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  • Nato befürchtet jahrelangen Krieg in der Ukraine

    Generalsekretär Jens Stoltenberg hat kaum Hoffnung, dass der Krieg in der Ukraine schon bald zu Ende ist: Nach Erkenntnissen des Militärbündnisses bereitet Russland eine neue Großoffensive vor. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine könnte nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg noch Jahre dauern. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Wladimir Putin seine Ambitionen aufgegeben habe, die komplette Ukraine zu kontrollieren, sagte Stoltenberg am Mittwoch während des Treffens der 30 Außenminister der Bündnisstaaten in Brüssel. Man müsse sich bewusst darüber werden, dass der Krieg noch »viele Monate oder sogar Jahre« andauern könne. Den Rückzug russischer Truppen aus dem Norden der Ukraine erklärte Stoltenberg mit einer nach Nato-Erkenntnissen geplanten Großoffensive im Osten. Die russischen Streitkräfte sollen demnach offenbar verstärkt und neu bewaffnet werden, um den gesamten Donbass einzunehmen und eine Landbrücke zur bereits besetzten ukrainischen Halbinsel Krim zu schaffen. Konsequenz aus den Entwicklungen ist laut Stoltenberg, dass sich die Nato auf einen langen Weg vorbereiten muss. »Wir müssen die Ukraine unterstützen, unsere Sanktionen aufrechterhalten, unsere Verteidigung und unsere Abschreckung stärken«, sagte er. Lambrecht: »Der Feind hört mit« Stoltenberg hatte bereits am Dienstag gesagt, dass die Ukraine weiter auf Hilfe und Solidarität der Nato-Staaten zählen könne. »Die Alliierten sind entschlossen, die Ukraine weiter zu unterstützen«, sagte er. Dazu gehöre auch die Lieferung von Panzerabwehrwaffen, Luftabwehrsystemen und anderer Ausrüstung. Die Nato wolle zudem zusätzliche Unterstützung bei der Abwehr von Cyberangriffen leisten. Wir arbeiten jeden Tag mit Hochdruck daran, weitere Waffen liefern zu können«, sagt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Dazu sei die Bundesregierung in einem ständigen Austausch mit der ukrainischen Regierung, den Partnern und der Rüstungsindustrie. Dass die Bundesregierung über Art und Zahl der Waffen nicht öffentlich rede, habe einen Grund: »Die Ukraine hat ausdrücklich darum gebeten, und wir halten uns daran«, sagt die SPD-Politikerin. »Es geht aus militärischer Sicht nämlich darum, dass Russland im Unklaren über die Typen und Mengen der gelieferten Waffen ist und sich nicht darauf einstellen kann, der Feind hört nämlich mit.« als/dpa/Reuters

  • Corona-Krimi im Bundestag!

    Kommt sie oder kommt sie nicht? Und wenn sie kommt: Wie sieht sie aus? Der Impfpflicht-Krimi in Deutschland biegt auf die Zielgerade: Nach monatelangem Ringen fällt der Bundestag am Donnerstag die Entscheidung über die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Deutschland – Ausgang: völlig offen. Im Deutschen Bundestag kommt es heute zum Impfpflicht-Krimi. Doch der Ausgang ist vor dem Start völlig offenFoto: Kay Nietfeld/dpa BILD berichtet ab 9 Uhr LIVE! Vor der mit Spannung erwarteten Abstimmung – weitgehend ohne die sonst üblichen Fraktionsvorgaben – zeichnen sich KEINE klaren Mehrheitsverhältnisse ab. Als einziger ausgearbeiteter Gesetzentwurf liegt ein Vorschlag für eine Impfpflicht zunächst für Menschen ab 60 Jahre vor. Darauf hatten sich zwei Gruppen von Abgeordneten aus SPD, FDP und Grünen verständigt – doch auch der wackelt.

  • Backstreet Boys kommen im Herbst nach Deutschland

    Nach rund drei Jahren gehen die Backstreet Boys wieder in Europa auf Tournee. Nun gab der Veranstalter bekannt: Auch mehrere Städte in Deutschland und der Schweiz sind dabei. Knapp 30 Jahre nach ihrer Gründung als umschwärmte Boygroup melden sich die Backstreet Boys auch in Deutschland und der Schweiz mit Liveauftritten zurück. Im Oktober und November soll es nach einer Mitteilung des Veranstalters Live Nation zwischen Berlin (12.10.) und Dortmund (4.11.) eine Reihe Konzerte der »DNA World Tour 2022« geben. Die ursprünglich aus Florida stammende fünfköpfige US-Gesangsgruppe gilt mit angeblich über 130 Millionen verkauften Tonträgern als eine der erfolgreichsten weltweit. Anfang 2019 hatten die Backstreet Boys beim Label RCA Records ihr zehntes Studioalbum »DNA« veröffentlicht, das für einen Grammy nominiert wurde. Die Platte stieg direkt auf Platz 1 der Charts ein. Laut Live Nation waren die Backstreet Boys in Europa zuletzt 2019 auf Tournee, sie konnten demnach damals mehr als 350.000 Fans begeistern. Die neue Tour startet am Wochenende in Las Vegas mit vier Konzerten im Kolosseum Caesars Palace am 8., 9., 15. und 16. April.

  • Sturmgefahr am Donnerstag

    Das Wetter wird in den kommenden Tagen ziemlich ungemütlich. Für Donnerstag braut sich sogar ein kräftiger Sturm zusammen. Im gesamten Land sind Sturmböen zu erwarten. Die Wettermodelle deuten für Donnerstag eine Sturmlage an. Ein kräftiges Tief zieht von der Nordsee weiter nach Südschweden. Der Wind nimmt im Tagesverlauf immer mehr an Stärke zu. In vielen Landesteilen ist mit Sturmböen zwischen 70 bis 90 Kilometer pro Stunde zu rechnen. In Schauer- und Gewitternähe sind noch höhere Windgeschwindigkeiten möglich. Auf den Bergen sind orkanartige Böen oder sogar Orkanböen nicht auszuschließen. Welche Landesteile vom Sturmfeld mit den stärksten Böengetroffen werden, ist derzeit noch unsicher. Während das europäische Wettermodell den Schwerpunkt des Sturms eher im Norden sowie im Süden des Landes sieht, berechnet das amerikanische Modell das Sturmgebiet eher im Süden sowie in der Landesmitte. Fest steht allerdings, dass man sich auf stürmisches und nasses Wetter einstellen muss.

