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- Duma-Abgeordneter: Armee muss aufhören zu lügen
Die Nachrichten von der Front sorgen in Russland zunehmend für schlechte Laune. Ein hochrangiger Parlamentarier geht nun die Armee erstaunlich offen für ihre "Lügen" an. Auch Kreml-Propagandist Solowjow wittert Verrat und Feigheit - und bringt die Todesstrafe als Lösung ins Spiel. Ein hochrangiger russischer Parlamentarier hat die Armee aufgefordert, "mit dem Lügen" über den Militäreinsatz in der Ukraine aufzuhören. "Das Volk weiß es. Unser Volk ist nicht dumm", sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Duma, Andrej Kartapolow. "Und es sieht, dass wir nicht bereit sind, ihm auch nur einen Teil der Wahrheit zu sagen." Dies könne zu einem Verlust von Glaubwürdigkeit führen. POLITIK05.10.22 02:35 min Verminte Leichen auf StraßeBilder aus Lyman verdeutlichen russische Verluste "Der Feind ist auf unserem Land. Alle Grenzdörfer in der Region Belgorod sind praktisch zerstört", sagte der ehemalige Militärkommandeur auf dem Telegram-Kanal des russischen Propagandisten Wladimir Solowjow. "Wir erfahren dies von jedem, von Gouverneuren, von Kriegsberichterstattern. Aber die Berichte des Verteidigungsministeriums bleiben unverändert", beklagte er. Am Tag zuvor hatte schon Kreml-Propagandist Solowjow angesichts der Nachrichten von der Front von Verrat und Feigheit gesprochen. "Ich habe keine gute Laune", sagte er in seiner Sendung. Die Ukraine arbeite "sehr effektiv". Vor Kurzem hätten die Russen noch kurz vor Kiew gestanden – und jetzt begradige man die Frontlinie. Solowjow fordert harte Strafen MEHR ZUM THEMAKarte zur Lage bei ChersonUkrainer rücken am Dnipro vor Putin läuft das Volk weg700.000 Russen offenbar vor Teilmobilisierung geflohen Nach Aufstieg zum GeneraloberstKadyrow schwört Putin militärische Treue Solowjow forderte schnelle Maßnahmen: "Diejenigen, die verantwortlich sind, müssen bestraft werden." Leider gebe es keine Todesstrafe. Dabei scheine es ihm, als sei dies für einige die "einzige Lösung. "Das Problem ist, dass sie keine Offiziersehre haben. Und sich selbst nicht erschießen können." Das russische Verteidigungsministerium gibt nur selten Rückschläge seiner Truppen zu. Vielmehr veröffentlicht es lediglich täglich einen Bericht, in dem es die schweren Verluste auflistet, die es seinen Gegnern angeblich zugefügt hat. Über die jüngsten Rückzüge des Militärs aus ukrainischen Gebieten berichteten aber zuletzt etliche russische Militärblogger, wobei sie sich deutlich unverblümter als die Militärs äußerten. Wie etwa Roman Saponkow, der auf Telegram schrieb: "Freunde, ich weiß, dass ihr darauf wartet, dass ich mich zu dieser Situation äußere. Aber ich weiß wirklich nicht, was ich euch sagen soll. Der Rückzug aus dem Norden am rechten Ufer ist eine Katastrophe." Quelle: ntv.de, ghö/AFP
- Reaktion auf Nordkorea – USA und Südkorea feuern Raketen ab
Nachdem Nordkorea eine ballistische Rakete über Japan hinweg abgeschossen hatte, haben Südkorea und die USA ihre militärischen Muskeln spielen lassen. Die Verbündeten reagierten mit einer Raketensalve ins Meer. Auf südkoreanischer Seite kam es jedoch zu einer Panne. Anzeige Als Reaktion auf den Flug einer nordkoreanischen Rakete über Japan hinweg haben die USA und Südkorea mehrere Raketen ins Meer abgefeuert. Wie die Generalstabschefs beider Länder am Mittwoch mitteilten, feuerten Südkorea und die USA bei gemeinsamen Manövern je zwei Boden-Boden-Raketen auf ein „virtuelles Ziel“ im Meer vor der südkoreanischen Küste. Ziel der gemeinsamen Übungen sei es, „sicherzugehen, dass die militärischen Fähigkeiten bereit sind“ um auf mögliche „Provokationen“ Nordkoreas zu reagieren, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, dem Sender CNN. Allerdings hatte eine südkoreanische Rakete eine Fehlfunktion und stürzte kurz nach dem Start ab. Die Rakete schlug Behörden zufolge am Boden auf und löse ein Feuer aus. Im Internet verbreitete Bilder, die von unabhängiger Seite zunächst nicht verifiziert werden konnten, zeigten einen orangefarbenen Flammenball in einem Gebiet, das den Angaben zufolge in der Nähe eines Luftwaffenstützpunkts bei Gangneung an der Ostküste Südkoreas liegt. Verängstigte Bürger wandten sich an die Stadtverwaltung, wie ein Beamter des Rathauses der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dieses vom südkoreanischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Abschuss einer der Raketen Quelle: AFP/HANDOUT Nordkorea hatte am Dienstag erstmals seit fünf Jahren eine Rakete über Japan hinweg abgefeuert. Der Test der ballistischen Rakete löste international empörte Reaktionen aus. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich am Mittwoch mit der Lage befassen. Südkoreas Militär kündigte am Mittwoch zudem die Rückkehr des atomgetriebenen US-Flugzeugträgers „Ronald Reagan“ in die Region an, der bereits im vergangenen Monat an Übungen mit der südkoreanischen Marine teilgenommen hatte. Washington und Seoul sind enge Verbündete. In Südkorea sind rund 28.500 US-Soldaten stationiert. LESEN SIE AUCH RAKETENTESTS Die Angst vor einem zweiten Korea-Krieg Anzeige In den vergangenen Tagen hatte Nordkorea bereits vier Mal ballistische Raketen abgefeuert, seit Jahresbeginn nahm das Land eine Rekordzahl an Raketentests vor. Südkorea und die USA befürchten, dass Nordkorea in naher Zukunft erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen könnte. Das weitgehend isolierte Land hat seit 2006 sechsmal Atomwaffen getestet, zuletzt 2017. Pjöngjang hat es nach Diplomatenangaben aber bislang nicht geschafft, seine Atombomben und ballistischen Raketen zu einem einheitlichen System zusammenzuführen. Im September hatte Nordkorea per Gesetz einen atomaren Präventivangriff für zulässig erklärt. Zugleich stufte Machthaber Kim Jong Un den Status des Landes als Atommacht als „irreversibel“ ein. Damit schloss Pjöngjang die Möglichkeit von Gesprächen über eine Denuklearisierung aus. Quellle: welt.de AFP/cwu/mmi
- „Welchen Elon Musk magst du mehr: Den Ukraine-Unterstützer oder den Russland-Unterstützer?“
Referenden unter UN-Aufsicht, die Krim geht an Russland, die Ukraine wird neutral - Elon Musk präsentiert bei „Twitter“ mehrere Punkte, mit denen man seines Erachtens nach den Krieg beenden könne. Der ukrainische Präsident antwortete mit einer Gegenfrage. Anzeige In die Twitter-Debatte über ein Friedensszenario für die Ukraine von US-Milliardär Elon Musk hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eingemischt. „Welchen Elon Musk magst du mehr? Den Ukraine-Unterstützer oder den Russland-Unterstützer“, fragte der Staatschef am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Innerhalb von kurzer Zeit beteiligten sich mehrere Hunderttausend Menschen an der Umfrage. Über 90 Prozent bevorzugten den die Ukraine unterstützenden Musk. Musk hatte bei Twitter einen Lösungsvorschlag für das Ende des Krieges in der Ukraine präsentiert. Demnach sollen in den vier nun vom Kreml annektierten Gebieten in der Süd- und Ostukraine Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja Referenden unter Aufsicht der Vereinten Nationen durchgeführt werden. Russland müsse die Gebiete verlassen, wenn es der Wille der Menschen sei, zur Ukraine zu gehören. Diese werde als Staat dann künftig neutral und kein NATO-Mitglied. Die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim solle Moskau zugeschlagen werden - zumal, wie Musk behauptete, diese seit 1783 formell ein Teil Russlands gewesen sei, „bis zu Chruschtschows Fehler“. Gleichzeitig würde die Wasserversorgung der Krim über den Kanal vom Fluss Dnipro garantiert werden. Musk hält ein solches Szenario, dass den Forderungen Russlands sehr nah kommt, am Ende sowieso für „sehr wahrscheinlich“. Die Frage sei nur, wie viele Menschen bis dahin sterben müssten. Ein Sieg der Ukraine sei unwahrscheinlich - wem die Ukraine also am Herzen liege, der solle sich für Frieden einsetzen, so Musk weiter. Kiew reagierte prompt. „Es gibt einen besseren Vorschlag“, schrieb der Berater des Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, auf Twitter. Demnach werde die Ukraine ihr Territorium einschließlich der annektierten Krim komplett befreien. Russland werde danach komplett demilitarisiert, müsse seine Atomwaffen abgeben und „kann niemandem mehr drohen“. Die russischen Kriegsverbrechen würden außerdem vor ein internationales Tribunal gebracht. Außenminister Dmytro Kuleba warf Musk vor, das Wort Frieden als Euphemismus zu nutzen für die Formel „Lass die Russen noch tausende unschuldige Ukrainer mehr ermorden und vergewaltigen und mehr Land rauben“. Etwas knapper und und direkter formulierte es der scheidende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk. „Fuck Off ist meine sehr diplomatische Antwort“, schrieb er an Musk. Anzeige Später reagierte auch der Präsident Litauens, Gitanas Nausėda: „Lieber Elon Musk, wenn jemand versucht, die Reifen Ihres Tesla zu stehlen, macht das denjenigen weder zum rechtmäßigen Besitzer des Autos noch der Reifen...“ Elon Musk und die Ukraine hatten bislang eigentlich ein gutes Verhältnis. So half das von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX betriebene Satellitennetzwerk Starlink bei der Sicherung der Internetversorgung in der Ukraine. Auch das ukrainische Militär nutzt es zur Echtzeitkommunikation und konnte so die Effizienz seiner Aufklärung deutlich verbessern. „Das hat den Verlauf des Krieges entscheidend verändert“, analysierte Weltraum-experten Professor Ulrich Walter kürzlich bei WELT. dpa/jmi Quelle: welt.de
