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  • Krieg am Himmel – und in den Köpfen

    Hat die Ukraine einen Anschlag auf Wladimir Putin geplant? Doch sie sorgten nicht nur in Russland für Aufsehen: Am Mittwochnachmittag teilte der Kreml mit, dass es einen Angriff von zwei Drohnen auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin gab. Doch wie genau soll der Angriff abgelaufen sein – und ist ein solcher Anschlag durch die Ukraine realistisch? Am Mittwochnachmittag veröffentlichte der Kreml eine Mitteilung über den angeblichen Anschlag: Das "Kiewer Regime" habe in der Nacht versucht, die Kreml-Residenz von Wladimir Putin anzugreifen. Der angebliche Angriff soll dabei von zwei Drohnen ausgeführt worden sein. Die russische Flugabwehr soll sie allerdings zum Absturz gebracht haben. Moskau wertete den Vorfall als ein geplantes Attentat auf den Präsidenten und sprach von einem "Terroranschlag". Der Vorfall ereignete sich kurz vor den Feierlichkeiten am 9. Putin selbst soll sich allerdings laut seinem Sprecher Dmitri Peskow nicht im Kreml aufgehalten haben, sondern in seinem Anwesen Nowo-Ogarjowo, das sich im Westen vor den Toren der Hauptstadt befindet. Im Netz kursieren auch mehrere Videos, die den mutmaßlichen Angriff zeigen sollen. Auf den Aufnahmen ist auch zu sehen, dass vor der Explosion sich auf dem Kuppeldach zwei Personen aufhalten sollen. Als Reaktion verhängte der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin ein Verbot von Drohnenflügen in Moskau. Russland wirft Ukraine Angriff vor: Video soll Drohnen über Kreml zeigen Die Ukraine wies jegliche Verantwortung von sich. Moskau denke sich so etwas aus, da Russland den vor etwas mehr als 14 Monaten begonnenen Krieg gegen die Ukraine bereits verloren habe. Der Kreml versuche so, seine Soldaten für den Krieg gegen Kiew zu motivieren. In einer ersten Reaktion der USA teilte US-Außenminister Antony Blinken mit, man könne den Angriff nicht bestätigen. Was ist über das Gebäude aus den Videos bekannt? Die Kuppel, die auf den Videos zu sehen ist, gehört zum russischen Senatspalast. Es ist die offizielle Residenz des russischen Präsidenten, in der Vergangenheit war es auch die Residenz von Lenin. In dem Gebäude befindet sich heute etwa Putins Büro, das Sitzungsgebäude des nationalen Sicherheitsrats oder die Bibliothek des Präsidenten. Ist die Ukraine zu einem solchen Anschlag fähig? Allerdings gibt es auch Vorfälle, die weiter im russischen Inland passierten und mutmaßlich auf das Konto der Ukraine gehen könnten: Ende Dezember meldete die russische Armee einen Drohnenangriff auf den Militärflugplatz Engels-2, der hunderte Kilometer östlich der Ukraine liegt. Die Ukraine kommentiert die Vorfälle allerdings in der Regel nicht. Michelle Hunziker und Aurora Ramazzotti: Hin und wieder zeigen sich die beiden gemeinsam auf dem roten Teppich. Ob die Ukraine Drohnen besitzt, die über solch große Reichweiten Angriffe durchführen kann, ist unklar. Offiziell ist die Armee etwa in Besitz der türkischen Kampfdrohne Bayraktar TB-2. Die besitzt allerdings eine maximale Reichweite von 300 Kilometern. Das reicht nicht aus, um aus dem äußersten ukrainischen Grenzgebiet etwa Moskau zu erreichen. Bekannt ist jedenfalls, dass der Kreml mit zahlreichen Systemen geschützt wird, auch durch Luftabwehr. Moskau sei von Radarsystemen und Luftabwehrraketen umgeben, schreibt der Historiker und Russlandexperte Mark Galeotti zu den Vorfällen im britischen "Spectator." Im Umfeld des Kreml soll sogenanntes "GPS-Spoofing" genutzt werden, wodurch Navigationssysteme verrückt spielen und nicht mehr den exakten Standort angeben können. Außerdem besitze der Sicherheitsdienst dort Systeme, die Kommandosignale von Drohnen stören können. Der britische Guardian hatte etwa im Januar darüber berichtet, dass neue Flugabwehrsysteme auf den Dächern über der Hauptstadt gesichtet wurden. Es soll sich dabei um das System Panzir handeln, dass etwa auf kurzer und mittlerer Distanz Flugzeuge, Hubschrauber oder Marschflugkörper abfangen kann. Russische Medien berichteten zusätzlich davon, dass in der Hauptstadt auch die Langstreckenraketen S-400 installiert wurden. Deshalb glaube er nicht an eine so genannte "False-Flag"-Aktion, die der Kreml selbst inszeniert habe. Wenn überhaupt, dann könne es sich seiner Einschätzung nach höchstens um eine Inszenierung durch russische Hardliner handeln, die Putin so überzeugen wollten, der Ukraine nun offiziell den Krieg zu erklären. Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew reagiert auf den Vorfall damit, dass jetzt keine andere Möglichkeit gebe, als die "physische Eliminierung" des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Ähnlich wie Galjamow sieht es Russlandexperte Galeotti und zieht Parallelen zum Flug von Mathias Rust: Der Deutsche war 1987 ungehindert mit einem Flugzeug in der Nähe des Kreml gelandet.

