend 2022: Halle erhebt sich für Ukraine, Malik Harris erntet Szenenapplaus 23:12 Uhr: Den Abschluss macht Estland – und die Balten bringen stimmige Wild-West-Vibes nach Turin! Stefan singt mit „Hope“ eine poppige Country-Nummer. Dass dabei, wie schon beim zweiten Halbfinale, die Westerngitarre lediglich an seinem Rücken festgeschnallt bleibt und nicht stilecht zum Einsatz kommt, enttäuscht ein wenig. Dem Publikum scheint das allerdings egal zu sein – kein Wunder: Der Song selbst ist mitreißend und beendet die Auftritte des Finales mit einem würdigen Abschluss! 23:08 Uhr: Da waren‘s nur noch zwei: Für Serbien tritt Ana Đurić alias Konstrakta mit „In Corpore Sana“ und der wohl befremdlichsten Choreographie des ESC-Finales an. Der von ihrer Landsfrau, der Performance-Künstlerin Marina Abramović, inspirierte Auftritt zeigt die Sängerin vor einem Wasserbassin beim Händewaschen. Der Titel setzt sich – passend dazu – kritisch mit dem serbischen Gesundheitssystem, der mangelnden Versorgung für freischaffende Künstler und der COVID-19-Pandemie auseinander. Der Beitrag selbst wirkt wie ein postmodernes Bühnenstück – hier zeigt sich der ESC von seiner vielseitigsten Seite! Zudem lädt der Refrain geradezu zu Mitklatschen ein! 23:03 Uhr: Nur noch drei Acts, dann geht‘s ans Eingemachte: Ochman gewann in Polen die heimische „The Voice“-Ausgabe und eroberte mit „River“ bereits am Donnerstagabend, beim zweiten Halbfinale, die Herzen vieler ESC-Fans im Sturm. Den „The Voice“-Sieg hat der in den USA geborene Sänger auch redlich verdient. Beim ESC beweist er an diesem Abend die unfassbare Vielseitigkeit seiner Stimme. Bereits nach dem ersten Refrain erntet er begeisterten Applaus. Optisch setzt man bei seinem Auftritt auf allerlei Effekte, die wohl sowohl die TV-Zuschauer als auch die Fans vor Ort hier und da überfordern – es blitzt und blitzt und blitzt... 22:58 Uhr: Jetzt darf Publikumsliebling Sam Ryder (Vereinigtes Königreich) zeigen, wieso er binnen kürzester Zeit bei TikTok zum Superstar wurde. Der Brite möchte mit „Space Man“ heimischen Rockgrößen wie Freddy Mercury und Elton John Tribut zollen. Dafür hat der 32-Jährige sich einen schicken, mit Weltall-Motiven bestickten Glitzeranzug besorgt und performt unter einen Bühnenkonstruktion, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Das Vereinigte Königreich hat übrigens das letzte Mal vor 25 Jahren, oder anders gesagt vor 9143 Tagen, mit „Love Shine A Light“ von Katharina and the Waves gewonnen. Sam Ryder auf der Bühne vom Eurovision Song Contest 2022 Sam Ryder aus Großbritannien mit dem Titel „Space Man“ beim ESC © dpa / Jens Büttner 22:51 Uhr: Souverän sang sich Sheldon Riley (Australien) mit „Not the Same“ durchs zweite Halbfinale und wurde dort mit Jubelstürmen belohnt. Die Herzschmerz-Ballade, welche der Mann aus Down Under in einem wallenden, an ein Brautkleid erinnerndes Gewand performt, scheint auch heute den Geschmack der ESC-Fans zu treffen. Der Australier hat zudem in doppelter Hinsicht eine schwere Last zu tragen. Während er in seinem ESC-Beitrag beschreibt, dass er in seinem Leben immer anders behandelt wurde (er leidet am Asperger-Syndrom), hat auch das Kleid ein Gewicht: Ganze 40 Kilogramm wiegt das weiße Riesenkleid. Wie sie das im Koffer wohl von Australien nach Turin bekommen haben? 22:47 Uhr: Und schon der nächste umjubelte ESC-Act: Die Performances des ESC-Finalabends neigen sich langsam dem Ende, doch mit Cornelia Jakobs (Schweden) und „Hold Me Closer“ darf nun erst einmal noch eine der Favoriten ran: Die 30-Jährige stammt aus einer musikalischen Familie und gilt auch bei den Buchmachern als potenzielle Siegerin. Warum das so ist, zeigt die Skandinavierin auch sofort: Mit viel Gefühl holt sie das Publikum ab – und das ganz ohne aufwendige Bühnenshow! 22:41 Uhr: Für Moldau stehen nun Zdob și Zdub & Fraţii Advahov mit „Trenuleţul“, einer der verrücktesten Nummern des Abends, auf der Bühne in Turin. Die Mischung aus „Folklore“ und „Rock ‘n‘ Roll“, die auch im Refrain des Songs besungen wird, entpuppt sich als waschechter Stimmungsbringer. Das ganze PalaOlimpico tanzt zu der schnellen, durch und durch rhythmischen Nummer ausgelassen mit. Auch hier wurde der Grundgedanke des ESC bestens eingefangen. Sehen wir hier gerade den Geheimfavoriten? Eurovision Song Contest 2022 in Turin - Generalprobe Moldawien Die Brüder Zdob și Zdub & Frații Advahov aus Moldawien singen „Trenuletul“ bei den Proben zum Eurovision Song Contest © Luca Bruno/dpa/AP 22:36 Uhr: Startrang 18 belegt Island mit dem Schwestern-Trio Systur: „Með hækkandi sól“ (zu Deutsch: „Mit der aufgehenden Sonne“) ist eine stimmige Folk-Nummer, die bereits beim ersten ESC-Halbfinale voll einschlug! Sigríður, Elísabet und Elín Eyþórsdóttir versprühen melancholischen Western-Flair und erobern mit ihrer authentischen Art die ganze Halle! Dafür gibt‘s Jubelstürme von den Rängen. Zum Schluss setzen die Skandinavierinnen noch ein wichtiges Zeichen und wünschen der Ukraine einen schnellen Frieden. 22:32 Uhr: „Die Together“ heißt der griechische ESC-Beitrag, den die Popsängerin Amanda Georgiadi Tenfjord nun vorträgt. Der Titel handelt von einer toxischen Beziehung – eine Thematik, die sich indirekt auch im Bühnenbild wiederfindet: Dort liegen zahlreiche zerbrochene Stühle verstreut neben der in einem perlweißen, glänzenden Kleid gekleideten Tochter eines Griechen und einer Norwegerin. 22:26 Uhr: Beim „Eurovision Song Contest“ treten seit einigen Jahren auch immer mehr Castingshowsieger an, so auch Jérémie Makiese (Belgien), der den belgischen „The Voice“-Ableger gewinnen konnte. Sein Beitrag „Miss You“ verströmt poppige Boyband-Atmosphäre, die sich dank fleißiger Mittänzer auch in der Choreographie niederschlägt. Der Belgier ist übrigens ein wahres Multitalent: Er kann nicht nur singen, sondern stand sogar bereits als Profi-Torhüter bei einem heimischen Zweitligisten unter Vertrag. Musikalisch spielt der 21-Jährige dahingegen heute in der ESC-Champions-League mit. 22:22 Uhr: Nadir Rustamli (Aserbaidschan) sorgte bereits im Halbfinale mit dem Einsatz beweglicher Treppenelemente für Staunen – die sind auch heute wieder in Betrieb! Musikalisch geht es eher seicht und ruhig zu, für den großen, stimmlichen Gefühlsausbruch lässt sich der Sänger bei „Fade to Black“ viel Zeit. Doch die Formel scheint aufzugehen, denn aus dem Publikum sind immer wieder ganz deutlich begeisterte Laute zu vernehmen. 22:19 Uhr: Litauen ist zum ersten Mal seit ihrem ESC-Debüt 1994 wieder mit einem Song in der eigenen Landessprache vertreten: Monika Liu hat „Sentimentai“ (zu Deutsch: Gefühle) selbst verfasst und erinnert optisch ein wenig an eine französische Chansonsängerin. Musikalisch spiegelt sich das auch in ihrer Performance wider. Auf der Bühne glitzert es, wo man nur hinblickt – vor allem das schicke Kleid der Baltin ist ein absoluter Blickfang! 