- Prorussische Partei fliegt aus Rigas Parlament
Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine wählen die Menschen in Lettland das neue Parlament. Während die bisher stärkste Partei des baltischen Landes - die kremlfreundliche Harmonie - an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, kann die Regierungspartei ihre Mandate mehr als verdreifachen. Wie die künftige Regierung aussieht, ist aber noch völlig offen. Die Menschen in Lettland haben vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs und Sorgen wegen steigender Energiepreise die Partei von Regierungschef Krisjanis Karins zur stärksten Kraft gemacht. Seine bisherigen Koalitionspartner schnitten jedoch eher schlecht ab, weswegen das Bündnis keine Mehrheit mehr hat. Offen ist daher noch, wie die künftige Regierung aussehen könnte. Lettland grenzt an Russland und betrachtet den Angriffskrieg gegen die Ukraine als direkte Gefahr für seine Sicherheit. Gemeinsam mit den baltischen Partnern Estland und Litauen forderte die Regierung in Riga zuletzt immer wieder ein härteres Vorgehen des Westens gegen Russland. So stehen die baltischen Regierungen beispielsweise einer schnellen Aufnahme der Ukraine in NATO und EU offen gegenüber. Eine Aufnahme von fliehenden russischen Reservisten lehnen sie ab. Regierungspartei verdreifacht Mandate Die Partei von Karins, Jauna Vienotiba, erhält nach Angaben der Wahlkommission 26 von insgesamt 100 Sitzen in der Volksvertretung Saeima. Damit konnte die liberalkonservative Partei, die vor vier Jahren als kleinste Gruppierung ins Parlament eingezogen war und im Europäischen Parlament wie die CDU und CSU zur EVP-Fraktion gehört, ihre Anzahl an Mandaten mehr als verdreifachen. Im Wahlkampf hatte sie versprochen, die Sicherheit des Ostseestaats zu stärken. Zweitstärkste Kraft wird das oppositionelle Bündnis der Bauern und Grünen (16 Sitze) vor dem neugebildeten Wahlbündnis Vereinigte Liste (15 Sitze). Von Karins' drei Koalitionspartnern schaffte mit der nationalkonservativen Nationalen Allianz (13 Sitze) nur einer den Sprung ins Parlament. Während die Konservativie klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, rutschte die liberale Partei Für die Entwicklung / Dafür! in letzter Minute unter die Sperrklausel. Größter Verlierer der Abstimmung ist die bislang stärkste politische Kraft in Lettland: Die Oppositionspartei Harmonie, deren Kernwähler vor allem aus der starken russischstämmigen Minderheit kommen, wird nicht mehr im Parlament vertreten sein. Zur Wahl angetreten waren 19 Parteien, 7 schafften den Einzug ins Parlament. Die Wahlbeteiligung lag bei 59 Prozent. Karins will Regierungschef bleiben MEHR ZUM THEMANATO-Beitritt der UkraineBalten begrüßen Antrag, Baerbock winkt ab EU-Vergabe weiter einschränkenBrüssel sieht Sicherheitsrisiko bei Visa für Russen Wegen Flucht junger RussenLettland ruft Ausnahmezustand in Grenzregion aus Karins, der als erster lettischer Regierungschef eine volle Amtszeit von vier Jahren überstand, zeigte sich nach der Stimmabgabe bereit, auch die kommende Regierung anzuführen. In Wahlsendungen im Fernsehen wurde der in den USA geborene frühere EU-Abgeordnete als einzig wahrscheinlicher Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten genannt. Bei der Wahl erhielt er die höchste Zustimmung aller 1829 angetreten Kandidaten. Staatschef Egils Levits, der den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen muss, will am Montag mit den Vertretern der ins Parlament gewählten Parteien zu Gesprächen zusammentreffen. Angesichts von Vorbehalten gegenüber einer Zusammenarbeit mit dem Bündnis der Bauern und Grünen rechnen Experten mit einer Koalition aus den verbliebenen beiden Regierungsparteien und der Vereinigten Liste. Daran könnten möglicherweise auch die Progressiven beteiligt werden. Quelle: ntv.de, uzh/dpa
- In Moskau gärt die Wut
Es ist eine weitere schwere Niederlage für den Kreml: Die strategisch wichtige Stadt Lyman ist wieder unter ukrainischer Kontrolle - und die russische Armee muss sich weiter zurückziehen. Der Unmut in Moskau über die militärische Führung wächst. Erste Schuldige werden benannt. Auf den Rausch der Annexion folgt die Ernüchterung in Russland: Nach der bitteren Niederlage in der Schlacht um die strategisch wichtige Stadt Lyman im Osten der Ukraine wird in Moskau nach Schuldigen gesucht. Mehrere hochrangige russische Politiker fordern ein Köpferollen bei der Militärführung - und gar den Einsatz von Atomwaffen. POLITIK01.10.22 01:38 min Russland gibt Lyman aufExperten erwarten weitere ukrainische Geländegewinne Die einflussreiche Bloggerin und ehemalige PR-Chefin des Duma-Vorsitzenden Wjatscheslaw Wolodin, Anastassija Kaschewarowa, forderte Antworten von Verteidigungsminister Sergei Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow: "Weiß der Präsident von den Vorfällen? Wer berichtet ihm? Wo ist die Ausrüstung? Wo sind die (Panzer) Armata? Wo ist alles? Wie konnte das passieren? Eingesackt? Verkauft? Wo ist es hin? Gab es das überhaupt?" Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow wiederum verlangte, den für den Frontabschnitt verantwortlichen Generaloberst Alexander Lapin abzusetzen, zu degradieren und als einfachen Soldaten an die Front zu schicken. Die Probleme in Lyman seien schon vor zwei Wochen gemeldet worden. "Eine Woche später verlegt Lapin seinen Stab nach Starobilsk, mehr als 100 Kilometer von seinen Untergebenen entfernt, und verdrückt sich selbst nach Luhansk. Wie kann man operativ seine Einheiten befehligen, wenn man sich 150 Kilometer entfernt befindet", echauffierte sich Kadyrow. Er forderte, den Einsatz von Atomwaffen mit geringer Reichweite in Betracht zu ziehen. Ziel ist Befreiung von ganz Luhansk Auch im Staatsfernsehen sind plötzlich kritische Töne zu hören. So erklärte Maxim Yusin, ein Experte für Außenpolitik, es sei leicht, darüber zu sprechen, was nach der "Liberalisierung der Region Saporischschja" passiere. Aber es sei schwer, mit "Träumern zu streiten, die in ihrer eigenen Welt leben", so Yusin. "Ich sehe, was an der Front nahe Lyman passiert, die Dinge laufen nicht sehr gut." Niemand könne wissen, ob die Mobilisierung wirklich etwas bringen werde oder nicht. Der Politiker und Ex-Militär Andrei Gurulyov sagte in einem TV-Interview, er könne sich die Niederlage militärisch nicht anders erklären als mit einem System von Lügen, "von oben bis nach unten". Dann brach die Verbindung plötzlich ab. Moskau hatte am Samstag die strategisch wichtige Stadt Lyman im östlichen Gebiet Donezk aufgegeben. Die Streitkräfte seien wegen der Gefahr einer Einkesselung abgezogen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau. Zuvor hatten ukrainische Behörden von mehr als 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen. Über die Anzahl der Gefallenen und Gefangenen gibt es bislang keine Angaben. Verheerendes Signal für den Kreml Mit dem Fall Lymans öffnet sich für die ukrainischen Truppen der Weg Richtung Kreminna und Swatowe. Beide Städte liegen im Gebiet Luhansk und gelten - speziell Swatowe - als wichtige Verkehrsknotenpunkte. Der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, teilte mit, sobald die russischen Soldaten aus Lyman verschwunden seien, werde die Befreiung der gesamten Region Luhansk beginnen. "Wir haben darauf gewartet, wir sind vorbereitet", so Hajdaj. "Ukrainische Flagge weht"Selenskyj feiert Befreiung von Lyman Erster Besuch seit KriegsbeginnLambrecht erlebt Odessa zweimal im Luftschutzbunker Gefahr einer EinkesselungRussland gibt strategisch wichtige Stadt Lyman auf Für den Kreml wäre dies ein verheerendes Signal. Anfang des Sommers hatte die russische Armee das Gebiet Luhansk für "befreit" erklärt. Mehr als sieben Monate nach Kriegsbeginn hatte Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag neben Donezk auch die ukrainischen Gebiete Luhansk, Cherson und Saporischschja annektiert. International wird dieser völkerrechtswidrige Schritt nicht anerkannt. Trotz der jüngsten russischen Annexionen versucht die Ukraine weiter, den besetzten Teil ihres Landes zu befreien. Nach der Rückeroberung Lymans dürfte sie den Fokus auf einen weiteren Vormarsch im nördlichen Donbass legen und versuchen, im Gebiet Luhansk in Richtung der wichtigen Verkehrsknotenpunkte Swatowe und Kreminna vorzustoßen. Quelle: ntv.de, jug/dpa
- Nach ukrainischer Offensive: Russische Truppen haben Lyman verlassen