  • Ex-US-Präsident Obama warnt bei Berlin-Besuch vor Gefahren für die Demokratie

    Der ehemalige US-Präsident weilt bereits zum fünften Mal in der Hauptstadt. Während er 2008 noch kostenlos vor mehr als 200.000 Berlinern sprach, kostete ein Ticket für den Arena-Auftritt am Mittwochabend viel Geld. Der frühere US-Präsident Barack Obama ist bei einer Veranstaltung in Berlin mit tosendem Applaus empfangen worden und hat vor der Polarisierung der Gesellschaft und Desinformation gewarnt. Der ehemalige Präsident sprach mit ihm über seine Sicht auf aktuelle politische Themen wie den Klimawandel und gute politische Führung. Dabei vergaß Obama nie wohl gesetzte Pointen: "Fragen Sie meine Frau Michelle, ich habe zehnmal am Tag Unrecht." Obama ist schon seit einigen Tagen in Europa und absolvierte einen ähnlichen Termin Ende vergangener Woche in Zürich vor rund 10.000 zahlenden Gästen. Bereits am Dienstag traf sich Obama mit der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von dem nicht-öffentlichen Gespräch veröffentlichte Merkels Büro am Mittwoch zwei Fotos. "Gestern Abend war ich Abendessen mit einer alten Freundin - Angela Merkel. Heute habe ich Mittag gegessen mit dem neuen Kanzler Olaf Scholz", sagte Obama am Abend auf der Bühne. Eine "Botschaft des positiven und nachhaltigen Wandels" wollte Obama nach Angaben des Veranstalters am Mittwochabend auf seiner Veranstaltung in Berlin setzen. Die Einnahmen sollen nicht Obama selbst, sondern seiner Stiftung zugutekommen, die unter anderem Inklusions- und Stipendienprogramme für Minderheiten macht, so die Darstellung des Ex-Präsidenten und seines Teams. Obama war von 2009 bis 2017 Präsident der Vereinigten Staaten. Dabei entstand ein enges und freundschaftliches Verhältnis mit Merkel, wie die damalige Kanzlerin etwa bei Obamas Abschiedsbesuch als Präsident 2016 deutlich gemacht hatte. Archivbild: Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama am 24.7.2008 bei seiner Rede vor Tausenden von Zuschauern an der Siegessäule in Berlin Tiergarten. 2008 sprach Obama vor mehr als 200.000 Berlinerinnen und Berlinern am Großen Stern. Ruhig ist es seit dem Ende seiner Amtszeit um den Ex-Präsidenten nie geworden. Obama hat heute neben einer eigenen Stiftung mit seiner Frau Michelle eine Filmproduktionsfirma. Berlin besucht Obama bereits zum fünften Mal. Seinen ersten Auftritt hatte er in der Hauptstadt im Juli 2008, als er als Präsidentschaftskandidat vor mehr als 200.000 Berlinerinnen und Berlinern eine Rede am Großen Stern vor der Siegessäule hielt. 2013 sprach er als Präsident vor dem Brandenburger Tor, ehe er 2016 noch einmal zu einem Abschiedsbesuch nach Berlin kam. Begleitet wird Obama von einem großen Sicherheitsteam aus Polizei, SEK und US-Secret-Service, der allen US-Präsidenten und ihren Lebensgefährten auch nach ihrer Amtszeit bis zum Lebensende zusteht.

  • "Angriffe dürfen kein Normalfall werden"

    Die Angriffe gegen Reporterinnen und Reportern am Rande von Demonstrationen ließen Deutschland im Ranking der Pressefreiheit von Platz 16 im vergangenen Jahr auf Platz 21 abrutschen.Zwar liegt der Grund auch im besseren Abschneiden anderer Länder, die damit an Deutschland vorbeiziehen. Die Anzahl der von "Reporter ohne Grenzen" gezählten Angriffen auf Journalistinnen und Journalisten bei Demonstrationen ist mit 103 im Jahr 2022 aber so hoch wie noch nie. "Flächenbrand der Verschwörungstheorien"Lutz Kinkel, Direktor des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) in Leipzig, schätzt die Stimmung gegenüber Medienschaffenden in Deutschland als zwiegespalten ein. "Einerseits haben die 'Querdenken'-Demonstrationen während der Covid-Pandemie ein sehr pressefeindliches Klima erzeugt", sagt Kinkel zu tagesschau.de. "Weil deutlich wurde: Informationen helfen nicht nur, die Lage zu verstehen, sondern auch, sich vor Gesundheitsrisiken zu schützen", so Klinkel.Auch das ECPMF dokumentiert Übergriffe auf Medienschaffende. Ursache war die schiere Masse an Protesten und sogenannten 'Spaziergängen' während der Covid-Pandemie", sagt Kinkel - nach der einfachen Formel: je mehr Proteste, desto mehr Übergriffe. Der Leiter des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit über die Situation der Medien. Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien"Hinzu kam der Flächenbrand der Verschwörungstheorien", so Kinkel. "Gleichgültig, worauf sie sich beziehen, sie haben alle eines gemeinsam: die Unterstellung, dass Journalistinnen und Journalisten nicht die Wahrheit berichten würden." Diese Unterstellung züchte den Hass.Um die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten zu verbessern, fordert Kinkel mehr Engagement der Medienhäuser, das eigene Personal zu schützen. Darüber hinaus solle die Innenministerkonferenz die Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien verabschieden, die der Presserat vorgelegt hat. "Angriffe und Bedrohungen dürfen kein Normalfall werden", sagt Kinkel."Mit dem Rücken zur Wand"Sarah Ulrich ist freie Journalistin. Damals hatte sie von einer großen "Querdenken"-Demonstration mit mehreren Zehntausend Teilnehmenden in Leipzig berichtet, bei der es zu massiver Gewalt gegen Einsatzkräfte und Medienschaffende kam."Die Anzahl an Polizistinnen und Polizisten vor Ort war unverhältnismäßig verglichen mit der Menge an Demonstrantinnen und Demonstranten", erinnert sich Ulrich im Gespräch mit tagesschau.de. Nachdem die Demonstration aufgelöst worden sei, seien die Teilnehmenden einfach an den Einsatzkräften vorbeigelaufen und hätten die Demonstration unangekündigt an anderer Stelle weitergeführt.Sie selbst habe mit mehreren anderen Journalistinnen und Journalisten hinter einer Polizeikette gestanden. Demonstrierende, darunter Ulrich zufolge auch bekannte Neonazis, seien auf sie zugerannt - "mit Flaschen und Feuerwerkskörpern". "Einige Kolleginnen und Kollegen wurden verletzt."Obwohl Ulrich selbst keine physischen Verletzungen erlitten habe, sei es auch für sie eine akute Gefahrensituation gewesen. Das habe auch Auswirkungen auf die Sicherheit gehabt, die sie im Job fühle. "Mir wurde klar, dass ich mich in diese Situationen nicht mehr begeben will", sagt Ulrich, "insbesondere als Freie, die keinen direkten Schutz durch eine Redaktion hat." Polizei sperrt den Weg von Gegnern der Corona-Politik im Zentrum von Leipzig Polizei sperrt den Weg von Gegnern der Corona-Politik im Zentrum von Leipzig Pressefeindliche Erzählungen normalisertDie Gewalt bei der Demonstration in Leipzig wurde im Nachhinein vielfach diskutiert - doch sie war kein Einzelfall, wie "Reporter ohne Grenzen" nun erneut feststellte. "Auch im vergangenen Jahr waren Demonstrationen der gefährlichste Ort für Journalistinnen und Journalisten", sagt Pressereferent Birger Schütz. Dort seien rund 84 Prozent der Angriffe gezählt worden.Die gewachsene Zahl der Angriffe erklärt sich die Organisation genauso wie ECPMF-Direktor Kinkel zum einen mit der ideologischen Radikalisierung von Teilen der Gesellschaft. "Bei vielen hat sich die Einstellung gegenüber der Presse seit dem Beginn der Pandemie immer weiter verschlechtert", so Schütz. Ein weiterer Punkt sei, dass pressefeindliche Erzählungen in Teilen der Gesellschaft normalisiert würden. So habe sich beispielsweise der ursprünglich aus rechtsextremen Kreisen stammende Begriff der "Lügenpresse" weit verbreitet.Stärkeres Bewusstsein in Medienhäusern und Polizei"Ein Blick in andere EU-Länder wie Frankreich, Italien und Niederlande zeigt, dass hier die Angriffe gegen Journalistinnen und Journalisten mit dem Ende der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen abgenommen haben", sagt Schütz. Der Fokus der Demonstrationen habe sich von den Corona-Maßnahmen auf den Ukraine-Krieg verschoben.Um Journalistinnen und Journalisten zu schützen, fordert "Reporter ohne Grenzen" auch ein stärkeres Bewusstsein bei der Polizei für die Problematik. Es gebe zwar bereits Bewegung, aber einige Journalistinnen und Journalisten fühlten sich dennoch von Polizei und Justiz im Stich gelassen. In knapp einem Fünftel der Fälle gaben die Betroffenen "Reporter ohne Grenzen" zufolge an, dass ihnen Unterstützung verwehrt blieb, obwohl sich Einsatzkräfte ganz in der Nähe aufhielten oder zum Einschreiten aufgefordert wurden.