  • Meldungen zum Coronavirus:Isolationspflicht bleibt

    Die zum 1. Mai geplante freiwillige Isolation von Corona-Infizierten soll es nun doch nicht geben. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" an. "Diesen Punkt, dass die Infizierten, dass die sich selbst isolieren, und nicht mehr durch das Gesundheitsamt aufgefordert werden, den werde ich wieder einkassieren." Das wolle er am Mittwoch offiziell machen. Bleiben solle aber eine verkürzte Isolation von fünf Tagen. Nach Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatte der Minister am Montag mitgeteilt, dass Corona-Infizierte und Kontaktpersonen vom 1. Mai an in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne müssen. Infizierten sollte demnach nur noch "dringend empfohlen" werden, sich für fünf Tage zu isolieren und Kontakte zu meiden - für Kontaktpersonen von Infizierten sollte es entsprechend gelten. Eine Anordnung des Gesundheitsamts sollte wegfallen. An der Ankündigung hat es direkt Kritik gegeben. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, etwa sah dadurch große Gefahren für besonders gefährdete Menschen. Lauterbach sagte nun im ZDF, der ursprüngliche Plan wäre zur Entlastung der Gesundheitsämter sinnvoll gewesen. Das Signal aber, dass ein Infizierter selbst über eine Isolation entscheide, sei "so negativ, so verheerend", dass es an diesem Punkt eine Veränderung geben müsse. "Man muss als Minister auch in der Lage sein, Dinge, die nicht gut liefen, zu korrigieren." Der "symbolische Schaden", der vermittelte Eindruck, Corona sei nicht gefährlich, sei so verheerend, dass man diese Isolationsordnung so nicht machen könne. "Es bleibt dann dabei, wenn jemand krank ist, also hat sich infiziert, dann ordnet das Gesundheitsamt weiter an. Und wenn jemand nur Kontaktperson ist, und es ist Quarantäne, dann macht man es selbst." Für die Quarantäne brauche man die Gesundheitsämter nicht. (06.04.2022) Lauterbach bei Lanz: "Das war ein Fehler, das so auszusprechen" Studie: Schutz vor Infektion lässt nach zweitem Booster schnell nach Eine vierte Dosis des Biontech-Impfstoffs senkt zwar die Raten von Covid-19-Infektionen bei älteren Menschen, doch dieser Schutz scheint nur von kurzer Dauer zu sein. Das ergab eine groß angelegte Studie in Israel. Während der Untersuchung herrschte dort die Omikron-Variante vor. Der Schutz durch die zweite Auffrischungsimpfung ließ demnach bereits nach vier Wochen nach, wie israelische Forscher in ihrer im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlichten Untersuchung zeigten. Der Schutz vor schweren Erkrankungen ließ indes in den sechs Wochen nach der Impfung nicht nach. Weitere Folgestudien seien jedoch erforderlich, um den längerfristigen Schutz zu bewerten, erklärten die Wissenschaftler. Eine weitere Studie aus Israel hatte im vergangenen Monat gezeigt, dass ältere Menschen nach einer zweiten Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Impfstoff eine um 78 Prozent niedrigere Sterblichkeitsrate aufweisen als diejenigen, die nur einen Booster erhielten. Israel bietet seit Januar eine zweite Auffrischungsimpfung an. In Deutschland hat die Ständige Impfkommission eine Empfehlung für eine vierte Corona-Impfung bisher für über 70-Jährige sowie für gesundheitlich gefährdete Personengruppen ausgesprochen. Die EU-Gesundheitsminister hatten die Europäische Kommission Ende März gebeten, eine Empfehlung für eine vierte Impfung für alle über 60-Jährigen zu prüfen. In den USA will die Arzneimittelbehörde FDA an diesem Mittwoch über die Notwendigkeit zusätzlicher Auffrischungsimpfungen beraten. Dort war vor einer Woche eine zweite Auffrischungsimpfung für Menschen ab 50 Jahren mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna genehmigt worden. (06.04.2022) Infiziert trotz negativem PCR-Test (SZ Plus) Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1322 Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 214 985 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 53 492 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 268 477 positive Tests gemeldet wurden. Insgesamt liegt damit in Deutschland die Zahl der bestätigten Infektionen bei mehr als 22 Millionen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 1322,2 von 1394,0 am Vortag. 340 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 130 708. Die Zahlen haben nur begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Deshalb bilden wir im SZ-Corona-Dashboard einen Mittelwert aus den Meldungen der vergangenen sieben Tage ab, der Schwankungen von Tag zu Tag ausgleichen soll. Mehr Informationen dazu finden Sie im Transparenz-Blog, weitere Daten und Grafiken zur Pandemie hier. (06.04.2022) Welche Corona-Zahlen jetzt wichtig sind Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit externem Inhalt angereichert Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz. Kompromissvorschlag: Corona-Impfpflicht ab 60 Jahren In das Ringen um einen Kompromiss für eine allgemeine Corona-Impfpflicht in Deutschland kommt Bewegung. Die beiden Abgeordnetengruppen im Bundestag, die jeweils eigene Gesetzentwürfe für eine Impfpflicht eingebracht haben, verständigten sich am Dienstag auf einen gemeinsamen Vorschlag für eine Pflicht vorerst ab 60 Jahren. Damit steigen die Chancen für die Abstimmung, die ohne übliche Fraktionsvorgaben an diesem Donnerstag geplant ist. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland über den Kompromiss berichtet. Wie es in einer Erklärung heißt, soll zunächst "eine Impfnachweispflicht für alle Menschen ab dem Alter von 60 Jahren, also der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe", festgelegt werden. Sie soll ab Oktober erfüllt sein müssen. Diese Pflicht soll noch mit einem Bundestagsbeschluss im Juni ausgesetzt werden können, falls die Impfrate ausreichend steigt. Im Herbst soll der Bundestag vor dem Hintergrund der dann vorherrschenden Erkenntnisse und potenzieller Virusvarianten entscheiden, "ob zusätzlich die Aktivierung der Impfnachweispflicht für Altersgruppen ab 18 Jahren greifen soll". Konkret handelt es sich um die Gruppe um SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese und den Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen, die zunächst eine Impfpflicht ab 18 Jahren angestrebt hatte. Sie legte am Montag schon einen Kompromissvorschlag für eine Pflicht ab 50 mit Option auf eine Ausweitung auf alle Erwachsenen vor. Die zweite Gruppe um den FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann hatte eine Beratungspflicht vorgeschlagen und dann eine mögliche Impfpflicht ab 50 Jahren. Die Initiative, die ursprünglich eine Impfpflicht ab 18 vorgeschlagen hatte, wurde bisher von 237 Abgeordneten unterstützt. Die Gruppe für eine Impfpflicht ab 50 unterstützten zunächst etwa 45 Parlamentarier. (05.04.2022) Bundestag: Neuer Vorschlag für Corona-Impfpflicht ab 60 Jahre Shanghai verlängert Lockdown auf unbestimmte Zeit Die chinesische Hafenmetropole Shanghai hat den Corona-Lockdown für seine 26 Millionen Einwohner auf unbestimmte Zeit verlängert. Unter Hinweis auf den rasanten Anstieg der Infektionen sprach der Vize-Parteichef Gu Honghui am Dienstag von einem "Wettrennen gegen die Zeit". Erst müssten die Massentests vom Montag, ihre Überprüfung sowie der Transport der Infizierten in Quarantäne abgeschlossen werden, bevor über die weitere Richtung der Kontrollmaßnahmen entschieden werde. "Die Lage ist sehr akut." In der bisher schlimmsten Corona-Welle in China seit zwei Jahren meldete die Gesundheitskommission in Peking einen Rekord von mehr als 16 000 neuen Infektionen. Mit mehr als 15 000 sind die meisten Fälle asymptomatisch. Allein in Shanghai wurden nach den Tests der vergangenen Tage 268 Erkrankungen und mehr als 13 000 Ansteckungen ohne Symptome gemeldet - erstmals mehr als 10 000 an einem Tag. Schwer betroffen ist auch die nordostchinesische Provinz Jilin, wo ebenfalls Ausgangssperren herrschen und millionenfach getestet wird. China verfolgt eine strikte Null-Covid-Strategie, die mit Omikron und besonders mit der sich schnell verbreitenden BA.2-Variante auf eine harte Probe gestellt wird. Wer infiziert ist, kommt in China in ein Krankenhaus oder eine Quarantäne-Einrichtung, die in Shanghai unter anderem in Turn- und Messehallen und Hotels provisorisch eingerichtet wurden. Eigentlich sollten die Ausgangssperren im Westen Shanghais nur von Freitag bis Dienstag laufen, aber wie zuvor schon im Osten und Süden, wo der Lockdown von Montag bis Freitag gehen sollte, müssen die Menschen doch weiter zu Hause bleiben. (05.04.2022)