Lyman. Russland hat in einer weiteren Niederlage gegen die ukrainische Armee die strategisch wichtige Stadt Lyman im Gebiet Donezk aufgegeben. Die Streitkräfte seien wegen der Gefahr einer Einkesselung abgezogen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag in Moskau. Zuvor hatten ukrainische Behörden von rund 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen. +++ Alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Liveblog +++ Seit Wochen wurde um Lyman erbittert gekämpft. Die Stadt ist ein wichtiger Transportknotenpunkt und liegt 160 Kilometer südöstlich von Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Die ukrainischen Streitkräfte waren im Rahmen einer Gegenoffensive über den Fluss Oskil vorgedrungen, bei der sie seit September weite Teile des Territoriums zurückerobert hatten. Nun können die ukrainischen Truppen möglicherweise weiter in die besetzte Region Luhansk vordringen, eine der vier Regionen, die Russland am Freitag annektierte. Ukrainische Soldaten hissen Flagge am Stadtrand Nach intensiven Kämpfen ist Lyman jetzt gefallen. Ukrainische Einheiten hissten am Samstag am Stadteingang von Lyman die blau-gelbe Landesflagge, wie ein Video, das in den Sozialen Medien unter anderem vom Leiter des ukrainischen Präsidialbüros, Andrij Jermak, geteilt wurde, zeigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj feierte die Rückeroberung von Lyman am Samstagabend in seiner Videoansprache. „Die ukrainische Flagge weht bereits in Lyman im Gebiet Donezk“, erklärte Selenskyj. In der Stadt werde zwar immer noch gekämpft, doch von dem „Pseudoreferendum“ sei dort keine Spur mehr, sagte er. „Übrigens haben sie dort schon angefangen, sich gegenseitig zu beißen: Sie suchen nach den Schuldigen, beschuldigen einige Generäle des Versagens“, kommentierte Selenskyj die verärgerten Reaktionen aus Moskau auf den Rückzug in Lyman. Es sei nur der erste Warnschuss für alle diejenigen, die sich am Krieg von Präsident Wladimir Putin beteiligten. Bis sie nicht das Problem mit dem einen lösten, „der diesen für Russland sinnlosen Krieg gegen die Ukraine begonnen hat, werden Sie einer nach dem anderen getötet und zu Sündenböcken gemacht“, prophezeite der 44-Jährige. Angriffe auf russische Kräfte aus drei Richtungen Die Ukrainer hatten die Stadt zuvor in die Zange genommen. Angriffe wurden sowohl von Westen als auch von Norden und Süden lanciert. Die einzige Nachschub- und Rückzugsverbindung der Russen nach Osten über Saritschne und Torske geriet unter den Beschuss der ukrainischen Artillerie. Unklar ist unter diesen Umständen, wie viele russische Soldaten gefallen oder in Gefangenschaft gekommen sind. Prorussische Quellen berichten bereits am frühen Nachmittag vom ukrainischen Einmarsch in Lyman. Der russische Militärblogger Semjon Pegow berichtet auf seinem Telegram-Kanal „WarGonzo“, dass ukrainische Streitkräfte – die er als „Neonazis“ bezeichnet – bereits durch die zentralen Straßen der Stadt ziehen und Dokumente kontrollieren würden. Dies sei von mehreren Quellen bestätigt worden, schrieb er. „Wenn es eine Chance gibt, die Stadt zu verteidigen und zurückzuerobern, dann ist sie unglaublich klein.“ Zwischenzeitlich 5000 russische Soldaten in Lyman eingekesselt Die ukrainischen Truppen hatten nach eigenen Angaben zeitweise etwa 5000 russische Soldaten eingekesselt. Das sei der Stand am Samstagmorgen, teilte der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. „Die Okkupanten haben ihre Führung gebeten, nach Möglichkeit herauszukommen, woraufhin sie eine Abfuhr erhielten“, sagte er. Hauptstadt-Radar Persönliche Eindrücke und Hintergründe aus dem Regierungsviertel. Immer dienstags, donnerstags und samstags. AbonnierenMit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu. „Sie haben jetzt drei Handlungsmöglichkeiten: Entweder können sie versuchen auszubrechen oder sie ergeben sich. Oder sie sterben alle zusammen. Da sind von ihnen etwa 5000, eine genaue Zahl gibt es nicht.“ Eine solche Zahl an eingekesselten Russen habe es überhaupt noch nicht gegeben in dem Krieg, sagte Hajdaj. Er erklärte, alle Nachschubrouten für die russischen Streitkräfte in Lyman seien blockiert. Mehr zum Thema Bericht von 25 Todesopfern Britische Geheimdienste: Moskau setzt Abwehrraketen in Bodenoffensive ein Vorschlag zur Deeskalation Richard David Precht: Einzelne Nato-Staaten sollten Russland Nicht-Aufnahme der Ukraine garantieren Sorgen in der Ukraine wachsen „Das Risiko steigt“: Selenskyj-Berater warnt vor russischem Atomwaffen-Einsatz Mit dem Fall von Lyman öffnet sich für die ukrainischen Truppen der Weg Richtung Kreminna und Swatowe. Beide Städte liegen im Gebiet Luhansk und gelten - speziell Swatowe - als wichtige Verkehrsknotenpunkte. Für den Kreml wäre dies ein verheerendes Signal. Anfang des Sommers hatte die russische Armee das Gebiet Luhansk für „befreit“ erklärt. Schwere Niederlage für Putin Westliche Militärexperten, darunter die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW), waren schon vor dem verkündeten russischen Truppenrückzug davon ausgegangen, dass Lyman kurzfristig komplett befreit wird. Das Gebiet um Lyman ist wichtig als Brückenkopf für einen weiteren Vormarsch der ukrainischen Truppen tief in das benachbarte Gebiet Luhansk hinein. „Mit Putin wird es jetzt noch einmal gefährlich“ Ein Gespräch mit dem Psychologen und Hirnforscher Ian Robertson über den eigenartigen Zustand des russischen Präsidenten und die ungesunde Wirkung jahrzehntelanger absoluter Macht. Jetzt mit RND+ lesen Für die Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist das eine neue massive Niederlage in der seit mehr als sieben Monaten andauernden Invasion. Der Kremlchef hatte am Freitag die besetzten Teile der Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson unter internationalem Protest annektiert. Kein Staat erkennt diesen Bruch des Völkerrechts an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte angekündigt, alle besetzten Territorien zu befreien. Er setzt dazu auf schwere Waffen des Westens und auf Militärberater der Nato-Staaten. Kadyrow fordert Absetzung von General Auf russischer Seite sorgt die erneute Niederlage für erbitterte Kommentare: Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow forderte auf seinem Telegram-Kanal, den für den Frontabschnitt verantwortlichen Generaloberst Alexander Lapin abzusetzen, zu degradieren und als einfachen Soldaten an die Front zu schicken. Die Probleme in Lyman seien schon vor zwei Wochen gemeldet worden. „Eine Woche später verlegt Lapin seinen Stab nach Starobilsk, mehr als 100 Kilometer von seinen Untergebenen entfernt, und verdrückt sich selbst nach Luhansk. Wie kann man operativ seine Einheiten befehligen, wenn man sich 150 Kilometer entfernt befindet“, echauffierte sich Kadyrow. Der kremlkritische russische Politologe Abbas Galljamow hingegen erklärte süffisant: „Gestern haben sie Lyman „für immer“ an Russland angeschlossen, um heute (die Stadt) zu räumen“. mit dpa und AP quelle: rnd.de
- Nach den Annexionen durch Putin verkündet Selenskyj neue Erfolge
Gerade erst hat Kremlchef Putin die Annexion von vier ukrainischen Gebieten besiegelt, da verkündet Kiew neue militärische Erfolge: In Donezk sollen russische Truppen eingekesselt sein. Die Lage in der Ukraine im Überblick. Wenige Stunden nach der Annexion mehrerer Gebiete durch Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Erfolge seiner Armee im Osten des Landes verkündet. „Jeder hat gehört, was in Lyman passiert“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht zum Samstag mit Blick auf die strategisch wichtige Kleinstadt im gerade erst von Moskau einverleibten Gebiet Donezk. Zuvor hatte bereits der Donezker Besatzungschef Denis Puschilin die fast komplette Einschließung russischer Truppen in Lyman durch ukrainische Soldaten eingestanden. Mehr als sieben Monate nach Kriegsbeginn hatte Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag neben Donezk auch die ukrainischen Gebiete Luhansk, Cherson und Saporischschja annektiert. International wird dieser völkerrechtswidrige Schritt nicht anerkannt. Die USA verkündeten angesichts der jüngsten Eskalation durch Moskau neue Sanktionen gegen Russland. Die Ukraine selbst hofft auf ein beschleunigtes Aufnahmeverfahren in die Nato. Am Freitagabend gab es zwischenzeitlich in allen Teilen des angegriffenen Landes Luftalarm. Samstag ist der 220. Tag des Krieges. Selenskyj stellt Antrag auf beschleunigten Nato-Beitritt der Ukraine Unmittelbar nach der Annexion der vier Gebiete seines Landes kündigte Selenskyj an, einen beschleunigten Beitritt der Ukraine zur Nato beantragen zu wollen. „Faktisch haben wir unseren Weg in die Nato schon beschritten“, sagte er. „Heute stellt die Ukraine den Antrag, um es auch de jure zu tun“, fügte er hinzu. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte daraufhin die Politik der offenen Tür des Verteidigungsbündnisses. „Wir haben immer wieder erklärt, dass die Tür der Nato offen bleibt“, sagte der Norweger. Eine Entscheidung müsse aber von allen Mitgliedstaaten im Konsens getroffen werden. Baerbock reagiert zurückhaltend auf ukrainischen Nato-Beitrittsantrag Derzeit konzentriere man sich auf die unmittelbare Unterstützung der Ukraine. „Das ist das Hauptaugenmerk und die Hauptanstrengung der Nato-Verbündeten“, so Stoltenberg. Stoltenberg sieht größte Eskalation seit Beginn des Ukraine-Kriegs Stoltenberg bezeichnete das jüngste Vorgehen Russlands im Krieg gegen die Ukraine als schwerste Eskalation seit Beginn der Invasion am 24. Februar. „Das ist ein entscheidender Moment“, sagte er in Brüssel. Der Nato-Chef verwies neben den Annexionen auch auf die Teilmobilisierung Russlands sowie auf nukleares Säbelrasseln. „Nichts davon zeugt von Stärke. Es zeigt Schwäche.