22:14 Uhr: Wir sind etwa bei der Hälfte des ESC-Finales angelangt und damit beim deutschen Beitrag: Malik Harris hofft, mit „Rockstars“ und einem aufwendigen Bühnenbild, das als Wohnzimmerkonzert konzipiert ist, Akzente zu setzen. Die Mischung aus Hip-Hop, Rock und Pop braucht etwas, um das Publikum zu überzeugen, doch der junge Musiker gibt alles. Grinsend und souverän bestreitet er seinen Auftritt, während nach und nach immer mehr Handylichter im Publikum aufleuchten. Nach seinem Rap-Part gibt es sogar Szenenapplaus! Heute Abend Daumen drücken: Malik Harris, hier beim deutschen Vorentscheid, vertritt Deutschland beim ESC in Turin. Heute Abend Daumen drücken: Malik Harris, hier beim deutschen Vorentscheid, vertritt Deutschland beim ESC in Turin. © Britta Pedersen/dpa 22:08 Uhr: Nun ruht der Blick auf den Favoriten des Abends, die direkt vor Deutschlands ESC-Kandidaten Malik Harris antreten: Kalush Orchestra (Ukraine) performen mit „Stefania“ einen landestypischen Folk-Elementen durchsetzten Raptitel, der den musikalischen Grundgedanken des „Eurovision Song Contest“ perfekt umsetzt. Im Publikum wird deswegen begeistert gejubelt, während die Truppe eine astreine Performance hinlegt. Zum Schluss wird an die Kriegsopfer erinnert – die Halle erhebt sich in geeinter Solidarität. Ein schöner Anblick! Das Kalush Orchestra beim Eurovision Song Contest 2022 Das Kalush Orchestra aus der Ukraine performt dem Titel „Stefania“ beim ESC 2022 © dpa / Jens Büttner 22:05 Uhr: Wir sind bei Startrang 11 angekommen: Für die Niederland tritt Sängerin S10 mit „De Diepte“ (zu Deutsch: Die Tiefe) in ihrer Landessprache an. Der Titel zählt zu den emotionalsten Songs dieses ESC-Abends. Der schöne Refrain findet beim Publikum sofort Anklang. Nun folgt die Ukraine, dann Deutschland. 22:02 Uhr: Die auf Kuba geborene Chanel (Spanien) fegt nun mit einer ebenso knisternden wie durchgetakteten Tanzeinlage über die Bühne des PalaOlimpico. Ihr Song „SloMo“, der eigentlich für Jennifer Lopez geschrieben wurde, gerät angesichts der schweißtreibenden Performance und der aufwendigen Bühnenshow fast ein wenig in den Hintergrund: Die Choreografie von Chanel sitzt perfekt, zwischendurch regnet es ein goldenes Feuerwerk. Ob wir es heute bei der Siegerverkündung auch für Spanien Gold regnen sehen? Applaus gibt es auf jeden Fall en masse – auch im Pressezentrum, wie unser Reporter vor Ort berichtet. 21:56 Uhr: Wie ESC-Vorjahressieger Måneskin, gewannen auch Mahmood & Blanco (Italien) das legendäre Sanremo-Musikfestival und qualifizierten sich damit für das heutige Finale. Die Liebesballade „Brividi“ wird in Turin von der ersten Sekunde an lautstark bejubelt und textsicher mitgesungen. Doch nicht nur auf den Rängen, sondern besonders auf der Bühne überzeugt die dort vertretende Stimmgewalt vollends: Die beiden Musiker harmonieren perfekt und gelten bei den Buchmachern als Mitfavoriten. Doch: Dem italienischen Superstar Blanco, gerade mal 19 Jahre alt, wird vorgeworfenen, den Wettbewerb nicht ernst zu nehmen. Zu ersten Probe erschien er gar nicht erst, sein eigenes Konzert wollte er nicht absagen und konnte deshalb überhaupt nicht kommen. Mahmood und Blanco singen auf de Bühne vom Eurovision Song Contest 2022 Mahmood und Blanco aus Italien mit dem Titel „Brividi“ © dpa / Jens Büttner 21:47 Uhr: Für Armenien steht nun die vergleichsweise unbekannte Rosa Linn mit „Snap“ auf der Bühne. Einen Sieg wird die 21-Jährige heute Abend zwar höchstwahrscheinlich nicht einfahren, dass sie ihre Nation beim „Eurovision Song Contest“ nun sogar im Finale vertreten darf, ist für sie allerdings Lohn genug. Was man im TV nicht sieht: Das Bühnen-Schlafzimmer von Rosa Linn besteht aus mehreren Teilen, es braucht über zehn Bühnenarbeiter um es aufzubauen. Mitten im Lied wird es einmal – ohne, dass es auffällt, um 180 Grad gedreht, sodass sie am Ende durch das abgerissene Papierloch steigen kann. 21:42 Uhr: Das Duo Subwoolfer (Norwegen) auf Startrang 7: Die maskierten Norweger treten in gelben Wolfsoveralls und schicken Anzügen auf und sind damit nicht nur ein kurioser Blickfang, sondern auch einer der Geheimfavoriten des Abends. Zu „Give That Wolf A Banana“ darf in Turin auf jeden Fall mitgetanzt werden. Wer unter den Masken steckt, ist nicht bekannt – dem Publikums ist‘s herzlich egal. In Turin hat man zu der flotten Pop-Dance-Nummer definitiv Spaß. Dazu gibt‘s kultige Tanzeinlagen, die man künftig vielleicht auch in dem ein oder anderen Club sehen wird. TURIN 20220508 Subwoolfer, Norway, pose on the turquoise carpet during the opening ceremony of the Eurovision Song Contest Beim „Eurovision Song Contest“ gelten Norwegen als einer der Publikumslieblinge © IMAGO/Jessica Gow/TT 21:38 Uhr: Mit Frankreich tritt nun der erste von fünf gesetzten Finalisten – darunter auch Deutschland – an: Alvan & Ahez setzen bei „Fulenn“ auf eine ungewöhnliche Mischung aus folkigem Schamanengesang (in bretonischer Sprache!) und modernem, von schnellen Beats durchzogenem Electro. Das PalaOlimpico verwandelt die Truppe so binnen kürzester Zeit in eine kochende Großraumdisco, in der Flammen über die Bühne schießen und gleißende Lichter flackern. Musikalisch wirkt das Ganze dann aber doch etwas gewöhnungsbedürftig. Besonders spannend: In diesem Jahr gibt es keinen einzigen Song in französischer Sprache. Ein Novum in 66 Jahren ESC-Geschichte. 21:33 Uhr: „Gefühle zeigen“, möchte Marius Bear (Schweiz) mit seiner Ballade „Boys Do Cry“, die jetzt an fünfter Stelle an diesem ESC-Finalabend erklingt. Das gelang dem 28-Jährigen schon beim ersten Halbfinale, in dem er mit ganz großen Gefühlen das Weiterkommen errang. Passend zu den sanften Tönen fällt die Bühnenshow recht minimalistisch aus – manchmal ist weniger eben doch mehr. Das sieht das Publikum ähnlich und jubelt dem jungen Eidgenossen, der auf der großen, dunklein Bühne fast ein wenig einsam wirkt, euphorisch zu. Trotzdem wird Marius Bear heute auf den hinteren Plätzen erwartet. Marius Bear auf der Bühne vom Eurovision Song Contest 2022 in Turin Marius Bear aus der Schweiz singt „Boys Do Cry“ beim ESC © dpa/AP | Luca Bruno 21:29 Uhr: Jetzt darf der wohl bekannteste Act dieses ESC-Abends ran: The Rasmus (Finnland) landeten mit „In the Shadows“ bereits 2003 einen internationalen Hit, der hierzulande sogar die Spitze der Single-Charts erreichte. Heute tritt die Rockband mit dem fetzigen „Jezebel“ und einer Bühne voller überdimensionierter Luftballons an. In typischer Rock-‘n‘-Roll-Manier zieht Sänger Lauri Ylönen rastlos über die Bühne und heizt das Turiner Publikum unaufhörlich an. Auch beim Publikum scheinen die Finnen viel Anklang zu finden. Eurovision Song Contest - The Rasmus The Rasmus aus Finnland spielen ihren Titel „Jezebel“ bei einer Probe für den Eurovision Song Contest (ESC). © Jens Büttner/dpa 21:25 Uhr: Nun ruhigere Klänge aus Portugal: Maro singt „Saudade, saudade“ (zu Deutsch: Sehnsucht, Sehnsucht) und verzichtet auf spektakuläre Showelemente – sie lässt die Musik für sich sprechen. Umringt von ihrer Mitsängerinnen steht die Singer-Songwriterin auf der von kniehohen Nebelschwaden überzogenen Bühne und singt sich den Weltschmerz von der Seele. Parallel dazu gleißen im Publikum etliche Handylichter auf. Schön! 21:20 Uhr: Auch WRS (Rumänien), der nun auf Startplatz 2 antritt, kennen wir aus dem zweiten Halbfinale. Dort heizte der in der Walachei geborene Singer-Songwriter, dessen Name „Urs“ übrigens ausgesprochen wird, der Menge mit „Llámame“ ordentlich ein. Auch heute sitzt die körperbetonte Choreographie bestens. In roten Outfits, die entfernt an spanische Toreros erinnern, hofft er auf eine gute Platzierung. Sein Song strotzt nur so vor Hitpotenzial: Das Publikum feiert ausgelassen – und singt den eingängigen Refrain sogar deutlich hörbar mit! Eurovision Song Contest - Probe: WRS WRS aus Rumänien hofft mit „Llámame“ (zu Deutsch: Ruf mich) auf viele Anrufe, um ins ESC-Finale am Samstag einzuziehen © Jens Büttner/dpa 21:16 Uhr: Im zweiten „Eurovision Song Contest“-Halbfinale durften We Are Domi (Tschechien) mit „Lights Off“ erst zum Schluss ran, heute wird der Electro-Pop-Band die Ehre zuteil, das Finale in Turin zu eröffnen. Wie schon am Donnerstagabend beeindruckt die 2018 in Großbritannien gegründete Gruppe nicht nur mit flotten Dance-Rhythmen, sondern ebenso dank einer ausgefeilten Lichtshow. Hell tanzen etliche Lichtstrahlen durch das PalaOlimpico. Das Publikum empfängt die Band mit viel Applaus – es ist angerichtet! „We Are Domi“ aus Tschechien beim Eurovision Song Contest 2022 in Turin „We Are Domi“ aus Tschechien hoffen beim ESC auf den Sieg © dpa/AP | Luca Bruno Beste Stimmung in Turin am ESC-Finaltag: Deutsche müssen hoffen, Ukrainerin reist aus USA an 20:30 Uhr: Auch heute ist Mario Hanousek für IPPEN.MEDIA in Turin wieder im Einsatz. Vor dem PalaOlimpico, wo ab 21:00 Uhr das „Eurovision Song Contest“-Finale steigt, traf er Fans, die dem Musikwettbewerb heute beiwohnen werden. Sarah aus Deutschland etwa ist mit Dimitri aus der Schweiz hier. Sie glaubt: „So schlecht wie letztes Jahr kann’s nicht werden!