  • Letzte Generation lobt Treffen mit Volker Wissing

    Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat sich mit mehreren Mitgliedern der Letzten Generation getroffen. Beide Seiten hätten ein gemeinsames Verständnis der Klimakatastrophe gehabt und seien überein gekommen, dass rasches Handeln nötig sei, teilte die Letzte Generation mit. Mitte Mai, nach Vorlage eines Klimaprogramms, wolle man nochmals mit Wissing über die Instrumente im Verkehrssektor sprechen, sagte Lea Bonasera. Mit dem Protest werde man dennoch weiter machen. Inhaltlich habe man über die Forderungen der Gruppe nach einem Tempolimit auf Autobahnen, einer Neuauflage des 9-Euro-Tickets und der Gründung eines Gesellschaftsrats gesprochen. Man habe noch einmal die Dringlichkeit der Klimakrise und des raschen Handelns darstellen können, sagte die Aktivistin. Wissing hatte allerdings bereits vor dem Treffen betont, dass er die Forderungen der Gruppe und die Art des Protests ablehnt. "Mich überzeugen die Argumente der Letzten Generation nicht", sagte Wissing im Deutschlandfunk. Mitglieder der Gruppe kleben sich regelmäßig auf Straßen fest und blockieren so den Verkehr. Die Gruppe sieht sich als letzte Generation vor den Kipppunkten – den Punkten, an denen eine kaskadenartige Verschlimmerung der Klimakrise in Gang gerät, sollten sie einmal überschritten werden. Unterdessen haben Klimaaktivisten einer anderen Gruppe an mehreren Universitäten Hörsäle besetzt und dabei ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Klimakrise und gegen steigende Lebenshaltungskosten gefordert. Nach Angaben der Aktivisten von End Fossil Deutschland waren die Aktionen Teil der internationalen Kampagne End Fossil: Occupy!, an der sich Schüler und Studierende aus mehreren europäischen Ländern beteiligt hätten. An der Uni Regensburg seilten sich nach Angaben von End Fossil Deutschland mehrere Studierende in einem Hörsaal von der Decke ab und hängten dabei ein Banner auf. An der Universität Bremen besetzten etwa 40 Klimaaktivisten den großen Hörsaal.

  • Mehr als 20.000 Russen seit Dezember bei Bachmut getötet

    Bei Kämpfen um die ostukrainische Stadt Bachmut sind nach Schätzung von US-Geheimdiensten auf russischer Seite allein seit Dezember mehr als 20.000 Soldaten getötet worden. Die meisten von ihnen seien russische Strafgefangene gewesen, die ohne ausreichende Kampf- oder Gefechtsausbildung in den Krieg geschickt worden seien. Die Gesamtzahl der seit Dezember infolge der Kämpfe um Bachmut getöteten und verletzten Soldaten auf russischer Seite werde von den Geheimdiensten auf mehr als 100 000 geschätzt, sagte Kirby weiter. Angaben zu den Opferzahlen der ukrainischen Streitkräfte machte er nicht. Kämpfe um Bachmut: Die Stadt, die nicht fallen will Verteidigungsstrategien in Bachmut und Wuhledar: Droht der ukrainischen Armee ein »Kulturkampf«? Droht der ukrainischen Armee ein »Kulturkampf«? Spekulationen über Rückzug: Verteidigt die Ukraine Bachmut um jeden Preis? US-Generalstabschef Mark Milley hatte im November von weit mehr als 100.000 getöteten oder verwundeten russischen Soldaten in den ersten acht Kriegsmonaten berichtet. Russland kontrolliert nach seinem Einmarsch vor über 14 Monaten einschließlich der bereits 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim beinahe ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets. Die östliche Stadt Bachmut wird seit Monaten gemeinsam von der russischen Armee und der Wagner-Truppe angegriffen. »Russland ist es nicht gelungen, wirklich strategisch wichtiges Territorium zu erobern.« Eine Eroberung Bachmuts werde den Verlauf des Kriegs nicht zugunsten Russlands ändern. »Für Russland sind diese Bemühungen, vor allem in Bachmut, mit einem sehr, sehr hohen Preis verbunden«, sagte Kirby.