“ Dies sei ein Eingeständnis, dass der Krieg nicht nach Plan verlaufe und Russlands Präsident Putin bei seinen strategischen Zielen völlig versagt habe. LESEN SIE AUCH ANDRIJ MELNYK „Die Bundesregierung sollte spätestens jetzt alles auf die militärische Karte setzen“ Die US-Regierung bekräftigte, dass sie die Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland keineswegs akzeptieren werde. Auch die G7-Gruppe führender Industriestaaten verurteilte die Einverleibung der vier besetzten ukrainischen Gebiete als „einen neuen Tiefpunkt der eklatanten Missachtung des Völkerrechts durch Russland“. USA verkünden wegen Annexion weitere Sanktionen gegen Russland Als Reaktion auf die russische Annexion der vier besetzten ukrainischen Gebiete verhängen die USA weitere Sanktionen gegen Russland. Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen weitere russische Regierungsvertreter, deren Familienmitglieder sowie Angehörige des Militärs, wie die US-Regierung in Washington mitteilte. Die Liste umfasst Hunderte Personen – und auch Firmen. Betroffen sind demnach ebenso Netzwerke für die Beschaffung von Verteidigungsgütern, einschließlich internationaler Lieferanten. ANNEXION UND MOBILISIERUNG Zudem passierte der US-Zwischenhaushalt, der Milliardenhilfen für die Ukraine enthält, den Kongress. Präsident Joe Biden setzte den beschlossenen Etat mit seiner Unterschrift in Kraft. Das bis Mitte Dezember angelegte Budget sieht militärische und wirtschaftliche Unterstützung für die Ukraine in Höhe von rund 12,3 Milliarden Dollar (12,5 Mrd Euro) vor. 30 Tote bei Beschuss von zivilem Autokonvoi in Saporischschja Bei einem Raketenangriff auf einen zivilen Autokonvoi in der südukrainischen Stadt Saporischschja wurden nach ukrainischen Angaben 30 Menschen getötet. Weitere 88 Menschen wurden laut Polizeiangaben verletzt. Der Gouverneur der Gebietsverwaltung von Saporischschja, Olexander Staruch, machte russische Truppen für den Angriff verantwortlich. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen. Protest gegen Russland bei Unesco-Konferenz in Mexiko Zum Abschluss einer Unesco-Konferenz in Mexiko-Stadt haben die Vertreter von 48 Ländern gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine protestiert. Dutzende Delegierte verließen am Freitag (Ortszeit) vorübergehend den Saal, als der russische Vertreter sich zu Wort meldete. An der Konferenz der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur nahmen Vertreter aus rund 120 Staaten teil. In einer gemeinsamen Erklärung riefen zunächst die Delegierten der EU, Kanadas, der USA, Japans und anderer Staaten Russland dazu auf, sich aus der Ukraine zurückzuziehen. Sie prangerten auch die Beschädigung und Plünderung von Kulturstätten in der Ukraine an. Was am Samstag wichtig wird Ungeachtet der jüngsten russischen Annexionen versucht die Ukraine weiter, den besetzten Teil ihres Landes zu befreien. Ein besonderer Fokus dürfte auf den nun weitgehend eingekesselten russischen Truppen in Lyman im Donezker Gebiet in der Ostukraine liegen. dpa/cwu Quelle: welt.de
- Nord-Stream-Pipelines: Bomben mit großer Sprengkraft - Forschende melden mögliche dritte Explosion
Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines: Die Küstenwache entdeckt ein viertes Leck. An einen Unfall glaubt niemand: die Lage im News-Ticker. +++ 19.10 Uhr: Forschende haben offenbar noch eine dritte Explosion im Zusammenhang mit den Lecks der Nord-Stream-Pipeline registriert. Die Explosion ereignete sich möglicherweise zur gleichen Zeit wie die zweite Explosion, die am Montag aufgezeichnet wurde, teilte der geologische Dienst von Dänemark und Grönland (GEUS) in einer Erklärung am Donnerstag mit. Allerdings könnte es sich dabei auch um „Reflexionen der zweiten Explosion“ handeln, die sich am Montag (29. September) gegen sieben Uhr ereignete. Weitere Studien könnten künftig mehr Aufklärung bieten. Das Institut hatte am Montag zwei Erschütterungen in der Ostsee aufgezeichnet. Diese würden nicht denen von Erdbeben ähneln, sondern „den Signalen, die typischerweise von Explosionen aufgezeichnet werden“, zitierte CNN die Behörde. Das Nord Stream 1-Gasleck in der Ostsee, fotografiert aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache. © Swedish Coast Guard/dpa Nord-Stream-Pipelines: Bomben mit großer Sprengkraft im Einsatz +++ 16.00 Uhr: Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel davon aus, dass die Schäden an den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 nur durch Bomben mit gewaltiger Sprengkraft verursacht worden sein können. Die Berechnungen der Fachleute deuten darauf hin, dass Sprengsätze zum Einsatz kamen, deren Wirkung mit der von 500 Kilogramm TNT vergleichbar ist. Auch diese Schätzung deutet darauf hin, dass nur ein staatlicher Akteur dafür verantwortlich sein kann. Nord-Stream-Pipelines: Russland spricht von „Terrorakt“ +++ 14.15 Uhr: Kremlsprecher Dmitri Peskow hat die Anschläge auf die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee als „Terrorakte“ bezeichnet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sagte Peskow, man müsse nun in Kooperation mit anderen Ländern Nachforschungen anstellen. Welche Länder er damit meinte, nannte der Sprecher nicht. Angesprochen auf Berichte des amerikanischen Senders CNN, wonach sich Hilfsboote und U-Boote der russischen Marine nicht weit von den Lecks entfernt aufgehalten hätten, sagte Peskow, die Nato-Präsenz in der Ostsee sei viel größer. Lesen Sie auch Ukraine-Krieg: Wende für Putin? Zustimmungswerte sinken - Kreml-Chef sucht neue Verbündete Coolio ist tot: LeBron, Ice Cube & Co. trauern um Rapper Nord-Stream-Pipelines: Nato geht von Sabotage aus +++ 13.15 Uhr: Die Lecks in den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 sind auch nach Überzeugung der Nato auf Sabotage zurückzuführen. „Alle derzeit verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass dies das Ergebnis vorsätzlicher, rücksichtsloser und unverantwortlicher Sabotageakte ist“, hieß es in einem Statement des Nordatlantikrats der 30 Mitgliedstaaten. Ein möglicher Verantwortlicher wird in dem Statement nicht genannt. Am Morgen hatte Russland angedeutet, dass die USA die Schuld an den Vorfällen trage (s. Update v. 11.40 Uhr). Zugleich machen die Nato-Länder deutlich, dass „jeder vorsätzliche Angriff auf die kritische Infrastruktur der Bündnispartner“ mit einer „gemeinsamen und entschlossenen Reaktion beantwortet werden“ würde. +++ 11.40 Uhr: Angesichts der Probleme, einen Sabotageangriff auf die Nord Stream-Pipelines unentdeckt durchzuführen, stimmen die meisten Analysten darin überein, dass nur ein Staat ihn hätte ausführen können. Während ein Sicherheitsexperte eine russische Urheberschaft für wahrscheinlich hält (s. Update v. 10.25 Uhr), schiebt Moskau die Schuld in Richtung der USA. So hat das russische Außenministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Novosti am Morgen eine kurze Erklärung abgegeben, in der es heißt, dass sich der „Vorfall in einer vom US-amerikanischen Geheimdienst kontrollierten Zone ereignet hat“. Nord-Stream-Pipelines: Experte nennt Gründe für mögliche russische Sabotage +++ 10.25 Uhr: Sicherheitsexperte Johannes Peters hält es für „relativ unwahrscheinlich“, dass die Schäden an den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 durch einen Unfall entstanden sein könnten. Vielmehr vermute er Russland hinter dem mutmaßlichen Sabotageakt. „Das wirkt vordergründig natürlich etwas widersinnig, die eigenen Pipelines zu zerstören“, sagte der Experte vom Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel im ARD-Morgenmagazin. Es gebe aber durchaus gute Gründe dafür. Ein Grund sei sicherlich, ein „starkes Signal“ an Europa zu senden, vor allem an Deutschland und Polen, dass man dasselbe auch mit Pipelines machen könnte, die für unsere Versorgungssicherheit deutlich wichtiger seien, etwa die Pipelines aus Norwegen: „Also seid euch mal nicht so sicher, dass ihr für den Winter gut aufgestellt seid und dass ihr in der Lage seid, unser Gas zu kompensieren.