  • Gräueltaten in Butscha – Satellitenfotos bestätigen wohl Russlands schuld

    Nach den Gräueltaten in Butscha droht die Ukraine mit Vergeltung. Satellitenbilder bestätigen ukrainische Angaben: die Lage im News-Ticker. Im Ukraine-Krieg* werden Hunderte von der russischen Armee in einem Vorort von Kiew* getötet. Präsident Selenskyj spricht von „Völkermord“. Kreml-Chef Wladimir Putin* streitet die Verantwortung von Russland ab. ++ 14.00 Uhr: Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) sieht zunehmend Hinweise darauf, dass in Kiews Vorort Butscha Menschen aus der Zivilbevölkerung „gezielt“ getötet wurden. „Alles deutet darauf hin, dass die Opfer absichtlich ins Visier genommen und direkt getötet wurden. Und diese Beweise sind sehr beunruhigend“, sagte OHCHR-Sprecherin Elizabeth Throssell am Dienstag in Genf. Das humanitäre Völkerrecht verbiete aber bei bewaffneten Auseinandersetzungen absichtliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung, diese kämen somit einem Kriegsverbrechen gleich. Es lasse sich kaum ein militärischer Zusammenhang vorstellen, „wenn ein Mensch mit einer Kugel im Kopf auf der Straße liegt“ oder Leichen mit verbrannten Körpern gefunden würden, sagte Throssel mit Blick auf Fotos von toten Menschen mit gefesselten Händen und von teilweise nackten Frauen, deren Körper verbrannt worden waren. Sie wies darauf hin, dass das Hochkommissariat selbst derzeit keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort in Butscha habe. Die Vereinten Nationen kündigten ebenfalls am Mittag an, Fachleute für Menschenrechte nach Butscha schicken zu wollen. Ukraine-Krieg: Gräueltaten in Butscha – Russisches Militär verteilt Orden „für Tapferkeit“ +++ 12.00 Uhr: In Russland wird die „Militär-Operation“ in der Ukraine, insbesondere die „Säuberung“ von Orten wie Butscha, durch Medien gefeiert. Dabei wird beispielsweise wiederholt, was die russische Botschaft in Deutschland bereits bekannt gegeben hat. Die Vorwürfe angeblicher Kriegsverbrechen seien reine „Anschuldigungen“ (s. Update v. 11.15 Uhr). Derweil hat das russische Militär Orden „für Tapferkeit“ an Truppen, die in Butscha stationiert waren, verteilt.* +++ 11.15 Uhr: Der Kreml dementiert weiterhin Kriegsverbrechen russischer Soldaten in Butscha. Die Botschaft in Deutschland sprach von „Anschuldigungen“ und „angeblichen Tötungen“. Zudem seien verbreitete Fotos aus dem Vorort von Kiew eine „Inszenierung der Kiewer Regierung für westliche Medien.“ In der Nacht auf Dienstag waren Satellitenbilder öffentlich geworden, die Leichen in Butscha vor dem Abzug russischer Truppen zeigen (s. Update v. 03.25 Uhr). +++ 09.00 Uhr: Der Bürgermeister der zerstörten Kleinstadt Butscha hat öffentlich um Hilfe gebeten. Er bat vor allem Ärzte und Mitarbeiter verschiedener Versorgungsunternehmen nach Butscha zurückzukehren. Das sagte Anatoli Fedoruk in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft. Derzeit gebe es in dem Vorort der Hauptstadt Kiew weder Strom noch Gas, doch diese kritische Infrastruktur solle mithilfe von Spezialisten schnellstmöglich wieder hergestellt werden. „Wenn Sie können, kommen Sie zurück!“ Ukraine-Krieg: Gräueltaten in Butscha – Folterkammer entdeckt +++ 06.30 Uhr: Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet, wurden russische Folterkammern im Keller des Kinderheilzentrums in Butscha entdeckt. Erste Berichte dazu kursierten bereits am Montagnachmittag (s. Update v. 04.04.2022, 16.45 Uhr). Demnach seien Im Keller die Leichen von fünf ermordeten Männern gefunden worden. Ihre Hände seien gefesselt gewesen und sie scheinen gefoltert worden zu sein. Als Quelle ist die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine genannt. Update vom Dienstag, 05.04.2022, 03.25 Uhr: Am Montag (04.04.2022) veröffentlichte US-Satellitenbilder bestätigen, dass einige der in dem Kiewer Vorort Butscha gefundenen Leichen bereits vor dem Abzug der russischen Truppen dort gelegen haben. Die „hochauflösenden“ Bilder „bestätigen die jüngsten Videos und Fotos in den sozialen Medien, auf denen Leichen zu sehen sind, die seit Wochen auf der Straße liegen“, erklärte ein Sprecher der US-Satellitenbildfirma Maxar Technologies. Auf den Satellitenbildern einer Straße in Butscha von Mitte März sind mehrere Leichen mutmaßlicher Zivilisten zu sehen, die auf oder neben der Fahrbahn liegen. An dieser Stelle hatten ukrainische Beamte nach dem Rückzug der russischen Truppen Anfang April mehrere Leichen gefunden. AFP-Fotografen hatten bei einem Besuch am vergangenen Samstag rund 20 Leichen in Zivilkleidung gesehen - einige davon mit gefesselten Händen. Die New York Times verglich die Satellitenbilder mit diversen Aufnahmen von ukrainischen Beamten und internationalen Medien und bestätigte, dass einige der Leichen sich bereits Wochen vor dem russischen Abzug in der gezeigten Position befunden hatten. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Bilder als „Fälschungen“ bezeichnet. Ukraine-Krieg – Gräueltaten in Butscha: Weitere getötete Zivilisten entdeckt +++ 22.10 Uhr: In einem Keller in Butscha sind laut der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft die Leichen von fünf gefolterten Männern entdeckt worden. Es handele sich um „unbewaffnete Zivilisten“, die von russischen Soldaten getötet worden seien, teilte die Behörde am Montagabend (04.04.2022) über Messenger Telegram mit. Sie seien mit gefesselten Händen im Keller eines Kindersanatoriums in dem Kiewer Vorort gefunden worden. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat zu den Ereignissen in Butscha für den Abend eine Pressekonferenz seines UN-Botschafters in New York angekündigt. Es würden Beweise vorgelegt, die die „wahre Natur jener Ereignisse zeigen, die jetzt in der Stadt Butscha unsere westlichen Partner versuchen, als Zeugnisse von Kriegsverbrechen der Russischen Föderation auszulegen“, sagte Lawrow am Montag (04.04.2022) bei einer Pressekonferenz in Moskau. Ukraine-Krieg - Selenskyj verurteilt „Kriegsverbrechen und Völkermord“ in Butscha +++ 20.15 Uhr: Über einen Monat lang war die ukrainische Kleinstadt Butscha im Nordwesten von Kiew von russischen Truppen besetzt und schwer umkämpft. Nach der Rückeroberung durch die ukrainische Armee wird immer mehr das Ausmaß der Gewalt und Zerstörung offenbar. „Das sind Kriegsverbrechen, und sie werden von der Welt als Völkermord anerkannt werden“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch in Butscha. „Diese Wunde wird nie heilen“, sagte eine Bürgerin. „Das würde ich nicht einmal meinem ärgsten Feind wünschen.“ Korrespondent:innen und Helfende berichteten zuvor von tragischen Szenen in Butscha. Zahlreiche Getötete seien von Helfern in Massengräbern notdürftig bestattet worden. Viele seien nicht einmal vollständig begraben. Hier ragt eine blasse Hand aus der Erde, dort ein Fuß in einem Stiefel. Zahlreiche Leichen liegen weiterhin in den Straßen der Kleinstadt. Der Triumph der ukrainischen Streitkräfte in Butscha macht den Horror der vergangenen Wochen nicht vergessen. Die Bergungsarbeiten in der Stadt seien weiter im Gange. „Diese Arbeit muss getan werden“, sagt ein Helfer. Gräueltaten in Butscha: Ukrainische Soldaten finden wohl russische „Folterkammer“ +++ 16.45 Uhr: Die ukrainische Armee hat in Butscha laut eigenen Angaben eine von russischen Soldaten benutzte „Folterkammer“ mit den Leichen von fünf Zivilisten gefunden. Die Todesopfer seien nach vorne gebeugt, ihre Hände auf dem Rücken gefesselt gewesen, meldet die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Unian. Unter anderem der italienischen Repubblica zufolge nutzten mutmaßlich russische Truppen den Keller eines örtlichen Kindersanatoriums namens „Radiant“. +++ 16.00 Uhr: Die hohe Kommissarin für Menschenrechte der UN, Michelle Bachelet, hat unabhängige Untersuchungen zu möglichen Kriegsverbrechen an Zivilpersonen in der ukrainischen Stadt Butscha gefordert. „Es sollte alles getan werden, um Beweise zu sichern“, sagte die Hochkommissarin am Montag (04.04.2022) in Genf. Alle Leichen sollten exhumiert, identifiziert und untersucht werden. Berichte aus Butscha und anderen Gegenden würden „schwerwiegende und beunruhigende Fragen über mögliche Kriegsverbrechen“ und andere Rechtsverletzungen aufwerfen, sagte Bachelet. „Für Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechenschaft muss alles unternommen werden, um die Vorgänge in Butscha unabhängig und erfolgreich zu untersuchen“, sagte Bachelet. Sie forderte zudem die Entschädigungen und Wiedergutmachung für die Opfer und ihre Familien. Gräueltaten in Butscha: Russland spricht von „Videofälschungen und Fakes“ im Ukraine-Krieg +++ 13.00 Uhr: Russland hat jegliche Verantwortung für die Tötung der Zivilbevölkerung im Kiewer Vorort Butscha bestritten. „Wir weisen alle Anschuldigungen kategorisch zurück“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag vor Journalistinnen und Journalisten. Die von der Ukraine als Beweise für ein Massaker während der russischen Besatzung des Ortes präsentierten Aufnahmen seien gefälscht worden. Fachleute des russischen Verteidigungsministeriums hätten Anzeichen für „Videofälschungen“ und „Fakes“ entdeckt, sagte Peskow. „Nach dem zu urteilen, was wir gesehen haben, kann man diesen Videobildern nicht trauen.“ Der Kreml-Sprecher forderte ausländische Politiker auf, keine „voreiligen Anschuldigungen“ gegen Moskau zu erheben und „zumindest die russischen Argumente anzuhören“. Russische Ermittlungsbehörden kündigten außerdem Untersuchungen zu den von der Ukraine verbreiteten Aufnahmen aus Butscha an. Diese entsprächen nach Auffassung des russischen Militärs „nicht der Realität“, sagte der Chef des russischen Ermittlungskomitees, Alexander Bastrykin. Sie seien an westliche Medien weitergegeben worden, „um das russische Militär zu diskreditieren“. Ukraine-Krieg: Gräueltaten in Butscha - Mehr als 300 Leichen geborgen +++ 08.45 Uhr: Nach dem Massaker in der Stadt Butscha bei Kiew sind ukrainischen Medienberichten zufolge deutlich mehr als 300 Leichen aus der Zivilbevölkerung geborgen worden. Bis Sonntagabend seien bereits 330 bis 340 leblose Körper eingesammelt worden, schrieb die Zeitung Ukrajinska Prawda am Montag unter Berufung auf einen Bestattungsdienst. Am Montag wurde die Suche nach weiteren Opfern fortgesetzt. Einige Leichen seien in Hinterhöfen vergraben, hieß es. Ukraine-Krieg: Gräueltaten in Butscha – SPD-Chef Klingbeil lehnt Embargo ab +++ 06.25 Uhr: SPD-Chef Lars Klingbeil bleibt auch nach den bekanntgewordenen Tötungen von Zivilisten im ukrainischen Butscha bei der Ablehnung eines sofortigen Stopps des Energieimports aus Russland. Er halte trotz der schrecklichen Bilder „ein sofortiges Gas-Embargo aus vielen Gründen für einen falschen Weg“, sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“.