“ Malik Harris werde sich zumindest im Mittelfeld platzieren, hofft sie. Deutsche und Schweizerische ESC-Fans in Turin „So schlecht wie letztes Jahr kann’s nicht werden“, glaubt Sarah, die Malik Harris in Turin die Daumen drückt © Mario Hanousek Für den ESC nehmen manche Fans einen richtig langen Weg auf sich: „Ein Sieg der Ukraine wäre ein wichtiges Zeichen“, sagt Ivana Korolchuk, die extra aus New York angereist ist. Die Bandmitglieder von Kalush Orchestra kommen aus ihrem Dorf. „Wenn wir den ESC gewinnen können, können wir auch noch andere Dinge gewinnen – auch einen Krieg!“, sagt die Ukrainerin vor der Halle. Ukrainischer ESC-Fan in Turin Ivana Korolchuk ist extra aus New York angereist, um der Ukraine in Turin die Daumen zu drücken. Tatsächlich hat das Land gute Chancen auf einen Sieg, sofern man den Buchmachern glaubt © Mario Hanousek Die Stimmung in Turin ist bestens: Unter den Fans herrscht Feierlaune – unabhängig davon, wem sie am Finalabend die Daumen drücken. Das macht den „Eurovision Song Contest“ aus! Britischer und niederländische ESC-Fans in Turin Beim „Eurovision Song Contest“ steht die Völkerverständigung im Vordergrund – das scheint in Turin bestens zu funktionieren! © Mario Hanousek ESC-Finalwoche in Turin: 40 Länder traten an, die Ukraine holt zweitbestes Ergebnis aller Zeiten Nachdem Måneskin mit „Zitti e buoni“ 2021 den „Eurovision Song Contest“ in Rotterdam für sich entschieden, fand der 66. ESC in diesem Jahr vom 10. bis 14. Mai in Turin statt. Nach 1965 in Neapel und 1991 in Rom ist es das insgesamt dritte Mal, dass der größte Musikwettbewerb der Welt in Italien steigen durfte. In insgesamt zwei Halbfinals (das erste und zweite Halbfinale im Rückblick) qualifizierten sich jeweils zehn Nationen, die mit den fünf gesetzten Ländern (Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Vereinigtes Königreich) am 14. Mai im Finale um den Sieg rangen. Am Ende gewann die Ukraine mit 631 Punkten und damit dem zweitbesten ESC.-Ergebnis in der Gesamthistorie der Veranstaltung. quelle: tz.de
- YouTube-Paar Julienco gibt Trennung von Bibi bekannt
Sie galten als YouTube-Traumpaar: Bibi und Julian Claßen haben Millionen Follower im Netz und zwei gemeinsame Kinder. Nun gehen sie offenbar getrennte Wege. 21.05.2022, 13.45 Uhr Kommentare öffnen Zur Merkliste hinzufügen Link kopieren YouTuber Bibi und Julienco: »Bibi hat sich getrennt.« Bild vergrößern YouTuber Bibi und Julienco: »Bibi hat sich getrennt.« Foto: Christoph Soeder / picture alliance/dpa Gerüchte gab es schon länger, nun ist es bestätigt: Der YouTuber Julian Claßen hat verkündet, nicht länger mit Bibi zusammen zu sein. »Bibi und ich haben uns getrennt. Bibi hat sich getrennt«, sagte er in einem bei Instagram veröffentlichten Video . Bianca Claßen wurde als Bibi mit ihrem Kanal BibisBeautyPalace bekannt, auf dem sie anfangs vor allem Schminktipps gab. Später befasste sie sich auch mit Mode und ließ die Fans an ihrem Leben teilhaben. Mehr zum Thema Werbung auf YouTube: Das Bibi-Business Von Fabian Reinbold Das Bibi-Business YouTube-Star Bibi: "Daran ist doch nichts verwerflich" Von Fabian Reinbold "Daran ist doch nichts verwerflich" Vorbilder für Jugendliche im Netz: Diese zehn YouTuber sollten Eltern kennen Von Sebastian Meineck Diese zehn YouTuber sollten Eltern kennen Mit fast sechs Millionen Fans gehört sie zu den meistabonnierten YouTuberinnen Deutschlands. Bibi warb für Firmen wie die Deutsche Telekom oder Thomas Cook. Kritiker hielten ihr vor, sie betreibe zum Teil Schleichwerbung. Seit 2018 ist sie mit Julian Claßen verheiratet, der als Julienco ebenfalls einen YouTube-Kanal betreibt. Das Paar ließ das Netz an seinem Privatleben teilhaben, etwa an ihrer Hochzeit und der Geburt ihrer beiden Kinder. Die Kinder stünden »auf Priorität eins«, erklärte Julian Claßen in seinem Video. »Wir müssen einfach schauen, wie es nun weitergeht.« Bibi selbst hat sich bisher nicht zu der Trennung geäußert. jpz quelle: spiegel.de
- Ukraine-News: Russland verschiebt nuklear-fähige Raketenwerfer an die Grenze
Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu – militärisch, diplomatisch und humanitär: der News-Ticker am Sonntag, 22. Mai. Aufrüstung in Russland: Russland erwägt Austausch im Ukraine-Krieg Schwere Luftangriffe: Russland bereitet offenbar Offensive im Osten der Ukraine vor Mariupol unter Kontrolle: Russland vermeldet Teilsieg Der News-Ticker rund um den Ukraine-Konflikt wird laufend aktualisiert. +++ 12.26 Uhr: In der Ostukraine gibt es weiter schwere Kämpfe um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Luhansker Gebiet. Positionen ukrainischer Truppen würden in dem Bereich entlang der gesamten Frontlinie mit russischer Artillerie beschossen, teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Russische Truppen versuchten demnach erfolglos, Ortschaften nördlich, östlich und südlich von Sjewjerodonezk zu stürmen. Ebenso hart werde um Dörfer südlich der Trasse von Lyssytschansk nach Bachmut im Donezker Gebiet gekämpft. Gleichzeitig vermeldet das Nachrichtenportal Kiyv Independent, dass Russland wohl Iskander-Raketenwerfer in die Nähe von Belgorod in der Nähe der ukrainischen Grenze verschoben hat. Der Kiyv Independent bezieht sich dabei auf einen Bericht der ukrainischen Streitkräfte. Die Iskander-Raketenwerfer sollen in der Lage sein, Nuklearsprengköpfe abzufeuern. Ukraine-News: Russische Offensive abgewehrt – andauernde Kämpfe im Osten +++ 11.18 Uhr: Russische Truppen sollen in der Region Saporischschja zivile Infrastruktur angegriffen haben, berichtet das Nachrichtenpotal Kiyv Independent. Demnach habe die russische Armee Dörfer in der Region beschossen, heißt es in dem Bericht. Einige Zivilisten sollen dabei verletzt worden sein. +++ 09.23 Uhr: Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Kiyv Independent soll Russland planen, seine Offensive im Gebiet Donezk fortzusetzen. Die ukrainischen meldeten am Sonntag, dass Russland die Dörfer Virnopillia, Dibrivne und Dovhenke im Gebiet Donezk unter Beschuss nahm und sich auf die Offensive auf Slowjansk vorbereitete. Update vom Sonntag, 22. Mai, 06.35 Uhr: Das ukrainische Militär berichtete in der Nacht zum Sonntag von andauernden Kämpfen in den Gebieten Donezk und Luhansk im Osten des Landes. Dort seien am Samstag neun Angriffe russischer Truppen abgewehrt worden. Im Laufe des Tages seien fünf Panzer, vier Artilleriesysteme und eine Drohne zerstört worden, teilte die ukrainische Armee mit. Russland setzt laut dem Lagebericht entlang der gesamten Front Kampfflugzeuge, Raketenwerfer und Panzer ein. Kämpfer der Territorialen Verteidigungseinheit, einer Unterstützungseinheit der regulären ukrainischen Armee, entladen ihre Waffen, nachdem sie an einer Übung außerhalb von Kiew teilgenommen haben. © SERGEI SUPINSKY/AFP Im Gebiet Saporischschja