“ Ein weiterer möglicher Grund sei, dass man im Winter „die noch intakte Nordstream-2-Röhre dazu nutzen kann, um Druck auf Deutschland zu erhöhen, wenn beispielsweise der innenpolitische Druck auf die Regierung wachsen sollte, weil die Gaspreise hoch sind, weil wir vielleicht doch nicht genügend Gas haben für den Winter“. Dann könnte Russland anbieten, durch die intakte Leitung doch noch Gas zu liefern. Dafür müsste Deutschland aber „aus dem westlichen Sanktionsregime ausscheren“. Nord-Stream-Pipelines: Viertes Leck entdeckt +++ 07.30 Uhr: Die schwedische Küstenwache hat ein viertes Leck in den Nord-Stream-Pipelines entdeckt. Es befindet sich auf Schwedens Hoheitsgebiet, wie die Zeitung Svenska Dagbladet berichtet. Aus dem Leck strömt Gas an die Wasseroberfläche. Demnach wurde die Stelle an der Pipeline offenbar durch ferngesteuerte Sprengsätze beschädigt. Die Untersuchungen laufen noch. +++ 06.00 Uhr: Ylva Johansson, EU-Innenkommissarin, hat sich am Mittwochabend zu den mutmaßlichen Sabotage-Akten an den Nord-Stream-Pipelines geäußert. Im ZDF sagte sie, dass dies ein Warnruf sei. Johansson kündigte deshalb einen Belastungstest für die kritische Infrastruktur im europäischen Energiesektor an. „Wir [Anm. d. Red.: EU-Kommission] werden uns jetzt an alle Mitgliedstaaten wenden und wir werden einen Belastungstest durchführen in Bezug auf die kritische Infrastruktur“, betonte die EU-Innenkommissarin im Interview. Johansson nannte die mutmaßliche Sabotage einen „Anschlag“. Dies sei „eine Bedrohung“ und eine „Eskalation“. Dass ein Staat dahinter stecke, lege die Organisation der Sabotage nahe, so Johansson weiter. „Wir haben natürlich einen Verdacht. Aber es ist zu früh, das abschließend zu beurteilen“, erklärte sie im „heute journal“. Update vom Donnerstag, 29. September, 04.30 Uhr: Durch die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines könnten einige Leitungen wohl „für immer zerstört“ worden sein. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. Dabei handelt es sich um offenbar um drei Stränge der durch die Ostsee laufenden Gas-Pipelines. Um dies aufzuhalten seien nun dringen Reparaturen notwendig, hieß es. Sonst könne der Einlauf großer Mengen an Salzwasser zum „Korrodieren“ der Pipelines führen. Eine Ätzung gilt in einem solchen Fall als wahrscheinlich. Der Betreiber der Pipeline Nord-Stream 1 schloss Reparaturmaßnahmen zuletzt nicht aus. Das erklärte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Allerdings wurden auch keine konkreten Pläne für Reparaturen vorgelegt. +++ 22.45 Uhr: Britische Sicherheitskreise geben Russland die Schuld an dem mutmaßlichen Sabotageangriff auf die Nord Stream-Gaspipelines. Das berichtet die Times und nimmt auf eine „britische Verteidigungsquelle” Bezug. Ein Anschlag sei „wahrscheinlich vorsätzlich und geplant“ mit einem Sprengsatz durchgeführt worden, der angeblich Wochen vor seiner Detonation ins Meer geworfen wurde. +++ 22.20 Uhr: Fregattenkapitän und Experte für maritime Sicherheit, Göran Swistek, hat bei ZDFheute die Situation eingeschätzt. Die verwendete Menge an Explosivstoffen sei nicht frei auf dem Markt verfügbar. „Die werden wahrscheinlich militärischer Natur sein“, sagt Swistek. .Insgesamt liege der Schwerpunkt klar auf Russland. Neben Russland haben nach Angaben von Swistek Deutschland, Schweden und Polen zwar U-Boote in der Ostsee. Wegen der niedrigen Tiefe des Meeres sei es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese zum Anbringen der Explosivstoffe verwendet worden seien. Mutmaßliche Sabotage lässt Energiepreise wieder steigen +++ 21.20 Uhr: Europäische Unternehmen verstärken die Sicherheitsvorkehrungen, nachdem die mutmaßliche Sabotage zweier Pipelines, die Erdgas aus Russland liefern, die Verwundbarkeit der europäischen Energieinfrastruktur unterstrichen hat. In der Folge steigen die Energiepreise weiter. Die EU warnte zudem vor möglichen Sanktionen, das berichtet CBC News. Einige europäische Beamte und Energieexperten sagten, dass Russland wahrscheinlich die Schuld an der Sabotage trägt - es profitiert direkt von den höheren Energiepreisen und der wirtschaftlichen Unruhe in Europa. Am Mittwoch erhöhte der russische Energieriese Gazprom den Druck und drohte auf Twitter, den Handel mit dem ukrainischen Gasunternehmen einzustellen. Nord-Stream-Lecks: Russland leitet Ermittlungen wegen „Terrorismus“ ein +++ 20.23 Uhr: Russlands Geheimdienst FSB hat nach der Beschädigung der Nord-Stream-Pipelines Ermittlungen wegen „internationalen Terrorismus‘“ eingeleitet. Die russische Generalstaatsanwaltschaft teilte am Mittwoch im Onlinedienst Telegram mit, die Vorermittlungen seien eingeleitet worden, nachdem die Gaspipelines nahe der Insel Bornholm „vorsätzlich“ beschädigt worden seien, was „erheblichen wirtschaftlichen Schaden“ für Russland verursacht habe. +++ 19.16 Uhr: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, es sei „dumm und absurd“ zu vermuten, dass Russland hinter den Lecks stecke. Die Lecks seien für Moskau „ziemlich problematisch“, sagte er. Das teure Gas verschwinde nun „in der Luft“. Die Sprecherin des Moskauer Außenministeriums deutete eine Verantwortung von US-Präsident Joe Biden für die Lecks an. Washington wies dies als „lächerlich“ zurück. Auf Anforderung Moskaus wird sich der UN-Sicherheitsrat am Freitag mit Nord Stream befassen, wie das schwedische Außenministerium mitteilte. +++ 18.40 Uhr: Nach drei Lecks in den Nord-Stream-Pipelines ist bereits mehr als die Hälfte des Gases aus den betroffenen Leitungen entwichen, teilte die dänischen Energiebehörde mit. Demnach sollen die Leitungen am Sonntag (2. Oktober) leer sein, informierte Behördenchef Kristoffer Böttzauw bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Obwohl kein konkretes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung bestehe, geht Dänemark von schweren Umweltschäden aus. Nach Berechnungen der Behörde entspricht die Klimabelastung des Gasaustritts etwa einem Drittel der gesamten Klimabelastung Dänemarks in einem Jahr, hieß es weiter. Die EU und Nato führen die Lecks an den Ostsee-Pipelines auf Sabotage zurück. Beschädigte Nord-Stream-Pipelines: Umweltbundesamt befürchtet schwere Klimaschäden +++ 17.24 Uhr: Die Gaslecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 führen nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) zu schweren Klimaschäden. Sämtliches Methan in den Pipelines werde in die Atmosphäre gelangen, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Grund dafür sei, dass es keine Abschottungsmechanismen an den Pipelines gebe. Insgesamt werden laut UBA voraussichtlich 0,3 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre gelangen. Methan sei „deutlich klimaschädlicher als CO2“. Auf hundert Jahre gesehen erwärme eine Tonne Methan die Atmosphäre genauso wie 25 Tonnen CO2. Daher müsse der Klimaeffekt der Lecks mit etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten beziffert werden, rechnete die Behörde vor. Nord-Stream-Pipelines: Möglicher „Riesenriss“ nach Explosionen +++ 16.30 Uhr: Nach den Explosionen an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 bleibt offen, ob eine Reparatur noch möglich ist. Bevor ein Vorgehen festgelegt werden könne, müssten die Schäden begutachtet werden, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe bisher keine Bilder der eigentlichen Lecks. Es sei „beispiellos“, dass innerhalb kurzer Zeit derartige Schäden an mehreren Leitungen eingetreten seien. Auch der Nord Stream 2 AG sind die genauen Schäden an ihrer weitgehend parallel verlaufenden Pipeline noch unbekannt. Es könne „kein Mensch momentan seriös sagen, wie es da unten aussieht“, sagte Sprecher Ulrich Lissek. Das Ausmaß könne man nur anhand der umfangreichen Blasenbildung einschätzen. „Die strukturelle Integrität der Pipeline muss massiv beschädigt sein.“ Er sprach von einem möglichen „Riesenriss“. +++ 15.40 Uhr: Nach wie vor ist völlig unklar, was die Explosionen an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 verursacht haben könnte. An zeitgleiche Unfälle glaubt im Grunde kaum jemand. Die Bundesregierung hat jedenfalls Erkenntnisse, dass es „keine natürliche Ursache für diesen Vorfall geben kann“. Auf die Frage, ob es sich um einen Anschlag handele, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin aber: „Ich würde das im Augenblick gar nicht beschreiben.“ Nord-Stream-Pipelines: Kreml weist alle Vorwürfe weit von sich +++ 14.45 Uhr: Der Kreml hat Vorwürfe einer angeblichen Verantwortung Russlands für die Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 zurückgewiesen. Es sei „dumm und absurd, solche Annahmen zu treffen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax. In der Ukraine gab es Vorwürfe, Russland habe die Pipelines gezielt sabotiert, um die Energiekrise in Europa zu verschärfen und Panik vor dem Winter auszulösen. Die Europäische Union hält Sabotage als Ursache für wahrscheinlich und hat mit Gegenmaßnahmen gedroht. Dabei ließ sie jedoch offen, wen sie verantwortlich macht. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von Sabotage (s. Update v. 11.45 Uhr). Peskow forderte zur Aufklärung der Vorfälle eine Beteiligung Russlands. Die Situation erfordere „einen Dialog und die operative Zusammenarbeit aller Seiten“, um die Ursache der Lecks so schnell wie möglich aufzuklären und den entstandenen Schaden zu schätzen. „Im Moment sehen wir den absoluten Mangel an einem solchen Dialog.“ Peskow erklärte, dass Russland nicht an einem Ende des Gasflusses durch die Nord-Stream-Pipelines interessiert sei. Die Schäden seien auch für Russland ein großes Problem. Beide Stränge von Nord Stream 2 seien mit Gas gefüllt. „Dieses Gas kostet viel Geld, und jetzt entweicht es in die Luft.