  • Kontroverse um Vier-Tage-Woche

    Die Arbeitgeber warnten nach einem Vorstoß von SPD-Chefin Saskia Esken für eine Einführung samt Lohnausgleich vor Wettbewerbsnachteilen für die deutsche Wirtschaft. Deutlich weniger Arbeit bei vollem Lohnausgleich - wirtschaftlich ist das eine Milchmädchenrechnung. "Nur mit mehr Bock auf Arbeit und Innovationen werden wir unseren Sozialstaat und den Klimaschutz auf Dauer finanzieren können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands BDA, Steffen Kampeter, der "Bild am Sonntag". Offen zeigte sich Kampeter hingegen für Vier-Tage-Wochen bei gleichbleibender Stundenzahl. Sie könne sich eine Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich "gut vorstellen", hatte Esken (SPD) am Samstag gesagt. Sie verwies dabei insbesondere auch auf die Bedürfnisse von Eltern und Studien, nach denen Menschen bei einer Vier-Tage-Woche effektiver arbeiteten. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Hermann Gröhe (CDU), warnte, eine Vier-Tage-Woche werde Deutschlands Wirtschaft schaden. "In Zeiten von Fachkräftemangel die Arbeitszeit zu verkürzen und die Arbeit zu verteuern, würde der Wettbewerbsfähigkeit einen Bärendienst erweisen", sagte er dem "Tagesspiegel". Auf dem Weg wirtschaftlicher Vernunft zeigt sich die SPD-Chefin einmal mehr als Geisterfahrerin. "In Hinblick auf den eklatanten Fachkräftemangel ist der Vorschlag einer Vier-Tage-Woche unverständlich", sagte Fraktionschef Christian Dürr den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Yasmin Fahimi, unterstützte im Deutschlandfunk Vorschläge für eine Vier-Tage-Woche grundsätzlich. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann bekräftigte, dass seine Gewerkschaft bei den im November beginnenden Tarifverhandlungen in der Stahlindustrie für eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich einstehen will. "Zuallererst brauchen wir die Viertagewoche für Berufe, in denen kein Homeoffice möglich ist", sagte Hofmann.

  • Krieg gegen die Ukraine: Selenskyj wütet nach russischem Raketenangriff: "Ihr seid alle Terroristen"