im Süden der Ukraine hat die dortige Verwaltung nach eigenen Angaben vermehrt Flüge russischer Drohnen beobachtet. Das russische Militär habe die Luftaufklärung verstärkt, hieß es. Zudem seien Kolonnen von Militärfahrzeugen gesichtet worden. Saporischschja liegt nordwestlich der inzwischen von Russland eingenommenen ukrainischen Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. Einmal mehr machte die Ukraine Russland für den Tod von sieben Zivilisten in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil der Region Donezk verantwortlich. Der Gouverneur des Gebiets, Pawlo Kyrylenko, schrieb im Nachrichtenkanal Telegram, allein im Ort Lyman seien drei Menschen getötet worden. Er äußerte sich zunächst nicht zu den genauen Umständen. In dem von Russland besetzten Gebiet Cherson im Süden beschuldigte die dortige Verwaltung wiederum die ukrainischen Streitkräfte, am Samstag drei Zivilisten in dem Ort Biloserka getötet und zehn verletzt zu haben. Diese Angaben ließen sich nicht überprüfen. Ein russischer Soldat patrouilliert im Wasserkraftwerk Kachowka, einem Laufwasserkraftwerk am Dnjepr. © dpa Ukraine-News: Russland erwägt Austausch von Mariupol-Kämpfern gegen Putin-Vertrauten +++ 22.41 Uhr: Russland erwägt offenbar den Austausch von gefangengenommenen Kämpfern des ukrainischen Asow-Regiments gegen den pro-russischen Geschäftsmann Viktor Medwedtschuk. „Wir werden die Frage prüfen“, sagte der russische Abgeordnete und Unterhändler bei den Verhandlungen mit Kiew, Leonid Slutski, am Samstag (21. Mai) nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Medwedtschuk gilt als Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der ukrainische Politiker und Unternehmer, der zu den reichsten Menschen des Landes gehört, war im vergangenen Jahr in der Ukraine wegen Hochverrats angeklagt und unter Hausarrest gestellt worden. Kurz nach Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine am 24. Februar tauchte er aber unter, eher er Mitte April festgenommen wurde. Russland hatte am Freitag die „vollständige Befreiung“ des Stahlwerks Azovstal im ukrainischen Mariupol gemeldet. Die letzten Soldaten in dem Industriekomplex, unter ihnen Mitglieder des Asow-Regiments, hätten sich ergaben, teilte die russische Armee mit. Ein APC der Miliz der sogenannten Volksrepublik Donezk begleitet Busse mit ukrainischen Soldaten zur Strafkolonie in Oljoniwka, nachdem sie das belagerte Stahlwerk Azovstal in Mariupol verlassen haben. © Uncredited/AP/dpa Nach Angaben aus Moskau kamen insgesamt 2439 ukrainische Soldatinnen und Soldaten aus dem Stahlwerk Azovstal seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft. Unter ihnen sind laut den prorussischen Separatisten auch 78 Frauen. Der Chef der Donezker Separatisten, Denis Puschilin, sagte am Samstagabend der russischen Staatsagentur Tass zufolge, es seien zudem Ausländer in russische Gefangenschaft gekommen. Eine Zahl nannte er zunächst nicht. Ukraine-News: Russland bereitet offenbar Offensive in Ostukraine vor +++ 20.35 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs soll die russische Armee aktuell Offensiven auf die Städte Slowjansk und Lyman in der Ostukraine vorbereiten. Das berichtete am Samstag (21. Mai) das Nachrichtenportal Kyiv Independent. Zudem habe es Angriffe auf mehrere Städte in der Region Charkiw gegeben. Den Informationen der Militärführung zufolge seien russische Angriffe auf die Ortschaften Lypove, Wasyliwka, Marjinka und Nowomychajliwka zuvor erfolglos verlaufen. Im Oblast Luhansk sei es dem russischen Militär dagegen gelungen, eine Brücke zu zerstören. Das Bauwerk, das die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk über den Don-Nebenfluss Siwerskyj Donez verbunden hat, sei bereits 2014 im Rahmen russischer Angriffe zerstört und 2016 wieder aufgebaut worden. Deutsche Panzer vom Typ Marder könnten womöglich zeitnah die ukrainische Armee bei der Verteidigung ihres Landes unterstützen. Doch die Lieferung wird seit Wochen hinausgezögert. (Symbolbild) © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa Ukraine-Unterstützung: Internes Papier zu Marder-Panzern belastet Lambrecht +++ 19.12 Uhr: Ein vertrauliches Dokument aus Kreisen des Bundesverteidigungsministeriums soll belegen, dass die Bundeswehrpanzer, die die Ukraine zu Kriegsbeginn aus Deutschland bestellt hatte, entgegen der Aussagen von SPD-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht doch bereits seit Längerem verfügbar seien. Das berichtete die Bild-Zeitung am Samstag (21. Mai). Lambrecht hatte offiziell mitteilen lassen, dass keiner der 343 Schützenpanzer vom Typ Marder entbehrlich sei. Im von der Bild-Zeitung zitierten Dokument heiße es dagegen: Von 62 aktuell nicht genutzten Marder-Panzern könnten 32 Fahrzeuge „bei Bedarf instandgesetzt und dann wieder genutzt werden“. Heftige Kämpfe im Donbass – Ukraine richtet Hotline für russische Soldaten ein +++ 15.53 Uhr: Mit einer eigens eingerichteten Hotline hat der ukrainische Sicherheitsdienst russische Soldaten dazu aufgerufen, sich zu ergeben. Das teilte der ukrainische Geheimdienst SBU am Samstag (21. Mai) mit. Wie das ukrainische Nachrichtenportal Ukrayinska Pravda berichtet, sei die Hotline eine Reaktion auf abgehörte Telefongespräche, in denen russische Soldaten ihren Kriegseinsatz als „Sklaverei“ und „Verstoß gegen die Menschenrechte“ bezeichnet haben sollen. Diesen Militärangehörigen solle die Hotline „2402“ nun die Möglichkeit geben, ihren Kriegseinsatz zu beenden und mit dem Leben davonzukommen, heißt es vonseiten des SBU. Ukraine-Krieg: Russische Grenzregion wirft Ukraine Angriffe vor +++ 14.15 Uhr: Die russische Grenzregion Kursk wirft der Ukraine mittlerweile täglichen Beschuss vor. Am Samstag (21.05.2022) sei das Gebiet Gluschkowo angegriffen worden, schrieb Gouverneur Roman Starowoit im Nachrichtendienst Telegram. Zu möglichen Opfern äußerte er sich zunächst nicht. In der besetzten Hafenstadt Mariupol stehen Fahrzeuge mit dem Buchstaben Z auf der Straße, der für einen russischen Sieg im Ukraine-Krieg steht. Doch immer mehr russische Soldaten wollen den Kriegseinsatz beenden. (Symbolfoto) © Olga Maltseva/AFP Schon in den vergangenen Tagen hatte Starowoit die Ukrainer für Zerstörungen in grenznahen Ortschaften verantwortlich gemacht. Am Donnerstag (19.05.2022) soll im Dorf Tjotkino ein Mensch gestorben sein. Die Ukraine äußert sich zu den Vorwürfen nicht. Russland, das den Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar selbst begonnen hatte, beklagt seit Wochen immer wieder ukrainische Angriffe auf sein eigenes Staatsgebiet. Ukraine-News: Heftige Kämpfe im Donbass – Mariupol unter Kontrolle +++ 12.52 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat eine Vielzahl von russischen Angriffen im Land registriert und auf die Gefahr von Luftschlägen aus dem benachbarten Land Belarus hingewiesen. Der Schwerpunkt der Kämpfe liegt laut dem Lagebericht vom Samstag weiter im Osten der Ukraine. Dort seien elf Angriffe vom Feind abgewehrt und unter anderem acht Panzer zerstört worden. Auch der Artilleriebeschuss ukrainischer Stellungen gehe weiter, hieß es. Bedroht sieht sich die Ukraine auch weiter von Russlands Verbündetem Belarus, der aber offiziell kein Kriegsteilnehmer ist. Zudem seien Schiffe der russischen Kriegsflotte im Schwarzen und im Asowschen Meer für Kampfhandlungen und Aufklärung unterwegs, teilte der Stab in Kiew mit. +++ 11.17 Uhr: Nach der kompletten Einnahme der Hafenstadt Mariupol versuchen die russischen Truppen offenbar, auch die letzten ukrainischen Stellungen in der Region zu erobern. „Der Feind hört