“ +++ 13.15 Uhr: Das Gas aus den drei Nord-Stream-Lecks tritt nach Angaben der schwedischen Küstenwache mit unveränderter Kraft aus. „Leider kann das Gas nicht eingefangen oder bekämpft werden“, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Die Lecks befinden sich teils in der dänischen, teils in der schwedischen ausschließlichen Wirtschaftszone. Beide Länder hatten nach der Entdeckung Sicherheitszonen für die Schifffahrt errichtet. Schiffe dürfen das Gebiet um die Lecks in einem Radius von fünf Seemeilen (knapp 9,3 Kilometer) nicht passieren. „Wenn sich Schiffe aus dieser Zone heraushalten, besteht kein Risiko für die Besatzung“, sagte der Sprecher. Nord-Stream-Pipelines: Nato spricht ebenfalls von Sabotage +++ 11.45 Uhr: In Zusammenhang mit den Lecks an den Ostsee-Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 hat nun auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg von Sabotage gesprochen. In einem Gespräch mit dem dänischen Verteidigungsminister Morten Bødskov sei es um „die Sabotage“ der Pipelines gegangen, schrieb der Norweger auf Twitter. Zudem hätten sie über den Schutz der kritischen Infrastruktur in den Nato-Staaten gesprochen. Bødskov sagte in Brüssel, da so viel Gas in den Leitungen sei, könne es eine oder zwei Wochen dauern, bis ausreichend Ruhe in dem Gebiet eingekehrt sei, um die Lecks in etwa 80 Metern Tiefe untersuchen zu können. Er betonte, dass sich die Vorfälle in internationalen Gewässern ereignet hätten und es sich nicht um kritische Infrastruktur seines Landes handle. Die insgesamt drei Lecks befinden sich dort in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen Dänemarks und Schwedens. Nord-Stream-Pipelines: EU hält Sabotage für wahrscheinlich +++ 08.45 Uhr: Die Europäische Union hält Sabotage-Akte an den Nord-Stream-Pipelines für wahrscheinlich. Den Verantwortlichen drohen offenbar Sanktionen von EU-Seite, wie am Mittwochmorgen aus Brüssel zu vernehmen war. „Alle verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass diese Lecks das Ergebnis einer vorsätzlichen Handlung sind“, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell im Namen der 27 Mitgliedstaaten. Jede vorsätzliche Störung der europäischen Energieinfrastruktur werde „mit einer robusten und gemeinsamen Reaktion beantwortet werden“. +++ 08.00 Uhr: Frank Umbach, Experte für Energiesicherheit an der Universität in Bonn, sieht eindeutige Beweise dafür, dass die Schäden an den Nord-Stream-Pipelines die Folge von Sabotage sind. „Solche Zufälle, auch das Faktum, dass diese Lecks teilweise 50 Kilometer auseinander liegen und fast gleichzeitig diese Pipelines getroffen haben, Unter-Wasser-Explosionen, die registriert worden sind, sprechen eindeutig dafür, dass das ein Sabotageakt war und nicht irgendein technischer Unfall“, sagte er dem ZDF. Die möglichen Gefahren wegen des dort ausströmenden Gases seien jedoch gering: „Das ist normales Gas, was da ausströmt, das ist auch Methan-Gas, das ist natürlich klimapolitisch eine Katastrophe und kann auch für die Schifffahrt gefährlich sein, aber darüber hinaus ist es nicht gefährlich.“ Zudem glaubt Umbach nicht, dass die Pipelines eine Zukunft haben werden. Nord-Stream-Pipelines: von der Leyen spricht von „Sabotageakt“ +++ 07.30 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Unterwasser-Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines ebenfalls als „Sabotageakt“ bezeichnet. Es sei nun von größter Bedeutung, die Vorfälle zu untersuchen, um „vollständige Klarheit“ über die Geschehnisse und den Hintergrund zu erhalten. „Jede absichtliche Störung von aktiver europäischer Energieinfrastruktur ist inakzeptabel und wird zu der stärksten möglichen Reaktion führen“, schrieb sie bei Twitter. Update vom Mittwoch, 28. September, 05.30 Uhr: Auch laut einer Einschätzung der schwedischen Regierung sind die Unterwasser-Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf Sabotage zurückzuführen. Das erklärte Ministerpräsidentin Magdalena Andersson am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz. Basierend auf schwedischen und dänischen Informationen komme man zu dem Schluss, dass es sich vermutlich um eine absichtliche Tat handle. „Es ist also wahrscheinlich eine Frage der Sabotage“, sagte sie. Der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist erklärte im Nachgang, man sei bereit, militärische Ressourcen nach Bedarf abzustellen. Ministerpräsidentin Andersson verwies auf der Pressekonferenz zudem auf Absprachen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Bundeskanzler Olaf Scholz und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Nord-Stream-Pipelines: Sabotage durch Russland? +++ 17.46 Uhr: „Ein Leck an drei verschiedenen Orten mit so großer Entfernung dazwischen kann nur die Folge eines vorsätzlichen Akts oder von Sabotage sein“, sagte der norwegische Militärwissenschaftler und Marineoffizier Tor Ivar Strömmen am Dienstag (27. September) der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich komme einzig Russland für ihn als Verantwortlicher infrage. +++ 15.45 Uhr: Auch die Ukraine hat die an Nord-Stream-Pipelines gefundenen Lecks als Sabotage bezeichnet. Es handle sich um einen „Terroranschlag“, erklärte Mychajlo Podoljak, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Es handele sich dabei um „nichts weiter als ein von Russland geplanter Terroranschlag und ein Akt der Aggression gegen die EU“, schrieb er auf Twitter. Russlands Ziel sei die Destabilisation Europas im Winter, insbesondere im Energiesektor. „Die beste Antwort“ auf eine derartige Provokation seien „Panzer für die Ukraine“, so Podoljak. Nord-Stream-Pipelines sabotiert? Polen spricht von „nächster Stufe der Eskalation“ +++ 15.00 Uhr: Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat erklärt, dass die Lecks in Nord-Stream-Pipelines auf Sabotage zurückzuführen sind. „Wir kennen heute noch nicht die Details dessen, was da passiert ist, aber wir sehen deutlich, dass ein Sabotogeakt vorliegt“, sagte Morawiecki am Rande einer Gaspipeline-Eröffnung in Goleniow bei Stettin. Der Sabotageakt sei „wahrscheinlich die nächste Stufe der Eskalation, mit der wir es in der Ukraine zu tun haben“. +++ 13.45 Uhr: In der Pipeline Nord-Stream 1 wurden offenbar zwei weitere Lecks entdeckt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Gas entweiche nun in die Ostsee, hieß es. Die Offshore-Leitungen der in russischem Besitz befindlichen Gaspipeline haben demnach "noch nie dagewesene" Schäden erlitten. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar. +++ 12.30 Uhr: Russland hat eine Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines nicht ausgeschlossen. „Jetzt kann keine Variante ausgeschlossen werden“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. „Offensichtlich gibt es eine Zerstörung der Leitung. Und was der Grund dafür ist - da kann man bis zu dem Zeitpunkt, bis die Ergebnisse der Untersuchungen auftauchen, keine Variante ausschließen“, erklärte er weiter. Die russische Regierung sei „äußert beunruhigt“ angesichts des plötzlichen Druckabfalls in den Pipelines. Update vom Dienstag, 27. September, 11.15 Uhr: An den beiden Pipelines Nord-Stream 1 und 2 sind laut dänischen Behördenangaben insgesamt drei Lecks entdeckt worden. Zuvor war von den Betreibern ein Druckabfall in den Röhren gemeldet worden. Das berichtet der NDR. Zwei der drei gefundenen Lecks befinden an Nord-Stream 1 nordöstlich der Insel Bornholm, eins an Nord-Stream 2 südöstlich der Insel. Im Fall von Nord-Stream 1 befinde sich das eine Leck in dänischen und das andere in schwedischen Gewässern, bei dem von Nord-Stream 2 in dänischen, so die dänische Energiebehörde. Da aktuell keine der Erdgasleitungen in Betrieb ist, haben die Vorfälle derzeit keinerlei Auswirkung für die Energieversorgung in Europa. Erstmeldung vom Dienstag, 27. September: Berlin – In den Gaspipelines Nord-Stream 1 und Nord-Stream 2 wurde in den vergangenen Tagen ein ungewöhnlicher Druckabfall gemessen. Die Kapazitäten sanken ungeplant. Dabei handelt es sich offenbar um keinen Zufall, wie die Bundesregierung vermutet. Der Tagesspiegel berichtet, dass die Regierung von gezielten Angriffen auf die Pipelines ausgeht. „Unsere Fantasie gibt kein Szenario mehr her, in dem das kein gezielter Anschlag ist“, sagte eine anonyme Person, die in die Bewertung durch die Bundesregierung und die Bundesbehörden eingeweiht ist, der Zeitung. „Alles spricht gegen einen Zufall.“ Nord-Stream-Pipelines: Plötzlicher Druckabfall – Stecken Anschläge dahinter? Sowohl die Bundesnetzagentur als auch das Bundeswirtschaftsministerium erklärten am Montagabend (26. September), dass man den Grund für den Druckabfall in den Nord-Stream-Pipelines noch nicht kenne. Man stehe mit den entsprechenden Behörden im Austausch, hieß es. Teil der geplanten Untersuchungen ist wohl eine Analyse des Meeresbodens rund um die Pipelines. Marinetaucher und U-Boote werden dafür eingesetzt. Dem Tagesspiegel-Bericht zufolge gibt es zwei mögliche Szenarien als Erklärung für den ungewöhnlichen Druckabfall: Demnach könnten sowohl Saboteure aus Russland als auch der Ukraine dahinter stecken. Dabei handelt es sich jedoch um Mutmaßungen. Keine der beiden zuständigen Regierungen hat sich bislang dazu geäußert. (tu/mse/cs mit dpa/AFP) Quelle: fr.de
- Countdown zu einer Hurrikan-Katastrophe!