    Nach einem tödlichen Raketenangriff auf die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj neben der russischen Führung auch Soldaten für Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. "Nicht nur die Befehlshaber, sondern ihr alle, ihr seid alle Terroristen und Mörder und ihr alle müsst bestraft werden", sagte der 45-Jährige am Samstagabend in seiner täglichen Videoansprache. Jeder, der Raketen steuere und abfeuere, der Flugzeuge und Schiffe für den Terror warte, sei mitschuldig an den Toten des Kriegs, sagte er. Hintergrund ist der Raketenangriff auf die Stadt Uman, bei dem am Freitag 23 Menschen ums Leben gekommen waren. Darunter waren nach Angaben Selenskyjs auch sechs Minderjährige. Jeder, der solche Raketenangriffe vorbereite, müsse wissen, dass er mitschuldig am Tod von Zivilisten sei, betonte der ukrainische Staatschef. Deswegen sei es nicht ausreichend, Russland im Krieg zu schwächen. Vielmehr sei es nötig, dass das Land tatsächlich für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen werde. Einmal mehr sprach sich Selenskyj für die Schaffung eines internationalen Tribunals gegen Russland nach dem Vorbild der Nürnberger Prozesse gegen die Nazis aus. Seleskyj fordert nach russischen Angriff mehr Waffen zum Schutz Zudem forderte Selenskyj nach dem russischen Angriff auf die Stadt Uman mehr Waffen zum Schutz des Landes. "Flugabwehr, eine moderne Luftwaffe, ohne die eine effektive Luftraumverteidigung unmöglich ist, Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge. Alles, was notwendig ist, um unseren Städten, unseren Dörfern Sicherheit zu bieten, sowohl im Hinterland als auch an der Front", sagte der 45-Jährige in seiner täglichen Videoansprache. Krieg in der Ukraine Zahl der zivilen Opfer in der ukrainischen Stadt Uman steigt weiter an vor 1 Tag von Thomas Eldersch Nach Angaben Selenskyjs verhinderte die ukrainische Flugabwehr eine weit höhere Anzahl ziviler Opfer, indem sie 21 von 23 Raketen abfing. "Nur das absolut Böse kann einen solchen Terror gegen die Ukraine entfesseln", sagte der Präsident. Er sei froh, dass Einigkeit bezüglich einer Bestrafung der Verantwortlichen in Europa herrsche. Die Europäische Union hatte die jüngsten Raketenangriffe Russlands auf zivile Infrastruktur in der Ukraine als Kriegsverbrechen verurteilt. In Moskau legten einige Bürger zum Gedenken an die Opfer in Uman Blumen an einem Denkmal nieder. "Am Denkmal Lesja Ukrainka in Moskau, wohin Blumen zum Andenken an die gestorbenen Ukrainer gebracht wurden, sind Polizisten aufgetaucht", berichtete das unabhängige Internetportal Astra in der Nacht zum Samstag. Die Polizisten hätten die Blumen später weggeräumt und die Trauernden aufgefordert, "in die Ukraine abzuhauen", berichtete das Portal unter Berufung auf Augenzeugen. Gouverneur: Treibstofftank auf Krim in Brand Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist in der Hafenstadt Sewastopol ein Treibstofftank in Brand geraten - vermutlich durch einen Drohnenangriff. Das schrieb Gouverneur Michail Raswoschajew am Samstag auf Telegram. Es handle sich um einen Brand der Alarmstufe vier - "der schwersten von allen möglichen", schrieb der Gouverneur. Demnach brennt eine Fläche von 1000 Quadratmetern. Zivile Einrichtungen seien nicht bedroht. Angaben zu Verletzten gab es zunächst nicht. Derzeit seien 18 Löschzüge im Einsatz. Die Eindämmung des Feuers könne wegen der Größe noch viele Stunden dauern, schrieb Raswoschajew später. "Der Brand wirkt sich nicht auf die Treibstoffversorgung von Sewastopol aus. Diese Reserven wurden nicht für die Lieferungen an die Tankstellen genutzt." Die Aussage Raswoschajews lässt darauf schließen, dass es sich um ein militärisch genutztes Treibstofflager handelt. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes wurden zehn Öltanks zerstört. "Ihr Gesamtvolumen beträgt etwa 40.000 Tonnen", sagte Behördensprecher Andrij Jussow. "Das ist Gottes Strafe speziell für die getöteten Bürger in Uman, unter denen fünf Kinder sind", sagte er Bezug nehmend auf einen russischen Raketenangriff in der Nacht zuvor. Die Ukraine hat mehrfach angekündigt, die 2014 annektierte Krim von russischer Besatzung zu befreien. In verschiedenen Teilen der Halbinsel kommt es im Zuge von Russlands Angriffskrieg gegen das Nachbarland zu Zwischenfällen mit Drohnen, teils mit schweren Schäden, Verletzten und auch Toten. Russland sieht sich gezwungen, den militärischen Aufwand zur Verteidigung der Krim deutlich zu erhöhen. London: Neue russische Strategie hinter Angriffen Hinter den jüngsten russischen Raketenangriffen steckt nach Einschätzung britischer Geheimdienste eine neue Strategie. Es sei unwahrscheinlich, dass Russland mit der Angriffswelle am Freitagmorgen, bei der mindestens 25 Menschen getötet worden seien, wie zuvor Infrastruktur zerstören wollte, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag mit. Es bestehe die realistische Möglichkeit, dass Russland versucht habe, ukrainische Reserveeinheiten sowie Militärgüter anzugreifen, die kürzlich an die Ukraine geliefert wurden. Dabei betreibe Russland einen "ineffizienten Zielprozess" und nehme zivile Opfer zugunsten einer angenommenen militärischen Notwendigkeit in Kauf. Krieg in der Ukraine Selenskyj nennt Russland "das absolut Böse" - Die Lage im Überblick vor 1 Tag Wagner-Chef klagt über hohe Verluste Der Chef der russischen Söldnereinheit Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat wegen der hohen Verluste aufgrund mangelnder Versorgung mit dem Abzug seiner Truppen aus der umkämpften Stadt Bachmut in der Ukraine gedroht. "Jeden Tag haben wir stapelweise tausend Leichen, die wir in den Sarg packen und nach Hause schicken", sagte Prigoschin in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem russischen Militärblogger Semjon Pegow. Die Verluste seien wegen der fehlenden Artilleriemunition fünfmal so hoch wie nötig, klagte er. Er habe einen Brief an Verteidigungsminister Sergej Schoigu verfasst, um schnellstens Nachschub zu erhalten. "Wird das Munitionsdefizit nicht aufgefüllt, sind wir gezwungen - um nicht nachher wie feige Ratten zu rennen - uns entweder organisiert zurück zu ziehen oder zu sterben", sagte der 61-Jährige. Vermutlich sei er gezwungen, einen Teil seiner Truppen abzuziehen, doch das würde dann dazu führen, dass die Front auch an anderen Stellen einbreche, warnte er. EU-Kommission: Streit über Agrarimporte beigelegt Derweil verkündete die EU-Kommission in dem Streit über Agrarimporte aus der Ukraine eine Einigung mit mehreren osteuropäischen Staaten. Man habe dabei Anliegen von Bauern in mehreren EU-Nachbarstaaten und der Ukraine selbst berücksichtigt, schrieb Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis am Freitag auf Twitter. Polen, Bulgarien, die Slowakei und Ungarn werden demnach ihre Gegenmaßnahmen aufheben. Im Gegenzug werde es für Weizen, Mais, Raps und Sonnenblumenkerne "außergewöhnliche Schutzmaßnahmen" geben. Einzelheiten nannte er nicht. Zuvor hatten sich die EU-Mitgliedstaaten am Freitag darauf geeinigt, die Zölle für ein weiteres Jahr auszusetzen. Damit soll die ukrainische Wirtschaft gestärkt werden, wie die schwedische Ratspräsidentschaft mitteilte. Der Ausschuss der ständigen Vertreter der EU-Länder habe seine Unterstützung signalisiert. Ob alle Länder die Entscheidung begrüßten, blieb unklar - für einen endgültigen Beschluss braucht es aber keine Einstimmigkeit. In der Ukraine stieß die Einigung auf Zustimmung. Eine Blockade ukrainischer Importe würde nicht nur der Ukraine schaden, sondern auch dem Nahen Osten und Afrika großes Leid zufügen, sagte der Finanzminister Serhiy Marchenko bei einem Treffen der EU-Finanzminister am Samstag in Stockholm. Wirtschaft Brüssel: Streit über ukrainische Agrarimporte beigelegt vor 1 Tag Tote bei Artilleriebeschuss von ostukrainischem Donezk Derweil klagt nicht nur Kiew, sondern auch die russische Seite über tote Zivilisten durch Artilleriebeschuss. In der von Russland kontrollierten ostukrainischen Großstadt Donezk wurden durch Beschuss mehrere Menschen getötet und verletzt. Nach Angaben der örtlichen Behörden am Freitag gab es 9 Tote und 16 Verletzte. Unter anderem sei ein Sammeltaxi durch den ukrainischen Raketenbeschuss in Brand geraten und völlig ausgebrannt. Kiew dementiert regelmäßig Angriffe auf zivile Objekte. Informationen aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Putin zeichnet neue Höchststrafen für Landesverrat ab Russlands Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Gesetzesverschärfungen für Hochverrat, Sabotage und Terrorismus. Für Hochverrat wird die Strafe damit etwa auf lebenslänglich heraufgesetzt, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Gesetzestext hervorgeht. Zuletzt wurde Kremlkritiker Wladimir Kara-Mursa von einem russischen Gericht unter anderem wegen angeblichen Hochverrats zu einer Gefängnisstrafe von 25 Jahren verurteilt. Das russische Parlament, die Staatsduma, hatte vor zehn Tagen die entsprechenden Gesetze verabschiedet. Neben der lebenslänglichen Strafe für Hochverrat wurden auch die Haftzeiten für andere Straftaten teilweise deutlich angehoben. Für Sabotageakte wird die Höchststrafe von 15 auf 20 Jahre hochgesetzt. Zahlreichen Kriegsgegnern, die Wehrkreisämter angezündet oder Schienen beschädigt hatten, um den Transport von Rüstungsgütern zu verhindern, wird damit der Prozess gemacht. Die Höchststrafe für "internationalen Terrorismus" wird von 10 auf 12 Jahre hochgesetzt, für Beihilfe in solch einem Fall die Mindeststrafe von 5 auf 7 Jahre. Tschechiens Präsident Pavel besucht Dnipro Der neue tschechische Präsident Petr Pavel hat am zweiten Tag seiner Ukraine-Reise die zentrale Millionenstadt Dnipro besucht. Dort sprach er mit örtlichen Vertretern über die Wiederaufbaupläne für die Region, wie mitreisende Journalisten berichteten. "Wir sollten dies als eine Chance zur Zusammenarbeit verstehen, nicht als einseitige Hilfe", betonte der 61-Jährige demnach. Eine Gemeinsamkeit sei, dass sowohl die Region Dnipropetrowsk als auch Tschechien stark industriell geprägt seien. Dnipro liegt knapp 400 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Pavel besuchte in der Stadt den Ort, an dem im Januar eine russische Rakete in einen Wohnblock eingeschlagen war. Er verurteilte die "barbarische Ermordung von Zivilisten" durch Russland. Bei dem Angriff waren mindestens 45 Menschen getötet worden. (dpa/cgo)