* Der bayerische Ministerpräsident, CSU-Chef Markus Söder, teilte dort diese Position und wies darauf hin, dass sich Russland bereits andere Abnehmer suche, etwa Indien. „Wir drehen gerade jeden Tag den Gashahn ein Stück weiter zu“, erklärte Klingbeil. Einen völligen Stopp von heute auf morgen zu machen, „da müssen wir bei aller Brutalität dieser Bilder und bei aller Emotionalität, die auch ich habe, da müssen wir über die Konsequenzen reden, die das für uns in Deutschland hätte.“ Gräueltaten in Butscha: Russland fordert UN-Sitzung - „Provokation ukrainischer Radikaler“ Update vom Montag, 04.04.2022, 05.00 Uhr: Russland hat angesichts des Vorwurfs von Kriegsverbrechen im ukrainischen Butscha für Montag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats gefordert. Moskau habe die Sitzung wegen der „abscheulichen Provokationen ukrainischer Radikaler“ beantragt, erklärte der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanskij am Sonntag auf Twitter. Die russische Armee hatte sich kürzlich aus der Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew zurückgezogen. Im Vorort Butscha wurden anschließend nach Angaben der ukrainischen Behörden hunderte Leichen von Zivilisten gefunden. Die Bilder und Videos aus dem Ort lösten international Entsetzen aus. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und weitere westliche Vertreter warfen Moskau Kriegsverbrechen vor. Moskau dementierte die Tötung von Zivilisten durch russische Soldaten in Butscha. Der Kreml warf Kiew vor, die Aufnahmen der Leichen inszeniert zu haben. Gräueltaten in Butscha: Selenskyi lädt Angela Merkel ein Update vom Sonntag, 03.04.2022, 20.00 Uhr: Nach dem Fund hunderter Leichen in der ukrainischen Stadt Butscha hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer Reise in die Stadt eingeladen. In dem Kiewer Vorort könnten sich Merkel – ebenso wie der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy – ein Bild von ihrer gescheiterten Russland-Politik der vergangenen Jahre machen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Im Jahr 2008 hätten die Nato-Staaten, darunter Deutschland, der Ukraine eine Aufnahme in Aussicht gestellt, dann aber aus Rücksicht auf Russland einen Rückzieher gemacht, so Selenskyj. Merkel war von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin. „Ich lade Frau Merkel und Herrn Sarkozy ein, Butscha zu besuchen und zu sehen, wozu die Politik der Zugeständnisse an Russland in 14 Jahren geführt hat“, sagte Selenskyj. „Sie werden die gefolterten Ukrainer und Ukrainerinnen mit eigenen Augen sehen.“ Gräueltaten in Butscha: Selenskyj spricht von „Völkermord“, Scholz fordert Aufklärung Erstmeldung vom Sonntag, 03.04.2022, 14.35 Uhr: Kiew – Der Ukraine-Krieg bringt Leid, Zerstörung und Tod. Das Ausmaß der Gräueltaten zeigte sich zuletzt in Butscha, einer ukrainischen Stadt etwa 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kiew*. Die dramatischen Berichte sorgten international für Entsetzen. Das russische Militär hat sich in den vergangenen Tagen aus der Region Kiew zurückgezogen. Nach ukrainischen Angaben wurde die gesamte Region zurückerobert. Zurück blieben allerdings mit Leichen übersäte Straßen und völlige Zerstörung. Nach Informationen der ukrainischen Behörden wurden fast 300 Leichen gefunden, die in Massengräbern beerdigt werden mussten. Die drei städtischen Friedhöfe lägen noch im Bereich der russischen Streitkräfte. Reporterinnen und Reporter der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) berichteten, dass zahlreiche Toten zivile Kleidung getragen hätten. Sie sahen auf einer einzigen Straße in Butscha mindestens 20 Leichen. Einem Toten sollen sogar die Hände gefesselt worden sein. Massaker in Butscha: Scholz fordert „schonungslose“ Aufklärung EU-Ratspräsident Charles Michel zeigte sich am Sonntag (03.04.2022) „erschüttert“ über Bilder aus der Pendlerstadt. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock* (Grüne*) kündigte härtere Sanktionen gegen Russland* und weitere Unterstützung für das ukrainische Militär an. Die Bilder der „hemmungslosen Gewalt“ aus Butscha seien „unerträglich“, schrieb die Grünen-Politikerin beim Kurznachrichtendienst Twitter. Nach den Berichten aus Butscha hat Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD*) eine Aufklärung von „Verbrechen des russischen Militärs“ verlangt. Die Verbrechen müssten „schonungslos“ aufgeklärt werden, sagte Scholz am Sonntag in Berlin. Zudem müssten die Täter und ihre Auftraggeber „konsequent zur Rechenschaft gezogen werden“. (kas/tab/ktho/tu mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