2,5 Millionen Menschen waren in Florida auf der Flucht, als sich Wirbelsturm „Ian“ der Westküste des US-Bundesstaates näherte. Der Hurrikan intensivierte sich dabei weiter. Der Sturm hatte am Dienstag beim Überqueren des westlichen Teils von Kuba bereits schwere Verwüstungen angerichtet: Im ganzen Land brach die Stromversorgung zusammen, in der Hauptstadt Havanna wurden Häuser abgedeckt und Strommasten umgeknickt. „Derzeit gibt es nirgendwo im Land Strom“, sagte der technische Direktor des Staatsunternehmens, Lázaro Guerra. Das Energieministerium sprach von einer „außergewöhnlichen Situation“ und kündigte an, die Stromversorgung schrittweise wiederherzustellen. In Kuba richtete Sturm „Ian“ bereits schwere Schäden an Foto: Ramon Espinosa/AP Beim Vorbeizug an der Inselkette „Florida Keys“ kam es ebenfalls zu ersten Überflutungen, als vom heulenden Wind aufgepeitschte Wassermassen gegen die Küste gedrückt wurden. Quelle: info.bild.de Aber: Der „Ground Zero“ für das drohende Sturmdesaster dürfte der Großraum Tampa werden. Laut Prognosen des „National Hurrikan Centers“ (NHC) soll der Sturm am Mittwoch südlich der Tampa Bay und nördlich von Cape Coral – wo Ex-Schlagerstar Michael Wendler (50) und seine Frau Laura (22) leben – an Land röhren. Hier wird angepackt: Einwohner und Angestellte der US-Stadt Clermont (Florida) befüllen Sandsäcke Foto: Rich Pope/AP Mit erwarteten Windstärken von fast 200 Stundenkilometern werden schwere Sturmschäden und weitverbreitete Stromausfälle befürchtet. Die größte Gefahr droht jedoch durch die Sturmflut, die mit einer Höhe von drei Metern vorhergesagt wurde. In Tampa (Florida) soll der Sturm besonders heftig zuschlagen, zwei Männer vernageln eine Filiale der Supermarkt-Kette „7 Eleven“ Foto: Phelan M. Ebenhack/AP Besonders anfällig ist laut Experten die Bucht „Tampa Bay“, in der der Fluteffekt verstärkt wird. Zusätzlich fällt der Aufprall des Monster-Hurrikans mit der sogenannten „King Tide“ zusammen, wo es auch unter normalen Umständen höhere Flutpegel gibt. Die Besitzer dieser Geschäfte in Gulfport (Florida) haben ihre geschützten Fenster und Türen mit humorvollen Sprüchen versehen, etwa: „Kein Eis für Ian“ Foto: Martha Asencio-Rhine/AP Einwohner in Tampa sprechen bereits von einem „Jahrhundertsturm“, da die Metropole zum letzten Mal im Jahr 1921 von einem Wirbelsturm direkt getroffen worden war. Die Bewohner dieses Hauses in St. Pete Beach (Florida) sichern ihre Garage mit Sandsäcken Foto: RICARDO ARDUENGO/AFP Gouverneur: „Historischer Sturm“ Florida-Gouverneur Ron DeSantis (44) warnte vor „katastrophalen Überschwemmungen“ durch den „historischen Sturm“, als er an die Einwohner von Florida appellierte, sich in Sicherheit zu bringen. Millionen Menschen waren unterwegs landeinwärts, viele der völlig verstopften Autobahnen wurden zum Parkplatz. Florida-Gouverneur Ron DeSantis (44) werden Ambitionen auf das Weiße Haus nachgesagt Foto: Alicia Devine/AP 7000 Soldaten der Nationalgarde wurden vorab mobilisiert, in allen Landkreisen des (sonstigen) „Sonnenscheinstaates“ bereits der Notstand ausgerufen. Der internationale Flughafen in Tampa war Dienstag, 17 Uhr (Ortszeit) geschlossen worden. BILD landete mit einer der letzten Maschinen. BILD-Reporter Herbert Bauernebel am Dienstag in der Stadt Holmes Beach (Florida) Foto: BILD Einige Bewohner in den roten Flutzonen wollen jedoch bleiben, trotz Anordnungen zur Evakuierung: „Ich werde entweder überleben oder ertrinken“, postete eine Frau, die noch dazu in einem Keller-Apartment lebt, trotzig auf „Social Media“. In von der Flut bedrohten Bezirken tönten die Alarmsirenen. Am Holmes Beach macht Theresa Yassa noch schnell einen Spaziergang am Strand, vor dem Eintreffen des Sturmes. Sie hat sich ebenfalls entschieden zu bleiben, obwohl sich ihr Haus in einer Evakuierungszone befindet. „Ich fühle mich da halbwegs sicher, aber es ist schon ein wenig mulmig, wenn die Nachbarn ihre Sachen packen und die Flucht ergreifen“, sagt sie zu BILD, während der erste Nieselregen auf ihren Schirm tropft. Sie wollte vor allem nicht weg wegen ihrer Haustiere, eine Katze und zwei Hunde. Theresa Yassa will in ihrem Haus bleiben, obwohl es in der Evakuierungszone liegt Foto: BILD/Tobias Everke Sie hat Hurrikans bereits erlebt und sagt: „Das kann schon recht furchteinflößend sein!“ Aber sie hofft, dass alles gut geht diesmal. Auch im Landesinneren werden Verwüstungen erwartet: Für einige Urlauber im Mega-Vergnügungspark „Disney World“ wurden bereits die Hotelreservierungen storniert. Am Mittwoch und Donnerstag soll der Park geschlossen bleiben. Auch in Miami, fernab der Sturmbahn, sorgten äußere Regenbänder des Wirbelsturmes für sintflutartigen Regen. Teile des Ausgeh-Bezirkes Brickell standen unter Wasser. Vielerorts sind die Supermarkt-Regale leergekauft – wie hier in Tampa Foto: SHANNON STAPLETON/REUTERS Nach fast panischen Hamsterkäufen blieben Regale in Supermärkten in Südflorida leer. Geschäftsbesitzer und Hauseigentümer nagelten ihre Fassaden mit Sperrholzplatten zu und errichteten Barrieren aus Sandsäcken. Einwohner füllten an Tankstellen Benzinkanister, da auch die Benzinversorgung zum Erliegen kommen dürfte. Florida wappnet sich vor der Naturgewalt, so gut es eben geht … Jetzt bricht der Sturm herein. Quelle:bild.de
- Nord Stream 1 und 2 mit Druckabfall – War es Sabotage?
Innerhalb von 24 Stunden kam es in den beiden deutsch-russischen Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 zu Druckproblemen. Ursache sind offenbar Lecks - am Meeresboden. Aus Sicherheitskreisen heißt es, eine Sabotage sei als Grund möglich. Anzeige Die Bundesbehörden halten offenbar gezielte Anschläge als Ursache für die Lecks in den beiden Nord-Stream-Pipelines für möglich. Das erfuhr der „Tagesspiegel“ aus Sicherheitskreisen, ebenso laut eines Insiders hält das die Bundesregierung für möglich, schreibt der „Spiegel“. Demnach wird aufgrund des zeitlichen Ablaufs, der drei betroffenen Leitungen und der starken Druckverluste in Nord Stream 1, die ebenfalls auf ein großes Leck schließen lassen, mit Sabotage gerechnet. „Unsere Fantasie gibt kein Szenario mehr her, dass das kein gezielter Anschlag ist“, sagte eine in die Bewertung durch die Bundesregierung und die Bundesbehörden eingeweihte Person dem „Tagesspiegel“. Weiter hieß es: „Alles spricht gegen einen Zufall.“ Ein derartiger mutmaßlicher Anschlag auf dem Meeresboden sei alles andere als trivial, er müsse mit Spezialkräften, zum Beispiel Marinetauchern, oder einem U-Boot ausgeführt werden, hieß es weiter aus den über die erste Lagebewertung informierten Kreisen. Mit dem vorübergehenden Ausschalten der Nord-Stream-Pipelines wären Gaslieferungen von Russland nach Deutschland und Zentraleuropa nur noch über die über Polen laufende Verbindung Jamal oder das ukrainische Pipeline-Netz möglich. Von dänischen Behörden veröffentlichte Fotos zeigen ein Gasleck aus der Luft Quelle: via REUTERS LESEN SIE AUCH ADVERTORIALEUROJACKPOT ONLINE Mit diesem Online-Deal sparen Sie beim Tippen! Somit könnten mit der Ukraine verbundene Kräfte dafür infrage kommen. Möglich wäre aber auch eine „False-Flag“-Operation Russlands, um die Gaspreise weiter nach oben zu treiben. Es könnte sich um einen Anschlag handeln, um Verunsicherung auf den europäischen Gasmärkten zu provozieren, sagte ein Insider dem „Spiegel“. Die Ukraine macht Russland für die Lecks an den beiden Nord-Stream-Pipelines verantwortlich. „Das ist nichts anderes als ein von Russland geplanter Terrorakt und ein Aggressionsakt gegen die EU“, schrieb der externe Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, beim Kurznachrichtendienst Twitter am Dienstag. Moskau wolle damit die wirtschaftliche Situation in Europa destabilisieren und „Panik vor dem Winter“ erzeugen. Anzeige Die dänische Marine und deutsche Spezialisten bemühten sich um Aufklärung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Es spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen, hieß es aus den Kreisen. Auch die Nato hat ein Auge auf die Lage in der Ostsee geworfen. „Das ist etwas, das wir sehr genau beobachten“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu den Berichten über die Lecks am Dienstag. Man sei in engem Kontakt mit den Nato-Alliierten sowie Schweden, das Nato-Mitglied werden will. Es sei wichtig, dass alle Fakten auf den Tisch kämen, sagte der norwegische Politiker bei einem Treffen mit der Sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament. Anzeige Polen hält es für nicht ausgeschlossen, dass hinter den Gaslecks eine russische Provokation steckt. Man befinde sich in einer Situation hoher internationaler Spannung, sagte Vize-Außenminister Marcin Przydacz am Dienstag. „Leider verfolgt unser östlicher Nachbar ständig eine aggressive Politik. Wenn er zu einer aggressiven militärischen Politik in der Ukraine fähig ist, ist es offensichtlich, dass keine Provokationen ausgeschlossen werden können, auch nicht in den Abschnitten, die in Westeuropa liegen.“ Das russische Präsidialamt bringt ebenfalls Sabotage als einen möglichen Grund ins Spiel. Dies könne nicht ausgeschlossen werden, ebenso wie keine andere Option, sagt sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Lage sei sehr besorgniserregend und erfordere eine sofortige Untersuchung, da sie ein Problem für die Energiesicherheit des gesamten Kontinents darstelle. Die drei Lecks befänden sich in einigem Abstand zueinander, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Stettin, wo sie der Einweihung der Gaspipeline Baltic Pipe beiwohnte. Es sei daher schwer vorstellbar, dass es sich um Zufall handle. Der Schaden nach Aussage des Betreibers „beispiellos” Innerhalb von 24 Stunden hatten beide derzeit ohnehin ungenutzten deutsch-russischen Ostsee-Gaspipelines – Nord Stream 1 und 2 – Druckprobleme gemeldet. Das Kontrollzentrum habe einen Druckabfall in beiden Röhren festgestellt, teilte der Betreiber mit. Demnach sank die Kapazität der Pipeline ungeplant auf null. Die dänischen Behörden haben anschließend an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 insgesamt drei Lecks entdeckt. Es sei die Rede von zwei Lecks an Nord Stream 1 nordöstlich der Ostsee-Insel Bornholm sowie einem an Nord Stream 2 südöstlich der Insel, teilte die dänische Energiebehörde mit. Im Falle von Nord Stream 1 befinde sich das eine Leck in dänischen und das andere in schwedischen Gewässern, bei dem von Nord Stream 2 in dänischen. Der Schaden ist nach Aussage ihres Betreibers „beispiellos” und es ist unmöglich zu sagen, wann die Schäden behoben werden können. Damit wird das Ende der russischen Gaslieferungen über die einstige Hauptverbindung nach Deutschland für diesen Winter wohl unausweichlich. Die deutschen Behörden untersuchen die Vorfälle an den beiden Strängen des Pipelinesystems, während Dänemark die Sicherheitsvorkehrungen für seine Energieinfrastruktur erhöht. Quelle: Infografik WELT Anzeige Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) und Bundesnetzagentur teilten übereinstimmend mit, man stehe miteinander und mit den betroffenen Behörden im Austausch, um den Sachverhalt aufzuklären. Die Gaslecks seinen gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Trotz des zweiten Vorfalls innerhalb kurzer Zeit sahen BMWK und Netzagentur am Abend keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland: „Es fließt seit dem russischen Stopp der Lieferungen Anfang September kein Gas mehr durch Nord Stream 1. Die Speicherstände steigen dennoch weiter kontinuierlich an. Sie liegen aktuell bei rund 91 Prozent.