  • „Hier geht’s um Deutschlands Sicherheit“ – Habeck nimmt Staatssekretär Graichen in Schutz

    Das Wirtschaftsministerium prüft aktuell den Vorsitz der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur – eine mögliche Befangenheit steht im Raum. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck steht hinter seinem Energie-Staatssekretär Patrick Graichen und findet lobende Worte. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat seinen in die Kritik geratenen Energie-Staatssekretär Patrick Graichen in Schutz genommen. „Ohne die konsequente Art von Patrick Graichen wäre Deutschland heute in einer schweren Wirtschaftskrise“, sagte Habeck der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Er hat in Windeseile das Gesetz zur Befüllung der Gasspeicher durchgebracht und die rechtzeitige Einspeicherung von Gas gewährleistet, den Bau von LNG-Terminals für eine sichere Gasversorgung vorangetrieben, den Gasversorger Uniper stabilisiert und alte Kohlekraftwerke zurück ans Netz geholt. Laut Ministerium informierte er Habeck zu Wochenbeginn darüber, dass der neue Geschäftsführer der bundeseigenen Deutschen Energie-Agentur (dena), Michael Schäfer, sein Trauzeuge war. Graichen war Mitglied einer Findungskommission zur Neubesetzung der Geschäftsführung. „In der Energiepolitik und Energiewirtschaft stehen sich harte Interessen gegenüber, da muss vieles durchgekämpft werden und genau das macht Patrick Graichen als Energie-Staatssekretär dieses Hauses.“ In der Kritik: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Familiäre Verflechtungen – Habecks Wirtschaftsministerium prüft Posten-Besetzung Familiäre Verflechtungen wichtiger Mitarbeiter Habecks hatten bereits für viel Kritik bei der Opposition gesorgt.

  • „Die AfD wollte einfach chaotisieren, das sind Demokratiefeinde“

    Im dritten Wahlgang bekam CDU-Politiker Kai Wegner im Abgeordnetenhaus die erforderliche Zustimmung zur Wahl zum Regierenden Bürgermeister – angeblich auch mit Unterstützung der AfD. Wegner kritisiert die AfD-Fraktion – und spricht von „zu vielen“ vermuteten Nein-Stimmen in den eigenen Reihen. In einem mehrstündigen Wahlkrimi hat das Berliner Abgeordnetenhaus erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder einen CDU-Politiker zum Regierenden Bürgermeister gewählt. Der 50-jährige Kai Wegner bekam am Donnerstag erst im dritten Wahlgang ausreichend Stimmen, um die Nachfolge von Franziska Giffey (SPD) anzutreten. Er erhielt in der geheimen Abstimmung 86 Ja-Stimmen, genau so viele, wie die Koalitionspartner CDU und SPD zusammen an Abgeordneten haben. Dass er mit Stimmen der AfD-Fraktion gewählt worden sei, wies Wegner im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ zurück. Die Koalition hat 86 Stimmen und diese 86 Stimmen standen beim dritten Wahlgang“. Die Berliner AfD-Fraktion hatte schon vor Ende des dritten Wahlgangs mitgeteilt, sie habe für Wegner gestimmt. Für die ersten beiden Wahlgänge war eine absolute Mehrheit von 80 Stimmen nötig. Die neue Berliner Koalition aus CDU und SPD verfügt über 86 Stimmen und die Opposition aus Grünen, Linken und AfD über 73. „Ich habe aber auch nicht ausgeschlossen, dass es ein dritter werden kann“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Nach dem zweiten gescheiterten Wahlgang sei aus Angst vor einem weiteren Scheitern mehreren Abgeordneten ins Gewissen geredet worden. „Es gab Einzelgespräche mit den Kolleginnen und Kollegen von CDU und SPD, wo es Vermutungen gab“, sagte Wegner. Auf die Frage, bei wie vielen CDU-Abgeordneten der Verdacht bestanden habe, sagte Wegner: „Zu viele, finde ich.“ Nach der Wahl machte die AfD aber keine konkreten Angaben, wie viele ihrer Abgeordneten dem CDU-Politiker gewählt haben. „Gehen Sie mal von der Hälfte aus“, sagte die AfD-Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker. In der fraktionsinternen Beratung vor dem dritten Wahlgang hätten einige AfD-Abgeordnete klargemacht, dass sie Wegner nicht wählen wollten. Die konkrete Zahl der Ja- und Nein-Stimmen aus Reihen der AfD sei aber unklar, sagte Brinker mit Verweis auf den geheimen Verlauf der Wahl. In einer Pressemitteilung hatte die Fraktion zuvor mitgeteilt: „Die AfD-Fraktion hat vor dem dritten Wahlgang beschlossen, Kai Wegner zur erforderlichen Mehrheit zu verhelfen.“ Die AfD ist mit 17 Parlamentariern im Berliner Abgeordnetenhaus vertreten. Denn dann hätte er weniger Stimmen aus CDU und SPD bekommen als im ersten Wahlgang. Berlins SPD-Landes- und Fraktionschef Raed Saleh betonte am Abend: „Ich gehe fest davon aus.“ Er kritisierte das Verhalten der AfD: „Sie macht, was sie immer macht. Sie spaltet, sie arbeitet mit den Instrumenten der Desinformation und auch der Lüge und ein Stück weit der Heimtücke“, so der SPD-Politiker gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der SPD-Politiker war damals erst im zweiten Wahlgang mit der knappsten Mehrheit von einer Stimme wiedergewählt worden. CDU und SPD schoben sich gegenseitig die Schuld zu Vor dem dritten Wahlgang hatten CDU und SPD gegen einen Antrag der Grünen und der Linken gestimmt, die die Wahl des Regierenden Bürgermeisters vertagen wollten. Politiker von CDU und SPD hatten sich nach dem zweimaligen Scheitern Wegners gegenseitig die Schuld für das Wahl-Drama zugewiesen. Der frühere Bundestagsabgeordnete Wegner steht an der Spitze eines schwarz-roten Bündnisses, das sich nach der Wiederholungswahl im Februar gebildet hatte. Wegner ist der erste Regierende Bürgermeister aus Reihen der CDU nach Eberhard Diepgen, der dieses Amt bis Juni 2001 innehatte. Die neue Koalition von CDU und SPD löst das Bündnis aus SPD, Linken und Grünen ab, das Berlin seit 2016 regiert hatte. Anders als bei der SPD hatte es bei den Berliner Christdemokraten keine öffentlichen Diskussionen über das schwarze-rote Bündnis gegeben. Bei einem CDU-Parteitag war der Koalitionsvertrag ohne Gegenstimme durchgegangen, bei der SPD fiel die Zustimmung in einem Mitgliedervotum mit 54,3 Prozent deutlich geringer aus. Wegners Vorgängerin Giffey übernimmt im neuen Senat den Posten der Wirtschaftssenatorin. Die CDU war als stärkte Partei aus der Wiederholungswahl im Februar hervorgegangen und hatte SPD und Grüne auf die Plätze verwiesen. Giffey war daraufhin bereit, für die Koalition von Schwarz-Rot ihr Amt aufzugeben, das sie bei einer Fortsetzung von Rot-Grün-Rot vermutlich behalten hätte. Die zehn Senatoren der neuen schwarz-roten Berliner Landesregierung wurden am Donnerstagabend im Abgeordnetenhaus vereidigt. Wegner sieht die Koalition mit der SPD nach eigenen Worten als Vernunftehe.