  • Steinmeier nennt Putin einen "eingebunkerten Kriegstreiber"

    Tag 41 seit Kriegsbeginn: Russland weist die Schuld am Massaker in Butscha von sich. In Luhansk werden die Kämpfe intensiver. Dennoch gibt es weiter Gespräche. Alle Informationen im Newsblog. Moskau: Verhandlungen mit Kiew laufen in Videoformat weiter 10.26 Uhr: Trotz bekannt gewordener schwerer Verbrechen an Zivilisten im Umland von Kiew gehen die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland Angaben aus Moskau zufolge weiter. "Derzeit laufen intensive Verhandlungen mit der ukrainischen Seite im Videoformat", sagte Russlands Vize-Außenminister Andrej Rudenko am Dienstag in einem Interview der Agentur Interfax. Die Angaben ließen sich zunächst nicht bestätigen. Solange es noch keine Einigung über ein abschließendes Dokument gebe, sei es aber zu früh, um beispielsweise über ein Treffen von Russlands Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba zu sprechen, sagte Rudenko. Lawrow und Kuleba hatten sich am 10. März im türkischen Antalya getroffen. Später verhandelten in der Türkei auch die Delegationen beider Länder miteinander. Die großen Irrtümer der deutschen Russland-Politik 9.21 Uhr: Nach dem Massaker von Butscha durch die russische Armee hat der ukrainische Präsident Selenskyj Altkanzlerin Merkel schwere Vorwürfe wegen ihrer Russland-Politik gemacht. Hat er recht? Lesen Sie hier die Antwort. Steinmeier nennt Putin einen "eingebunkerten Kriegstreiber" 9.15 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat scharfe Kritik an Russlands Präsident Wladimir Putin geübt und eigene Fehleinschätzungen in den vergangenen Jahren eingeräumt. Steinmeier bezeichnete Putin im ZDF am Dienstag als "eingebunkerten Kriegstreiber". Zu der bitteren Bilanz und den Fehleinschätzungen der letzten Jahre gehöre, dass auch er gedacht habe, dass "ein Putin des Jahres 2022 am Ende nicht den totalen politischen, wirtschaftlichen, moralischen Ruin des Landes hinnehmen würde für seine imperialen Träume oder für seinen imperialen Wahn". Man hätte nach 2014 mehr auf Warnungen osteuropäischer Partner hören sollen und den Bau der Nord-Stream-2-Gaspipeline durch die Ostsee stoppen sollen. Die Planung habe zwar bereits vorher stattgefunden, aber die Realisierung sei erst nach der Annexion der Krim erfolgt. "Deshalb war das Festhalten sicher ein Fehler", fügte Steinmeier hinzu. Das Projekt habe Deutschland viel Kredit und Glaubwürdigkeit bei osteuropäischen Partnern gekostet. Er wies allerdings den Vorwurf zurück, dass seit Jahrzehnten klar sei, wie sich Putin entwickeln würde. Der Putin des Jahres 2022 sei nicht derselbe wie der des Jahres 2001. "Auf der Strecke ist etwas passiert", sagte der Bundespräsident. Er schloss aus, dass der Westen mit Russland unter Präsident Putin wieder normale Beziehungen haben könne. Er wisse nicht, wie sich Russland weiter entwickle, sagte Steinmeier. "Ich bin sicher, es wird mit dem Russland unter Putin keine Rückkehr zur Normalität, zum Status quo ante geben." Ukraine kündigt sieben Fluchtkorridore für Dienstag an 8.57 Uhr: Die Ukraine hat für diesen Dienstag die Einrichtung von insgesamt sieben Fluchtkorridoren für die Evakuierung von Zivilisten angekündigt. Die belagerte Hafenstadt Mariupol könnten Bewohner aber ausschließlich in Privatautos verlassen, sagte die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk der Agentur Ukrinform zufolge. Sie warf den russischen Truppen vor, entgegen ihrer Zusagen den Zugang nach Mariupol für Hilfkonvois weiter zu blockieren. Kiew und Moskau beschuldigen sich seit Wochen gegenseitig, die Flucht von Zivilisten zu sabotieren. Laut Wereschtschuk wurden Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die zwischenzeitlich in der westlich von Mariupol gelegenen Ortschaft Manhusch festgehalten worden sein sollen, mittlerweile wieder freigelassen. Das Rote Kreuz solle am Dienstag einen neuen Versuch starten, Menschen in Bussen in die Stadt Saporischschja zu bringen. Großbritannien: Ukraine erobert wichtige Gebiete im Norden zurück 7.40 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben nach britischen Angaben wichtige Gebiete im Norden des Landes zurückerobert. Sie zwangen russische Truppen zum Rückzug aus Gegenden nördlich der Hauptstadt Kiew und rund um die Stadt Tschernihiw, wie das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf den britischen Militärgeheimdienst mitteilt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. Tagesanbruch: Der ausweglose Krieg Die Brutalität des Ukraine-Krieges zeigt sich mit jedem Tag. Doch was die Lage zusätzlich unerträglich macht: Es scheint derzeit keine Lösung zu geben – und damit keine Aussicht auf Frieden. Lesen Sie hier den Tagesanbruch.