nicht auf, offensive Operationen in der östlichen Kampfzone zu führen“, schrieb am Samstag der ukrainische Generalstab auf Facebook. Ziel der Angreifer sei es, „die totale Kontrolle der Regionen Donezk und Luhansk zu erringen und einen Landkorridor zur besetzten Krim zu haben“. Russische Soldaten in Kherson in der Ukraine. © imago-images „Angriffe im Donbass gehen weiter“, hatte zuvor auch schon der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft erklärt. Mehrere Städte seien bereits so wie Mariupol „komplett zerstört“ worden. „Nun versuchen sie das gleiche mit Sewerodonezk und vielen anderen Städten zu machen“, sagte der Staatschef am späten Freitagabend. +++ 10.03 Uhr: Nach Informationen des Nachrichtenportals Kiyv Independent sollen russische Streitkräfte am Morgen des 21. Mai Gebiete in der Nähe des Dorfes Kutscherivka beschossen haben. Es wurden keine Todesopfer gemeldet. Das Dorf befindet sich im Oblast Sumy, im Nordosten der Ukraine. Ukraine-News: Selenskyj macht Russland Vorwürfe über Raketenangriff +++ 08.43 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte Russland laut Informationen der Deutschen Presseagentur für einen Raketenangriff auf ein Kulturzentrum im Osten des Landes mit acht Verletzten verantwortlich. Bei dem Beschuss in der Stadt Losowa im Gebiet Charkiw sei auch ein elf Jahre altes Kind verletzt worden, schrieb das Staatsoberhaupt im Nachrichtenkanal Telegram. „Die Besatzer haben Kultur, Bildung und Menschlichkeit als ihre Feinde identifiziert.“ Russland wiederum warf der Ukraine vor, zivile Objekte für militärische Zwecke zu missbrauchen. Das von wochenlangen heftigen Kämpfen schwer beschädigte das Stahlwerk Azovstal in Mariupol. © imago-images Erstmeldung vom Samstag, 21. Mai, 06.40 Uhr: Nach Wochen heftiger Kämpfe hat Russlands Armee eigenen Angaben zufolge das Stahlwerk Azovstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol komplett unter ihre Kontrolle gebracht. Alle feindlichen Kämpfer hätten sich ergeben, teilte das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Samstag in Moskau mit. Die weitläufige Industrieanlage am Asowschen Meer war der letzte Ort in der strategisch wichtigen Hafenstadt im Südosten der Ukraine, der noch nicht vollkommen unter russischer Kontrolle gestanden hatte. Die Einnahme des Stahlwerks in Mariupol feiert Russland als einen großen Teilsieg in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ukraine-News: Mariupol unter Kontrolle – Russland feiert Teilsieg Die ukrainische Seite äußerte sich zunächst nicht zur angeblichen Einnahme des Werks. Nach Angaben aus Moskau kamen seit dem 16. Mai insgesamt 2439 ukrainische Soldaten, die sich in den Bunkeranlagen aus Sowjetzeiten verschanzt hatten, in russische Gefangenschaft. Am Freitag sei die letzte Gruppe von 531 Kämpfern gefangen genommen worden, hieß es. Das Stahlwerk war seit dem 21. April von russischen Truppen belagert worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte - in einem noch vor der russischen Verkündung der Einnahme aufgenommenen Fernsehinterview - den Westen für die Entwicklung mitverantwortlich. Er habe die westlichen Staats- und Regierungschefs wiederholt aufgefordert, sein Land mit „geeigneten Waffen“ zu versorgen, „damit wir Mariupol erreichen können, um diese Menschen zu befreien“. (dil/tu/kh/vbu/nak mit AFP/dpa) quelle: fr.de
- Erdogan stellt Forderungen für schwedischen NATO-Beitritt
Schweden und Finnland wollen in die NATO, die Türkei stellt sich bislang jedoch quer. Präsident Erdogan macht nun einen Schritt auf das skandinavische Land zu und fordert ein Ende der Unterstützung von terroristischen Gruppen. Für einen Beitritt zur NATO hat die Türkei Schweden aufgefordert, seine Unterstützung für "terroristische Gruppierungen" und ein Waffenembargo zu beenden. Diese Forderungen habe Präsident Recep Tayyip Erdogan der schwedischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson genannt, teilte Erdogans Büro mit. In dem Telefonat hatten beide Staats- und Regierungschefs unter anderem Schwedens Antrag auf Beitritt zur NATO diskutiert, den die Türkei zunächst blockiert hatte. Schweden müsse seine "politische, finanzielle und militärische Unterstützung" für terroristische Gruppen einstellen und "Embargos für die Verteidigungsindustrie" beenden, die es nach einer türkischen Militäroperation gegen die syrische Kurdenmiliz verhängt hat, hieß es in der Stellungnahme aus Ankara. Dies seien zwei "konkrete und ernsthafte Schritte", die erkennen ließen, dass Stockholm die Sicherheitsbedenken der Türkei teile, sagte demzufolge Erdogan der schwedischen Regierungschefin. POLITIK18.05.22 04:26 min Jäger: "Gibt sein Ass nicht her"Warum Erdogan die NATO-Erweiterung blockiert Andersson sagte anschließend dem schwedischen Sender SVT, sie habe betont, dass Schweden eine Zusammenarbeit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus begrüße und eindeutig hinter dem Kampf gegen den Terrorismus sowie der Einstufung der verbotenen Partei PKK als Terrororganisation stehe. Erdogan: Schweden unterstützt Fethullah Gülen Erdogan bezieht sich auf die Kurden-Miliz YPG in Syrien, die Ankara beide als terroristische Gruppierungen betrachtet. Der NATO-Bündnispartner USA hingegen arbeitet eng mit der YPG in Syrien zusammen. Nach einer türkischen Militäroffensive gegen die YPG 2019 hatten unter anderem Schweden, Finnland und Deutschland Waffenexporte an die Türkei beschränkt. Im Gespräch behauptete Erdogan zudem erneut, dass Schweden Anhänger des islamischen Geistlichen Fethullah Gülen unterstütze. Die türkische Führung macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch von 2016 gegen den Präsidenten verantwortlich. MEHR ZUM THEMABotschafter fordert AufnahmeMelnyk: NATO-Beitritt würde Atomschlag verhindern USA trotzdem zuversichtlichTürkei hält an "Nein" zu NATO-Erweiterung fest Erdogan telefonierte am Samstag auch mit seinem finnischen Kollegen Sauli Niinistö. Dieser twitterte anschließend, es sei ein offenes Gespräch gewesen. Ein NATO-Beitritt Finnlands werde die Sicherheit beider Partner stärken. "Finnland verurteilt jede Form von Terrorismus", betonte Niinistö. Der Dialog werde fortgesetzt. Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte Finnland wie Schweden in dieser Woche seinen Beitritt zur NATO beantragt. Die Türkei ist das einzige Mitglied, das sich einer Erweiterung des Militärbündnisses um die beiden Länder bislang offen entgegengestellt hat. Russland hatte angekündigt, die mögliche Ausweitung des NATO-Gebiets als Bedrohung für sich zu betrachten. Quelle: ntv.de, mba/dpa
- Drei Affenpocken-Fälle in Berlin – Mediziner erwartet deutlichen Anstieg