  • Xi Jinping spricht erstmals seit Kriegsbeginn mit Wolodymyr Selenskyj

    Xi sagte Selenskyj, dass China sich weiterhin bemühen werde, so schnell wie möglich einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erreichen und einen Sonderbeauftragten nach Kiew entsenden werde, um Friedensgespräche zur Lösung des Konflikts zu fördern. Xi habe Selenskyj demnach mitgeteilt, dass „Gespräche und Verhandlungen der einzige Ausweg“ aus dem Krieg seien. Alle beteiligten Parteien sollten nun „ruhig und beherrscht“ bleiben, zitierte der Sender den chinesischen Staatschef. Kreml: Ukraine und westliche Unterstützer zerstören jede Friedensinitiative Nach dem Telefonat zwischen Xi und Selenskyj warf Moskau dem ukrainischen Präsidenten vor, jegliche Bestrebungen für einen Frieden zu untergraben. „Die ukrainischen Behörden und ihre westlichen Unterstützer haben bereits ihre Fähigkeit gezeigt, jegliche Friedensinitiative kaputt zu machen“, teilte das russische Außenministerium mit. Moskau hob die „Bereitschaft der chinesischen Seite“ hervor, sich für Verhandlungen einzusetzen. China bemüht sich nach eigenen Angaben in dem Konflikt um eine neutrale Position, die vom Westen allerdings immer wieder in Zweifel gezogen wird. Ein Treffen in Moskau vor wenigen Wochen zwischen Xi und Russlands Präsident Wladimir Putin, das als Unterstützung für Russland gewertet wurde, hatte die Kritik weiter befeuert. Verhandlungen mit Russland: Wie Brasiliens Präsident Lula Frieden stiften will Verhandlungen mit Russland: Wie Brasiliens Präsident Lula Frieden stiften will „Wir denken, dass das eine gute Sache ist“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, John Kirby. „Sollte es Friedensverhandlungen geben, dann erst, wenn Präsident Selenskyj bereit dazu ist (...) wenn er es aus einer Position der Stärke tun kann“, sagte er weiter. Saubere Toiletten in Sekundenschnelle - diese WC Tabs sind ein Muss für jeden HaushaltAnzeige Saubere Toiletten in Sekundenschnelle - diese WC Tabs sind ein Muss für jeden Haushalt Das sollten Sie noch vor Ihrem Tod für Ihre Kinder tun!Anzeige Das sollten Sie noch vor Ihrem Tod für Ihre Kinder tun! Kalk im Wasser: Zwei Brüder revolutionieren GebäudetechnikAnzeige Kalk im Wasser: Zwei Brüder revolutionieren Gebäudetechnik „Was wir tun müssen, ist den Krieg zu stoppen“, sagte der linksgerichtete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei einem Staatsbesuch in Spanien. Der brasilianische Präsident war in die Kritik geraten, nachdem er westlichen Ländern vorgeworfen hatte, mit ihren Waffenlieferungen den Krieg zu verlängern.