  • Habeck stellt deutsche Gazprom unter Treuhandverwaltung

    Die Deutschlandtochter des russischen Energiekonzerns Gazprom soll der Bundesnetzagentur unterstellt werden. Hintergrund sind die unklaren Rechtsverhältnisse nach einem überraschenden Eigentümerwechsel. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck legt das bisherige Geschäft der Gazprom Germania im Gashandel und beim Betrieb von Erdgasspeichern in die Hände der Bundesnetzagentur. Dies habe sein Ministerium per rechtlicher Anordnung verfügt, teilte Habeck mit. Der russische Mutterkonzern Gazprom hatte am Freitag die Aufgabe der deutschen Tochter angekündigt. Offenbar hatte der Konzern versucht, die Tochterfirma dem Zugriff der Bundesregierung zu entziehen. Habeck bezeichnete den Schritt als »zwingend notwendig«. Gazprom Germania betreibe in Deutschland kritische Infrastruktur und habe damit eine »herausragende Bedeutung für die Gasversorgung«. »Die Regierung tut das Notwendige, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten«, sagte der Grünenpolitiker. Anzeige Der Wirtschaftsminister beklagte die unklaren Rechtsverhältnisse und einen »Verstoß gegen Meldepflichten der Außenwirtschaftsverordnung«. Die Behörden hätten über den neuen Besitzer in Kenntnis gesetzt werden müssen, hieß es. Nun soll die Bundesnetzagentur für eine »ordnungsgemäße Geschäftsführung« sorgen. »Wir wollen alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Versorgungssicherheit weiter zu gewährleisten«, sagte Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur. Gazprom Germania spielt für die Energieversorgung in Deutschland eine Schlüsselrolle: Über die Tochterunternehmen Wingas und Astoria mischt Gazprom in Deutschland im Gashandel mit und betreibt zudem den größten deutschen Erdgasspeicher in Rehden. mic/ssu/Reuters

  • China bestreitet Umgehung von Sanktionen gegen Russland

    Die Regierung von China kritisiert die Strafmaßnahmen von EU und USA gegen Russland – »absichtlich« unterlaufen wolle man sie aber nicht. Doch der Krieg in der Ukraine sei Sache der Europäer. Die chinesische Regierung hat bestritten, die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Ukrainekriegs umgehen zu wollen. »Wir tun nichts absichtlich, um die von den Amerikanern und Europäern gegen Russland verhängten Sanktionen zu umgehen«, sagte der Generaldirektor der Abteilung für europäische Angelegenheiten des chinesischen Außenministeriums, Wang Lutong, am Samstag bei einer Pressekonferenz. Die Strafmaßnahmen kritisierte er dennoch. »Wir sind gegen Sanktionen, und die Auswirkungen dieser Sanktionen könnten auch auf den Rest der Welt übergreifen«, sagte Wang. Er forderte, dass Chinas normaler Handel mit Moskau »nicht beeinträchtigt werden sollte«. Zum Wohle der Weltwirtschaft müsse es darum gehen, »eine mögliche Unterbrechung der Liefer- und Industrieketten zu vermeiden«. Chinas Medien kritisieren die Nato Bei einem virtuellen Gipfel der EU mit China am Freitag hatten die Brüsseler Vertreter Peking vor einer Unterstützung Russlands bei der Umgehung westlicher Sanktionen gewarnt. Die Führung in Peking hat den russischen Angriffskrieg in der Ukraine bislang nicht verurteilt. Nach außen bietet sich China als neutraler Vermittler an, die staatlichen Medien folgen aber weitgehend der russischen Linie und kritisieren vor allem die USA und die Nato. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appellierte zudem an Peking, seinen Einfluss auf Moskau geltend zu machen, um den Krieg in der Ukraine zu stoppen. Russland und China hatten zuletzt wiederholt ihre enge Partnerschaft hervorgehoben. Bei einem Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow in China am Mittwoch hatte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums gesagt, die »chinesisch-russische Zusammenarbeit« sei »grenzenlos«. Mehr zum Thema Invasion der Ukraine: Putins historischer Missbrauch Ein Einwurf von Felix Bohr Starökonom über Russlands wirtschaftlichen Niedergang: »Der Westen entscheidet über Putins Bankrott« Ein Interview von Peter Littger Geschichtspolitik in China: »Die Partei inszeniert Xi Jinping als Philosophenkönig« Ein Interview von Martin Pfaffenzeller »Es liegt an den Europäern, die Sache zu regeln« Chinas Außenamtsvertreter Wang warnte am Samstag dennoch, die Rolle Chinas nicht zu überschätzen. »Der Schlüssel zu diesem Problem liegt nicht in den Händen Chinas, sondern in Washington und Brüssel«, sagte er. Es gehe um die europäische Sicherheit, und »es liegt an den Europäern, die Sache zu regeln«.