In Berlin erste Infektionen bestätigt worden. Kontaktpersonen werden ermittelt. Laut Gesundheitssenatorin „besteht kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht“. LORENZ MAROLDTALEXANDER FRÖHLICH Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003, die von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung...FOTO: DPA/AP/CYNTHIA S. GOLDSMITH/RUSSELL REGNER/CDC In Berlin sind die ersten Fälle von Infektionen mit Affenpocken festgestellt worden. Das bestätigte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonnabend. Nach Tagesspiegel-Informationen handelt es sich um drei Infizierte: Einen 30-Jährigen, einen 55-Jährigen und einen Fall, der in einem Berliner Krankenhaus festgestellt worden sein soll. Derzeit liefen die Ermittlungen zu Kontaktpersonen, hieß es aus der Gesundheitsverwaltung am Samstagnachmittag, als zunächst noch von zwei bestätigten Fällen ausgegangen wurde. Ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handelt, soll eine Sequenzierung ergeben. „Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen eventuell noch weitere Infektionen registriert werden.“ Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) teilte mit, es bestehe kein Grund zur Panik, aber Grund zur Vorsicht, da viele wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krankheit noch vorläufig seien. „Expertinnen und Experten gehen jedoch davon aus, dass wir keine neue Pandemie fürchten müssen. Wir müssen jetzt aber schnell und konsequent handeln, um Infektionsfälle zu erkennen und einzudämmen.“ Bei einem 55-Jährigen hatte das Robert-Koch-Institut die Infektion nach Angaben des behandelnden Arztes bestätigt. Die Infektion des 30-Jährigen, der zunächst als Verdachtsfall galt, wurde schließlich ebenfalls durch das RKI bestätigt, wie Mediziner Heiko Jessen, der in Schöneberg eine Infektiologie-Praxis betreibt, dem Tagesspiegel sagte. Beide seien in ambulanter Isolation, sagte Jessen. Ein dritter Fall soll in einer Berliner Klinik festgestellt worden sein. Mediziner rechnet mit Anstieg der Fälle Jessen geht davon aus, dass die Zahl der Affenpocken-Infektionen in der kommenden Woche deutlich zunimmt. Beide Patienten, der 30- und der 55-Jährige, hätten an "Clubpartys mit Sex von exponierten Gruppen" teilgenommen. [Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräteherunterladen können.] Der 55-Jährige soll – anders als der zuvor in München registrierte Fall – Berlin zuvor längere Zeit nicht verlassen haben. Es habe sich vermutlich bei einer Sex-Party in Berlin angesteckt. Der Mann habe eine Pockenimpfung gehabt, bei der Untersuchung seien zwei Pocken festgestellt worden, die Erkrankung sei erkennbar schon zurückgegangen. Nach einem PCR-Test habe das Robert-Koch-Institut die Infektion am Freitag bestätigt. Der 30-Jährige habe in Spanien an einer Sex-Party auf Gran Canaria teilgenommen, sagte Jessen. Laut DPA traten die ersten Symptome bei ihm am Montag auf, rund zwei Wochen zuvor sei er beim Christopher Street Day auf Gran Canaria gewesen. Die Symptome seien bei diesem Patienten, der nicht gegen Pocken geimpft gewesen sei, deutlich stärker, sagte Jessen dem Tagesspiegel. Spanische Behörden gehen dem Verdacht nach, dass Partys der „Gay Pride“ auf der Urlauberinsel Gran Canaria ein weiterer Ansteckungsherd gewesen sein könnten. Das berichtete die Zeitung „El País“ am Samstag unter Berufung auf Quellen im Gesundheitssektor. An der Veranstaltung nahmen vom 5. bis 15. Mai etwa 80.000 Menschen aus Spanien und vielen anderen Ländern teil. Charité-Mediziner spricht von ungewöhnlicher Dynamik Leif Erik Sander, Leiter der Infektiologie an der Universitätsklinik Charité in Berlin, wies darauf hin, die Dynamik des aktuellen Affenpockenausbruchs sei ungewöhnlich und müsse sehr ernst genommen werden. „Wir beobachten bislang eine disproportionale Häufung der Affenpockeninfektionen unter Männern, insbesondere nach Sexualkontakt zu anderen Männern.“ Da die Infektion durch engen Hautkontakt und möglicherweise auch über Schleimhautkontakt und Tröpfchen übertragen werde, empfehle er besondere Vorsicht und Vermeidung von engen ungeschützten Kontakten mit unbekannten Personen. „Insbesondere wenn typische Krankheitssymptome bestehen, sollte man Kontakte beschränken und sich rasch in ärztliche Behandlung begeben“, so Sander. „Die Charité ist auf die Behandlung von Infizierten vorbereitet und arbeitet eng mit dem RKI und dem öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen.“ Appell der Gesundheitsverwaltung Die Gesundheitsverwaltung appellierte, dass zur Vorsorge „enge körperliche und sexuelle Kontakte mit wechselnden oder fremden Personen nach Möglichkeit vermieden werden“ sollten, da die Ansteckung wahrscheinlich über Schleimhautkontakt erfolge. „Auf jeden Fall sollten aber die Regeln des Safer Sex wie z.B. der Gebrauch von Kondomen beachtet werden“, teilte die Verwaltung weiter mit. „Wenn Sie vermuten, eine Kontaktperson eines oder einer Erkrankten zu sein, dann melden Sie sich bitte beim Gesundheitsamt Ihres Bezirks und bleiben Sie zu Hause, schränken Sie Ihre Kontakte ein und vermeiden Sie enge körperliche Kontakte mit anderen Personen.“ Die Gesundheitsverwaltung stehe in engem Austausch mit den Gesundheitsämtern, dem Robert Koch-Institut (RKI), der Charité und dem Bundesgesundheitsministerium, um die Berliner Bevölkerung bestmöglich vor dem Affenpockenvirus zu schützen, teilte Gesundheitssenatorin Gote mit. [Behalten Sie den Überblick: Jeden Morgen ab 6 Uhr berichten Chefredakteur Lorenz Maroldt und sein Team im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint über Berlins wichtigste Nachrichten und größte Aufreger. Kostenlos und kompakt: checkpoint.tagesspiegel.de] Zuvor war am Freitag der erste Fall aus München bekannt geworden. Dort wurde das Virus bei einem 26-jährigen Brasilianer festgestellt, der kurz zuvor von Portugal über Spanien nach München gereist war. Auch in Nordrhein-Westfalen liegen nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums Hinweise „auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus“ vor. Diesen Hinweisen werde nachgegangen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Lauterbach: "Es war nur eine Frage der Zeit" Nach dem Nachweis des ersten Falls von Affenpocken in Deutschland geht Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) davon aus, dass der Ausbruch eingegrenzt werden kann. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis Affenpocken auch in Deutschland nachgewiesen werden“, erklärte Lauterbach am Freitag in Berlin. Von einer hohen Dunkelziffer in Deutschland geht er nicht aus. Die Mediziner gehen davon aus, dass eine zweifache Pockenimpfung, die Ältere in der Kindheit noch bekommen haben, gegen die Affenpocken schützt. Jessen sagte, dass neuer Impfstoff besorgt werden solle. Auch ein antivirales Medikament könnte bald bereitstehen. Ein Problem bei den Affenpocken könne sein, dass auch innere Organe befallen werden könnten. Laut RKI ist die Übertragung der Krankheit "bei engem Kontakt möglich, kann aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpocken-Infizierten auftreten", auch im Rahmen von sexuellen Handlungen. Auch Frankreich, die USA, Kanada und Australien haben Fälle gemeldet. Schweden stufte die Erkrankung als für die Allgemeinheit gefährlich ein. Die WHO warnt vor einer Ausbreitung der Affenpocken in Europa. Das Virus könnte sich in den Sommermonaten besonders auf Massenveranstaltungen verbreiten. Mehr zum Thema Affenpocken breiten sich ausWie das Virus nach Deutschland kam Eine Infektion mit Affenpocken gilt als ernstzunehmende Erkrankung. Bei den meisten Betroffenen klingt sie von allein wieder ab und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Die Symptome ähneln denen von Pocken - es kommt zu Hautausschlag im Gesicht, an den Handflächen oder Fußsohlen, Schorf, Fieber, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Es sind laut RKI aber auch schwere Verläufe möglich, besonders bei Kindern sei eine höhere Sterblichkeitsrate festzustellen. (mit dpa) quelle: tagesspiegel.de
- Dutzende Verletzte und Millionenschäden nach Tornados und Unwetter