“ LESEN SIE AUCH PIPELINE-LECK Massiver Druckabfall – Pipeline Nord Stream 2 offenbar teilweise zerstört Auch Umweltgefahren wegen des Lecks bei Bornholm drohen aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht. Der Organisation zufolge entspreche Erdgas dem Treibhausgas Methan, welches sich teilweise im Wasser löse und nicht giftig sei. Selbst im Falle einer Explosion unter Wasser gäbe es nur lokale Effekte, so ein Sprecher. Schädlich ist Methan vor allem für das Klima. Der Preis für europäisches Erdgas ist am Dienstag deutlich gestiegen. Am Vormittag stieg der Terminkontrakt TTF für niederländisches Erdgas bis auf rund 194 Euro je Megawattstunde. Das waren etwa 12 Prozent mehr als am Vortag. Große Menge Gasaustritt wäre schlimmster Fall Im schlimmsten Fall könnte eine große Menge an Gas austreten. Nord Stream 2-Sprecher Ulrich Lissek befürchtet bereits, dass die mit 177 Millionen Kubikmeter Gas gefüllte Pipeline in den kommenden Tagen leerlaufen könnte. Während die Nord Stream 2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung in der Ukraine nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas befüllt wurde, floss durch die Nord Stream 1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom seine Lieferungen durch die Röhre bereits zuvor reduziert hatte, stoppte er diese mit dem Verweis auf einen Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja komplett. Wegen der Sanktionen gegen Russland sieht die Nord Stream 2 AG ihre Fähigkeiten zur Ursachenforschung eingeschränkt: Man stehe unter Sanktionen, verfüge kaum noch über Personal, und Gelder seien eingefroren, sagte der Sprecher. Quelle: welt.de coh/dpa
- Melonis Rechtsbündnis gewinnt Parlamentswahl in Italien
Giorgia Meloni wird Italiens neue Ministerpräsidentin. Hochrechnungen bestätigen den deutlichen Sieg des rechten Lagers um die rechtsradikalen Fratelli d'Italia bei der Parlamentswahl - auch wenn die Koalitionspartner, Matteo Salvinis Lega und Silvio Berlusconis Forza Italia, in der Wählergunst deutlich abrutschen. Das Bündnis um die rechtsradikale Partei Fratelli d'Italia kann nach der Wahl in Italien mit einer Regierungsmehrheit im Parlament rechnen. Triumphieren kann vor allem eine: Giorgia Meloni, deren Fratelli Prognosen und ersten Hochrechnungen zufolge stärkste Kraft wurden und sich im Vergleich zu 2018 erheblich verbesserten. Meloni sieht den Regierungsauftrag beim rechten Lager unter Führung ihrer Partei, wie sie am frühen Montagmorgen in Rom sagte. "Italien hat uns gewählt." Sie sprach von einer "Nacht des Stolzes". POLITIK26.09.22 Rechtsruck im Süden EuropasAlle Daten zur Parlamentswahl in Italien Melonis Koalitionspartner von der rechtspopulistischen Lega und der konservativen Forza Italia rutschten in der Wählergunst dagegen ab. Die bisher mitregierenden Sozialdemokraten erkannten den Sieg des Rechtslagers an. Sie beabsichtigen, in die Opposition zu gehen. Als Chefin der stärksten Partei könnte Meloni die künftige Regierung als erste Ministerpräsidentin Italiens anführen. Rechte Verbündete auf europäischer Ebene gratulierten ihr. Mehr als 50 Millionen Italienerinnen und Italiener waren am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen. Doch nach drei Regierungen innerhalb einer Legislaturperiode sind die Menschen in dem Mittelmeerland der Politik offensichtlich überdrüssig. In der Nachkriegszeit war die Wahlbeteiligung noch nie so niedrig. Weniger als zwei Drittel machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Schon der Wahlkampf lief vergleichsweise geräuschlos ab. *Datenschutz Keine breite Front gegen Rechtsallianz Nach ersten Hochrechnungen des Senders La7 kommt das Rechtslager, das als Favorit in die Wahl gezogen war, auf 42,8 Prozent der Stimmen. Durch eine Besonderheit des italienischen Wahlrechts dürfte das aber zur absoluten Mehrheit im Parlament reichen. Die Berechnungen von La7 gehen von 105 bis 125 der insgesamt 200 Senatssitze für das rechte Lager aus, der Sender Rai kommt auf 114 bis 126. Geschlossene Bündnisse waren vom Wahlsystem bevorteilt. "Mit diesen Zahlen können wir regieren", sagte Fratelli-Parlamentarier Fabio Rampelli. POLITIK23.09.22 Schicksalswahl in ItalienWer steckt hinter Giorgia Melonis "moderater Maske"? Von Einigkeit konnte im Wahlkampf bei den politischen Rivalen der Links- und Zentrumsparteien keine Rede sein. Die Sozialdemokraten zogen ihre Schlüsse daraus - die Fraktionschefin der PD im Abgeordnetenhaus, Debora Serracchiani, kündigte an, die Partei werde in die Opposition gehen. Es sei ein trauriger Abend für das Land. Das Wahlbündnis der Sozialdemokraten mit linken Parteien und Grünen kann nach den Hochrechnungen von La7 nur mit 35 bis 50 Sitzen im Senat rechnen. Die Fünf-Sterne-Bewegung unter Führung von Giuseppe Conte, die alleine antrat, kommt demnach auf 21 bis 35 Sitze; die Zentrumsallianz auf 9 bis 11. Die Stimmen für den Senat wurden zuerst ausgezählt. Die Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) konnten zuletzt von ihrer Rolle als einzige nennenswerte Opposition zur Vielparteienregierung unter Führung des international höchst angesehenen Mario Draghi profitieren. 2018 hatten sie nur knapp über vier Prozent erreicht. Nun kommen sie auf mehr Stimmen als die Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und die Forza Italia des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi zusammen. Die Partei Melonis wird gemeinhin als postfaschistisch bezeichnet. Sie ist eine der Nachfolgeparteien der Bewegung MSI, die von ehemaligen Funktionären des faschistischen Diktators Benito Mussolini (1883-1945) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde. Meloni bekennt sich zu den Wurzeln ihrer Partei und verurteilt den Faschismus nicht gänzlich. Im Logo führen die 2012 gegründeten Fratelli d'Italia eine Flamme, die aus dem durch einen schwarzen Balken symbolisierten Sarg Mussolinis aufsteigt. Meloni sagt, sie sei "stolz" darauf. Beatrix von Storch jubelt POLITIK20.09.22 Endspurt im WahlkampfBerlusconi kämpft gegen seine Götterdämmerung Politiker der deutschen AfD, des rechtsnationalen Rassemblement National aus Frankreich und der polnischen PiS gratulierten Meloni. "Wir jubeln mit Italien!", schrieb die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch am späten Sonntagabend bei Twitter. Ihr Parteikollege Malte Kaufmann twitterte: "Ein guter Tag für Italien - ein guter Tag für Europa." Rechte Parteien sehen sich im Aufwind, nachdem es kürzlich auch in Schweden einen Rechtsruck gab. Die 45-jährige Meloni versuchte im Wahlkampf, Sorgen im Ausland vor einer Regierungsübernahme der Rechtsparteien zu zerstreuen und versicherte, dass Italien ein verlässlicher Partner bleiben werde. Befürchtungen, dass ein Wahlsieg der Fratelli zu einer autoritären Wende oder dem Austritt Italiens aus der Europäischen Union und der Gemeinschaftswährung Euro führen könnte, wies sie zurück. Dennoch blicken Teile der EU sorgenvoll in Richtung Süden - auch wegen des Ukraine-Kriegs, in dem die Mitgliedsstaaten um Einigkeit ringen. Melonis "wahlkampftaktisches Lippenbekenntnis für Europa" könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Gefahr für das konstruktive Miteinander in Europa darstelle, sagte die Sozialdemokratin Katharina Barley, Vize-Präsidentin des EU-Parlaments, der "Welt". Der Sprecher der deutschen Grünen im EU-Parlament, Rasmus Andresen, fürchtet, der "beispiellose italienische Rechtsrutsch" werde massive Auswirkungen auf Europa und auf die Europäische Union haben. POLITIK19.09.22 Bricht EU-Allianz gegen Putin?Wenn Italien wählt, zittert Berlin Meloni betont stets ihre Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine, und sie gilt außenpolitisch als prowestlich sowie als Befürworterin der NATO. Jedoch ist sie auch bekannt für ihre Kritik an den Institutionen in Brüssel. Ihr Verbündeter, Lega-Chef Salvini, zweifelt öffentlich außerdem die Wirksamkeit der Sanktionen gegen Russland an und macht die EU so mitverantwortlich für die dramatisch gestiegenen Energiekosten. Er und Berlusconi machten zumindest früher keinen Hehl aus ihrem guten Verhältnis zu Kreml-Chef Wladimir Putin. Planmäßig hätte in Italien erst Anfang 2023 ein neues Parlament gewählt werden sollen. Die Fünf-Sterne-Bewegung entzog Draghi im Juli bei einem Gesetzesvorhaben jedoch das Vertrauen, woraufhin er zurücktrat. Draghi bleibt aber geschäftsführend im Amt, bis eine neue Regierung vereidigt ist - das kann etliche Wochen dauern. Quelle: ntv.de, ino/dpa
- Ausbruch von Untersee-Vulkan lässt neue Insel entstehen
Im Südpazifikstaat Tonga ist durch den Ausbruch eines Unterwasservulkans eine neue Insel entstanden. Der Vulkan mit dem Namen Home Reef stößt seit dem 10. September Lavaströme aus, wie der Geologische Dienst von Tonga auf Facebook mitteilte. Nur elf Stunden nach Beginn des Ausbruchs habe sich etwa 250 Kilometer nördlich der Hauptinsel Tonga tapu eine etwa 4000 Quadratmeter große Insel über der Wasseroberfläche gebildet, hieß es. Die Insel wuchs danach rasch weiter und hatte sich zehn Tage nach Beginn der Eruption in ihrer Fläche verachtfacht. Sie ragt demnach 15 Meter aus dem Wasser empor, ist etwa 211 Meter lang und 218 Meter breit. Ob die neu entstandene Insel bestehen bleibt, ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa ungewiss. Inseln, die von Unterwasservulkanen geschaffen werden, hätten oft nur eine kurze Lebensdauer. Bereits 1984 und 2006 hätten sich nach Ausbrüchen des Home Reef Inseln mit Klippen von bis zu 70 Metern gebildet, die dann wieder verschwunden seien. Quelle: ntv.de