  • Einmal geht noch

    So alt, dass jederzeit die verschiedensten Geschichten über ihn aus der Schublade gekramt werden können. Dann gibt es Anekdoten über den Familienvater, der sich nicht korrumpieren lassen wollte - es aber in manchen Fällen nicht so genau nahm. Und Episoden über den großen Vermittler, der im Kongress immer wieder die unterschiedlichsten Positionen zusammenbrachte, aber die eigenen Mitarbeiter schlecht behandelte. Und schließlich sind da noch die Geschichten über den Präsidenten Joe Biden. Sie sollen seiner Ansicht nach weitergehen - er hat verkündet, für weitere vier Jahre im Weißen Haus bleiben zu wollen. An sich ist der Wunsch nicht ungewöhnlich, er erfüllte sich bei seinen Vorgängern aber nicht immer: George Bush etwa verlor 1992 nach einer Amtszeit gegen den Demokraten Bill Clinton, Donald Trump verlor nach vier chaotischen Jahren 2020 gegen Joe Biden. Die Frage, die sich stellt und immer wieder gestellt wird, ist: Womit will Biden im kommenden Jahr gewinnen? bd2760a6b83b134be75519482ec4c1dc.jpg Auch wenn Biden richtigerweise selbstironisch von sich sagt, er sei schon immer jemand gewesen, dem sprachliche Fauxpas unterlaufen: Es dürften mit fortschreitendem Alter nicht weniger werden. Mit einem Sieg würde er einen von ihm selbst aufgestellten Rekord übertreffen: Schon jetzt ist er der älteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Sein Alter und seine Erfahrung waren im politischen Washington plötzlich ein Trumpf, als Donald Trump im Weißen Haus saß. Eine Mehrheit der Wähler in den USA, ermüdet von vier Jahren Mediendauerfeuer und gefühlter Krise, wollten nun den normalen Joe. Aus langweilig wurde unaufgeregt, aus risikoscheu wurde verlässlich. Es ist wenig wahrscheinlich, aber theoretisch könnte ein anderer Demokrat ihm die Kandidatur noch streitig machen. Geschieht das nicht, werden die Vereinigten Staaten im kommenden Jahr erneut entscheiden, ob ihnen "sie kennen mich" genügt. Er gehört zwar zum politischen Establishment, ist aber auch der Sohn eines Autohändlers aus der Mittelschicht, der es bis ganz nach oben ins Weiße Haus geschafft hat. Dort hat er, auch das ist Teil der Geschichte, eine etwas überraschende Wandlung durchgemacht und sowohl den progressiven Flügel der Partei eingehegt als auch so manchen moderaten Republikaner umgarnt. Der Demokrat hat wichtige Gesetzesprojekte durch den Kongress gebracht, das große Covid-Hilfspaket etwa. Biden gilt bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung als jemand, der nach seinen Überzeugungen handelt und sie halten ihn auch für einen besseren Politiker als die im Kongress. Und er hat bei den Zwischenwahlen ein hervorragendes Ergebnis eingefahren, was auch daran lag, dass sich die US-Amerikaner nicht von Konservativen vorschreiben lassen wollen, ob sie abtreiben dürfen oder nicht. Trotzdem sind die Chancen für Bidens Wiederwahl fragil. Die Mehrheit glaubt inzwischen, dass die Vereinigten Staaten mit ihren Problemen nicht mehr fertig werden, unter den Anhängern der Demokraten sogar mehr als unter denen der Republikaner. 405752491.jpg Zahlen aus der Vergangenheit zeigen: Will Biden die Wahl gewinnen, sollten seine eigenen Umfragewerte auf keinen Fall noch schlechter werden, als sie es derzeit sind. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die US-Amerikaner keinen Präsidenten wiedergewählt, der im Juni des Wahljahres beim Meinungsforschungsinstitut Gallup eine Zustimmungsrate von unter 40 Prozent aufwies. Und dann ist da die Sache mit dem Gegenspieler aus dem republikanischen Lager, Bidens politische Achillesferse. Trotz aller Vorschlusslorbeeren für den möglichen Bewerber Ron DeSantis, Gouverneur aus Florida, ist in Umfragen weiterhin Trump der Favorit der Konservativen. Für die Demokraten ist das beruhigend, denn nicht so sehr die Aussicht darauf, Biden im Weißen Haus zu sehen, hatte die Wähler 2020 an die Urnen getrieben. Doch sollten die Republikaner nicht Trump, sondern einen anderen, womöglich jüngeren und dynamischeren Kandidaten küren, könnte im Lager der Demokraten hektisches Treiben ausbrechen. So wie 2008, als Biden scheiterte und Barack Obama die Präsidentschaft gewann. Die Zeit wäre günstig für einen Mister X, der den alternden Biden vertreibt. Mehr als 60 Prozent der Wähler sagten Ende vergangenen Jahres, sie würden weder Biden noch Trump als Kandidaten sehen wollen. Demnach hätten sie gerne einen Mann im Alter zwischen 51 und 65 Jahre, etwa ein Gouverneur mit Durchsetzungsvermögen und militärischer Erfahrung. Solide Chancen hat Biden nur, wenn auch die Republikaner diese Hoffnung enttäuschen.

  • Geiselnahme in Schöneberg beendet - SEK stürmt Geschäft

    UPDATEBis in die frühen Morgenstunden läuft in Berlin-Schöneberg eine Geiselnahme. Eine Frau und ein Mann kommen mit dem Leben davon, der mutmaßliche Täter stirbt. Die Berliner Polizei hat am frühen Dienstagmorgen eine Geiselnahme in einem Geschäft in Berlin-Schöneberg beendet. Spezialkräfte drangen um kurz 2:30 Uhr in einen Laden auf der Keithstraße ein, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Während der mutmaßliche Täter laut Polizeiangaben Suizid beging, blieb eine männliche Geisel unverletzt. Einem dpa-Fotografen zufolge wurde die Geisel, die über Stunden in der Gewalt des Mannes gewesen war, zu einem Rettungswagen geführt. Zuvor war bereits eine Frau laut Polizei "aus dem Gefahrenbereich" gerettet worden. Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. Polizei und Rettungskräfte bei einem Einsatz in der Keithstraße in Berlin-Schöneberg. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt | Bild: Morris Pudwell Über Stunden hinweg wurde die Gegend zwischen Kurfürstenstraße, Kleiststraße und Keithstraße weiträumig abgesperrt. Bereits kurz nach ihrer Ankunft konnten die Einsatzkräfte "relativ frühzeitig" einen anderen Mann festnehmen, wie der Polizeisprecher sagte. Ob es sich dabei um einen Komplizen des Geiselnehmers handelte, sei nun Gegenstand der Ermittlungen.

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