Ein Tornado tobte durch Paderborn, in Franken stürzte eine Schutzhütte ein: Heftige Unwetter haben am Freitag Dutzende Menschen verletzt und Millionenschäden verursacht. 21.05.2022, 20.38 Uhr Kommentare öffnen Zur Merkliste hinzufügen Link kopieren Bild vergrößern Gefällt: Baum vor dem Paderborner Dom Foto: INA FASSBENDER / AFP Mit schwersten Schäden und mindestens drei Tornados im Osten Nordrhein-Westfalens sind massive Unwetter über Deutschland hinweggezogen. Am stärksten betroffen vom Sturmtief »Emmelinde« war am Freitag die Stadt Paderborn, in der nach Angaben der Polizei 43 Menschen verletzt wurden. Sie wurden unter anderem von Dachziegeln getroffen und durch umstürzende Bäume verletzt – davon 13 Personen schwer. Eine Frau schwebte am Samstag zunächst noch in Lebensgefahr. Bild vergrößernSturmschaden: Beschädigte Autos nach dem Tornado in Paderborn Foto: SASCHA STEINBACH / EPAIn Mittelfranken stürzte eine Holzhütte ein, gut ein Dutzend Menschen wurde verletzt. Orkanartige Böen gab es auch in anderen Teilen Deutschlands. In Leipzig unterbrach die Rockband Rammstein ihr Open-Air-Konzert mit 40.000 Zuschauern. Nach 15 Minuten durften die Fans zurück in den Innenbereich – und verfolgten die Show teils klatschnass weiter. Bild vergrößernDurchnässt: Auftritt von Rammstein in Leipzig Foto: Jens Koch / dpaLaut Deutschem Wetterdienst (DWD) traten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen Tornados in Paderborn, Lippstadt und in Lütmarsen, einem Ortsteil der ostwestfälischen Stadt Höxter, auf. Diese drei bestätigten Tornados hätten sich in Zusammenhang mit besonders kräftigen Gewittern gebildet, erläuterte ein DWD-Sprecher. Es habe noch weitere Tornado-Verdachtsmeldungen für Ratingen bei Düsseldorf und aus dem Sauerland gegeben, die aber noch geprüft werden müssten. Bild vergrößernSchneise der Zerstörung: Birkenallee nahe Lippstadt Foto: INA FASSBENDER / AFPIm besonders betroffenen Paderborn standen nach Angaben der Polizei umfangreiche Aufräumarbeiten an. Auch das Hauptdienstgebäude der Polizei in Paderborn wurde schwer beschädigt. Bürgermeister Michael Dreier (CDU) sagte am Samstag, im Herzen der Stadt, wo der neue zentrale Busbahnhof entstehe, seien Ampeln wie Streichhölzer umgeknickt. Leitplanken seien wie Papierschnipsel durch die Luft geflogen. Aufgewirbelte Dachziegel hätten sich in die Fassaden benachbarter Häuser »gefressen«. Mehr zum Thema Tornados in Paderborn und Lippstadt: So hat Tief »Emmelinde« gewütet Der Tornado verursachte nach Angaben der Behörden in einem Korridor, der ungefähr 300 Meter breit war und sich über fünf Kilometer Länge mitten durch die Stadt zog, große Zerstörungen. Der Polizeidirektor von Paderborn, Ulrich Ettler, lobte die Hilfsbereitschaft vieler Bürger, beklagte aber auch die Schaulust mancher Menschen: »Es gab leider auch einige Bürger, die so dreist waren, Absperrbänder zu missachten und die Arbeit der Rettungskräfte zu behindern.« In Lippstadt gab es bei dem schweren Unwetter nach Informationen der Polizeibehörden des Kreises Soest wohl keine Verletzten. In der Innenstadt blieben Bereiche aber zunächst sicherheitshalber abgesperrt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte: »Das Ausmaß der Zerstörung, das die Tornados in Lippstadt und Paderborn hinterlassen haben, macht mich traurig.« Mehr zum Thema Sturmtief »Emmelinde«: Drei Tornados, Tausende Einsatzkräfte und ein Toter Nach seinen Angaben rückten landesweit mehr als 7500 Einsatzkräfte aus, um Menschen zu retten oder aus einer Notlage zu befreien und um Schäden zu beseitigen. Ein Polizist wurde verletzt, als er mit Kollegen zwei Menschen aus einem eingeklemmten Fahrzeug retten wollte. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kündigte nach dem Besuch von Lippstadt und Paderborn am Samstag an, dass die Landesregierung in den nächsten Tagen Hilfen prüfen werde. Sehr vieles werde versichert sein. »Und da, wo Bedarf ist, werden wir genau prüfen, wie wir helfen können«, sagte er. Es gebe auch an der öffentlichen Infrastruktur Schäden. Die Arbeiten würden sicher noch Tage und Wochen dauern. Bild vergrößernBild der Lage: Ministerpräsident Wüst in Paderborn Foto: Friso Gentsch / dpaPaderborns Erzbischof Hans-Josef Becker erklärte am Samstag: »Über das Ausmaß des schweren Unwetters am gestrigen Nachmittag und Abend, das neben der Kernstadt von Paderborn viele weitere Gebiete im Erzbistum betraf, bin ich tief bestürzt.« Bild vergrößernAbgedeckt: Kirchengebäude in der Paderborner Innenstadt Foto: INA FASSBENDER / AFPIn Bayern wurden 14 Menschen, darunter auch mehrere Kinder, beim Einsturz einer Holzhütte in Spalt nahe dem Großen Brombachsee verletzt. Eine 37-Jährige wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht, ein Kind mit einem Hubschrauber ebenfalls ins Krankenhaus geflogen. Der Polizeisprecherin zufolge hatten angesichts des Unwetters offenbar mehrere Urlauber in der rund 105 Quadratmeter großen Hütte Schutz gesucht. Aus ungeklärter Ursache sei diese dann zur Seite gekippt und in sich zusammengefallen. Bild vergrößernEingestürzt: Die Hütte nahe dem bayerischen Ort Spalt kippte zur Seite und fiel dann zusammen Foto: Haubner / dpaNach den heftigen Unwettern in Teilen Deutschlands sind Hagel, Blitz und Donner für den Rest des Wochenendes nun erstmal vorbei. »In die Bresche springt das neue Hoch ›Zeus‹, das aber nicht mit Blitzen um sich wirft«, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag in Offenbach. Für erneute Gewitter zu Beginn der neuen Woche könnte aber demnach schon am Montag das nächste Tief sorgen. Bevor es so weit ist, können sich die Menschen in Deutschland erst einmal auf ein ruhiges Wochenende einstellen. Nach Angaben des DWD wird es am Sonntag vielfach heiter bis wolkig, im Westen, Süden und in der Mitte zeigt sich auch länger die Sonne. Lediglich in den Alpen und am Schwarzwald könne vereinzelt noch etwas herunterkommen. Ganz so heiß wie in den vergangenen Tagen wird es aber auch nicht mehr. Die Temperaturen erstrecken sich von 16 bis 24 Grad in der Nordhälfte, im Rest des Landes zwischen 22 und 27 Grad. ak/dpa quelle: spiegel.de
- „Die Russen löschen Sjewjerodonezk wie Mariupol aus“
Die schweren Gefechte im Donbass gehen weiter. Die Ukraine befürchtet, „Russland wolle das Gebiet in Schutt und Asche legen“. Die Botschafterin in den USA sagt, dass der Ukraine-Krieg deutsche außenpolitische Grundannahmen „pulverisiert“ habe. Ein Überblick. Anzeige Die Ukraine befürchtet einen weiteren Vormarsch russischer Truppen, nachdem diese die Hafenstadt Mariupol und das Asow-Stahlwerk vollständig eingenommen haben. Der ukrainische Militärgouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, meldete am Samstag massive Gefechte im Donbass. So steht etwa die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk seit Tagen unter Beschuss, es gibt Tote und Verletzte. „Die Russen löschen Sjewjerodonezk wie Mariupol aus. In den Vororten der Stadt laufen Kämpfe“, teilte Hajdaj im Nachrichtenkanal Telegram mit. Er beklagte Bombardements aus der Luft – Russland wolle das Gebiet in Schutt und Asche legen. BLICK NACH OSTEN Das Wichtigste zu Putins Krieg in der Ukraine am Nachmittag für Sie, inklusive der besten WELTplus-Empfehlungen. E-MAIL ADRESSE ANMELDEN Währenddessen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland für einen Raketenangriff auf ein Kulturzentrum im Osten des Landes mit acht Verletzten verantwortlich gemacht. Bei dem Beschuss in der Stadt Losowa im Gebiet Charkiw sei auch ein elf Jahre altes Kind verletzt worden, schrieb das Staatsoberhaupt am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram. „Die Besatzer haben Kultur, Bildung und Menschlichkeit als ihre Feinde identifiziert“, meinte Selenskyj. Solche Angriffe seien eine „absolute Dummheit“ und „Boshaftigkeit“. Selenskyj veröffentlichte auf seinem Account ein Video, das einen Raketeneinschlag zeigte. Danach war eine riesige Rauchwolke zu sehen. Selenskyj hat außerdem einen Fonds ins Gespräch gebracht für Entschädigungszahlungen an Länder, die etwa unter russischen Angriffen leiden. Gemeinsam mit anderen Partnerländern müsse ein Mechanismus entwickelt werden, „damit jeder, der unter Russlands Handeln gelitten hat, eine Entschädigung für alle Verluste erhalten kann.