  • Für Privathaushalte - Netzagentur plädiert für höhere Gasabschläge

    Die Bundesnetzagentur befürchtet, dass viele Menschen unvorbereitet von den steigenden Gaspreisen getroffen werden. Sie plädiert dafür, Abschläge rechtzeitig zu erhöhen. In den Niederlanden wird empfohlen, die Heizung auf maximal 19 Grad einzustellen. Quelle: picture alliance / CHROMORANGE Die Bundesnetzagentur hat sich im Umgang mit der Gaskrise dafür ausgesprochen, Privathaushalte nicht zu spät mit steigenden Kosten zu konfrontieren. "Viele Haushalte werden erst bei der Heizabrechnung im nächsten Jahr bemerken, wie stark der Preis gestiegen ist, und die Nachzahlungen nicht stemmen können", sagte Behördenchef Klaus Müller der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wenn die Abschläge erst nächstes Jahr erhöht werden, trifft es viele Menschen unvorbereitet. Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur Gas-Notfallplan: Derzeit keine Reihenfolge möglich Zugleich kritisierte er Forderungen, dass die Netzagentur bereits jetzt festlegen soll, in welcher Reihenfolge Industriebetriebe im Ernstfall von der Gasversorgung abgeschaltet würden. "Das wird nicht gehen", sagte Müller der Zeitung. Solche Entscheidungen seien von "zu vielen Randbedingungen abhängig". Die Netzagentur werde nun Positiv-Kriterien definieren. Aber auch das sei wegen der Verflechtung der Wirtschaft komplex. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Mittwoch angesichts des Gasstreits mit Russland die sogenannte Frühwarnstufe des Gas-Notfallplans ausgerufen. Es gibt noch eine Alarmstufe und schließlich eine Notfallstufe, in der aktiv eingegriffen wird. Die Bundesnetzagentur entscheidet dann, wer noch wie viel Gas geliefert bekommt. Besonderen Schutz genießen etwa private Verbraucher und soziale Einrichtungen. Wirtschaftsminister Habeck rechnet wegen des Ukraine-Kriegs mit einer Verschlechterung der Gasversorgung aus Russland. Habeck rief daher die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus. Beitragslänge:3 minDatum:30.03.2022 Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegen Bevorzugung privater Haushalte Derzeit arbeitet die Bundesnetzagentur an Kriterien, wie im Fall einer weiteren Verschärfung Gas verteilt wird. Dazu führt sie Gespräche mit der Industrie, um den genauen Gasbedarf zu erfahren. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sprach sich unterdessen gegen eine Bevorzugung privater Haushalte bei einem Notstand aus. Niemandem wäre damit gedient, wenn die Menschen bei 24 Grad zu Hause in der Wohnung sitzen, aber die Unternehmen, in denen sie arbeiten, zusammenbrechen. Stefan Wolf, Gesamtmetall-Präsident zur "Augsburger Allgemeinen" Die Netzagentur müsse daher ihre Reihenfolge der Gasabschaltung im Notfall überdenken, sagte Wolf zur "Augsburger Allgemeinen". Er warnte vor dem "größten wirtschaftlichen Einbruch in der Nachkriegszeit", sollte die Industrie gezwungen sein, wegen mangelnder Gaslieferungen in hohem Maße herunterzufahren. Er rechne dann damit, dass die Kurzarbeit sprunghaft ansteige und Firmen zum Teil Beschäftigte entlassen müssten. Nachrichten | Panorama - Energiesparen im Haushalt Die Preise für Energie sind aktuell enorm hoch. Wie man zu Hause sparen kann, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Niederländische Regierung handelt bereits beim Energiesparen In niederländischen Behörden werden als Beitrag zur Reduzierung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen die Thermostate um zwei Grad Celsius nach unten geregelt. Die Regierung wolle auf diese Weise mit gutem Beispiel vorangehen, berichtete die Nachrichtenagentur ANP am Samstag. "Unsere Energierechnung steigt, wir müssen weniger abhängig von Gas aus Russland werden, und wir wollen gegen den Klimawandel angehen", heißt es in einem am selben Tag landesweit verbreiteten Energiespar-Appell der Regierung. Wie sich die deutsche Wirtschaft im Zuge dieser Krise verändern wird Beitragslänge:16 minDatum:04.04.2022 In Zeitungsanzeigen und mittels einer Online-Kampagne werden die Bürger aufgerufen, die Heizung bei sich zu Hause höchstens auf 19 Grad einzustellen. "Ziehen Sie eine warme Jacke oder einen warmen Pullover, Socken und Hausschuhe an", wird den Niederländern geraten. Und: "Wenn Sie zu Hause aktiv sind, kann der Thermostat vielleicht auch noch ein Grad niedriger gedreht werden."

  • Maskenverweigerer beschimpfen Polizisten in Bad Bentheim

    Die Kontrolle von zwei Fahrgästen in einem Zug nach Bad Bentheim ist am Dienstag eskaliert, als Polizisten die beiden Männer aufforderten, eine Maske zu tragen. Die Polizisten mussten sich übele beleidigungen anhören. Mein Kommentar: Eine Maske tragen ist nicht schwer!!!

  • Wurde Putin falsch informiert?

    Nach Erkenntnissen amerikanischer Geheimdienste fühlt sich Präsident Putin von der russischen Armeeführung über den Kriegsverlauf in der Ukraine getäuscht. Es soll zu Spannungen im Kreml gekommen sein. Am vergangenen Wochenende veröffentlichten russische Staatsmedien ein Video, das Sergej Schojgu bei der Arbeit zeigte. Der Verteidigungsminister trug in einem holzgetäfelten Raum seinen Offizieren vor. Es ging um den Etat und um Waffenlieferungen. Die Veröffentlichung war eine Reaktion darauf, dass es im Westen Spekulationen gegeben hatte, der enge Berater Wladimir Putins könnte angesichts der militärischen Schwierigkeiten bei der „Spezialoperation“ in der Ukraine in Ungnade gefallen sein. Ein Indiz dafür war, dass Schojgu schon zwei Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten war.

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