“ Das könne in einem „multilateralen Abkommen“ geregelt werden. LESEN SIE AUCH Serhij Melnyk ist erst 40 Jahre alt, aber für die Verteidigung der Region Charkiw verantwortlich UMKÄMPFTER DONBASS In der „Hölle“ – unterwegs mit dem Chefverteidiger von Charkiw Selenskyj schlug vor, russisches Kapital und Eigentum im Ausland einzufrieren oder zu beschlagnahmen und diesem neuen Fonds zuzuführen. „Das wäre gerecht“, meinte Selenskyj. Russland würde so das „wahre Gewicht jeder Rakete, jeder Bombe, jedes Projektils zu spüren bekommen, das es auf uns abgefeuert hat“. Die Kriegsschäden in der Ukraine gehen Schätzungen zufolge schon jetzt in die Hunderte Milliarden Euro. Anzeige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Donnerstag im ZDF gesagt, die Europäische Union prüfe Möglichkeiten, eingefrorene Vermögen russischer Oligarchen zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Ukraine nach dem Krieg zu verwenden. Dadurch könne Russland nach dem Krieg einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten, so die Kommissionspräsidentin. LESEN SIE AUCH SP220519-2152_9356 „MAYBRIT ILLNER“ „Wir werden sowieso den Wiederaufbau der Ukraine mitfinanzieren müssen“ Die deutsche Botschafterin in den USA, Emily Haber, hat schwere Fehleinschätzungen der Bundesrepublik in der Russland-Politik eingeräumt. Die Strategie der gegenseitigen Abhängigkeit sei durch den Ukraine-Krieg „pulverisiert“ worden, sagte Haber im US-Nachrichtensender CNN. Über Jahrzehnte habe Deutschland seine Politik auf der Annahme basiert, dass gegenseitige Abhängigkeit zu Stabilität führe. DWO_AP_Ostukraine_Gebiete_2005 Die aktuelle Situation in der Ukraine. Quelle: Infografik WELT „Das war, wenn Sie so wollen, unsere Erfahrung mit Blick auf die DDR und mit der Wiedervereinigung sogar mit Blick auf den Zusammenbruch des Sowjetreichs“, sagte Haber. „Nun sehen wir aber, dass gegenseitige Abhängigkeit auch zu Verletzlichkeit führen kann. Unsere Annahme ist also tatsächlich pulverisiert worden.“ Die Botschafterin sagte, der Westen müsse geeint sein in seiner Kommunikation gegenüber Wladimir Putin. „Wir wissen sehr wenig über die Dynamiken in Putins innerstem Zirkel“, sagte Haber. Fast 2500 Soldaten ergeben sich in Stahlwerk Azovstal Anzeige Am Freitagabend hatte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow erklärt, dass das Stahlwerk Azovstal in Mariupol nach Wochen blutiger Kämpfe unter russischer Kontrolle sei. Alle Kämpfer hätten sich ergeben. Es seien insgesamt 2439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft gekommen. Das Werk war das letzte Stück der strategisch wichtigen Stadt im Südosten der Ukraine, das noch nicht komplett unter russische Kontrolle gewesen war. Verteidigungsminister Sergej Schoigu selbst habe Präsident Wladimir Putin über die „vollständige Befreiung des Werks und der Stadt Mariupol“ berichtet, sagte Konaschenkow. Der Einsatz russischer Soldaten sei damit nun abgeschlossen worden. DWO_AP_Ukraine_Flucht_2005_sk_1 Ukraine, Flucht, Lage Quelle: Infografik WELT/Anna Wagner Russische Truppen hatten mit der Belagerung von Mariupol bereits kurz nach ihrem Einmarsch in die Ukraine Ende Februar begonnen. Bilder einer zerstörten Geburtsklinik gingen um die Welt. Wochenlang harrten Zivilisten in Kellern aus, selbst Trinkwasser fehlte in der umkämpften Stadt. Erst nach vielen gescheiterten Anläufen wurden Zivilisten aus der Stadt evakuiert. Zuletzt konzentrierten sich die russischen Angriffe auf das Stahlwerk, in dessen weitläufigen Kellern sich die letzten Verteidiger der Stadt verschanzt hatten. Am Freitag kam nach Angaben des Ministeriums die letzte Gruppe von 531 Kämpfern in Gefangenschaft, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums. Die Industriezone war seit dem 21. April von russischen Truppen blockiert gewesen. Der Kommandeur des Asow-Regiments sei in einem speziellen gepanzerten Fahrzeug abtransportiert worden. Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin auf ukrainischer Flagge LIVEUKRAINE-KRIEG Lesen Sie hier alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Liveticker Noch Stunden zuvor hatten die verbliebenen ukrainischen Verteidiger des Stahlwerks am Asowschen Meer erstmals erklärt, dass sie einem Befehl ihrer Armeeführung zufolge die Verteidigung der Stadt einstellen sollen. Das erklärte der Kommandeur des umstrittenen Nationalgarderegiments „Asow“, Denys Prokopenko. Damit sollten Leben und Gesundheit der Soldaten der Garnison geschützt werden. Am Montag hatten sich bereits die ersten 264 Soldaten ergeben, darunter über 50 Schwerverletzte. Nach russischen Angaben kamen am Donnerstag weitere in Gefangenschaft. Die Kommandeure und einige Kämpfer hatten bis zuletzt die Stellung gehalten. Insgesamt wurde in Moskau stets von rund 2500 ukrainischen Kämpfern ausgegangen. Die Regierung in Kiew hingegen hatte deren Zahl nur mit 1000 angegeben. LESEN SIE AUCH Serhij Melnyk ist erst 40 Jahre alt, aber für die Verteidigung der Region Charkiw verantwortlich UMKÄMPFTER DONBASS In der „Hölle“ – unterwegs mit dem Chefverteidiger von Charkiw Bis zuletzt sprach die ukrainische Führung auch von einer „Rettungsoperation“ statt einer Kapitulation und stellte einen baldigen Gefangenenaustausch mit Russland in Aussicht. Die Asow-Kämpfer hatten immer wieder um Hilfe von den ukrainischen Streitkräften gebeten. Russland führt seit knapp drei Monaten einen Angriffskrieg gegen den ukrainischen Nachbarn. Anzeige Mit Mariupol kontrollieren die russischen Kräfte nun die komplette Küste des Asowschen Meeres. Damit könnten die von Russland anerkannten Separatisten-Republiken Luhansk und Donzek formal eigenständig bleiben. Mit Mariupol haben sie den Zugang zu den Weltmeeren. Sie können nun über den gut ausgebauten größten Hafen am Asowschen Meer ihre Produktion unabhängig von russischen Landrouten auf dem kostengünstigen Wasserweg selbst exportieren. LESEN SIE AUCH Er schrieb „Die Schlafwandler“: Christopher Clark HISTORIKER CHRISTOPHER CLARK Eine Botschaft, die nicht allen in Deutschland gefallen wird Mariupol hat aber vor allem auch für das von Neonazis und Nationalisten gegründete und bis heute von ihnen dominierte Nationalgarde-Regiment „Asow“ eine große symbolische Bedeutung. Dem Gründungsmythos der Einheit nach befreite die Anfang Mai 2014 von Freiwilligen gegründete Einheit knapp einen Monat später die damals von prorussischen Separatisten kontrollierte Hafenstadt. In dem nun wochenlangen Kampf um die Stadt betonten Ukrainer immer wieder: Wenn Mariupol gerettet werde, dann werde die Ukraine gerettet. „Asow“ hatte zuvor bereits seine Basis bei der benachbarten Hafenstadt Berdjansk verloren. Da Mariupol nun auch noch gefallen ist, gilt dies als Niederlage des Kerns der von den russischen Truppen mit besonderer Härte bekämpften Einheit. Russland feiert dies als einen großen Teilsieg in seinem Angriffskrieg auf die Ukraine. Der beharrliche Widerstand in Mariupol gegen die russische Invasion sorgte lange dafür, dass nach ukrainischen Angaben eine russische Gruppierung von etwa 14 000 Soldaten mit schwerer Technik gebunden war. Mit dem Fall der Hafenstadt wird diese nun frei. Die Soldaten könnten für die seit Langem erwartete russische Offensive in Richtung Slowjansk und Kramatorsk das entscheidende Übergewicht bringen. AFP/AP/dpa/Reuters/kg/shem quelle: welt.de



